Viele Unternehmen haben Modelle für wiederkehrende Umsätze in ihre Betriebsabläufe integriert, da vorhersehbares, wiederkehrendes Einkommen attraktiv ist. Die Verwaltung wiederkehrender Zahlungen umfasst jedoch mehr als nur den regelmäßigen Einzug von Geldern bei Kundinnen und Kunden. Sie umfasst auch die Gewährleistung der Transaktionssicherheit, die Verwaltung von Kundendaten, den Umgang mit Zahlungsfehlern oder fehlgeschlagenen Transaktionen sowie die Bereitstellung einer einfachen Nutzererfahrung.
Die effektive Handhabung wiederkehrender Zahlungen kann den Erfolg eines Unternehmens erheblich beeinflussen. Unternehmen, die Abonnementmodelle nutzen – ein besonders häufiges Modell für wiederkehrende Zahlungen –, verzeichnen um 34 % höhere Kundenbindungsraten und eine um 46 % geringere Umsatzvolatilität von Monat zu Monat. Dies ermöglicht es Unternehmen, ihren Cashflow genauer zu prognostizieren, die Kundenbindung zu verbessern und die administrativen Aufgaben im Zusammenhang mit der Abrechnung und dem Forderungseinzug zu minimieren. Zudem bietet es Kundinnen und Kunden eine einfache Möglichkeit, ein Produkt oder eine Dienstleistung ohne Unterbrechungen zu genießen, was ihre allgemeine Zufriedenheit und Loyalität erhöht.
Die Einrichtung eines Systems zur Verwaltung wiederkehrender Zahlungen kann jedoch sehr komplex sein. Es erfordert die richtige Technologie und Systeme, um vertrauliche Kundendaten sicher zu speichern und zu verarbeiten. Außerdem müssen verschiedene Finanz- und Datenschutzvorschriften beachtet werden. Und die Unternehmen müssen ein System wählen, das zu ihrem Geschäftsmodell passt und die Erwartungen ihrer Kundschaft erfüllt. Nachfolgend erfahren Sie, was Sie wissen müssen.
Worum geht es in diesem Artikel?
- Was sind wiederkehrende Zahlungen?
- Was versteht man unter der Abwicklung wiederkehrender Zahlungen?
- Wie funktioniert die Abwicklung wiederkehrender Zahlungen?
- Möglichkeiten der Abwicklung wiederkehrender Zahlungen
- So kann Stripe Sie unterstützen
Was sind wiederkehrende Zahlungen?
Wiederkehrende Zahlungen, auch bekannt als Abonnementzahlungen, automatische Lastschriften oder automatische Zahlungen, beziehen sich auf Transaktionen, die nach einem festgelegten Zeitplan automatisch abgewickelt werden. Es handelt sich um regelmäßige Zahlungen, die von einer Kundin oder einem Kunden an ein Unternehmen für eine Dienstleistung oder ein Produkt geleistet und in automatisierten Abrechnungszyklen abgebucht werden. Wiederkehrende Zahlungen können in vielen verschiedenen Intervallen implementiert werden, beispielsweise täglich, wöchentlich, monatlich, halbjährlich oder jährlich. Ein gängiger Zeitrahmen ist eine monatlich wiederkehrende Zahlung.
Beispielsweise haben Sie möglicherweise wiederkehrende Zahlungen für Ihre monatlichen Versorgungsrechnungen eingerichtet, wie Strom oder Internet. Sie können auch für Abonnements wie Mitgliedschaften im Fitnessstudio, Streaming-Dienste (z. B. Netflix, Spotify) oder Software-as-a-Service-Plattformen (SaaS) angewendet werden.
Wiederkehrende Zahlungen können sowohl Unternehmen als auch Kundinnen und Kunden zugutekommen. Sie bieten Unternehmen ein vorhersehbares Einkommen und tragen zur Verbesserung der Kundenbindung bei. Zudem sind sie für Kundinnen und Kunden praktisch, da sie nicht mehr daran denken müssen, jede Zahlung manuell auszulösen.
Was versteht man unter der Abwicklung wiederkehrender Zahlungen?
