Eine der ersten wichtigen Entscheidungen, die Sie als Unternehmer/in treffen müssen, betrifft die Frage, ob Sie eine Kapitalgesellschaft für Ihr Unternehmen gründen sollen. Die Gründung einer Kapitalgesellschaft bietet zwar mehrere Vorteile, zum Beispiel den Schutz vor persönlicher Haftung und mögliche Steuervorteile, doch sie ist nicht kostenlos. In den USA geben kleine Unternehmen im Durchschnitt 11 % ihres Budgets für Betriebskosten wie die Gründung einer Kapitalgesellschaft aus. In der Anfangsphase eines Unternehmens zählt jede Ausgabe. Daher ist es wichtig, die Kosten einer Kapitalgesellschaftsgründung zu berücksichtigen, bevor Sie sich für die beste Lösung für Ihr Unternehmen entscheiden.
Dieser Leitfaden befasst sich mit den Kosten, die mit der Gründung einer Kapitalgesellschaft verbunden sind, und mit den besten Möglichkeiten, bei dieser Gründung Kosten zu sparen. Nachfolgend erfahren Sie, was Sie dazu wissen müssen.
Worum geht es in diesem Artikel?
- So gründen Sie eine Kapitalgesellschaft
- Wie hoch sind die Kosten für eine Kapitalgesellschaftsgründung?
- So sparen Sie bei einer Kapitalgesellschaftsgründung Geld
So gründen Sie eine Kapitalgesellschaft
Die Kapitalgesellschaftsgründung eines Unternehmens besteht in der Gründung einer juristischen Person, die unabhängig von den Geschäftsinhaberinnen und Geschäftsinhabern ist. Nachfolgend sind die Schritte zur Kapitalgesellschaftsgründung Ihres Unternehmens beschrieben:
Wählen Sie einen Unternehmensnamen: Stellen Sie sicher, dass der Name verfügbar ist und den örtlichen Vorschriften entspricht.
Entscheiden Sie, wo Sie eine Kapitalgesellschaft gründen möchten: Bestimmen Sie den Ort, an dem Sie gründen möchten. Für US-Unternehmen kann dies ihr eigener Bundesstaat oder ein anderer Bundesstaat mit günstigen Wirtschaftsgesetzen sein.
Wählen Sie eine Unternehmensstruktur: Die gängigsten Unternehmenstypen sind C-Corporations, S-Corporations, B-Corporations und Limited Liability Companies (LLCs). Jede Struktur hat unterschiedliche rechtliche und steuerliche Auswirkungen.
Reichen Sie die notwendigen Unterlagen ein: Dazu gehört in der Regel die Einreichung der Gründungsurkunde bei der zuständigen Regierungsbehörde.
Erstellen Sie eine Unternehmenssatzung: Gesellschaftssatzungen sind interne Regeln und Verfahren für die Leitung Ihrer Corporation, für LLCs sind sie jedoch nicht erforderlich.
Ernennen Sie Geschäftsführer/innen (für Corporations) oder Manager/innen (für LLCs): Diese Personen sind für die Aufsicht über Ihr Unternehmen verantwortlich.
Beschaffen Sie die erforderlichen Lizenzen und Genehmigungen: Je nach Branche und Standort benötigen Sie möglicherweise bestimmte Lizenzen und Genehmigungen, um Ihre Geschäftstätigkeit rechtmäßig auszuüben.
Eröffnen Sie ein Geschäftsbankkonto: Trennen Sie Ihre geschäftlichen Finanzen von Ihren privaten Finanzen und eröffnen Sie ein Geschäftsbankkonto.
Wie hoch sind die Kosten für eine Kapitalgesellschaftsgründung?
Die Kosten für die Kapitalgesellschaftsgründung eines Unternehmens hängen unter anderem davon ab, wo Sie eine Kapitalgesellschaft gründen, wie komplex Ihre Unternehmensstruktur ist und welche Dienstleistungen Sie während des Verfahrens in Anspruch nehmen. Nachfolgend sind einige Kosten aufgeführt, die üblicherweise mit der Gründung verbunden sind:
Gebühren für die Einreichung: An den meisten Orten wird eine Grundgebühr für die Einreichung der Gründungsurkunde, in den USA zwischen 50 USD und 300 USD, erhoben.
Gebühr für die Reservierung des Gesellschaftsnamens: Wenn Sie Ihren Gesellschaftsnamen vor der Einreichung reservieren möchten, müssen Sie wahrscheinlich eine zusätzliche Gebühr bezahlen.
