Online-Zahlungen einziehen: Eine Einführung

Dieser Leitfaden bietet eine detaillierte Übersicht über Online-Zahlungen und behandelt darüber hinaus spezielle Aspekte je nach Geschäftsmodell.

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Akzeptieren Sie Zahlungen online, vor Ort und weltweit mit einer Zahlungslösung, die für jede Art von Unternehmen geeignet ist – vom Start-up bis zum globalen Konzern.

Mehr erfahren 
  1. Einführung
  2. Grundlegendes zu Zahlungen: Wie funktionieren Online-Zahlungen?
    1. Der Ablauf von Online-Zahlungen
    2. Transaktionsgebühren und Kosten bei Online-Zahlungen
  3. Das sollten Unternehmen bei Online-Zahlungen beachten
    1. So können Online-Zahlungen Ihre Konversionsrate steigern
    2. Globale Zahlungsmethoden
    3. Vereinfachung der Compliance mit Sales Tax, Umsatzsteuer und GST
  4. Für Online-Händler/innen
  5. Für SaaS- und Abonnementunternehmen
  6. Für Plattformen und Marktplätze
  7. Weiterführende Informationen
  8. Glossar zum Thema Zahlungen

Dieser Leitfaden behandelt die Grundlagen von Online-Zahlungen und erklärt die Unterschiede für gängige Geschäftsmodelle: Online-Händler/innen, SaaS- und Abonnementunternehmen sowie Plattformen und Marktplätze. Zunächst erfahren Sie alles zu den Grundlagen von Online-Zahlungen sowie im Zusammenhang mit Unternehmen im Speziellen. Anschließend gehen wir auf konkrete Geschäftsmodelle ein.

Darüber hinaus haben wir eine Liste mit den wichtigsten branchenspezifischen Begriffen und ihren Definitionen für Sie zusammengestellt. Falls Ihnen bestimmte Formulierungen nicht vertraut sind, können Sie diese direkt im Glossar nachschlagen.

Wenn auch Sie künftig selbst Online-Zahlungen annehmen möchten, finden Sie in unserer Dokumentation die wichtigsten Tipps.

Grundlegendes zu Zahlungen: Wie funktionieren Online-Zahlungen?

Bevor wir uns eingehender mit den Zahlungsdetails für verschiedene Geschäftsmodelle befassen, ist es hilfreich, sich einen allgemeinen Überblick darüber zu verschaffen, wie Zahlungen funktionieren: wie Geld von einer Kundin oder einem Kunden zu Ihrem Unternehmen fließt, wie Banken diese Zahlungen ermöglichen und welche Kosten im System anfallen. Wenn Sie sich mit diesen grundlegenden Bausteinen von Online-Zahlungen vertraut machen, können Sie die Feinheiten der Zahlungseinrichtung für Ihr eigenes Geschäftsmodell besser verstehen.

Der Ablauf von Online-Zahlungen

An jeder Online-Transaktion sind primär vier Akteure beteiligt:

  1. Karteninhaber/in: Die Person, die eine Kreditkarte besitzt

  2. Händler/in: Der/Die Inhaber/in des Unternehmens

  3. Acquirer (Händlerbank): Eine Bank, die Kreditkartenzahlungen im Namen des Händlers/der Händlerin verarbeitet und sie über die Kartennetzwerke (z. B. Visa, Mastercard, Discover oder American Express) an die ausstellende Bank weiterleitet. Manchmal arbeiten Acquirer auch mit Drittanbietern zusammen, um Zahlungen abzuwickeln.

  4. Ausstellende Bank: Die Bank, die im Namen der Kartennetzwerke Kredite gewährt und Karten an Verbraucher/innen ausgibt.

Wer Online-Kartenzahlungen akzeptiert, arbeitet dabei stets mit genau diesen Akteuren zusammen (entweder über einen bestimmten Zahlungsdienstleister oder eine eigene Integration).

Grundlegend erforderlich ist hierbei zunächst ein Geschäftskonto und dann zudem die Zusammenarbeit mit einem Acquirer oder Zahlungsabwickler. Acquirer und Abwickler helfen dabei, Zahlungen von Ihrer Website an Kartennetzwerke wie Visa, Mastercard, Discover und American Express weiterzuleiten. Je nach Geschäftsmodell beauftragen Sie selbst als Händler/in dabei entweder jeweils einen Acquirer (meist eine Bank mit Netzwerkmitgliedschaft) und einen Partner zur Verarbeitung, der in Zusammenarbeit mit dem Acquirer die Transaktionen abwickelt. Alternativ können Sie auch einen Komplettanbieter für beide Schritte beauftragen.

Für die sichere Erfassung der Zahlungsdaten benötigen Sie zudem ein Gateway zum Schutz der Daten. Häufig anonymisieren Gateways Zahlungsdaten per Tokenisierung und sorgen so dafür, dass sensible Daten nicht in Ihr System gelangen. Dies gewährleistet, dass die branchenweit geltenden Sicherheitsrichtlinien (PCI-Standards) erfüllt werden.

Ein einziger Anbieter kann Gateway-, Abwicklungs- und Acquirer-Dienste anbieten, was zur Optimierung Ihrer Online-Zahlungen beitragen kann. Teils arbeitet der Zahlungsdienstleister auch direkt mit den Kartennetzwerken zusammen, sodass Sie keine weiteren Drittanbieter beauftragen müssen.

Wenn Sie Online-Zahlungen akzeptieren, verschlüsselt das Gateway die Daten zuverlässig und übermittelt sie zunächst an den Acquirer und anschließend an die Kartennetzwerke. Die Kartennetzwerke kommunizieren dann mit der ausstellenden Bank, die die Zahlung entweder bestätigt oder ablehnt (Bankvorschriften oder gesetzliche Anforderungen erfordern manchmal eine zusätzliche Kartenauthentifizierung wie 3D Secure, bevor eine Zahlung akzeptiert wird). Die ausstellende Bank übermittelt dann eine Nachricht an das Gateway bzw. den Acquirer, damit Sie die Zahlung den Kundinnen und Kunden gegenüber bestätigen können (z. B. mit einer Mitteilung wie „Zahlung akzeptiert“ oder „Zahlung abgelehnt“ auf Ihrer Website).

Online-Zahlungsablauf

Die Grafik stellt den Prozess für Online-Zahlungen bei einmaligen Zahlungen in der lokalen Währung in den USA dar. Wenn Sie international expandieren möchten, sollten Sie eine Partnerbank finden und lokale Geschäftsbeziehungen aufbauen. Wenn Sie ein neues Produkt einführen und Kundschaft beispielsweise regelmäßig wiederkehrende Zahlungen berechnen möchten, müssen Sie nicht nur die Kreditkartennummer akzeptieren, sondern auch korrekt in bestimmten Zeitintervallen Zahlungen anweisen und einziehen. Außerdem erfordern verschiedene Preismodelle zusätzlichen Programmieraufwand und Sie müssen entscheiden, wie Sie mit fehlgeschlagenen Zahlungen, anteilmäßigen Verrechnungen bei Planwechseln auf Kundenseite und weiteren Fragen umgehen.

