Einziehung von Forderungen in Frankreich

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  1. Einführung
  2. Was ist Forderungseinzug?
  3. Wann leitet ein Unternehmen den Forderungseinzug ein?
  4. Voraussetzungen für die Eintreibung von Forderungen
  5. Welche verschiedenen Arten von Einzugsverfahren gibt es?
  6. Welche gütlichen Einzugsverfahren gibt es?
    1. Mahnung
    2. Formelle Aufforderungen
  7. Welche rechtlichen Verfahren gibt es?
    1. Zahlungsaufforderung
    2. Vorläufige Zahlungsanordnung
    3. Vorladung zur Zahlung
  8. Eintreibung kleiner Forderungen
  9. Eintreibung grenzüberschreitender Forderungen
  10. Frist für die Aufforderung zur Zahlung einer Forderung

Unbezahlte Rechnungen stellen eine große Herausforderung für Unternehmen dar. Jedes Zahlungsausfallrisiko gefährdet die Nachhaltigkeit eines Unternehmens. Wie kann ein Unternehmen ausstehende Beträge einziehen? Welche Einzugsmethoden gibt es? Wie können unbezahlte Rechnungen auf gütlichem Wege und ohne Gerichtsverfahren eingezogen werden? In diesem Artikel definieren wir den Begriff des Forderungseinzugs, erläutern die verfügbaren Rechtsmittel und beschreiben die Voraussetzungen für deren Anwendung.

Worum geht es in diesem Artikel?

  • Was ist Forderungseinzug?
  • Wann leitet ein Unternehmen den Forderungseinzug ein?
  • Voraussetzungen für die Eintreibung von Forderungen
  • Welche verschiedenen Arten von Einzugsverfahren gibt es?
  • Welche gütlichen Einzugsverfahren gibt es?
  • Welche rechtlichen Verfahren gibt es?
  • Eintreibung kleiner Forderungen
  • Eintreibung grenzüberschreitender Forderungen
  • Frist für die Aufforderung zur Zahlung einer Forderung

Was ist Forderungseinzug?

Der Forderungseinzug umfasst alle rechtlichen Schritte, die einem Unternehmen zur Verfügung stehen, um ausstehende Zahlungen einzutreiben. Diese Schritte beginnen, wenn Gläubiger/innen die Zahlung einer Rechnung nicht innerhalb der üblichen Frist erhalten. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um die Zahlung der Forderung einzutreiben, von freundlichen Mahnschreiben bis hin zu rechtmäßigen Zahlungsaufforderungen.

Wann leitet ein Unternehmen den Forderungseinzug ein?

Ein Unternehmen muss sofort nach Zahlungsverzug ein Forderungseinzugsverfahren einleiten, um eine Anhäufung unbezahlter Rechnungen zu vermeiden, die zu Schwierigkeiten bei der Liquiditätssteuerung führen kann. Je älter eine Forderung ist, desto schwieriger ist es, sie einzutreiben. Es ist wichtig, schnell zu reagieren, um die Situation zu korrigieren und die gute finanzielle Solidität eines Unternehmens zu erhalten.

Voraussetzungen für die Eintreibung von Forderungen

Um ein Forderungseinzugsverfahren einzuleiten, muss der ausstehende Betrag bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Forderung muss unbestreitbar und nachweisbar sein.
  • Sie muss liquide sein und der Betrag muss eindeutig angegeben oder bestimmbar sein.
  • Sie muss geschuldet sein (d. h. fällig sein) und die Frist für die Eintreibung darf nicht abgelaufen sein.

Welche verschiedenen Arten von Einzugsverfahren gibt es?

Es gibt zwei Arten von Einzugsverfahren: gütliche oder streitige (gerichtliche). Die Art des Verfahrens hängt von der Höhe der Forderung, der Relevanz der Kundinnen und Kunden sowie der Häufigkeit der Geschäftsbeziehungen mit den jeweiligen Kundinnen und Kunden ab. Ein Unternehmen kann sich von einem vom Gericht bestellten Beamten bzw. einer vom Gericht bestellten Beamtin (commissaire de justice) beraten lassen – einem Rechtsbeistand, der auf die Eintreibung ausstehender Forderungen spezialisiert ist.

Welche gütlichen Einzugsverfahren gibt es?

Bei gütlichen Verfahren wie Mahnungen und formellen Aufforderungen wird versucht, die Zahlung der Forderung durch Gespräche zu erreichen. Das Hauptziel dieser Methoden besteht darin, die Schuldner/innen dazu zu bewegen, ihren ausstehenden Betrag freiwillig und ohne gerichtliche Intervention zu begleichen.

Wenn das Unternehmen davon ausgeht, dass der unbezahlte Betrag auf ein Versehen des Kunden bzw. der Kundin oder einen Buchhaltungsfehler zurückzuführen ist, ist eine gütliche Einigung vorzuziehen. Diese nichtstreitigen Ansätze ermöglichen es dem Unternehmen, seinen Cashflow zu stabilisieren und gleichzeitig die Kundenbeziehungen zu erhalten.

Mahnung

Eine Mahnung dient als freundliche Erinnerung daran, dass eine Rechnung noch unbezahlt ist. Ein Unternehmen kann seine Kundinnen und Kunden per Telefon, E-Mail oder Post kontaktieren, um eine Begleichung zu erreichen. Die Kommunikation muss höflich, nicht bedrohlich und klar bleiben und eine dringende Aufforderung zur Zahlung enthalten. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Kundinnen und Kunden telefonisch zu kontaktieren, bevor Sie Mahnschreiben versenden.

