Der Einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) ist eine Zahlungsinitiative, die auf Euro lautende Überweisungen, Lastschriften und Echtzeitüberweisungen in den teilnehmenden europäischen Ländern standardisiert. Dadurch können Unternehmen sowie Privatpersonen Euro-Zahlungen genauso reibungslos grenzüberschreitend senden wie eine inländische Transaktion. SEPA wurde entwickelt, um die finanzielle Integration innerhalb Europas zu verbessern, den Euro zu stärken und Banküberweisungen in Euro zu vereinfachen. Die SEPA-Region umfasst 41 europäische Länder, darunter einige, die sich weder im Euro-Raum noch in der EU befinden. In der ersten Hälfte des Jahres 2025 machten Überweisungen 22 % der gesamten bargeldlosen Zahlungen im Euro-Raum aus.
Im Folgenden gehen wir darauf ein, ob das Vereinigte Königreich ein SEPA-Land ist, wie sich grenzüberschreitende Zahlungen in SEPA-Länder von solchen in Nicht-SEPA-Länder unterscheiden und welche Best Practices Unternehmen bei der Verwendung von SEPA-Zahlungen beachten sollten.
Worum geht es in diesem Artikel?
- Gehört das Vereinigte Königreich zum SEPA-Raum?
- SEPA vs. SWIFT für Zahlungen im Vereinigten Königreich
- SEPA- vs. Nicht-SEPA-Länder
- Best Practices für britische Unternehmen, die SEPA-Zahlungen nutzen
- So kann Stripe Payments Sie unterstützen
Ist das Vereinigte Königreich ein SEPA-Land?
Ja, das Vereinigte Königreich ist auch nach dem Austritt aus der Europäischen Union weiterhin ein SEPA-Land. Seit dem Brexit nimmt das Vereinigte Königreich (einschließlich Nordirland) als Nichtmitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) an SEPA teil und wurde durch den Beschluss des Boards des European Payments Council (EPC) in den geografischen Geltungsbereich von SEPA aufgenommen. Dies bedeutet, dass britische Banken und Unternehmen weiterhin Euro-Zahlungen über das SEPA-System tätigen und empfangen können. Die Statusänderung des Vereinigten Königreichs hat jedoch die folgenden Bedingungen eingeführt:
Höhere Gebühren: Einige Banken begannen, nach dem Brexit neue Gebühren für SEPA-Transaktionen zwischen dem Vereinigten Königreich und den EU-Ländern zu erheben. Diese variieren je nach Bank oder Zahlungsdienstleister.
Längere Bearbeitungszeiten: Zahlungen zwischen dem Vereinigten Königreich und EU-SEPA-Ländern können längere Bearbeitungszeiten in Anspruch nehmen, obwohl viele Banken daran gearbeitet haben, Verzögerungen zu minimieren.
Zusätzliche Compliance-Anforderungen: Im Vereinigten Königreich ansässige Unternehmen müssen zusätzliche Informationen für Transaktionen in die EU bereitstellen.
Beachten Sie, dass Nordirland im Rahmen des Windsor Frameworks besonderen Vereinbarungen nach dem Brexit unterliegt. Dies betrifft jedoch den Warenhandel, nicht den Zahlungsverkehr – daher gelten SEPA-Regeln in Nordirland genauso wie im restlichen Vereinigten Königreich.
SEPA vs. SWIFT für Zahlungen im Vereinigten Königreich
Beim Senden oder Empfangen internationaler Zahlungen stehen britischen Unternehmen und Einzelpersonen zwei Hauptnetzwerke zur Auswahl: SEPA oder Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunications (SWIFT). Die richtige Wahl hängt weitgehend von der Währung und dem Zielort ab. Hier ist ein Vergleich:
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SEPA |
SWIFT |
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|---|---|---|
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Währung |
Nur Euro |
Mehrere Währungen |
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Geschwindigkeit |
In der Regel 1 Geschäftstag (in Echtzeit über SCT Inst) |
1–5 Werktage |
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Typische Kosten |
Geringe oder keine Gebühren innerhalb des SEPA-Raums |
Höhere Gebühren, oft einschließlich Kosten für Zwischenbanken |
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Am besten geeignet für |
Euro-Zahlungen innerhalb Europas |
Überweisungen in anderen Währungen als Euro oder in Nicht-SEPA-Länder |
SEPA vs. Nicht-SEPA
Hier sind die wesentlichen Unterschiede zwischen SEPA- und Nicht-SEPA-Ländern.