Transaktionsgebühren und Kosten bei Online-Zahlungen

Für jede einzelne Transaktion, die unter Beteiligung der vier genannten Akteure abgewickelt wird, werden verschiedene Gebühren fällig. Diese werden von Visa, Mastercard, Discover, American Express und anderen Kartennetzwerken festgelegt und als Interchange- oder Kartenorganisationsgebühren bezeichnet.

Gebühren für Online-Zahlungen

Austauschgebühren stellen gewöhnlich den Großteil der bei jeder Transaktion anfallenden Kosten dar. Diesen Betrag erhält die ausstellende Bank, da sie den Großteil des Risikos übernimmt, indem Sie Kredit gewährt oder dem/der Karteninhaber/in Bankdienstleistungen bietet.

Kartenorganisationsgebühren werden durch die Kartennetzwerke selbst erhoben und umfassen etwa zusätzliche Autorisierungsgebühren und grenzüberschreitende Transaktionsgebühren. Außerdem werden bisweilen für Rückerstattungen und andere Netzwerkdienste Gebühren erhoben.

In ihrer Gesamtheit stellen diese Gebühren die Netzwerkkosten dar. Diese können je nach Kartentyp, Transaktionsort, Kanal (vor Ort oder online) und Merchant Category Code (MCC) variieren. So fallen beispielsweise für eine Transaktion mit einer Kreditkarte mit Bonusprogramm höhere Netzwerkkosten an, als bei einer gewöhnlichen Kreditkarte, da Banken diese Gebühren oft nutzen, um solche Belohnungsprogramme gegenzufinanzieren.

Mit den standardmäßigen nutzungsabhängigen Tarifen von Stripe zahlen Sie eine transparente Gebühr für sämtliche Kartenzahlungen und können Ihre Kosten damit genauer im Voraus planen. Mehr erfahren.

Das sollten Unternehmen bei Online-Zahlungen beachten

In diesem Abschnitt geht es um drei wichtige Fragestellungen für alle Unternehmen, die Zahlungen akzeptieren: Wie können Sie mithilfe von Online-Zahlungen Ihre Konversionsrate steigern? Wie können Sie mit den richtigen Zahlungsmethoden Ihren Kundenstamm erweitern? Und wie können Sie Ihre Steuerkonformität vereinfachen, damit Sie sich ganz auf Ihr Unternehmenswachstum konzentrieren können?

So können Online-Zahlungen Ihre Konversionsrate steigern

Jede Transaktion lässt sich in die drei Schritte Bezahlvorgang, Betrugsvorbeugung und Netzwerkakzeptanz unterteilen. Von Konversion kann erst dann die Rede sein, wenn die jeweilige Transaktion zum Abschluss gebracht wurde.

Die Konversionsgleichung

Durch jede Phase der Online-Zahlungsabwicklung kann Ihr Pool potenzieller Kundinnen und Kunden allmählich schrumpfen. Ist Ihr Bezahlvorgang zu lang und kompliziert, werden einige Kundinnen und Kunden frühzeitig aufgeben. Wenn man dann noch Betrugsversuche und die durchschnittlichen Akzeptanzraten berücksichtigt, sinkt die Kundenanzahl sogar noch weiter.

Für bestmögliche Ergebnisse sollten Sie also wissen, wie genau die einzelnen Schritte miteinander zusammenhängen. Dies gilt vor allem für Unternehmen, bei denen separate Teams mit Bezahlvorgang, Betrugsbekämpfung und Netzwerkakzeptanz betraut sind und jeweils speziell ihre eigenen Zahlen im Auge haben. Wenn sich beispielsweise ein Team ausschließlich um den Bezahlvorgang und insbesondere die Vermeidung von Kaufabbrüchen kümmert, kommt es möglicherweise auf die Idee, weniger Kundendaten zu erfassen, um das Verfahren unkomplizierter zu gestalten. Das kann allerdings Betrugsversuchen Tür und Tor öffnen, da einige Daten wie die vollständige Rechnungsadresse oder die Postleitzahl zur Validierung der Transaktion dann nicht konsequent erfasst werden.

In diesem Abschnitt bieten wir eine Übersicht über den Ablauf von Online-Zahlungen und stellen Ihnen Best Practices zur Steigerung der Konversion vor.

Die optimalen Formulare für den Bezahlvorgang entwickeln

Am Anfang jeder Online-Zahlung steht der Bezahlvorgang. Dabei geben die Kundinnen und Kunden ihre Zahlungsdaten ein, um Waren oder Dienstleistungen zu erwerben. Hier sollten Sie darauf achten, genügend Daten zu erfassen, um die Identität der Kundinnen und Kunden zu überprüfen. Andererseits sollte der Bezahlvorgang aber auch nicht zu kompliziert werden. Denn das kann dazu führen, dass Ihre Kundinnen und Kunden endgültig aufgeben.

Ist Ihr Formular für den Bezahlvorgang zu kompliziert, entgehen Ihnen möglicherweise Umsätze der aussichtsreichsten Käufer/innen, die ihren Warenkorb bereits gefüllt haben und wirklich etwas kaufen möchten. Tatsächlich brechen 87 % der Kundinnen und Kunden einen Kauf ab, wenn der Bezahlvorgang zu schwierig ist.

Damit ihr Bezahlvorgang möglichst häufig zum Abschluss kommt, sollten Sie ihn zunächst aus der Perspektive der Kundinnen und Kunden betrachten und nach potenziellen Problemen Ausschau halten, die die Kundschaft zum frühzeitigen Abbruch ihres Einkaufs bewegen könnten. Prüfen Sie genau, wie lange das Laden der Seiten dauert, wie viele Formularfelder ausgefüllt werden müssen und ob das automatische Ausfüllen für im Browser gespeicherte Daten unterstützt wird.

Gute Formulare für den Bezahlvorgang berücksichtigen das Kundenerlebnis. So sind responsive Formulare mittlerweile Standard. Sie passen sich automatisch der geringeren Bildschirmgröße von Mobilgeräten an und bieten eine numerische Tastatur, wenn die Kundinnen und Kunden zur Eingabe ihrer Kartendaten aufgefordert werden. Sie sollten auch die Unterstützung von mobilen Zahlungsmethoden wie Apple Pay oder Google Pay in Betracht ziehen, um die manuelle Dateneingabe zu umgehen.

