EC-Kartenzahlung: Das sollten Unternehmen wissen

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  1. Einführung
  2. Was ist eine EC-Kartenzahlung?
  3. Wie funktionieren EC-Kartenzahlungen?
    1. Die Karte wird in das Lesegerät eingeführt
    2. Autorisierung erfolgt
    3. Das Terminal stellt eine Verbindung zum Girokonto her
    4. Die Zahlung wird abgewickelt
    5. Gelder werden überwiesen und die Kundin oder der Kunde erhält eine Bestätigung
  4. Was benötigen Händler/innen, um EC-Kartenzahlungen anbieten zu können?
    1. Kartenlesegeräte
    2. Mitarbeiterschulungen
  5. Wie hoch sind die Kosten und Gebühren von EC-Kartenzahlungen?
  6. Sind Händler/innen gesetzlich verpflichtet, EC-Kartenzahlungen anzubieten?
    1. Kundenzufriedenheit
    2. Umsatzsteigerung
    3. Sicherheit
    4. Vereinfachte Buchführung

Die EC-Karte ist in Deutschland nach wie vor präsent, zumindest umgangssprachlich – obwohl sie seit fast 20 Jahren abgeschafft und durch die girocard ersetzt wurde. In diesem Artikel erfahren Sie, was eine EC-Kartenzahlung ist, wie sie funktioniert und was Händler/innen benötigen, um sie anzubieten. Zudem erklären wir, mit welchen Kosten und Gebühren Händler/innen rechnen müssen und ob eine gesetzliche Verpflichtung besteht, EC-Kartenzahlungen anzubieten.

Worum geht es in diesem Artikel?

  • Was ist eine EC-Kartenzahlung?
  • Wie funktioniert eine EC-Kartenzahlung?
  • Was benötigen Händler/innen, um EC-Kartenzahlungen anbieten zu können?
  • Wie hoch sind bei einer EC-Kartenzahlung die Kosten und Gebühren?
  • Sind Händler/innen gesetzlich verpflichtet, EC-Kartenzahlungen anzubieten?

Was ist eine EC-Kartenzahlung?

Eine EC-Kartenzahlung ist eine bargeldlose Zahlung, bei der man mit einer EC-Karte in Geschäften bezahlen kann. Die EC-Karte hat in Deutschland eine lange Tradition: Ursprünglich stand die Abkürzung EC für das „Eurocheque-Verfahren“. Dieses wurde Anfang der 1970er-Jahre eingeführt, um es Bankkundinnen und -kunden zu erleichtern, im Ausland bargeldlos mit Scheck zu bezahlen. Die EC-Karte stellte eine Garantie für die sichere Einlösung von Eurocheques dar, da Papierschecks häufig nicht anerkannt wurden.

Einige Jahre später wurde das Electronic-Cash-Verfahren eingeführt und die Papierschecks durch Plastikkarten mit Magnetstreifen ersetzt. Diese neuen Karten ermöglichten die Geldabhebung an EC-Cash-Terminals sowie das bargeldlose Bezahlen in Geschäften mithilfe einer PIN-Eingabe. Ende der 1980er-Jahre wurde die „Electronic Debit Card“ entwickelt und zusammen mit dem Unternehmen MasterCard auch auf internationale Geldinstitute ausgeweitet.

Die klassische EC-Karte wurde im Jahr 2007 abgeschafft, als die deutschen Banken und Sparkassen ihre Systeme Electronic Cash und das deutsche Geldautomaten-Netzwerk fusionierten. Mit dem Ziel, die Zahlverfahren in Deutschland zu vereinheitlichen und den bargeldlosen Zahlungsverkehr innerhalb der Europäischen Union zu vereinfachen, wurde die girocard ins Leben gerufen.

Heute ist die girocard oder Girokarte als Nachfolger der EC-Karte die meistgenutzte Bezahlkarte in Deutschland. Allein im Jahr 2024 gab es 7,9 Milliarden Bezahlvorgänge mit der girocard – und damit 5,6 % mehr Transaktionen im deutschen Handel als im Vorjahr. Da sich die EC-Karte fest im deutschen Sprachgebrauch etabliert hat und die Funktionen sich nicht von denen der girocard unterscheiden, ist es unproblematisch, die Begrifflichkeit weiter zu nutzen.

Wie funktionieren EC-Kartenzahlungen?

Mit einer EC-Karte oder girocard zu bezahlen, ist für Karteninhaber/innen und Unternehmen gleichermaßen einfach. Hier erfahren Sie, wie der Prozess abläuft.

Die Karte wird in das Lesegerät eingeführt

Eine Kundin oder ein Kunde steckt eine Karte ins Kartenterminal oder hält sie ans Kartenlesegerät, um eine kontaktlose Zahlung zu tätigen. Ein Smartphone kann ebenfalls ans Lesegerät gehalten werden, wenn die Karte digital in einer Zahlungs-App gespeichert ist.

