Wenn Sie schon einmal einen Einkauf getätigt haben, indem Sie Ihre Kredit- oder Debitkarte in das Lesegerät eingesteckt haben, statt den Magnetstreifen durchzuziehen, dann wissen Sie bereits, wie EMV-Chipkarten verwendet werden. Wenn Sie ein Unternehmen betreiben, das persönliche Kartenzahlungen von Kundinnen und Kunden annimmt, akzeptiert Ihr Kartenlesegerät wahrscheinlich bereits diese Chipzahlungen. Aber selbst wenn Sie diese Methode schon seit Jahren verwenden, wissen Sie vielleicht nicht genau, was EMV-Chipkarten sind, wie sie funktionieren und warum sich diese Zahlungstechnologie in den letzten zehn Jahren weltweit als neuer Branchenstandard durchgesetzt hat.
EMV-Chipkarten dominieren in der Welt der Kartenzahlungen. EMVCo, die Organisation, die die EMV-Technologie pflegt, berichtete im Jahr 2024, dass 96,2 % der Transaktionen EMV-Chips nutzten.
Im Folgenden erfahren Sie, was Unternehmen über EMV wissen sollten, die Kartentechnologie, die die Messlatte für sichere Zahlungen höher gelegt hat – einschließlich ihrer Funktionsweise und warum sie deutlich sicherer ist als herkömmliche Kartenzahlungen mit Magnetstreifen.
Worum geht es in diesem Artikel?
- Was ist EMV und wofür steht es?
- Was sind EMV-Chipkarten?
- EMV-Zahlungen als Unternehmen akzeptieren
- Wie funktioniert die EMV-Technologie?
- Wie funktionieren EMV-Kartenlesegeräte?
- Kontaktlose EMV-Kartenzahlungen
- Sind EMV-Chipkartenzahlungen sicher?
- Verwendung von EMV-Chipkarten
- So kann Stripe Payments Sie unterstützen
Was ist EMV und wofür steht es?
EMV steht für Europay, Visa und Mastercard, die Kreditkartenunternehmen, die bei der Entwicklung und allgemeinen Einführung der Chiptechnologie eine Vorreiterrolle gespielt haben.
EMV ist eine Zahlungstechnologie, bei der ein winziger, leistungsfähiger Chip in die Kredit- und Debitkarten integriert wird, um Kartentransaktionen sicherer zu machen. Sie wurde Mitte der 1990er Jahre entwickelt und hat sich seitdem zum Standard für sichere Kartenzahlungen entwickelt. Die EMV-Technologie wird von einer Organisation namens EMVCo überwacht, zu deren Mitgliedern große Kreditkartenunternehmen wie Mastercard, Visa, American Express, Discover, JCB und UnionPay gehören.
Was sind EMV-Chipkarten?
EMV-Chipkarten sind Kredit- und Debitkarten, die mit einem kleinen Computerchip ausgestattet sind. Über diesen Chip werden die Zahlungsdaten bei einer Transaktion an das Kartenlesegerät übertragen, nicht über den herkömmlichen Magnetstreifen auf der Rückseite der Karte. Auch wenn der EMV-Chip Transaktionen ohne Hilfe des Magnetstreifens abwickelt, sind Chipkarten in der Regel immer noch mit einem Magnetstreifen ausgestattet.
Es gibt zwei verschiedene Arten von EMV-Chipkarten:
Chip und PIN
Bei diesen Karten, die als die sicherere Variante gelten, müssen die Karteninhaber/innen eine PIN-Nummer erstellen und diese am Point of Sale (POS) eingeben, um die Transaktion zu authentifizieren. Ohne die PIN-Nummer kann die Zahlung nicht durchgeführt werden.Chip und Unterschrift
Bei diesen Karten müssen die Karteninhaber/innen bei jeder Transaktion eine Unterschrift leisten, um ihre Identität zu bestätigen.
Ursprünglich war bei beiden Arten von EMV-Chipkarten bei jeder Transaktion die Unterschrift der Karteninhaberin/des Karteninhabers erforderlich, was aber im Laufe der Zeit seltener geworden ist. Manche Unternehmen verlangen zwar nach wie vor eine Kundenunterschrift, aber die Kreditkartenunternehmen haben genügend zusätzliche Maßnahmen zum Schutz vor Betrug getroffen, weshalb dieser Schritt nicht mehr so wichtig ist wie früher. Hier finden Sie eine Liste beliebter Kartenaussteller mit der Angabe, ob ihre Karten mit Chip und PIN oder mit Chip und Unterschrift funktionieren.
