Zum Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens gehört die Einrichtung eines Zahlungssystems, das jederzeit und überall Zahlungen von Kundinnen und Kunden annehmen und Verkäufe abwickeln kann. Aber was passiert mit den Verkäufen, wenn Sie keinen Zugang zu Ihren üblichen Terminals zur Zahlungsverarbeitung haben?
Virtuelle Terminals sind eine beliebte Antwort auf dieses Problem. Für die meisten Unternehmen ist ein virtuelles Terminal kein standardmäßiger Teil ihres Zahlungsarsenals, kann aber ein wichtiger sein. Die Beliebtheit virtueller Terminals wächst: Bis 2029 soll der globale Markt für virtuelle Zahlungsterminals voraussichtlich 118,31 Milliarden USD erreichen.
Im Folgenden erklären wir, was ein virtuelles Terminal ist, wie es funktioniert, warum Sie es eventuell brauchen und was Stripe-Nutzer/innen über die Einrichtung eines solchen Terminals wissen sollten.
Worum geht es in diesem Artikel?
- Was ist ein virtuelles Terminal?
- Wie funktionieren virtuelle Terminals?
- Welche Arten von Unternehmen nutzen virtuelle Terminals?
- Vorteile und Nachteile der Nutzung virtueller Terminals
- Hat Stripe ein virtuelles Terminal im Angebot?
- So kann Stripe Payments Sie unterstützen
Was ist ein virtuelles Terminal?
Virtuelle Terminals nutzen webbasierte Software und geben Ihnen die Möglichkeit, Zahlungen elektronisch abzuwickeln – ohne ein physisches Point-of-Sale-Terminal (POS) zu verwenden. Selbst für Unternehmen, die normalerweise POS-Terminals nutzen, bieten virtuelle Terminals eine weitere Möglichkeit, Kundentransaktionen aus verschiedenen Quellen abzuwickeln, wenn herkömmliche Zahlungsterminals nicht verfügbar sind. Virtuelle Terminals werden häufig für Mail-Order/Telephone-Order-Zahlungen (auch MOTO-Zahlungen oder Mail-Request/Phone-Request-Transaktionen genannt) verwendet, wenn die Kundin oder der Kunde und ihre bzw. seine Karte beim Kauf nicht physisch vorhanden sind. Unternehmen haben auch die Möglichkeit, ein virtuelles Terminal und ein physisches Kartenlesegerät gemeinsam zu nutzen. So entsteht eine einheitliche Plattform, auf der Unternehmen MOTO-Zahlungen und sichere persönliche Transaktionen über dasselbe Dashboard und dasselbe Händlerkonto abwickeln können.
Unternehmen können ein virtuelles Terminal einrichten, indem sie einen Zahlungsdienstleister auswählen, der ihren Anforderungen entspricht, und ein Händlerkonto beantragen. Sobald ein Händlerkonto genehmigt wurde, kann das Unternehmen beim Zahlungsdienstleister den Zugang zum virtuellen Terminal anfragen. Anschließend kann das Unternehmen seine Einstellungen festlegen, z. B. die akzeptierten Kartentypen und die Zustellung von Zahlungsbelegen, und mit der Abwicklung von Zahlungen beginnen.
Im E-Commerce wird ein virtuelles Terminal manchmal mit einem Zahlungsgateway verwechselt, aber das ist nicht dasselbe. Ein virtuelles Terminal, das häufig auf Zahlungsgateways aufsetzt, ist eine browserbasierte Oberfläche, die es einem Unternehmen ermöglicht, die Zahlungsangaben einer Kundin oder eines Kunden manuell einzugeben – in der Regel für MOTO-Zahlungen, bei denen die Kundin oder der Kunde nicht physisch anwesend ist. Ein Zahlungsgateway ist die zugrunde liegende technische Infrastruktur, die Zahlungsdaten sicher zwischen dem Händler, der Händlerbank und den Kartennetzwerken überträgt. Das virtuelle Terminal ist das Frontend-Tool, mit dem der Händler interagiert, während das Zahlungsgateway die Backend-Technologie ist, die die Transaktion antreibt.
Wie funktioniert ein virtuelles Terminal?
Unternehmen können virtuelle Terminals nutzen, um Zahlungen von Kundinnen und Kunden per Telefon, E-Mail, Fax oder persönlich über ein internetfähiges Gerät wie einen Laptop, ein Tablet oder ein Smartphone zu akzeptieren. Die meisten virtuellen Terminals akzeptieren Kredit- und Debitkarten sowie ACH-Zahlungen. Im Gegensatz zu persönlichen Transaktionen mit einem Kartenlesegerät erfordern virtuelle Terminals, dass der Händler die Transaktions- und Zahlungsinformationen manuell eingibt. Dieser manuelle Eingabeprozess ist von Natur aus weniger sicher als andere Methoden, daher ist es wichtig, sich des Risikos von Betrug oder Rückbuchungen bewusst zu sein.