Autorisierung erfolgt

Zahlungen werden je nach Zahlungsdienstleister der Händlerin oder des Händlers durch die PIN oder die Unterschrift der Karteninhaberin oder des Karteninhabers autorisiert. Bei kontaktlosen Zahlungen für Beträge unter 50 € ist in der Regel weder eine PIN noch eine Unterschrift erforderlich. Die PIN wird aus Sicherheitsgründen nur gelegentlich verlangt. In den meisten Fällen reicht es aus, die Karte ans Terminal zu halten.

Das Terminal stellt eine Verbindung zum Girokonto her

Bei der EC-Karte handelt es sich im Wesentlichen um eine Debitkarte. Das bedeutet, dass sie direkt mit dem Girokonto des/der Karteninhaber/in verknüpft ist. Wenn ein/e Nutzer/in eine Zahlung an einem Point of Sale (POS) vornimmt, verbindet sich das Terminal mit dem Bankkonto und zieht den fälligen Betrag direkt davon ein. Das geschieht jedoch nur, wenn die Zahlung mit einer PIN verifiziert wird. In diesem Fall sendet das Terminal eine Anfrage an die Bank, den Kontostand zu überprüfen. Die Zahlung wird nur autorisiert, wenn ausreichende Gelder auf dem Konto vorhanden sind, um den fälligen Betrag zu decken. Für den/die Händler/in ist mit diesem Prozess eine Transaktionsgebühr verbunden, die jedoch garantiert, dass der Betrag vorgemerkt ist und sicher eingeht.

Wenn die Zahlung mit einer Unterschrift verifiziert wird, entstehen dem/der Händler/in keine Kosten. In diesem Fall gibt es keine Bestätigung, dass das Konto die erforderlichen Gelder verwahrt. Durch die Unterschrift autorisiert die Kundin oder der Kunde ein elektronisches Lastschriftverfahren und kann die Lastschrift auch stornieren.

Die Zahlung wird abgewickelt

Unternehmen wickeln Zahlungen in der Regel nicht selbst ab, da sie diesen Vorgang an spezialisierte Dienstleister auslagern können. Technische Netzwerkbetreiber (TNOs) ermöglichen die sichere Kommunikation zwischen den Zahlungssystemen der Banken und der Unternehmen und stellen so die ordnungsgemäße Abwicklung von Transaktionen sicher. TNOs arbeiten jedoch in der Regel ausschließlich mit größeren Unternehmen wie großen Supermarktketten oder internationalen Einzelhandelsmarken zusammen, die eine erhebliche Anzahl an Transaktionen abwickeln.

Für kleinere Unternehmen wie Cafés, Friseursalons oder kleine Einzelhandelsgeschäfte sind direkte Partnerschaften mit TNOs oft unzweckmäßig. Stattdessen verlassen sich diese Unternehmen auf Commercial Network Operators (CNOs), die die kommerziellen Aspekte der Zahlung verwalten und gleichzeitig technische Prozesse an TNOs auslagern. So können kleinere Unternehmen dieselben sicheren und zuverlässigen Zahlungssysteme wie große Einzelhandelsketten nutzen.

Gelder werden überwiesen und die Kundin oder der Kunde erhält eine Bestätigung

Sobald die Zahlung genehmigt wurde, wird der Betrag vom Girokonto der Kundin oder des Kunden auf das Geschäftskonto der Händlerin oder des Händlers überwiesen. Die Transaktion kann einige Tage dauern. Am POS erhält die Kundin oder der Kunde sofort eine Bestätigung der Zahlung, in der Regel in Form eines Zahlungsbelegs. Dieser Zahlungsbeleg dient als Nachweis für die Transaktion und kann für Rückgaben oder Beschwerden verwendet werden. Wenn eine Transaktion anschließend storniert werden muss, kann eine Rückbuchung eingeleitet werden.

Was benötigen Händler/innen, um EC-Kartenzahlungen anbieten zu können?

Unternehmen, die EC-Kartenzahlungen als Zahlungsmethode anbieten möchten, müssen verschiedene technische und logistische Faktoren berücksichtigen.

Kartenlesegeräte

Die technische Grundvoraussetzung für das Akzeptieren von EC-Kartenzahlungen ist ein Kartenterminal, das EC-Karten lesen kann. Solche Terminals können kabelgebunden oder mobil sein. Kabelgebundene Geräte befinden sich an einem festen Ort, werden über ein Kabel mit Strom versorgt und können über einen Wandanschluss mit dem Internet verbunden werden. Mobile Lesegeräte sind tragbar und können daher überall verwendet werden. Sie verbinden sich über WLAN oder Bluetooth mit einer Basisstation, über die sie auch aufgeladen werden können. Sie eignen sich besonders gut für Unternehmen, die ihren Kundinnen und Kunden sowohl an Points of Sale in Geschäften als auch an externen Standorten Rechnungen stellen möchten (z. B. im persönlichen Kontakt auf einem Bauernmarkt).

Stripe macht es Ihrem Unternehmen leicht, Kartenzahlungen anzubieten. Mit Stripe Terminal erhalten Sie ein vorzertifiziertes Kartenlesegerät wie das S 700 oder ein Mobilgerät wie das BBPOS WisePad 3. Tap to Pay ist eine weitere mobile Option, mit der Sie kontaktlose Zahlungen ohne zusätzliche Geräte direkt auf iPhones und Androids akzeptieren können. Moderne POS-Systeme unterstützen diese Zahlungsoptionen. Andernfalls ist der Kauf eines neuen POS-Systems erforderlich.