Falls Sie international expandieren möchten, müssen Sie Ihr Formular für den Bezahlvorgang natürlich auch an den jeweiligen Markt anpassen. Selbstverständlich sollten Sie dabei die jeweilige Landeswährung akzeptieren. Doch auch die vor Ort bevorzugten Zahlungsmethoden sind wichtig, um den Kundenerwartungen gerecht zu werden. Beispielsweise bevorzugt mehr als die Hälfte der Kundinnen und Kunden in den Niederlanden die Zahlung mit iDEAL, einer Zahlungsmethode, bei der Gelder direkt vom Bankkonto einer Kundin oder eines Kunden an das Unternehmen überwiesen werden.

Zudem lässt sich anhand der Kartennummer der Kundenstandort ablesen. So können Sie die Formularfelder genau so anpassen, dass stets die im jeweiligen Land erforderlichen Daten abgefragt werden. Wenn Ihr Formular beispielsweise eine Karte aus dem Vereinigten Königreich erkennt, sollten Sie ein Feld zur Erfassung des „postcode“ hinzufügen. Wenn Ihr Formular eine US-amerikanische Kredit- oder Debitkarte erkennt, sollten Sie dieses Feld in „ZIP code“ ändern.

Stripe Checkout ist eine elegante Bezahlseite, die auf die Steigerung der Konversionsrate ausgelegt ist. Es zeigt bei Bedarf dynamisch Mobile Wallets an und unterstützt 15 Sprachen. Dadurch können Ihre Kundinnen und Kunden ein auf sie abgestimmtes und für sie relevantes Formular für den Bezahlvorgang nutzen. Hier erfahren Sie mehr dazu.

Online-Risikomanagement

Im nächsten Schritt des Bezahlvorgangs müssen betrügerische Transaktionen herausgefiltert werden. Bei den meisten betrügerischen Zahlungen geben sich betrügerische Akteurinnen und Akteure mithilfe gestohlener Karten und Kartennummern als legitime Kundinnen und Kunden aus.

Wenn beispielsweise ein/e betrügerische/r Akteur/in mit einer gestohlenen, aber noch nicht gesperrten Kartennummer etwas auf Ihrer Website kauft, wird die Zahlung unter Umständen tatsächlich abgewickelt. Wenn der/die rechtmäßige Karteninhaber/in den Betrug dann bemerkt, kann er/sie bei seiner/ihrer Bank eine Rückbuchung verlangen. Diese können Sie zwar per se verhindern, wenn Sie Beweise für die Gültigkeit der Zahlung vorlegen. Allerdings sollten Sie beachten, dass die Kartennetzwerke bei den meisten angefochtenen Zahlungen im Sinne der Kundschaft entscheiden. Scheitert Ihr Unternehmen mit einer Anfechtung, verlieren Sie auch die Transaktionssumme. Außerdem müssen Sie als Geschäftsinhaber/in in diesem Fall zusätzlich die Kosten der Rückbuchung tragen.

Zwar sind Rückbuchungen bei der Online-Zahlungsabwicklung unvermeidlich, die beste Möglichkeit, mit ihnen umzugehen, besteht jedoch darin, sie von vornherein zu verhindern. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Herangehensweisen: regelbasierte Logik und maschinelles Lernen.

Regelbasierte Betrugserkennung

Die regelbasierte Betrugserkennung verfährt nach dem Motto: „Wenn X, dann Y.“ Die genaue Vorgehensweise wird dabei von Betrugsanalystinnen und -analysten fortlaufend angepasst. So können beispielsweise sämtliche Transaktionen aus einem bestimmten Land, über eine bestimmte IP-Adresse oder ab einem bestimmten Betrag abgelehnt werden. Da diese Vorgehensweise allerdings auf strikten Regeln beruht, ist sie blind für verborgene Muster und Verhaltensänderungen der betrügerisch agierenden Person. Denn die Hintergründe der festgelegten Parameter bleiben unbekannt. Deshalb hinken die Analystinnen und Analysten oft den betrügerisch agierenden Personen hinterher. Wird eine neue Betrugsmasche bekannt, erstellen sie manuell neue Regeln – zu proaktiver Betrugsbekämpfung kommt es hier aber nicht.

Betrugserkennung mithilfe von maschinellem Lernen

Eine auf maschinellem Lernen basierende Betrugsbekämpfung füttert hingegen Algorithmen mit Transaktionsdaten und entwickelt sie so ständig weiter. Einige Modelle des maschinellen Lernens ahmen dabei das Verhalten menschlicher Prüfer/innen nach, während andere mit Millionen von Datensätzen trainiert werden. So lernen die Modelle, legitime Transaktionen von potenziell betrügerischen zu unterscheiden. Einige können sich sogar selbst trainieren, was sie im Vergleich zur regelbasierten Logik skalierbarer und effizienter macht.

Betrugserkennung mit maschinellem Lernen

Was passiert aber nun, wenn jemand mit unauffälligem Online-Verhalten und einer verdächtigen IP-Adresse etwas über Ihre Website kaufen möchte? Zunächst wird dann mithilfe von maschinellem Lernen entschieden, wie die einzelnen Kriterien gewichtet werden sollen. Soll beispielsweise eine Transaktion ausschließlich wegen der IP-Adresse abgelehnt werden? Ein regelbasiertes System würde unter Umständen sämtliche Transaktionen vom betroffenen Standort aus blockieren. Das maschinelle Lernen kann dagegen gute von schlechten Transaktionen unterscheiden, da Standort und andere Daten gewichtet analysiert werden, um die Rückbuchungswahrscheinlichkeit von Zahlungen zu ermitteln.

Werden beide Ansätze – regelbasierte Logik und Betrugsbekämpfung mit maschinellem Lernen – miteinander kombiniert, entsteht eine höchst leistungsstarke, individuell anpassbare Lösung. So nutzen Sie die Komplexität des maschinellen Lernens, passen Ihr Verfahren aber zugleich mithilfe von Regeln exakt an die Bedürfnisse Ihres Unternehmens an. Dabei können Sie beispielsweise benutzerdefinierte Regeln für Nutzergruppen und Einkäufe mit unterschiedlichen Risikostufen definieren.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Leitfaden zu maschinellem Lernen in der Betrugsbekämpfung.

Stripe Radar ist eine Suite moderner Tools zur Betrugserkennung und -prävention. Das Herzstück basiert auf KI, wobei Algorithmen jede Transaktion auf ein Betrugsrisiko bewerten und angemessene Maßnahmen ergreifen. Radar ist im Rahmen der integrierten Preisgestaltung von Stripe kostenlos enthalten. Nutzerinnen und Nutzer können ein Upgrade auf Radar Plus durchführen, um ihre eigene regelbasierte Logik festzulegen und weitere leistungsstarke Tools für Betrugsexpertinnen und -experten zu nutzen.

Verbesserung der Netzwerkakzeptanz

In einem letzten Schritt geht es darum, die Netzwerkakzeptanz zu erhöhen. Sie müssen also dafür sorgen, dass die ausstellende Bank die Zahlungen auch tatsächlich akzeptiert und abwickelt.