Die Abwicklung wiederkehrender Zahlungen bezieht sich auf die Methoden und Systeme, die Unternehmen verwenden, um wiederkehrende Zahlungen automatisch von Kundinnen und Kunden einzuziehen. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Verwaltung von Abonnements und anderen Modellen für wiederkehrende Umsätze. Modelle für wiederkehrende Umsätze erleichtern es Unternehmen, zukünftige Umsätze zu prognostizieren. Einige weitere Beispiele für Modelle für wiederkehrende Umsätze sind Mitgliedschaftsprogramme, wiederkehrende saisonale Dienstleistungen und Vorschüsse. Kundinnen und Kunden erteilen einem Unternehmen in der Regel die Erlaubnis, ihre Kreditkarte oder ihr Bankkonto regelmäßig für Produkte oder Dienstleistungen zu belasten. Es ist ideal, Kundinnen und Kunden mehrere Zahlungsintervalle (z. B. monatlich oder jährlich) und mehrere bequeme Zahlungsmethoden zur Auswahl anzubieten.
Wie funktioniert die Abwicklung wiederkehrender Zahlungen?
Die Abwicklung wiederkehrender Zahlungen umfasst die folgenden Schritte:
Autorisierung der Kundinnen und Kunden einholen: Der Prozess beginnt, wenn die Kundinnen und Kunden wiederkehrenden Abbuchungen zustimmen. Während des Anmelde- oder Bezahlvorgangs geben die Kundinnen und Kunden ihre Kreditkarten- oder Bankkontoinformationen an und stimmen den Konditionen der wiederkehrenden Zahlung zu. Die Konditionen dieser Vereinbarung sollten klar angeben, welcher Betrag von der Zahlungsmethode der Kundinnen und Kunden abgebucht wird, wie oft abgebucht wird und für welche Dienstleistungen oder Produkte abgebucht wird. Aus rechtlicher Sicht ist es zudem wichtig, die Kundinnen und Kunden darüber zu informieren, dass sie das Recht haben, wiederkehrende Zahlungen zu stornieren. Wenn Sie Fragen dazu haben, welche Formulierung beim Prozess der Autorisierung der Kundinnen und Kunden verwendet werden sollte, wenden Sie sich an eine Anwältin oder einen Anwalt.
Zahlungsinformationen sicher speichern: Sobald die Kundinnen und Kunden Zahlungsinformationen angegeben haben, muss das Unternehmen diese Daten für zukünftige Transaktionen sicher speichern. Dies erfolgt in der Regel über ein Zahlungsgateway oder einen Drittanbieter-Dienstleister, der die Payment Card Industry Data Security Standards (PCI DSS) erfüllt. Die Zahlungsdaten der Kundinnen und Kunden werden normalerweise tokenisiert. Das bedeutet, dass sie durch eine eindeutige Zeichenfolge (einen „Token“) ersetzt werden, die bei einem Abfangen bedeutungslos ist, was eine zusätzliche Sicherheitsebene bietet.
Zahlungsplan festlegen: Das Unternehmen erstellt einen Zahlungsplan auf der Grundlage der vereinbarten Häufigkeit der wiederkehrenden Zahlung. Dies kann ein wöchentlicher, monatlicher, jährlicher oder ein anderer Zeitrahmen sein, dem die Kundin oder der Kunde zustimmt. Automatisierte Systeme sorgen dann dafür, dass die Zahlung in den richtigen Zeitabständen abgewickelt wird.
Transaktion abwickeln: Wenn das geplante Zahlungsdatum erreicht ist, initiiert das Zahlungsgateway oder der Abwickler die Transaktion. Es wird eine Anfrage an die Bank oder das Kreditkartenunternehmen der Kundinnen und Kunden gesendet, um den vereinbarten Betrag abzubuchen. Dieser Prozess erfolgt in der Regel ohne dass eine Aktion seitens der Kundinnen und Kunden erforderlich ist.
Transaktion bestätigen: Ist die Transaktion genehmigt, wird das Konto der Kundin oder des Kunden belastet und der Betrag wird auf das Konto des Unternehmens überwiesen. Meist wird eine Bestätigung an die Kundin oder den Kunden geschickt, die/der die erfolgreiche Transaktion bestätigt.