Trotz ihrer weiten Verbreitung ist die EMV-Technologie noch relativ neu. Als EMV-Chipkarten um 2011 in den USA an Popularität gewannen, waren sie in ganz Europa bereits Standard. Die Akzeptanz in den USA gewann 2015 an Dynamik, als große Kartennetzwerke Richtlinien einführten, die Unternehmen, die EMV-Optionen anbieten, vor finanziellen Verlusten bei bestimmten Arten von betrügerischen Transaktionen schützten.
Im Jahr 2024 wurden 93,51 % der Card-Present-Transaktionen in den USA mit EMV-Chip durchgeführt, eine Steigerung im Vergleich mit den 90,90 % im Jahr 2023.
EMV-Zahlungen als Unternehmen akzeptieren
Die meisten modernen Kartenlesegeräte sind für EMV-Chipzahlungen ausgerüstet. Sofern Sie nicht mit einem viel älteren POS-System oder Kartenlesegerät arbeiten, brauchen Sie wahrscheinlich keine zusätzlichen Schritte zu unternehmen, um EMV-Chipkartenzahlungen von ihrer Kundschaft zu akzeptieren. Der Stripe Reader M2, das neueste Modell des Kartenlesegeräts für Stripe-Nutzer/innen, ist EMV-zertifiziert kann sofort für EMV-Chip-, kontaktlose und Magnetstreifen-Zahlungen eingesetzt werden.
Wenn Sie EMV-Zahlungen von Ihrer Kundschaft akzeptieren möchten und derzeit kein Kartenlesegerät haben – vielleicht verarbeiten Sie Kartenzahlungen manuell oder Sie waren bisher ausschließlich online tätig –, müssen Sie sich an Ihren Zahlungsabwickler wenden und ihn fragen, welche Kartenlesegeräte Sie einsetzen sollten. Wenn Sie noch keinen Zahlungsabwickler haben, der persönliche Kartenzahlungen unterstützt, können Sie sich hier für Stripe anmelden.
Wie funktioniert die EMV-Technologie?
EMV-Chips sind um deutlich sicherer als die Magnetstreifen auf den Karten, vor allem deshalb, weil sie während einer Transaktion nicht die echte Kartennummer übertragen. Stattdessen erzeugen sie bei jedem Kauf einen einmaligen Code und senden diesen an das Kartenlesegerät des Unternehmens – eine radikale Abkehr vom Mechanismus der Magnetstreifentransaktionen, bei denen die Kartennummer selbst auf dem Streifen vorhanden ist und bei jeder Transaktion an das Kartenlesegerät übertragen wird.
Die von EMV-Karten generierten Codes können nicht vervielfältigt, nur einmal verwendet und kaum gefälscht werden, wodurch EMV-Karten vor den Sicherheitslücken geschützt sind, die bei Zahlungen mit Magnetstreifen auftreten.
Wie funktionieren EMV-Kartenlesegeräte?
EMV-Kartenlesegeräte lesen die Daten, die im integrierten EMV-Chip der Karte enthalten sind. Der Chip sendet verschlüsselte Daten an das Kartenlesegerät, ähnlich wie ein Magnetstreifen die Kartennummer überträgt – allerdings mit ein paar entscheidenden Unterschieden. Hier ein Überblick darüber, wie EMV-Chip-Zahlungen funktionieren:
Wenn eine Kundin/ein Kunde an der Kasse eine Karte zur Zahlung vorlegt, zieht sie/er die Karte nicht durch, sondern steckt sie in das Kartenlesegerät. Die Karte muss mit der Chipseite nach oben und mit dem Chip vorne eingeführt werden. Dieser Vorgang wird „Dipping“ genannt.
Nach dem Einstecken sendet der EMV-Chip einen verschlüsselten, einmaligen Code mit den Kartendaten an das Kartenlesegerät. Das macht EMV-Chip-Zahlungen im Vergleich zu Zahlungen mit Magnetstreifenkarten sehr viel sicherer: Die tatsächliche Kartennummer wird nicht übertragen und bleibt daher auch im Falle eines Sicherheitsverstoßes geschützt.
Um den Kauf abzuwickeln, muss die Kundin/der Kunde entweder ihre/seine PIN eingeben oder eine Unterschrift leisten, je nachdem, ob es sich um eine Chip-und-PIN-Karte oder eine Chip-und-Unterschrift-Karte handelt.
