Wenn Sie eine App entwickeln, die Nutzerinnen und Nutzern Geld in Rechnung stellt, ist der Ort der Zahlung ein wichtiger Aspekt. Die In-App-Abrechnung führt Transaktionen über die native Infrastruktur von Apple oder Google durch, was einen schnelleren Bezahlvorgang und eine integrierte Abonnementverwaltung bedeutet – jedoch normalerweise zu Kosten von 15 %–30 % pro Transaktion. Die Out-of-App-Abrechnung leitet Zahlungen über einen Anbieter Ihrer Wahl, was geringere Gebühren, mehr Flexibilität und den direkten Besitz der Kundenbeziehung bedeutet – sowie in der Regel mehr Schritte beim Bezahlvorgang.
Im Folgenden erläutern wir, wie jedes Modell funktioniert, welche Risiken die In-App-Abrechnung birgt und wie Sie feststellen können, welches Modell am besten zu Ihrem Unternehmen passt.
Das Wichtigste auf einen Blick
Die In-App-Abrechnung bietet ein schnelleres, müheloseres Erlebnis beim Bezahlvorgang, erfordert jedoch die Zahlung von Plattformgebühren für jede Transaktion.
Die Out-of-App-Abrechnung gibt Unternehmen bei geringeren Verarbeitungskosten die direkte Kontrolle über Zahlungsbeziehungen, die Abonnementlogik und Kundendaten.
Welches Modell das richtige ist, hängt von Ihren Margen, Ihrer Abonnementkonfiguration und davon ab, wie viel Konvertierungsrisiko Sie bei einem webbasierten Bezahlvorgang in Kauf nehmen möchten.
Was ist eine In-App-Abrechnung?
Die In-App-Abrechnung ist ein Zahlungsmodell, bei dem Nutzerinnen und Nutzer Käufe abschließen, ohne die App zu verlassen. Die Transaktion wird vollständig von der Plattform (z. B. dem App Store von Apple, Google Play) über das native Zahlungssystem abgewickelt. Wenn jemand ein Abonnement kauft, eine Funktion freischaltet oder einen digitalen Posten erwirbt, verarbeitet die Plattform die Zahlung und überweist Ihnen den Umsatz abzüglich ihres Anteils. Das globale App Store-Umfeld beispielsweise ermöglichte im Jahr 2024 1,3 Billionen USD an Entwicklerabrechnungen und Verkäufen.
Was ist Out-of-App-Abrechnung?
Die Out-of-App-Abrechnung leitet die Transaktion vollständig aus der Plattform heraus. Anstatt über Apple oder Google zu bezahlen, schließen Nutzerinnen und Nutzer den Kauf auf einer Webseite ab. Die Zahlung läuft über Ihren Zahlungsdienstleister, der die Transaktion verarbeitet und den Umsatz direkt auf Ihr Konto überweist. Sie verwalten Abonnements, Verlängerungen, Stornierungen und Rückerstattungen selbst, und die Kundenbeziehung liegt bei Ihnen. Die Zahlungsdaten, Kontaktdaten und der Abrechnungsverlauf bleiben alle in Ihren Systemen.
Alle Apps für das iPhone Operating System (iOS) waren zuvor gezwungen, die Zahlungssysteme von Apple zu nutzen, aber ein Urteil eines Bundesgerichts der USA im Kartellverfahren Epic Games gegen Apple hat das geändert. Jetzt muss Apple es Entwicklerinnen und Entwicklern erlauben, Nutzerinnen und Nutzer auf externe Kaufoptionen hinzuweisen.
Was sind die Unterschiede zwischen In-App- und Out-of-App-Abrechnung?
Die Mechanismen der In-App- und der Out-of-App-Abrechnung unterscheiden sich erheblich. Wie sich diese Unterschiede auf ein Unternehmen auswirken, hängt von dessen Größe, der Produktart und der Wachstumsphase ab.
Hier erfahren Sie, wie Ihr Unternehmen je nach Art der verwendeten Abrechnung unterschiedlich funktionieren kann.
Umsatzmarge
Plattformgebühren von 15 %–30 % sind beträchtlich. Beispielsweise muss eine Abonnement-App, die jährlich 1 Million USD über den App Store von Apple generiert, über 300.000 USD an Apple abgeben. Die Gebühren der Zahlungsdienstleister für die Out-of-App-Abrechnung machen oft nur einen Bruchteil davon aus.