Virtuelle Terminals können auch Rückerstattungen verarbeiten. In der Regel wird diese Option im Dashboard des virtuellen Terminals neben der ursprünglichen Transaktion im Zahlungsverlauf angeboten, ohne dass die Kartenangaben der Kundin oder des Kunden erneut eingegeben werden müssen.
Welche Arten von Unternehmen nutzen virtuelle Terminals?
Für die meisten Unternehmen, die Zahlungen von Kundinnen und Kunden annehmen, ist ein virtuelles Terminal von Vorteil. Selbst wenn Sie es nicht häufig verwenden, bedeutet ein virtuelles Terminal als Teil Ihrer gesamten Zahlungseinrichtung, dass Sie die Bearbeitung einer unerwarteten Transaktion nicht verzögern müssen. Für viele Unternehmen sind virtuelle Terminals die ideale Lösung für das Tagesgeschäft. Einige Beispiele:
Restaurants
Für Restaurants und Gastronomiebetriebe ist es durchaus üblich, Bestellungen von Kundinnen und Kunden online, per Telefon und persönlich entgegenzunehmen – und das alles innerhalb von Minuten. Virtuelle Terminals können ein wichtiges Element innerhalb des gesamten Zahlungssystems eines Restaurants sein, das für die Verarbeitung von Transaktionen aus einer Vielzahl von Quellen eingerichtet ist.Einzelhändler
Auch Einzelhandelsgeschäfte, die ihre Produkte in verschiedenen Umgebungen verkaufen, können von virtuellen Terminals profitieren. Wenn Sie zum Beispiel handgefertigte Keramik verkaufen und ein stationäres Ladengeschäft besitzen, aber auch regelmäßig auf Kunsthandwerksmessen oder informell an Bekannte verkaufen, können Sie mit einem virtuellen Terminal überall Zahlungen abwickeln.Freiberuflich Tätige und Berater/innen
Wenn Sie freiberuflich oder in der Beratung tätig sind und Ihre Kundschaft nur selten persönlich treffen (z. B. Autoren und Autorinnen, Designer/innen, Buchhalter/innen und viele andere), können Sie mit einem virtuellen Terminal problemlos Zahlungen annehmen, ohne in physische POS-Terminals und Kartenlesegeräte investieren zu müssen, die Sie vielleicht gar nicht benötigen.
Vorteile und Nachteile der Nutzung virtueller Terminals
Es liegt auf der Hand, dass es Vorteile hat, Transaktionen von Kundinnen und Kunden jederzeit und überall abwickeln zu können. Es birgt aber auch Risiken in sich. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die Vor- und Nachteile der Verwendung eines virtuellen Terminals für die Zahlungsabwicklung:
Vorteile
Komfort und Flexibilität
Virtuelle Terminals funktionieren auf jedem Gerät mit einem Internetbrowser und können in fast jeder Umgebung eingesetzt werden, um Zahlungen aus verschiedenen Quellen zu akzeptieren – in Person, telefonisch, per E-Mail oder sogar per Post. Da die meisten Menschen ihr Smartphone fast immer bei sich haben, sind virtuelle Terminals bequem zugänglich.Verkäufe sichern, die sonst verloren gehen könnten
Der größte Vorteil virtueller Terminals besteht darin, dass Inhaber/innen (oder beauftragte Mitarbeiter/innen) eine Transaktion auch dann problemlos abwickeln können, wenn sie sich nicht in der Nähe des physischen oder Online-Zahlungsterminals des Unternehmens befinden. So entgeht Ihrem Unternehmen kein Umsatz, weil eine Zahlung nicht abgewickelt werden kann – ein potenzieller Verlust nicht nur für den Umsatz, sondern auch für den Customer Lifetime Value (LTV).Schnell starten mit geringen Einrichtungskosten
Virtuelle Terminals erfordern keine spezielle Hardware, keine Softwareinstallation und keinen langwierigen Beschaffungsprozess. Ein Händler kann sich bei einem Anbieter registrieren und noch am selben Tag über jeden Browser mit der Annahme von Zahlungen beginnen. Die niedrige Einstiegshürde bedeutet minimale Vorabinvestitionen, da keine POS-Hardware gekauft oder geleast werden muss.Manuelle Fehler reduzieren
Moderne virtuelle Terminals verfügen in der Regel über integrierte Validierungstools, wie z. B. Echtzeit-Kartennummernprüfungen, den Address Verification Service (AVS) und die Prüfung des Card Verification Value (CVV), die Fehler bei der Eingabe erkennen, bevor eine Transaktion abgesendet wird. Dadurch kann die Wahrscheinlichkeit fehlgeschlagener Zahlungen aufgrund manueller Fehler verringert werden.