Jährliche Einreichungsgebühr: Unternehmen mit eigener Rechtspersönlichkeit müssen in der Regel eine jährliche Anmeldegebühr entrichten, deren Kosten von den lokalen Behörden festgelegt werden.
Franchise-Steuern: Einige Bundesstaaten verlangen die Vorauszahlung von Franchise-Steuern bei der Gründung.
Anwaltskosten: Die Beauftragung einer Anwältin oder eines Anwalts, die bzw. der Sie bei der Gründung unterstützt, kann Ihnen zwar wichtige rechtliche Beratung bieten, erhöht aber die Gesamtkosten erheblich. Die Anwaltskanzleien legen ihre Honorare selbst fest.
Gebühren für eine eingetragene Vertreterin oder einen eingetragenen Vertreter: Einige eingetragene Unternehmen benötigen eine registrierte Vertreterin oder einen registrierten Vertreter, d. h. eine Einzelperson oder einen Service mit einer physischen Adresse, der während der Geschäftszeiten Geschäftsunterlagen entgegennehmen kann. Verschiedene Vertreter/innen und Vertretungsdienste berechnen unterschiedliche Gebühren.
So sparen Sie bei einer Kapitalgesellschaftsgründung Geld
Auch wenn einige Gründungskosten unvermeidlich sind, können Sie die Kosten für Ihr Unternehmen senken, indem Sie so viel wie möglich selbst erledigen und bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Im Folgenden finden Sie einige wichtige Strategien, um Geld zu sparen:
DIY-Gründung: Wenn Ihre Unternehmensstruktur übersichtlich ist und Sie mit den Formalitäten gut zurechtkommen, können Sie Hunderte oder sogar Tausende von Dollar an Anwaltskosten sparen, wenn Sie die Gründungsunterlagen selbst einreichen. Online-Ressourcen und -Leitfäden sind verfügbar, um Ihnen bei diesem Vorgang zu helfen.
Vergleichen Sie die Dienstleistungen einer registrierten Vertreterin oder eines registrierten Vertreters: Die Gebühren für eine registrierte Vertreterin oder einen registrierten Vertreter sind von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Vergleichen Sie die Preise und Leistungen verschiedener Unternehmen, um das beste Angebot für Ihre Bedürfnisse zu finden.
Erwägen Sie die Gründung einer LLC: Limited Liability Companies (LLCs) sind oft einfacher und kostengünstiger zu gründen als Corporations, was sie zu einer kostengünstigen Option für kleine Unternehmen macht.
Wählen Sie den richtigen Standort: Einige Standorte bieten niedrigere Einreichungsgebühren und Franchise-Steuern als andere. Erkundigen Sie sich nach verschiedenen Orten, um herauszufinden, welche für Ihre Branche und Ihr Budget das günstigste Geschäftsumfeld bieten. Delaware ist in den USA eine beliebte Wahl, zum Beispiel wegen seiner unternehmensfreundlichen Gesetze und niedrigen Gebühren.
Nutzen Sie die Vorteile von Online-Rechtsberatungen: Online-Rechtsberatungen bieten erschwingliche Pakete an, die Sie durch den Gründungsvorgang leiten und Vorlagen für die erforderlichen Dokumente bereitstellen können. Einige bieten sogar Rabatte und Sonderangebote für Neukunden/Neukundinnen an. Dies kann günstiger sein als die Beauftragung einer Rechtsanwältin oder eines Rechtsanwalts.
Verhandeln Sie über Honorare: Wenn Sie eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt oder eine Buchhalterin oder einen Buchhalter beauftragen müssen, verhandeln Sie ruhig über deren bzw. dessen Honorar. Einige Fachleute bieten Rabatte für Start-ups oder kleine Unternehmen an.
Planen Sie die laufenden Kosten ein: Auch wenn es wichtig ist, bei den anfänglichen Gründungskosten zu sparen, sollten Sie auch die laufenden Kosten einplanen, wie beispielsweise die Gebühren für den Jahresbericht, die Franchise-Steuern und die Gebühren für die eingetragene Vertreterin oder den eingetragenen Vertreter.