Fehler beheben und Zahlungen erneut versuchen: Manchmal können Transaktionen fehlschlagen, beispielsweise aufgrund unzureichender Deckung oder einer abgelaufenen Kreditkarte. Die meisten Zahlungsabwickler verfügen über Systeme zur Handhabung fehlgeschlagener wiederkehrender Zahlungen. Dies kann beinhalten, die Kundinnen und Kunden über das Problem zu informieren und die Abbuchung nach einem bestimmten Zeitraum erneut zu versuchen.
Abonnements verwalten: Die Abwicklung wiederkehrender Zahlungen umfasst auch die Verwaltung der Abonnements der Kundinnen und Kunden: das Upgraden oder Downgraden von Plänen, das Stornieren von Abonnements, die Ausstellung von Rückerstattungen und die Bearbeitung von Kundenanfragen. Ein weiterer Teil dieses Prozesses umfasst Mahnungen: die Kommunikation mit Kundinnen und Kunden, um fällige oder überfällige Zahlungen einzuziehen. Dies ist ein nützlicher Schritt, um die Abwanderung zu reduzieren. Ein effektives Management kann die Kundenzufriedenheit und -bindung verbessern.
Compliance sicherstellen und Berichte erstellen: Zudem müssen Unternehmen verschiedene Vorschriften und Standards für wiederkehrende Zahlungen einhalten, z. B. die PCI-DSS-Normen und die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Außerdem müssen sie regelmäßig Zahlungsdaten analysieren, um die Unternehmensleistung zu verfolgen, Trends zu ermitteln und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Von wiederkehrenden Zahlungen können sowohl Unternehmen als auch die Kundschaft profitieren. Für die Unternehmen bedeuten sie planbaren Umsatz und weniger Verwaltungsaufwand. Für die Kundschaft bieten sie Komfort und gewährleisten einen ununterbrochenen Zugang zu Produkten oder Dienstleistungen. Allerdings ist es wichtig, diesen Prozess richtig zu handhaben, um das Vertrauen und die Zufriedenheit der Kundschaft zu erhalten.
Möglichkeiten der Abwicklung wiederkehrender Zahlungen
Es gibt eine Vielzahl von Systemen zur Abwicklung wiederkehrender Zahlungen. Die Wahl des Systems kann von Faktoren wie der Art des Unternehmens, dem Transaktionsvolumen und der Transaktionshäufigkeit, dem geografischen Standort des Unternehmens und seiner Kundinnen und Kunden sowie der Art der Produkte oder Dienstleistungen abhängen.
Im Folgenden finden Sie einige der gängigsten Tools, die Unternehmen zur Abwicklung wiederkehrender Zahlungen einsetzen können:
Zahlungsgateways: Ein Zahlungsgateway ist eine Technologie, die von Unternehmen eingesetzt wird, um Käufe mit Debit- oder Kreditkarten von Kundinnen und Kunden zu akzeptieren. Diese Gateways können so konfiguriert werden, dass sie wiederkehrende Zahlungen verwalten, Zahlungsinformationen der Kundinnen und Kunden speichern und diese automatisch nach einem festgelegten Zeitplan belasten.
Händlerkonten: Händlerkonten sind Bankkonten, die es einem Unternehmen ermöglichen, Zahlungen auf verschiedene Weise zu akzeptieren, in der Regel über Debit- oder Kreditkarten. Händlerdienstleister können Tools anbieten oder mit Zahlungsgateways zusammenarbeiten, um wiederkehrende Zahlungen abzuwickeln.
Anbieter von Lastschriftverfahren: Unternehmen können Anbieter von Lastschriftverfahren nutzen, um das Bankkonto ihrer Kundinnen und Kunden in regelmäßigen Abständen automatisch zu belasten. Dies wird häufig für größere Zahlungen oder B2B-Transaktionen verwendet und erfordert die Zustimmung der Kundin bzw. des Kunden.