Wenn jemand etwas einkauft, wird eine Zahlungsaufforderung an die ausstellende Bank übermittelt. Anhand mehrerer Faktoren wie dem Kontostand der jeweiligen Kundinnen und Kunden, dem Format der Transaktionsmetadaten oder sogar der Systemausfallzeiten wird diese Aufforderung von der ausstellenden Bank dann entweder akzeptiert oder abgelehnt. Dabei gilt: Je höher Ihre Akzeptanzrate ist, desto mehr Transaktionen konnten Sie abwickeln.

Unnötige Ablehnungen können Sie also vermeiden, indem Sie zusätzliche Daten erfassen oder Angaben wie Prüfziffer/CVC, Rechnungsadresse und Postleitzahl im Bezahlvorgang weiterleiten. Denn so erhält die ausstellende Bank zusätzliche Transaktionsdaten, was wiederum die Annahmewahrscheinlichkeit bei legitimen Transaktionen erhöht.

Stripe hilft automatisch, die Netzwerkakzeptanz für Unternehmen zu verbessern, dank direkter Netzwerkintegrationen und Branchenpartnerschaften, die zusätzliche Daten und Einblicke in die Gründe für Ablehnungen bieten. Wir nutzen dies, um Modelle für maschinelles Lernen zu entwickeln, die die besten Möglichkeiten zur Aktualisierung von Zahlungsmetadaten identifizieren, um die Akzeptanzchancen zu verbessern. Erfahren Sie hier mehr.

Globale Zahlungsmethoden

Während Karten die am häufigsten genutzte Online-Zahlungsmethode in den USA sind, bevorzugen 40 % der Verbraucher/innen außerhalb der USA eine andere Zahlungsmethode als Kredit- oder Debitkarten, darunter Banküberweisungen und Digital Wallets (wie Alipay, WeChat Pay oder Apple Pay). Ihnen entgehen möglicherweise Umsätze, nur weil Sie nicht die bevorzugten Zahlungsmethoden einer globalen Kundschaft anbieten.

Um einen weltweiten Kundenkreis anzusprechen, sollten Sie also immer genau die Zahlungsmethoden zur Verfügung stellen, die in den jeweiligen Ländern am beliebtesten sind. Zahlungsmethoden lassen sich in die folgenden fünf Kategorien unterteilen:

  1. Kreditkarten gewähren Kundinnen und Kunden Finanzmittel als Darlehen, das sie entweder monatlich ausgleichen oder in verzinsten Raten zurückzahlen. Bei Debitkarten hingegen wird Geld direkt vom Girokonto der Kundinnen und Kunden abgebucht und kein Kreditrahmen in Anspruch genommen.

  2. Digital Wallets wie Apple Pay und Google Pay ermöglichen durch die Verknüpfung mit einer Karte oder einem Bankkonto elektronische Zahlungen. Außerdem können Kundinnen und Kunden in Digital Wallets Guthaben direkt über die App speichern.

  3. Banklastschriften und Überweisungen sind Transaktionen, die direkt über das Bankkonto der Kundschaft abgewickelt werden. Bei einer Lastschrift werden die Bankdaten der Kundinnen und Kunden eingeholt. Anschließend wird das Geld dann vom Konto abgebucht. Bei Banküberweisungen wird Geld direkt vom Kundenkonto an Sie übermittelt. Außerdem gibt es noch Zahlungsmethoden wie Giropay in Deutschland und iDEAL in den Niederlanden, die zwar ebenfalls Banküberweisungen beinhalten, aber eher Digital Wallets ähneln.

  4. Jetzt kaufen, später bezahlen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Bei dieser Zahlungsmethode erhalten Kundinnen und Kunden eine Sofortfinanzierung für ihre Online-Zahlung und zahlen diese dann in vorab festgelegten Raten über einen bestimmten Zeitraum ab. Beispiele sind Afterpay, Klarna und Affirm.

  5. Bargeldgestützte Zahlungsmethoden von Anbietern wie OXXO oder Boleto ermöglichen es Kundinnen und Kunden, auch ohne eigenes Bankkonto im Internet einzukaufen. Bei bargeldgestützten Zahlungsmethoden wird der Einkauf nicht direkt bezahlt. Stattdessen erhalten die Kundinnen und Kunden einen Gutschein mit einer Nummer. Dieser kann dann an einem Bankautomaten, bei der Bank, in einem Mini-Markt oder im Supermarkt per Scanner ausgelesen werden, um dort die Zahlung in bar zu leisten. Nachdem die Referenznummer der Barzahlung mit dem ursprünglichen Einkauf abgeglichen wurde, wird das Unternehmen bezahlt und kann das Produkt abschicken.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Leitfaden zu Zahlungsmethoden.

Mit Stripe unterstützen Sie über eine einzige Integration Dutzende Zahlungsmethoden. Mehr erfahren

Vereinfachung der Compliance mit Sales Tax, Umsatzsteuer und GST

Internetunternehmen müssen in über 130 Ländern und in den meisten US-Bundesstaaten indirekte Steuern erheben. Die Einhaltung der Konformität kann dabei eine Herausforderung darstellen, insbesondere wenn Ihr Unternehmen skaliert. Die Steuerbestimmungen und -sätze ändern sich ständig und variieren je nachdem, was und wo Sie verkaufen. Wenn Sie diese Vielschichtigkeit ignorieren, riskieren Sie, zusätzlich zu den nicht eingezogenen Steuern auch noch Strafen und Zinsen zahlen zu müssen.

Indirekte Steuern haben weltweit unterschiedliche Bezeichnungen. Eine indirekte Steuer wird in den USA Sales Tax, in Europa Umsatzsteuer (USt.), in Australien und Kanada Goods and Services Tax (GST) und in Japan Consumption Tax (JCT) genannt. Der Prozess zur Einziehung dieser Steuern kann stark variieren, aber das Ergebnis ist das gleiche: Der Endkunde/die Endkundin zahlt die Steuer.

Die Steuerbehandlung hängt davon ab, ob Sie ein physisches oder digitales Produkt verkaufen. Die Steuerbehandlung physischer Waren hängt vom Ursprungs- und Bestimmungsort und der Produkteinordnung durch die zuständigen Steuerbehörden ab. Diese unterscheidet sich von Stadt zu Stadt, Bundesstaat zu Bundesstaat und Land zu Land. Auch digitale Produkte (wie Online-Kurse oder Mitgliedschaften auf Websites) können komplex sein. In den USA besteuern 40 Bundesstaaten digitale Waren. In der EU sind digitale Produkte steuerpflichtig, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen.