Angels und andere Arten von Investorinnen und Investoren – ein Vergleich
Bevor Sie sich um eine Finanzierung durch Angels bemühen, sollten Sie sich mit anderen Arten von Start-up-Investorinnen und -Investoren vertraut machen. Hier finden Sie einen Überblick über die Investitionsmöglichkeiten:
Venture Capitalists (VCs): VCs sind Unternehmen oder Einzelpersonen, die in Start-ups mit starkem Wachstumspotenzial investieren, in der Regel im Austausch gegen Anteile. Im Gegensatz zu Angel-Investorinnen und -Investoren investieren sie in der Regel in den späteren Phasen der Entwicklung eines Start-ups, nachdem das Unternehmen eine gewisse Markttraktion gezeigt hat. VCs investieren größere Geldsummen als Angel-Investorinnen und -Investoren und beeinflussen die Ausrichtung des Unternehmens normalerweise stärker. Sie streben erhebliche Renditen an und verfolgen in der Regel einen aggressiveren Ansatz, um das Geschäft zu skalieren und innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens einen Ausstieg zu erreichen.
Seed-Fonds: Dabei handelt es sich um spezialisierte VC-Fonds, die sich auf Frühphaseninvestitionen konzentrieren, oft vor Angel-Investitionen und größeren VC-Runden. Sie investieren in Start-ups, die das Konzeptstadium hinter sich gelassen haben und ein Minimum Viable Product (MVP) oder eine gewisse anfängliche Traktion aufweisen.
Inkubatoren und Accelerators: Diese Programme unterstützen junge Unternehmen durch Schulungen, Mentoring und Finanzierung. Inkubatoren konzentrieren sich meist auf die anfängliche Entwicklungsphase und helfen Gründerinnen und Gründern dabei, Ideen in ein tragfähiges Unternehmen zu verwandeln. Accelerators hingegen zielen darauf ab, das Wachstum bestehender Unternehmen über einen kurzen Zeitraum schnell zu steigern.
Unternehmensinvestoren: Einige Unternehmen investieren in Start-ups, um Zugang zu innovativen Technologien zu erhalten, neue Märkte zu erschließen oder strategische Partnerschaften zu pflegen. Diese Investoren können wichtige Ressourcen bieten, streben aber möglicherweise mehr als nur finanzielle Rendite an, wie z. B. eine Beteiligung an der Technologie oder die Kontrolle über die Ausrichtung des Unternehmens.
Crowdfunding: Dabei werden kleine Geldbeträge von einer großen Anzahl von Personen gesammelt, in der Regel über Online-Plattformen. Crowdfunding kann eine gute Option für Start-ups sein, die ihr Produkt einem breiten Publikum vorstellen, mit potenziellen Kundinnen und Kunden in Kontakt treten und Geld beschaffen möchten, ohne Anteile aufzugeben oder Schulden aufzunehmen.
Staatliche Fördermittel und Subventionen: In einigen Branchen – insbesondere im Zusammenhang mit wissenschaftlicher Forschung, sauberen Technologien oder sozialen Auswirkungen – können staatliche Fördermittel und Subventionen erhebliche Finanzmittel liefern, ohne das Eigenkapital zu verwässern.
Peer-to-Peer-Kredite und Fremdfinanzierung: Die Fremdfinanzierung umfasst Kredite von Finanzinstituten oder Peer-to-Peer-Kreditplattformen. Diese Art der Finanzierung ist für Start-ups in der Frühphase in der Regel schwieriger zu sichern. Außerdem muss ein Start-up den Kredit dabei mit Zinsen zurückzahlen, allerdings ohne Verwässerung der Eigentumsverhältnisse.
Family Offices: Vermögende Familien haben oft private Vermögensverwaltungsberatungen, so genannte Family Offices, die direkt in Start-ups investieren. Diese Investoren können erhebliche Finanzmittel bereitstellen und sind im Vergleich zu traditionellen VCs möglicherweise an längerfristigen Investitionen interessiert.
Angel-Gruppen und Syndikate: Im Gegensatz zu einzelnen Angel-Investorinnen und -Investoren bündeln Angel-Gruppen oder Syndikate Ressourcen, um in Start-ups zu investieren. Diese Gruppen können größere Kapitalsummen bereitstellen und das Know-how und die Netzwerke mehrerer Investorinnen und Investoren kombinieren.
Jeder Investorentyp bringt unterschiedliche Vorteile, Erwartungen und Beteiligungsgrade mit sich. Start-ups sollten ihr Entwicklungsstadium, ihre Branche, ihren Finanzierungsbedarf und die Art der strategischen Beziehungen, die sie pflegen möchten, sorgfältig abwägen, bevor sie sich entscheiden, welchen Investorentyp sie ansprechen möchten.
Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.