Ab dann läuft die Transaktion wie jede andere Kartenzahlung ab: Das Kartenlesegerät überträgt die Zahlungsdaten an das POS-System des Unternehmens, das sie an den Zahlungsabwickler weiterleitet, der sich dann zur Autorisierung an den Kartenaussteller wendet.
Der Kartenaussteller sendet schließlich entweder eine Genehmigung oder eine Ablehnung zurück, die auf dem POS des Unternehmens erscheint und die Transaktion abschließt.
Kontaktlose EMV-Kartenzahlungen
Viele EMV-Chipkarten werden zunehmend mit der Möglichkeit ausgestattet, kontaktlose Zahlungen mit der Near-Field Communication (NFC)-Technologie durchzuführen. Dadurch haben Karteninhaber/innen die Möglichkeit, „Tap to Pay“ zu verwenden, anstatt ihre Karte einzustecken, was mehr Flexibilität bei der Art und Weise und dem Ort ihrer Zahlung bietet. Bei beiden Arten von EMV-Zahlungen stellt der Chip sicher, dass die zu übertragenden Kartendaten verschlüsselt sind.
Sind EMV-Chipkartenzahlungen sicher?
Ja, EMV-Chipkarten sind sehr sicher, insbesondere im Vergleich zu Magnetstreifen-Transaktionen. Der EMV-Chip wurde ursprünglich eingeführt, um Betrug mit Kreditkarten zu reduzieren, und er war unglaublich erfolgreich.
Die beeindruckende Sicherheit von EMV-Kartentransaktionen ist ein Ergebnis der Verschlüsselungstechnologie. Da EMV-Karten für jede Transaktion einmalige Codes verwenden, statt die echte Kartennummer zu übermitteln, ist es für potenzielle Betrüger/innen viel schwieriger, an die Kartennummern der Kundinnen und Kunden zu gelangen – selbst im Falle einer Sicherheitsverletzung.
Verwendung von EMV-Chipkarten
Bei persönlichen Transaktionen ist die Verwendung einer EMV-Chipkarte schnell und intuitiv. Bei einem persönlichen Einkauf funktioniert sie folgendermaßen:
Karte einführen oder antippen
EMV-Chipkarten müssen mit dem Chip nach oben in ein Kartenlesegerät gesteckt oder an dieses „angetippt“ werden (wenn sowohl die Karte als auch das Kartenlesegerät für kontaktlose Zahlungen per NFC aktiviert sind).PIN eingeben, falls erforderlich
Manche EMV-Chipkarten erfordern zur Authentifizierung der Transaktion eine PIN-Nummer. Obwohl der Trend dahin geht, dass immer mehr Karten zur Authentifizierung von Einkäufen PIN-Nummern statt Unterschriften verwenden, ist dies bei vielen Karten immer noch nicht erforderlich.Unterschrift leisten, falls erforderlich
Dies ist zwar nicht mehr so üblich wie früher, aber manche Unternehmen haben immer noch Richtlinien, die die Unterschrift der Kundinnen und Kunden bei Kartentransaktionen als zusätzliche Sicherheit gegen Betrug verlangen.Karte nach Aufforderung entnehmen
Die meisten Kartenlesegeräte und POS-Terminals zeigen an, wenn eine Transaktion abgeschlossen ist und die Karteninhaber/innen ihre Karte sicher entnehmen können.
EMV-Chips werden nicht für Online-Einkäufe verwendet, da Online-Transaktionen naturgemäß Card-Not-Present (CNP) sind und daher diese physische Komponente der Karten nicht verwenden.
EMV Karte vs. Magnetstreifen-Kreditkarte
Die Verwendung einer EMV-Kreditkarte läuft etwas anders ab als bei einer Magnetstreifen-Kreditkarte. Hier ein Blick auf die Unterschiede:
Bei Verwendung einer EMV-Kreditkarte steckt die Kundin/der Kunde die Karte in das Lesegerät. Zur Genehmigung der Transaktion wird ein zufälliger, eindeutiger verschlüsselter Code generiert. Die Kundin/der Kunde gibt die PIN ein oder unterzeichnet den Zahlungsbeleg.
Bei Verwendung einer Magnetstreifen-Kreditkarte zieht die Kundin/der Kunde die Karte am Datenterminal durch. Das Unternehmen bestätigt dann die Nummer und das Gültig-bis-Datum zur Genehmigung der Transaktion und die Kundin/der Kunde gibt die PIN ein oder unterzeichnet den Zahlungsbeleg.
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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.