Unabhängig davon, was Sie verkaufen, sollten Sie folgende Fragen beantworten, um Vorschriften zu Sales Tax, Umsatzsteuer und GST einzuhalten:

  • Wo und zu welchem Zeitpunkt bin ich zur Steuererhebung verpflichtet?
  • Wie melde ich mich für die Erhebung von Steuern an?
  • Welcher Steuersatz gilt für die einzelnen Produkte und Dienstleistungen?
  • Wie funktioniert die Einreichung der Steuererklärung und die Überweisung der von mir eingenommenen Gelder?

Weitere Informationen zu diesen Vorschriften finden Sie in unseren FAQs:

Stripe Tax berechnet automatisch die auf physische und digitale Produkte und Dienstleistungen anfallende Sales Tax, USt. und GST und weist sie aus – in sämtlichen US-Bundesstaaten und in über 100 Ländern weltweit. Erfahren Sie mehr darüber.

Für Online-Händler/innen

Dieser Abschnitt ist besonders interessant, wenn Sie Waren nicht nur über Ihre Website oder App, sondern auch im stationären Einzelhandel anbieten.

Immer mehr Einzelhändler, die ursprünglich nur im Internet präsent waren, expandieren nun auch in den stationären Einzelhandel. Da mehr als 90 % aller Einkäufe noch immer vor Ort getätigt werden, bietet sich Online-Unternehmen hier eine neue Umsatzmöglichkeit.

Der Abgleich von Daten aus Online- und Vor-Ort-Zahlungen ist allerdings eine große Herausforderung. Denn die Kundinnen und Kunden erwarten ungeachtet des Absatzkanals ein konsistentes Einkaufserlebnis, wie sie es von Ihnen und Ihrem Unternehmen gewohnt sind. So gehen sie unter Umständen davon aus, dass Rabattcodes und Aktionen sowohl im Internet als auch im Geschäft gelten.

Diese beiden Dinge sollten Sie beachten, wenn Sie Ihr Online-Geschäft auf den stationären Einzelhandel ausweiten wollen:

1. Bestehende Infrastruktur nutzen

Einzelhändler müssen oft zwei separate Zahlungsdienstleister einrichten: einen für Online- und einen für Vor-Ort-Einkäufe. Dies erfordert aber auch zwei Integrationen und zwei getrennte Geschäftskonten, wodurch sich der Arbeitsaufwand natürlich verdoppelt. Außerdem verkompliziert sich so der Finanzabgleich und es besteht die Gefahr, dass Kundendaten immer nur in einem Konto gespeichert werden.

Deshalb sollten Sie Ihre bestehende, bereits für Online-Zahlungen eingerichtete Zahlungsinfrastruktur nutzen, anstatt sich vorschnell nach einem neuen Anbieter umzusehen. Sie sparen so nicht nur Zeit und Mittel, sondern vereinfachen auch Ihre Steuererklärung und sorgen für ein einheitlicheres Kundenerlebnis.

So schaffen Sie letztlich einen nahtlosen Bezahlvorgang – egal ob Ihre Kundinnen und Kunden per Smartphone oder vor Ort bei Ihnen im Geschäft einkaufen. Und Ihre Kundinnen und Kunden selbst behalten die nötige Flexibilität, beispielsweise ein Abonnement vor Ort abzuschließen und dann online weiterzuführen. In diesem Fall würde die im Geschäft verwendete Zahlungsmethode im Kundenprofil gespeichert, wo die Kundinnen und Kunden sie dann nachträglich bearbeiten und ihr Abonnement weiter konfigurieren können.

2. Chipkarten und Mobile Wallets unterstützen

Magnetstreifenkarten erhöhen das Geschäftsrisiko, da sie leicht von betrügerischen Akteurinnen und Akteuren kopiert werden können und bei der Verschlüsselung von Zahlungsdaten zusätzliche Schritte erfordern. Deshalb sind EMV-Chipkarten, die einen besseren Schutz bieten und Unternehmen im Betrugsfall vor Haftungsansprüchen schützen, seit mehreren Jahrzehnten weltweiter Standard.

2015 begann in den USA die Umstellung auf Chipkarten und heute werden sie für die Mehrheit der Kreditkartentransaktionen verwendet. Es gibt aber immer noch Unternehmen, die veraltete Kartenlesegeräte für Magnetstreifenkarten nutzen. Wenn Sie sich also nach Geräten umsehen, um Vor-Ort-Zahlungen zu akzeptieren, sollten Sie sich für ein neueres Modell entscheiden, mit dem Sie auch Chipkarten akzeptieren können.

Außerdem empfiehlt es sich, Mobile Wallets wie Apple Pay und Google Pay für Vor-Ort-Transaktionen zu unterstützen. Genau wie Chipkarten verschlüsseln auch diese die Zahlungsdaten sicher und begrenzen so Ihr Haftungsrisiko mit Blick auf betrügerische Transaktionen. Mobile Wallets verbessern außerdem das Zahlungserlebnis und machen es generell nahtloser.

Mit Stripe Terminal führen Sie Ihre Online- und Offline-Kanäle zusammen – mit flexiblen Entwicklertools, vorab zertifizierten Kartenlesegeräten und cloudbasiertem Hardware-Management.

Für SaaS- und Abonnementunternehmen

Dieser Abschnitt ist für Sie besonders interessant, wenn Sie von Ihren Kundinnen und Kunden regelmäßige Zahlungen erhalten oder gespeicherte Zahlungsinformationen verwenden.

Wiederkehrende Umsätze sind relativ kompliziertes Terrain, was die Initiierung und Erfassung von Zahlungen und die Einbindung unterschiedlicher Tarifoptionen betrifft. Denn Sie müssen die Zahlungsdaten Ihrer Kundinnen und Kunden nicht nur speichern, sondern die Zahlungen genau zum richtigen Zeitpunkt veranlassen.

Dabei haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können Ihr eigenes Zahlungssystem einrichten oder sich für eine kostenpflichtige Software entscheiden. In jedem Fall müssen Sie darauf achten, dass Ihr Abrechnungssystem Bestellungen sowohl von Ihrer Internetseite als auch von Mobilgeräten aus empfangen kann. Außerdem müssen Sie den Kundinnen und Kunden den korrekten Preis berechnen (Flatrate oder gestaffelte Preisgestaltung) und die Zahlung über die kundenseitig bevorzugte Zahlungsmethode einziehen. Und schließlich benötigen Sie auch eine Möglichkeit, wichtige Daten zu Ihrem wiederkehrenden Geschäft zu erfassen, etwa zu den Themen Kundenabwanderung, monatlich wiederkehrender Umsatz und anderen zentralen Kennzahlen für Abonnements. Alternativ können Sie auch eine Integration mit Ihrem CRM- oder Abrechnungssystem vornehmen.

Bei der Entscheidung, ob Sie eine eigene Software entwickeln oder ein bestehendes Angebot nutzen möchten, sollten Sie stets die Opportunitätskosten im Hinterkopf behalten. Überlegen Sie also genau, welchen technischen Aufwand die Entwicklung und Pflege Ihrer Abrechnungssoftware im Verhältnis zu Ihren übrigen geschäftlichen Aufwendungen bedeutet.