Stripe Billing ist ein fortschrittliches Rechnungsstellungstool, mit dem Sie Zahlungserinnerungen automatisieren können, ohne eine einzige Zeile Code schreiben zu müssen. Die maßgeschneiderten Workflows von Stripe helfen Ihnen, Transaktionsprozesse und die Kommunikation mit Ihre Kundschaft zu vereinfachen und Ihre Bemühungen zur Zahlungserlangung zu verbessern.

Formelle Aufforderungen

Wenn Mahnungen erfolglos bleiben, kann das Unternehmen eine formelle Aufforderung versenden. Dabei handelt es sich um eine offiziellere Aufforderung, die per Einschreiben mit Rückschein versandt werden kann.

Eine formelle Aufforderung enthält in der Regel den Namen und die Kontaktdaten des Gläubigers bzw. der Gläubigerin, gibt die Herkunft und die Höhe der Forderung an, beziffert den Gesamtbetrag und nennt die akzeptierten Zahlungsmethoden. Außerdem werden die rechtlichen Schritte aufgeführt, die der Gläubiger bzw. die Gläubigerin einleiten wird, wenn die Forderung nicht beglichen wird.

Ein Unternehmen kann versuchen, die fälligen Beträge selbst einzutreiben oder diese Aufgabe an einen Dritten (zum Beispiel ein Inkassobüro oder einen vom Gericht bestellten Beamten oder eine vom Gericht bestellte Beamtin) übertragen. Durch die Einleitung eines gütlichen Verfahrens hofft das Unternehmen, die Zahlung umgehend zu erhalten und Rechtskosten zu vermeiden.

Welche rechtlichen Verfahren gibt es?

Wenn eine gütliche Einigung nicht erzielt werden kann, kann ein Unternehmen eine gerichtliche Überprüfung beantragen, um die Begleichung der Forderung zu erzwingen. Die drei verfügbaren rechtlichen Verfahren sind eine Zahlungsaufforderung, ein vorläufiger Zahlungsbefehl (référé-provision) und eine Zahlungsaufforderung (assignation en paiement).

Zahlungsaufforderung

Eine Zahlungsaufforderung ist ein schnelles, kostengünstiges und nicht streitiges Verfahren, das es Gläubigerinnen und Gläubigern ermöglicht, eine verbindliche Anordnung zu erwirken, die den Schuldnerinnen und Schuldnern zur Begleichung der Forderung verpflichtet. Der Antragsteller bzw. die Antragstellerin reicht einen Antrag beim/bei der Urkundsbeamten der Geschäftsstelle ein, woraufhin ein/e Richter/in den Antrag prüft und eine Entscheidung ausschließlich auf der Grundlage der vorgelegten Informationen trifft, ohne die haftende Partei anzuhören.

Vorläufige Zahlungsanordnung

Eine vorläufige Zahlungsanordnung ist ein Eilverfahren, bei dem beide Parteien vor Gericht erscheinen müssen. Wenn das Gericht der Anordnung stattgibt, weist es die Schuldner/innen an, einen vorläufigen Betrag als Vorschuss auf den fälligen Betrag zu überweisen.

Vorladung zur Zahlung

Als letztes Mittel kann ein Unternehmen ein langwierigeres, komplexeres und kostspieligeres Verfahren einleiten, um die Begleichung einer unbezahlten Rechnung durchzusetzen. Es kann eine Vorladung zur Zahlung verwenden, die sich für hochpreisige, strittige Forderungen eignet.

Eine Vorladung zur Zahlung führt zu einem traditionellen Gerichtsverfahren. Beide Parteien tragen ihre Argumente vor Gericht vor, das die Beweise prüft. Wird der ausstehende Betrag anerkannt, erlässt der Richter einen Vollstreckungsbescheid, der die haftende Partei zur Zahlung verpflichtet.

Eintreibung kleiner Forderungen

Bei Forderungen unter 5.000 € kann ein Unternehmen ein vereinfachtes Einzugsverfahren anwenden, das ohne gerichtliche Beteiligung durchgeführt wird. Ein vom Gericht bestellter Beamter bzw. eine vom Gericht bestellte Beamtin bringt beide Parteien zusammen, um sich über den geschuldeten Gesamtbetrag und die Zahlungsbedingungen zu einigen, und erlässt dann einen Vollstreckungsbescheid, sobald sie eine Einigung erzielt haben.

Eintreibung grenzüberschreitender Forderungen

Bei grenzüberschreitenden Streitigkeiten kann ein Unternehmen einen Europäischen Zahlungsbefehl beantragen, sofern die Forderung unbestritten ist und die Schuldner/innen ihren Wohnsitz in der Europäischen Union (mit Ausnahme von Dänemark) haben. Die Parteien erscheinen nicht vor dem Gericht, das Verfahren wird vollständig in schriftlicher Form abgewickelt. Um einen kostenlosen Europäischen Zahlungsbefehl zu beantragen, füllt das Unternehmen das Formular A aus und reicht es beim Gericht ein.

Das Unternehmen kann auch ein europäisches Verfahren für geringfügige Forderungen bis zu einem Betrag von 5.000 € einleiten, sofern die Schuldner/innen nicht in Dänemark ansässig sind. Das Unternehmen reicht den Antrag per Post oder elektronisch bei der zuständigen Gerichtsbarkeit ein.

Frist für die Aufforderung zur Zahlung einer Forderung

Die Frist für die Einleitung von Maßnahmen reicht von einem bis zu fünf Jahren, je nach Art des Schuldner/innen und der Transaktion. In der Regel haben Gläubiger/innen zwei Jahre Zeit, um die Zahlung einzufordern, wenn es sich um eine Einzelperson handelt, und fünf Jahre, wenn es sich um ein Unternehmen oder eine Firma handelt. Darüber hinaus gelten für bestimmte Situationen spezifische Fristen:

Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.

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