Abonnementverwaltung
Bei der In-App-Abrechnung übernimmt die Plattform Verlängerungen, Stornierungen, Rückerstattungen sowie Upgrade- und Downgrade-Abläufe. Entwicklerinnen und Entwickler erhalten Server-zu-Server-Benachrichtigungen (S2S) über Änderungen des Abonnementstatus, aber die Abrechnungsbeziehung besteht zwischen der Plattform und der Nutzerin oder dem Nutzer. Bei der Out-of-App-Abrechnung konfigurieren und verwalten Sie Verlängerungen, Stornierungen, Neuversuche und Rückerstattungen direkt.
Reibungsverluste beim Bezahlvorgang
Hier hat die In-App-Abrechnung einen echten strukturellen Vorteil. Der Bezahlvorgang der Plattform erfordert für bereits angemeldete Nutzerinnen und Nutzer nur ein oder zwei Fingertipps und nutzt die Zahlungsmethoden, die sie bei Apple oder Google gespeichert haben. Bei der Out-of-App-Abrechnung müssen Kundinnen und Kunden die App verlassen, ein Formular ausfüllen und dann zurückkehren. Ein schnellerer, mit Mobilgeräten kompatibler Web-Bezahlvorgang konvertiert besser als ein umständlicher, aber das native Erlebnis ist in puncto reiner Geschwindigkeit kaum zu übertreffen.
Kundendaten
Bei der In-App-Abrechnung besitzen Apple und Google die Zahlungsbeziehung. Entwicklerinnen und Entwickler erhalten Transaktionsdaten, aber keine vollständigen Zahlungsdaten der Kundinnen und Kunden. Mit der Out-of-App-Abrechnung können Sie die E-Mail-Adresse, die Zahlungsmethode und den Abrechnungsverlauf der Kundinnen und Kunden direkt erfassen, was für Rückgewinnungskampagnen, Zahlungsneuversuchslogiken und Abonnentenanalysen von Bedeutung ist.
Abonnementflexibilität
Die Plattform-Abrechnung schränkt ein, was Sie Kundinnen und Kunden anbieten können. Preisstufen, Testphasen und Werbeangebote müssen sich in den Rahmen dessen einfügen, was Apple und Google unterstützen. Mit der Out-of-App-Abrechnung können Sie jede beliebige Abonnementlogik aufbauen, die Ihr Unternehmen benötigt, wie z. B. Jahrespläne mit monatlicher Abrechnung, nutzungsbasierte Komponenten, Mehrplatzpreise und maßgeschneiderte Unternehmensverträge.
Zahlungsabwicklung
Bei der In-App-Abrechnung zieht Apple oder Google die volle Zahlung ein, zieht die Gebühr ab und überweist Ihnen den Rest, normalerweise auf monatlicher Basis. Bei der Out-of-App-Abrechnung verarbeitet der Zahlungsdienstleister die Zahlung und überweist den Umsatz abzüglich seiner Gebühren auf Ihr Konto.
Auffindbarkeit
Die Präsenz im App Store oder in Google Play gewährt Zugang zu deren Werbeinfrastruktur: hervorgehobene Platzierungen, redaktionelle Auswahlen und Sichtbarkeit in der Suche. Durch die Verlagerung von Transaktionen außerhalb der Plattform geht dies zwar nicht direkt verloren, verändert aber die Art Ihrer Beziehung zur Plattform.
Was sind die Risiken und Einschränkungen der In-App-Abrechnung?
Die In-App-Abrechnung birgt spezifische Risiken, die Entwicklerinnen und Entwickler oft unterschätzen, bis sie damit konfrontiert werden. Beachten Sie Folgendes:
Änderungen der Plattformrichtlinien: Apple und Google ändern ihre Regeln. Wenn Ihr Umsatzmodell vollständig von deren Abrechnungsinfrastruktur und Gebührenstrukturen abhängt, sind Sie Entscheidungen ausgesetzt, auf die Sie keinen Einfluss haben und gegen die Sie sich nicht absichern können.
Rückerstattungen und Anfechtungen: Apple wickelt Rückerstattungen für Käufe im App Store direkt ab. Nutzerinnen und Nutzer können eine Rückerstattung bei Apple beantragen, ohne Sie überhaupt zu kontaktieren, und Apple kann diese gewähren, ohne Sie zu konsultieren. Google verfährt ähnlich.
Komplexität des Abonnementstatus: Es kann schwierig sein, den internen Abonnementstatus Ihrer App mit dem von Apple oder Google zu synchronisieren. Verlängerungen, Abläufe, Nachfristen und Logiken für Zahlungsneuversuche erfordern eine sorgfältige Integration mit den Benachrichtigungssystemen der Plattform. Entwicklerinnen und Entwickler stoßen routinemäßig auf Ausnahmefälle, in denen der Abonnementstatus einer Nutzerin oder eines Nutzers in der Datenbank nicht mit den Daten der Plattform übereinstimmt.