Hier finden Sie einige Empfehlungen für SaaS- und Abonnementzahlungen:

1. Eine flexible Abonnementlogik einrichten

Die Abonnementlogik besteht aus zeit- und preisbasierten Regeln, die darüber entscheiden, welche Gebühren Ihrer Kundschaft in einem vorgegebenen zeitlichen Intervall berechnet werden. Wenn Sie nur ein Produkt anbieten und eine einfache Preisgestaltung haben, z. B. 25 $ im Monat für ein Software-Abonnement, gestaltet sich die Einrichtung der Logik in Ihrem Abrechnungssystem recht unkompliziert, da der Betrag jeden Monat identisch ist.

Mit der Zeit nehmen Sie aber vielleicht neue Produkte ins Programm oder führen Aktionen durch. Dann müssen Sie sicherstellen, dass Ihre Abonnementlogik mit Ihrem Wachstum Schritt halten und mit verschiedenen Tarifmodellen (Flatrate, Tarif pro Nutzer/in oder nutzungsspezifischer Tarif, gestaffelte Preisgestaltung Freemium, kostenlose Testphasen) umgehen kann. Weiter möchten Sie unter Umständen auch Bundles oder Rabatte anbieten.

Ihre Abonnementlogik muss zudem flexibel genug sein, um Planwechsel Ihrer Kundinnen und Kunden jederzeit umsetzen zu können. Möchte jemand etwa mitten im Monat in einen günstigeren Plan wechseln, müssen Sie die Kosten anteilmäßig verrechnen und sicherstellen, dass der Kundschaft immer genau der richtige Betrag berechnet wird.

2. Die Rechnungsstellungsanforderungen im Blick behalten

Bei großen Beträgen und Einmalzahlungen möchten die meisten Kundinnen und Kunden eine Rechnung erhalten. Dies kommt bei SaaS-Unternehmen, die in anderen Branchen als ihre Kundinnen und Kunden tätig sind, relativ häufig vor.

Deshalb sollten Sie sich Gedanken darüber machen, wie Sie Ihre Rechnungen erstellen. Sollen alle dieselben Posten aufweisen? Oder benötigen Sie ganz individuelle Varianten? Abhängig von den Ländern, in denen Sie tätig sind, müssen Sie auch unterschiedliche Rechnungsanforderungen beachten. So müssen Sie Ihre Rechnungen unter Umständen fortlaufend nummerieren oder bestimmte Kennungen für verschiedene Kundinnen und Kunden bzw. Konten verwenden.

Und dann müssen Sie sie ja auch noch an Ihre Kundinnen und Kunden übermitteln. Hier lohnt die Überlegung, ob Sie Ihre Rechnungen lieber per E-Mail verschicken möchten oder ob Ihre Abrechnungssoftware diesen Prozess für Sie automatisch erledigen kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Leitfaden zur Rechnungsstellung.

3. Die unfreiwillige Abwanderung minimieren

Bei vielen SaaS- und Abonnementunternehmen kommt es zu unfreiwilliger Abwanderung von Teilen der Kundschaft. Etwa dann, wenn Kundinnen und Kunden für ein Produkt zahlen möchten, die Zahlung jedoch aufgrund abgelaufener Karten, nicht ausreichender Kreditlimits oder veralteter Kartenangaben fehlschlägt. So werden 9 % aller Abonnementrechnungen aufgrund von unfreiwilliger Abwanderung beim ersten Versuch abgelehnt.

Verzeichnen Sie nur einige wenige fehlgeschlagene Zahlungen pro Monat, können Sie die Betroffenen problemlos einzeln anrufen oder per E-Mail kontaktieren und sie auffordern, eine andere Zahlungsmethode zu verwenden oder ihre Zahlungsinformationen anzupassen. Wenn Ihr Unternehmen aber stark wächst und Sie sehr viele abgelehnte Zahlungen bearbeiten müssen, ist diese Herangehensweise weniger probat.

Eine skalierbare Möglichkeit für die Kundenkommunikation hingegen sind automatisierte Hinweise zu fehlgeschlagenen Zahlungen via E-Mail.

Außerdem können Sie versuchen, die Zahlungen direkt zu wiederholen. Viele Unternehmen wiederholen fehlgeschlagene Transaktionen nach einem festen Zeitplan, beispielsweise alle sieben Tage (im Rahmen des Mahnwesens). Probieren Sie unterschiedliche Taktungen aus, um herauszufinden, welche für Ihr Unternehmen am besten geeignet ist. Oder suchen Sie sich einen Zahlungsdienstleister, der das Mahnwesen automatisiert und an die jeweiligen Kundenvorlieben anpasst.

Stripe Billing ist eine End-to-End-Lösung für die Abrechnung. Über Stripe Billing können Sie Abonnementlogiken und Rechnungen erstellen und verwalten, alle unterstützten Zahlungsmethoden akzeptieren und mittels einer intelligenten Wiederholungslogik die unfreiwillige Abwanderung reduzieren.

Für Plattformen und Marktplätze

Dieser Abschnitt ist für Sie besonders interessant, wenn Sie eine Software-Plattform betreiben und anderen Unternehmen die direkte Annahme von Zahlungen ihrer Kundinnen und Kunden ermöglichen (wie z. B. Shopify). Ähnlich relevant ist der Abschnitt auch für Sie, wenn Sie einen Marktplatz anbieten und Kundenzahlungen annehmen und an Verkäufer/innen oder Dienstleister/innen weitergeben (wie z. B. Lyft).

Plattformen und Marktplätze unterliegen den komplexesten Zahlungsanforderungen, weil sie Geld im Namen von Verkäuferinnen und Verkäufern oder Dienstleisterinnen und Dienstleistern annehmen und an diese Auszahlungen durchführen. Dementsprechend sind viele einzigartige Überlegungen anzustellen, etwa die Einbindung einer Identitätsverifizierung der Verkäufer/innen, die rechtlich einwandfreie Organisation der Geldübertragung, die Erhebung einer Dienstgebühr für jede Zahlung und gegebenenfalls die Einreichung von 1099-Formularen beim IRS.

Allerdings verleiht Ihnen die Bereitstellung einer Zahlungsfunktionalität für Ihre Kundschaft, für Ihre Plattform oder Ihren Marktplatz ein Alleinstellungsmerkmal und einen Mehrwert für Ihre Verkäufer/innen oder Dienstleister/innen. Sie helfen diesen, ihre Unternehmen schneller zu starten, ohne dass sie sich mit langwierigen Händlerregistrierungsanträgen oder der Programmierung für die Zahlungsannahme auseinandersetzen müssen.