Zahlungsabwicklung
SEPA-Länder verfügen über ein einheitliches System für Euro-Zahlungen. Der Kernmechanismus hierfür ist die SEPA-Überweisung (SCT), das Standardsystem für einmalige Euro-Überweisungen zwischen SEPA-Konten. Zahlungen innerhalb dieser Länder folgen einem standardisierten Prozess für schnelle, effiziente Überweisungen. Zahlungen werden außerdem in der Regel innerhalb eines Geschäftstages abgewickelt, wobei nicht zwischen inländischen und grenzüberschreitenden Transfers unterschieden wird. Für noch schnellere Überweisungen ermöglichen SEPA-Echtzeitüberweisungen (SCT Inst) den Abschluss von Euro-Überweisungen in weniger als 10 Sekunden.
Zahlungen in oder aus Nicht-SEPA-Ländern folgen nicht demselben standardisierten Format. Stattdessen stützen sie sich auf verschiedene internationale Zahlungsnetzwerke wie SWIFT, was länger dauern und teurer sein kann.
Gebühren
Die Transaktionsgebühren für grenzüberschreitende Euro-Zahlungen in SEPA-Länder sind vergleichbar mit denen für Inlandszahlungen. Unternehmen und Privatpersonen zahlen in der Regel keinen Aufpreis für Euro-Überweisungen innerhalb des SEPA-Raums.
Bei Zahlungen, an denen Nicht-SEPA-Länder beteiligt sind, sind die Gebühren oft höher und können zusätzliche Kosten von Zwischenbanken umfassen. Dies kann internationale Transaktionen teurer und weniger transparent machen, wobei sowohl für den Sender als auch für den/die Empfänger/in unerwartete Gebühren anfallen können.
Zeitliche Abläufe
Überweisungen innerhalb des SEPA-Raums werden in der Regel innerhalb eines Werktages abgewickelt.
Die Abwicklungsdauer für Zahlungen in Nicht-SEPA-Länder ist weniger vorhersehbar und kann je nach beteiligter Bank, Währungsumtauschprozess und zwischengeschalteten Instituten zwischen wenigen Tagen und mehr als einer Woche betragen.
Best Practices für Unternehmen im Vereinigten Königreich für SEPA-Zahlungen
Damit Ihr im Vereinigten Königreich ansässiges Unternehmen SEPA-Transfers optimal nutzen kann, sollten Sie die folgenden Best Practices implementieren.
Rechnen Sie mit mehr Kontrollen Ihrer Zahlungen
Aufgrund des Nicht-EU-Mitgliedsstatus des Vereinigten Königreichs sind Banken und Finanzinstitute in der EU verpflichtet, Zahlungen, an denen britische Unternehmen beteiligt sind, gründlicher zu überprüfen. Dazu gehören strengere Know-Your-Customer(KYC)- und Anti-Money-Laundering(AML)-Prüfungen. Seien Sie proaktiv, um Verzögerungen zu vermeiden, indem Sie über klare, aktuelle Aufzeichnungen für jede Transaktion verfügen, einschließlich Verträgen, Rechnungen und Nachweisen für Geschäftsbeziehungen.
Achten Sie auf neue und höhere Gebühren
Die Gebühren für SEPA-Transaktionen mit Beteiligung britischer Unternehmen können je nach Bank oder Zahlungsanbieter stark variieren. Zu den üblichen Gebühren gehören Gebühren für die internationale Zahlungsabwicklung, Gebühren für zwischengeschaltete Banken, wenn mehrere Banken beteiligt sind, und Kosten für die Währungsumrechnung, wenn die Zahlung nicht in Euro erfolgt. Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge und vergleichen Sie die Dienstleister, um die kostengünstigsten Optionen zu finden. Erwägen Sie, direkt mit Ihrer Bank zu verhandeln, um die Gebühren nach Möglichkeit zu senken oder zu deckeln.