Verzögerung bei der Revenue Recognition: Apple und Google zahlen nach ihren eigenen Zeitplänen aus, normalerweise monatlich. Bei der Out-of-App-Abrechnung über Anbieter wie Stripe erfolgen Auszahlungen nach einem konfigurierbaren Zeitplan.
Verbotene Kategorien: Plattformregeln schränken ein, was über die In-App-Abrechnung verkauft werden darf. Kryptowährung, bestimmte Finanzprodukte und andere Kategorien sind nicht zulässig. Die Out-of-App-Abrechnung über einen Zahlungsdienstleister erweitert die Möglichkeiten im Rahmen der Richtlinien zur akzeptablen Nutzung des jeweiligen Anbieters und der geltenden Gesetze.
Ist die Out-of-App-Abrechnung das richtige Modell für Ihre App?
Die Out-of-App-Abrechnung ist nicht für jede App das richtige Modell. Für viele Unternehmen sind die Zahlen und das Argument der Kontrolle jedoch schwer zu ignorieren.
Die Out-of-App-Abrechnung ist sinnvoller, wenn Folgendes zutrifft:
Ihre Margen können Plattformgebühren nicht auffangen: Plattformgebühren treffen Produkte mit geringeren Margen und abonnementbasierte Unternehmen mit hohem Volumen am härtesten. Die Einsparungen summieren sich schnell, sobald Sie den Umsatz der Anfangsphase überschritten haben.
Sie benötigen eine flexible Abonnementlogik: Wenn Ihr Unternehmen Abonnementstrukturen erfordert, die die Plattform-Abrechnung nicht unterstützt, ist die Out-of-App-Abrechnung Ihre einzige echte Option.
Sie möchten die Kundenbeziehung selbst in der Hand haben: Der Besitz von Zahlungsdaten, Kontaktdaten und des Abrechnungsverlaufs ermöglicht Tools zur Kundenbindung, Abonnentenanalysen und Rückgewinnungsabläufe, die bei der Plattform-Abrechnung schlichtweg nicht zur Verfügung stehen.
Ihre Nutzerinnen und Nutzer sind mit einem webbasierten Bezahlvorgang vertraut: Dies ist im B2B-Kontext üblicher als bei Verbraucher-Apps, gilt aber auch für viele Produkte mit einer engagierten Nutzerbasis, die motiviert ist, ein Abonnement abzuschließen.
So kann Stripe Billing Sie unterstützen
Mit Stripe Billing können Sie die Rechnungsstellung für Ihre Kundinnen und Kunden ganz nach Belieben gestalten – von der einfachen wiederkehrenden Abrechnung über die nutzungsbasierte Abrechnung bis hin zu individuell verhandelten Verträgen. Akzeptieren Sie wiederkehrende Zahlungen global in wenigen Minuten. Hierzu ist kein Code erforderlich. Oder erstellen Sie über die API eine benutzerdefinierte Integration.
Mit Stripe Billing können Sie Folgendes umsetzen:
Angebot flexibler Preise: Reagieren Sie mit flexiblen Preismodellen, wie nutzungsbasierten oder gestaffelten Preisen, Pauschalgebühren plus Überschreitung und weiteren Modellen schneller auf die Nutzernachfrage. Die Unterstützung für Gutscheine, kostenlose Testangebote, anteilmäßige Verrechnungen und Add-ons ist integriert.
Globale Expansion: Steigern Sie die Konversionsrate, indem Sie die bevorzugten Zahlungsmethoden Ihrer Kundinnen und Kunden anbieten. Stripe unterstützt mehr als 100 lokale Zahlungsmethoden und über 130 Währungen.
Umsatzsteigerung und Verringerung der Abwanderung: Erhöhen Sie Ihre Umsatzsicherung und reduzieren Sie unfreiwillige Abwanderungen durch Smart Retries und automatisierte Workflows für Zahlungserinnerungen und -einzüge. Mit den Tools zur Umsatzrückgewinnung von Stripe konnten Nutzer/innen im Jahr 2024 über 6,5 Milliarden USD an Umsatz zurückgewinnen.
Effizienzsteigerung: Nutzen Sie die modularen Werkzeuge von Stripe für Steuern, Umsatzberichte und Daten, um mehrere Umsatzsysteme in einem einzigen System zu konsolidieren. Profitieren Sie von der einfachen Integration der Software von Drittanbietern.
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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.