Traditionell erforderte die Bereitstellung von Zahlungsfunktionen eine Lizenzierung und die Registrierung und Aufrechterhaltung des Status als Zahlungsverarbeiter bei Kartennetzwerken (wie Visa, Mastercard, Discover oder American Express). Da Sie dabei als Kontrollinstanz über Geldflüsse zwischen Kundschaft und Verkäuferinnen und Verkäufern angesehen werden, gelten seitens der Kartennetzwerke strenge Auflagen. Der Prozess kann Monate dauern (manchmal Jahre) und Millionen von Dollar an Vorauskosten und laufenden Kosten bedeuten.

Heute bestehen allerdings verschiedene Optionen für Plattformen und Marktplätze, um speziell angepasste Zahlungskapazitäten für ihre Kundschaft bereitzustellen und aus Zahlungen Umsätze zu generieren, ohne sich selbst als Zahlungsverarbeiter registrieren zu müssen.

Über diese beiden Funktionen sollten Sie sich Gedanken machen, wenn Sie Zahlungen für Ihre Plattform oder Ihren Marktplatz bereitstellen möchten:

1. Nutzer/innen während des Onboardings verifizieren

Bevor Sie im Auftrag Ihrer Verkäufer/innen oder Unternehmen Zahlungen akzeptieren, müssen Sie sie in Ihr Zahlungssystem aufnehmen und ihre Identität verifizieren. Dieser Schritt ist aufgrund strenger Gesetze und Auflagen kompliziert, darunter KYC-Gesetze (Know Your Customer) und Sanktionsüberwachungspflichten, für die im Falle von Zuwiderhandlungen Strafen und Strafzahlungen anfallen können. Zusätzlich zu den Regierungsauflagen, die sich von Land zu Land unterscheiden, haben die Kartennetzwerke, also auch Visa, Mastercard, Discover und American Express, ihre eigenen Datenerfassungsregelungen, die regelmäßig aktualisiert werden.

Diese Datenanforderungen mit der Nutzererfahrung in Einklang zu bringen ist eine Herausforderung. Einerseits möchten Sie so viele Daten wie möglich erfassen (vollständiger Name, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum, letzte vier Stellen der Sozialversicherungsnummer in den USA, Telefonnummer und Anschrift), damit Ihre Plattform nicht für unlautere Zwecke wie Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung missbraucht wird. Auch müssen Sie Strafen von den Regulierungsbehörden und Finanzpartnern vermeiden.

Andererseits möchten Sie für eine bessere Nutzererfahrung als Ihre Wettbewerber sorgen. Das umfasst ein reibungsloses Onboarding, was nicht immer mit den detaillierten Datenerfassungsanforderungen vereinbar ist.

Um solche Hürden zu vermeiden, sollten Sie Daten phasenweise erheben und Ihren Nutzerinnen und Nutzern Felder bieten, die sich automatisch vervollständigen, wo immer dies möglich ist. Sie könnten beispielsweise erst nach den Steuerdaten Ihrer Verkäufer/innen oder Dienstleister/innen fragen, wenn diese den IRS-Meldegrenzwert überschreiten. Außerdem können Sie Felder mit Angaben wie dem rechtsgültigen Namen und der Anschrift vorausfüllen, sofern Sie diese Daten bereits erfasst haben.

2. Verschiedene Geldübertragungswege anbieten

Die Auszahlung Ihrer Nutzer/innen umfasst mehr als nur die Übertragung von Geld von A nach B. Sie müssen in der Lage sein, Dienstgebühren zu erheben, Gelder zwischen Verkäuferinnen und Verkäufern aufzuteilen und umzuleiten und die Kontrolle über den Zeitpunkt von Auszahlungen an das Bankkonto des Verkäufers/der Verkäuferin behalten.

Nehmen wir einmal an, Sie betreiben eine E-Commerce-Plattform und ein/e Kunde/Kundin kauft etwas bei einem Verkäufer/einer Verkäuferin im Wert von 50 $. Sie müssen sich über drei Akteure Gedanken machen: Ihre Plattform, Ihre Verkäufer/innen oder Dienstleister/innen und deren Käufer/innen oder Endnutzer/innen. Bevor Sie den Verkäufer/die Verkäuferin bezahlen, müssen Sie Ihre Plattformgebühr berechnen. Außerdem müssen Sie festlegen, wann und wie Sie den verbliebenen Betrag an Ihre/n Verkäufer/in übertragen. Übertragen Sie das Geld unverzüglich nach Erhalt der Waren oder Dienstleistungen oder aggregieren Sie die Gelder und zahlen wöchentlich aus? Haben Sie die korrekten Bankdaten zur Verfügung, um die Zahlung anzuweisen?

Sie müssen ebenfalls sicherstellen, dass Sie das Geld in rechtssicherer Form übertragen. Beispielsweise erfordern 46 Bundesstaaten der USA eigene Lizenzen für die Geldübertragung im Namen von Dritten. In Europa erfordern PSD2-Gesetze Lizenzen für Zahlungsvermittler. Wenn Sie von einer Regulierungsbehörde als Zahlungsüberträger oder Zahlungsvermittler eingestuft werden, jedoch keine entsprechende Lizenz besitzen, besteht das Risiko von Strafzahlungen oder sogar das einer angeordneten Schließung.

Je nach Geschäftsmodell sollten Sie verschiedene Geldübertragungswege unterstützen können, beispielsweise die folgenden:

  • One-to-one: Ein/e Kunde/Kundin muss bezahlen und ein/e Empfänger/in wird bezahlt (z. B. ein Carsharing-Dienst).
  • One-to-many: Eine Transaktion wird zwischen mehreren Verkäuferinnen und Verkäufern oder Empfängerinnen und Empfängern aufgeteilt (z. B. ein Einzelhandelsmarktplatz, bei dem ein/e Kunde/Kundin einen „Warenkorb“ mit Artikeln aus verschiedenen Online-Shops kauft).
  • Geldaufbewahrung: Eine Plattform nimmt Gelder von der Kundschaft an und bewahrt diese auf, bevor sie sie an die Empfänger/innen auszahlt (z. B. eine Ticket-Plattform, die die Empfänger/innen erst nach Stattfinden der Veranstaltung ausbezahlt).
  • Kontobelastung: Eine Plattform tätigt eine Abbuchung oder eine Transaktionsumkehr, um Gelder von seinen Verkäuferinnen und Verkäufern oder Dienstleisterinnen und Dienstleistern einzuziehen (z. B. eine E-Commerce-Plattform, die eine monatliche Lagerungsgebühr von seiner Geschäftskundschaft einzieht).
  • Abonnements: Eine Plattform ermöglicht es ihren Verkäuferinnen und Verkäufern, eine wiederkehrende Gebühr von der Kundschaft einzuziehen (z. B. eine SaaS-Plattform, die gemeinnützigen Organisationen wiederkehrende Spenden ermöglicht).