Mitarbeiterschulungen

Sobald die technischen Anforderungen für EC-Kartenzahlungen erfüllt sind, ist es wichtig, die Mitarbeiter/innen im Umgang mit den neuen Geräten des Unternehmens zu schulen. Das gewährleistet einen reibungslosen Prozess und vermeidet Fehler beim Verwenden der Kartenterminals. Unternehmen sollten auch Ihre Kundschaft über ihre neuen Zahlungsoptionen informieren, zum Beispiel mit einem Schild an der Kasse.

Wie hoch sind die Kosten und Gebühren von EC-Kartenzahlungen?

Unternehmen, die Debitkartenzahlungen anbieten möchten, sollten die Kosten berücksichtigen – die abhängig vom gewähltem Zahlungsdienstleister und vom Umsatzvolumen ihres Unternehmen erheblich variieren können.

Die einmaligen Kosten für den Kauf eines Kartenlesegeräts für POS-Zahlungen müssen berücksichtigt werden. Der Preis für Kartenlesegeräte liegt je nach Modell und Hersteller in der Regel zwischen 50 € und 500 €. Alternativ können Kartenlesegeräte für [weniger als 20 € pro Monat](https://www.ihk.de/pfalz/infrastruktur-und-digitale-wirtschaft/handel/aktuelle-handelsthemen/kartenterminals-1277684#:~:text=Fixe%20Kosten%20(monatliche%20Geb%C3%BChren)&text=Bei%20den%20meisten%20Anbietern%20liegt,rund%20sechs%20bis%2014%20Euro gemietet werden. Auch für die Einrichtung des Geräts wird oft eine einmalige Pauschalgebühr von weniger als 100 € erhoben.

Für die Nutzung der Zahlungsdienstleistung können auch monatliche oder jährliche Gebühren anfallen, die von Anbieter zu Anbieter stark variieren. Ein sorgfältiger Vergleich der Kosten kann sich daher lohnen.

Darüber hinaus werden für jede EC-Kartenzahlung Transaktionsgebühren erhoben. Kartenanbieter erheben Gebühren für die Verwendung ihrer Karten. Der Betrag – der unter anderem vom Kartentyp abhängt – beträgt in der Regel 1 bis 3 % des Transaktionsbetrags.

Sind Händler/innen gesetzlich verpflichtet, EC-Kartenzahlungen anzubieten?

In Deutschland sind Händler/innen grundsätzlich nicht gesetzlich verpflichtet, EC-Kartenzahlungen anzubieten. Sie sind frei in ihrer Entscheidung, welche Zahlungsmethoden sie ihren Kundinnen und Kunden bereitstellen möchten. Dennoch empfiehlt es sich aufgrund zahlreicher Vorteile, EC-Kartenzahlungen zu ermöglichen. Die wichtigsten finden Sie nachfolgend im Überblick:

Kundenzufriedenheit

EC-Kartenzahlungen bieten Kundinnen und Kunden eine bequeme Möglichkeit, ihre Einkäufe zu bezahlen. In einer zunehmend digitalen Welt schätzen Verbraucher/innen den Komfort von bargeldlosen Zahlungen, da diese sowohl schnell als auch sicher sind. Im Umkehrschluss könnte man auch sagen, dass Kundinnen und Kunden mittlerweile erwarten, im Geschäft mit Karte bezahlen zu können. Wer diese Zahlungsmethode nicht anbietet, könnte potenzielle Käufer/innen verlieren.

Umsatzsteigerung

Bargeldkäufe sind limitiert – durch die Höhe des Geldbetrags, den Käufer/innen mit sich führen. Durch Kartenzahlungen ist diese Begrenzung aufgehoben, sodass unter Umständen höhere Beträge ausgegeben und Spontankäufe getätigt werden. Dies kann zu einem Anstieg des durchschnittlichen Einkaufswerts führen und somit den Umsatz des Unternehmens steigern.

Sicherheit

Wenn Händler/innen nicht ausschließlich auf Bargeldzahlungen setzen, verringert sich die Menge an Scheinen und Münzen, die im Geschäft aufbewahrt werden müssen. Weniger Bargeld im Betrieb bedeutet eine geringere Notwendigkeit für sichere Aufbewahrungslösungen, wie Kassenschubladen oder Tresore. Zudem sinkt das Risiko von Diebstahl und Verlust –sowohl im Geschäft als auch auf dem Weg zur Bank.

Vereinfachte Buchführung

EC-Kartenzahlungen ermöglichen eine effiziente Geldabwicklung. Die Transaktionen werden in Echtzeit verarbeitet und automatisch in den Buchhaltungssystemen des Unternehmens erfasst. Dies reduziert den administrativen Aufwand und die Fehlerquote, die mit der manuellen Verarbeitung von Bargeldzahlungen verbunden sind.

Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.

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