Verwenden Sie die richtigen Formate, um Ärger zu vermeiden
SEPA-Zahlungen erfordern die Einhaltung strenger Standards wie das ISO 20022 XML-Format. Wenn Ihre Zahlungssysteme nicht aktualisiert werden, um diese Formate zu unterstützen, können Zahlungen verzögert oder abgelehnt werden. Investieren Sie in Software, die Zahlungen automatisch im richtigen Format generiert und in Ihre bestehenden Buchhaltungssysteme integriert. Testen Sie Ihre Systeme regelmäßig, um sicherzustellen, dass sie konform sind und reibungslos funktionieren. Wenn Sie Geld aus der EU in das Vereinigte Königreich senden, muss der Zahlungsauftrag außerdem die vollständige Adresse des Absenders und den Bank Identifier Code (BIC) der britischen Empfängerbank enthalten. Fehlen diese Details, kann die Überweisung abgelehnt werden.
Längere Bearbeitungszeiten berücksichtigen
Banken benötigen möglicherweise länger für die Abwicklung von SEPA-Zahlungen im Vereinigten Königreich, da sie zusätzliche Prüfungen oder Genehmigungen erfordern. Dies gilt insbesondere für große Beträge oder wenn die Transaktion ungewöhnlich erscheint. Planen Sie Ihren Cashflow unter Berücksichtigung dieser Faktoren, indem Sie zusätzliche Zeit für die Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen einplanen. Kommunizieren Sie mit Ihren Lieferanten oder Partnern über mögliche Verzögerungen, um die Erwartungen auf beiden Seiten zu erfüllen.
Überprüfen Sie die Zahlungsdetails
Fehler in den Zahlungsinformationen – wie eine falsche International Bank Account Number (IBAN) oder BIC oder ein Tippfehler im Namen des Kontoinhabers oder der Kontoinhaberin – können zu Verzögerungen oder Ablehnungen führen. Britische Banken verwenden weiterhin IBAN und BIC für SEPA-Zahlungen, obwohl das Vereinigte Königreich kein EU-Mitglied mehr ist. Daher müssen beide weiterhin korrekt angegeben werden. Einige Unternehmen berichten auch von IBAN-Diskriminierung, bei der eine britische IBAN zu Unrecht zugunsten einer lokalen abgelehnt wird, obwohl SEPA-Regeln es verbieten, gültige IBANs aus einem SEPA-Land unterschiedlich zu behandeln. Nutzen Sie automatisierte Validierungstools, um auf diese Fehler zu prüfen, bevor Zahlungen veranlasst werden. Aktualisieren Sie Ihre Kontakt- und Zahlungsinformationsdatenbanken regelmäßig, um die Genauigkeit zu gewährleisten und kostspielige Fehler zu vermeiden.
Bleiben Sie auf dem neuesten Stand, wenn sich Regeln ändern
Die Anforderungen an die SEPA-Compliance ändern sich laufend. Beauftragen Sie Ihre Finanz- oder Compliance-Teams, diese Änderungen zu überwachen und Ihre Prozesse entsprechend anzupassen. Die Teilnahme an Branchenforen oder das Abonnieren von regulatorischen Updates kann Ihnen ebenfalls helfen, auf dem Laufenden zu bleiben.
Bereiten Sie sich mit zusätzlicher Dokumentation vor
Für bestimmte Zahlungen, insbesondere solche, die als Zahlungen mit hohem Risiko gekennzeichnet sind oder bestimmte Branchen betreffen, müssen Sie möglicherweise detailliertere Unterlagen für behördliche Kontrollen vorlegen. Dies können unterschriebene Verträge, Zustellungsnachweise oder Erläuterungen zum Zahlungszweck sein. Richten Sie ein System ein, um diese Dokumente zu organisieren und sicher aufzubewahren, damit bei Bedarf schnell darauf zugegriffen werden kann.
Achten Sie auf die Wechselkurse
Währungsschwankungen zwischen dem britischen Pfund und dem Euro können sich auf den endgültig erhaltenen oder gezahlten Betrag auswirken, insbesondere bei größeren Transaktionen. Entwickeln Sie eine Strategie, um diese Risiken zu mindern. Dies kann die Implementierung von Termingeschäften zur Fixierung von Wechselkursen oder die Nutzung von Fremdwährungskonten zur Reduzierung der Notwendigkeit von Umtauschen umfassen. Überprüfen Sie Ihre Fremdwährungsstrategie regelmäßig, um sie an Ihre Geschäftsanforderungen und Marktbedingungen anzupassen.
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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.