Über Stripe Connect können Plattformen und Marktplätze ihren Verkäuferinnen und Verkäufern, Dienstleisterinnen und Dienstleistern sowie Kundinnen und Kunden den Zahlungsvorgang erleichtern. Stripe Connect unterstützt das Onboarding und die Verifizierung, ermöglicht die Annahme von mehr als 135 Währungen und Dutzenden lokalen Zahlungsmethoden weltweit und verfügt über eine integrierte Betrugsvorbeugung. Zudem können Sie Nutzer/innen auszahlen und Geldströme nachverfolgen.

Weiterführende Informationen

Mit diesem Leitfaden haben Sie nun einen soliden Überblick über das Thema Online-Zahlungen und ihre Einrichtung gewonnen.

Er ist Teil einer ganzen Serie, in der wir die Grundlagen von Online-Zahlungen behandeln. In den weiteren Teilen geht es um andere wichtige Aspekte wie Präsenzzahlungen und regelmäßige Zahlungen sowie komplexere Themen wie Ablehnungen und Zahlungsmanagement.

In der Zwischenzeit finden Sie hier zudem weitere Inhalte zum Thema:

Alle Unternehmen, die Zahlungen annehmen

Online-Händler/innen

SaaS-Unternehmen

Plattformen und Marktplätze

Glossar zum Thema Zahlungen

In diesem Glossar finden Sie Definitionen zu gängigen Branchenbegriffen.

Acquirer (Händlerbank)

Acquirer, auch als Händlerbanken bezeichnet, verarbeiten im Auftrag von Händlern Kredit- und Debitkartenzahlungen und leiten diese über das jeweilige Kartennetzwerk an die Ausgabebank weiter.

Banküberweisungen

Dies kann sich entweder auf eine Lastschrift beziehen, bei der Sie die Bankdaten Ihrer Kundinnen und Kunden erfassen und Beträge von deren Konten abbuchen, oder auf eine Gutschrift, bei der Sie eine Verbindung zu den Bankkonten Ihrer Kunden herstellen und diese Geld an Sie überweisen.

Karteninhaber/in

Besitzer einer Kredit- oder Debitkarte.

Kartennetzwerke

Sie wickeln Transaktionen zwischen Händlerinnen/Händlern und Ausstellern ab und legen fest, wo Kreditkarten akzeptiert werden können. Zudem steuern sie die Netzwerkkosten. Beispiele hierfür sind Visa, Mastercard, Discover und American Express.

Rückbuchung

Eine Rückbuchung, auch als Streitfall bezeichnet, tritt ein, wenn Karteninhaber eine Zahlung bei ihrem Kartenaussteller anfechten. Im Rahmen des Rückbuchungsverfahrens obliegt es der Händlerin/dem Händler nachzuweisen, dass die Person, die den Kauf getätigt hat, der Inhaber der Karte ist und die Transaktion autorisiert hat.

Rückbuchungsgebühren

Vom Händler bzw. von der Händlerin zu tragende Gebühren für die Rückabwicklung einer Kartenzahlung durch die Acquirer-Bank.

Digital Wallet

Ermöglicht es Kundinnen und Kunden, Produkte oder Dienstleistungen elektronisch zu bezahlen, indem sie eine Karte oder ein Bankkonto verknüpfen oder Guthaben direkt in der App hinterlegen. Beispiele hierfür sind Apple Pay, Google Pay, Alipay und WeChat.

Streitfälle

Siehe Eintrag „Rückbuchung“.

Vier-Parteien-System

Bezeichnet die vier an der Zahlungsabwicklung beteiligten Akteure: Karteninhaber/innen, Händler/innen, Acquirer und ausstellende Bank.

Betrug

Jede betrügerische oder rechtswidrige Transaktion. Dies geschieht in der Regel, wenn jemand eine Kartennummer oder Daten eines Girokontos gestohlen hat und diese Informationen nutzt, um eine nicht autorisierte Transaktion durchzuführen.

Interbankenentgelt

Eine Gebühr, die an die ausstellende Bank für die Abwicklung einer Kartenzahlung gezahlt wird.

Ausstellende Bank

Die Bank, die Kredit- und Debitkarten an Verbraucher ausstellt.

Händlerkategoriecode (MCC)

Eine vierstellige Nummer, die zur Klassifizierung eines Unternehmens nach der Art der von ihm angebotenen Waren oder Dienstleistungen dient.

Netzwerkakzeptanz

Der Prozentsatz der Transaktionen, die von der ausstellenden Bank akzeptiert oder abgelehnt werden. Eine Ablehnung kann aufgrund veralteter Zugangsdaten, eines Betrugsverdachts oder unzureichender Deckung erfolgen.

Netzwerkkosten

Die Summe aus Interbankenentgelten und Kartenorganisationsgebühren.

Zahlungsvermittler

Früher war es für die Integration von Zahlungsfunktionen erforderlich, dass sich eine Plattform oder ein Marktplatz bei den Kartennetzwerken als Zahlungsvermittler (oder „Payfac“) registrieren ließ und diesen Status aufrechterhielt, da man davon ausging, dass dadurch der Geldfluss zwischen Käuferinnen/Käufern und Verkäuferinnen/Verkäufern gesteuert werde. Heutzutage ist es einfach, die von den meisten Plattformen und Marktplätzen benötigten Zahlungsfunktionen zu integrieren, ohne selbst als Zahlungsvermittler auftreten zu müssen.

Zahlungsgateway

Eine Software, die Kreditkartendaten auf dem Server eines Händlers/einer Händlerin verschlüsselt und an den Acquirer übermittelt. Gateway-Dienste und Acquirer sind häufig ein und dasselbe Unternehmen.

Zahlungsmethode

Die Art und Weise, wie ein/e Verbraucher/in für Waren oder Dienstleistungen bezahlt. Zu den Zahlungsmethoden zählen Banküberweisungen, Kredit- oder Debitkarten sowie Digital Wallets.

Zahlungsabwickler

Ermöglicht die Kreditkartentransaktion, indem er Zahlungsinformationen zwischen der/dem Händler/in, der ausstellenden Bank und dem Acquirer übermittelt. Der Zahlungsabwickler erhält die Zahlungsdaten in der Regel von einem Zahlungsgateway.

PCI-Datensicherheitsstandards (PCI DSS)

Ein Standard für die Informationssicherheit, der für alle Stellen gilt, die an der Speicherung, Verarbeitung oder Übertragung von Karteninhaberdaten und/oder sensiblen Authentifizierungsdaten beteiligt sind.

Kartenorganisationsgebühren

Vom Kartennetzwerk erhobene Gebühren. Für eine einzelne Transaktion können mehrere Netzwerksgebühren anfallen, wie beispielsweise Autorisierungsgebühren oder Servicegebühren.

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Dokumentation zu Payments

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