ACH-Abwickler: Unternehmen mit Kundinnen und Kunden in den USA können ACH-Abwickler (Automated Clearing House) nutzen, um wiederkehrende Zahlungen abzuwickeln. Sie ziehen Gelder direkt vom Bankkonto der Kundin oder des Kunden ein und überweisen sie auf das Konto des Unternehmens.
Plattformen zur Abonnementverwaltung: Diese Plattformen sind auf die Verwaltung von Abonnements und wiederkehrenden Zahlungen spezialisiert. Sie bieten in der Regel eine Reihe von Funktionen, wie beispielsweise verschiedene Preispläne, Rabattverwaltung, Testzeiträume und automatisierte E-Mail-Antworten.
Integrierte Lösungen: Einige Unternehmen verwenden integrierte Lösungen wie ERP- (Enterprise Resource Planning) oder CRM-Software (Customer Relationship Management), die über integrierte Funktionen zur Abwicklung wiederkehrender Zahlungen verfügen. Das kann die geschäftlichen Abläufe konsolidieren und verbessern.
Bei der Wahl der Abwicklungsmethode für wiederkehrende Zahlungen müssen Unternehmen Faktoren wie die Möglichkeit der Lösung zur Integration in andere von ihnen genutzte Systeme, den Ruf des Anbieters in Bezug auf Sicherheit und Zuverlässigkeit sowie das allgemeine Kundenerlebnis berücksichtigen.
Unternehmen sollten auch die Kosten der Lösung berücksichtigen. Diese können stark variieren und von einer festgelegten Gebühr von wenigen hundert Dollar pro Monat bis hin zu einem Prozentsatz des Abrechnungsvolumens (zwischen 0,4 % und 3,0 %) oder einem Pauschalbetrag pro Zahlung reichen. Die endgültigen Kosten hängen letztendlich von Faktoren wie der Art des vom Unternehmen gewählten Systems und dem monatlichen Zahlungsvolumen des Unternehmens ab.
Zudem ist es wichtig sicherzustellen, dass die gewählte Methode alle relevanten Finanzvorschriften und Datensicherheitsstandards erfüllt.
So kann Stripe Sie unterstützen
Mit Stripe Billing können Sie die Rechnungsstellung für Ihre Kundinnen und Kunden sowie die Kundenverwaltung ganz nach Belieben gestalten – von der einfachen wiederkehrenden Abrechnung über die nutzungsbasierte Abrechnung bis hin zu individuell verhandelten Verträgen. Akzeptieren Sie wiederkehrende Zahlungen global in wenigen Minuten. Hierzu ist kein Code erforderlich. Oder erstellen Sie über die API eine individuelle Integration.
Stripe Billing unterstützt Sie unter anderem in den folgenden Bereichen:
Angebot flexibler Preise: Reagieren Sie mit flexiblen Preismodellen, wie nutzungsbasierten oder gestaffelten Preisen, Pauschalgebühren plus Mehrverbrauch und weiteren Angeboten schneller auf die Nutzernachfrage. Die Unterstützung für Gutscheine, kostenlose Testangebote, anteilmäßige Verrechnungen und Add-ons ist integriert.
Globale Expansion: Steigern Sie die Konversionsrate, indem Sie die bevorzugten Zahlungsmethoden Ihrer Kundinnen und Kunden anbieten. Stripe unterstützt mehr als 125 lokale Zahlungsmethoden und über 130 Währungen.
Umsatzsteigerung und Verringerung der Abwanderung: Erhöhen Sie Ihre Umsatzsicherung und reduzieren Sie unfreiwillige Abwanderungen durch Smart Retries und automatisierte Workflows für Zahlungserinnerungen und -einzüge. Mit den Tools zur Umsatzrückgewinnung von Stripe konnten Nutzer/innen im Jahr 2024 über 6,5 Milliarden USD an Umsatz zurückgewinnen.
Effizienzsteigerung: Nutzen Sie die modularen Werkzeuge von Stripe für Steuern, Umsatzberichte und Daten, um mehrere Umsatzsysteme in einem einzigen System zu konsolidieren. Profitieren Sie von der einfachen Integration der Software von Drittanbietern.
Erfahren Sie mehr über Stripe Billing oder starten Sie noch heute.
Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.