Nachteile
Sicherheitsbedenken
Das Hauptargument gegen virtuelle Terminals ist ihr geringeres Sicherheitsniveau. Bei persönlichen Kartenzahlungen mit einem Kartenlesegerät überträgt das Kartenlesegerät die Karteninformationen sicher an das POS des Händlers und dann weiter an den Zahlungsabwickler. Bei Zahlungen, die manuell über ein virtuelles Terminal vorgenommen werden, gibt der Händler die Zahlungsangaben ein, was von Natur aus weniger sicher ist als andere Zahlungsmethoden. Diese Methode birgt das Risiko von Betrug oder Rückbuchungen sowie schwächere Mechanismen zur Kundenauthentifizierung.Abhängigkeit von Internet und Erreichbarkeit des Systems
Virtuelle Terminals sind auf eine stabile Internetverbindung und die Verfügbarkeit der Server des Anbieters angewiesen, was bedeutet, dass ein Ausfall – ob durch ein lokales Netzwerkproblem oder eine plattformweite Störung – die Zahlungsabwicklung zum Stillstand bringen kann.Nicht ideal für umsatzstarken Einzelhandel
Virtuelle Terminals sind in erster Linie für die manuelle Zahlungseingabe konzipiert, was sie für Situationen mit hohem Transaktionsvolumen, bei denen die Geschwindigkeit am Point of Sale entscheidend ist, weniger geeignet macht. Unternehmen, die täglich Hunderte von Transaktionen abwickeln, sind häufig mit dedizierten POS-Systemen besser bedient.
Hat Stripe ein virtuelles Terminal im Angebot?
Unternehmen, die Stripe nutzen, können ein virtuelles Terminal zu ihrer Stripe-Plattform hinzufügen. Es gehört jedoch nicht zu den Standardlösungen von Stripe, hauptsächlich weil es die Einhaltung unserer strengen Standards für Sicherheit und PCI-DSS-Konformität erschwert.
Das Hinzufügen eines virtuellen Terminals zu Ihrem Stripe-Konto erfordert eine API, die wir für Sie einrichten können. Nachdem Sie Ihr virtuelles Terminal erstellt haben, können Sie von jedem Browser aus über Ihr Stripe-Dashboard darauf zugreifen. Unser Ziel ist dabei, einem Unternehmen die Möglichkeit zu geben, jederzeit und überall Zahlungen annehmen zu können, und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Zahlungen möglichst sicher abgewickelt werden. Um ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten, sollten Zahlungen mit virtuellen Terminals als nützliche, aber seltene Alternative für die Annahme von Zahlungen per E-Mail, Fax oder Telefon betrachtet werden.
So kann Stripe Payments Sie unterstützen
Mit Stripe Payments können Unternehmen mehr als 125 Zahlungsmethoden einrichten und akzeptieren, einschließlich ACH-Überweisungen. Stripe Payments bietet eine einheitliche, globale Zahlungslösung, mit der jedes Unternehmen – von skalierenden Start-ups bis hin zu globalen Unternehmen – online, physisch und weltweit Zahlungen akzeptieren kann.
Stripe Payments ermöglicht Ihnen Folgendes:
Zahlungen automatisch abgleichen: Mit einer automatischen Abgleichs-Engine, die virtuelle Bankkonten für alle Kundinnen und Kunden sowie Tools zur Fehlerbehebung verwendet, können Sie ACH-Überweisungen ganz einfach mit einer bestimmten Zahlung oder Rechnung abgleichen.
Rückerstattungen vereinfachen: Nehmen Sie Rückerstattungen vor oder senden Sie zu viel gezahlte Gelder an die Kundin oder den Kunden zurück.
Ihren Bezahlvorgang optimieren: Schaffen Sie ein reibungsloses Kundenerlebnis und sparen Sie Tausende von Entwicklungsstunden mit vorgefertigten Zahlungs-Nutzeroberflächen und Link, einer von Stripe entwickelten Digital Wallet.
Neue Märkte schneller erschließen: Erreichen Sie Kundinnen und Kunden weltweit und reduzieren Sie die Komplexität und Kosten der Verwaltung mehrerer Währungen mit grenzüberschreitenden Zahlungsoptionen, die in 195 Ländern und über 135 Währungen verfügbar sind.
Vereinheitlichen Sie Online- und Vor-Ort-Zahlungen: Schaffen Sie Unified Commerce über Online- und Vor-Ort-Kanäle hinweg, um Interaktionen zu personalisieren, Treue zu belohnen und Ihren Umsatz zu steigern.
Verbessern Sie die Zahlungsperformance: Steigern Sie Ihren Umsatz mit einer Reihe anpassbarer, einfach zu konfigurierender Zahlungstools, darunter No-Code-Betrugsvorbeugung und erweiterte Funktionen zur Verbesserung der Autorisierungsquoten.
Schnelleres Wachstum dank einer flexiblen, zuverlässigen Plattform: Bauen Sie auf einer Plattform auf, die mit Ihnen mitwächst, mit einer historischen Erreichbarkeit von 99,999 % und branchenführender Zuverlässigkeit.
Erfahren Sie mehr darüber, wie Stripe Payments Sie bei Online- und Vor-Ort-Zahlungen unterstützen kann oder starten Sie noch heute.
Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.