Grundlegendes zu Kartenausstellungs-APIs: Ein detaillierter Leitfaden für Unternehmen

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Mit über 100 Millionen ausgestellten Karten zählt Stripe Issuing zu den bevorzugten Dienstleistern für Banking-as-a-Service-Infrastrukturen für Start-ups, innovative Softwareplattformen und sich entwickelnde Unternehmen.

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  1. Einführung
  2. Was sind Kartenausstellungs-APIs?
  3. Wie funktionieren Kartenausstellungs-APIs?
  4. Welche Arten von Karten können ausgestellt werden?
  5. Komponenten von Kartenausstellungs-APIs
  6. Wofür werden Kartenausstellungs-APIs verwendet?
  7. Vorteile von Kartenausstellungs-APIs
  8. Herausforderungen und Einschränkungen beim Einsatz von Kartenausstellungs-APIs
  9. Aufsichtsrechtliche und sicherheitstechnische Überlegungen
    1. Aufsichtsrechtliche Überlegungen
    2. Sicherheitsaspekt

Kartenausstellungs-APIs sind ein revolutionäres Werkzeug für Unternehmen, die Zahlungslösungen mit verbesserter Kontrolle und Flexibilität implementieren möchten. Mit diesen APIs können Unternehmen physische oder virtuelle Karten direkt von ihren eigenen Systemen aus ausstellen, ohne auf Dienste von Drittanbietern zurückgreifen zu müssen. Dieses Maß an direkter Kontrolle bietet Unternehmen neue Möglichkeiten, Karten zu entwickeln, die zu ihrer Marke und ihren spezifischen Anwendungsfällen passen, sei es für Unternehmenskostenabrechnungen oder Kundentreueprogramme. Ein Bericht der Citigroup aus dem Jahr 2022 zeigt, dass die Nachfrage nach kommerziellen Karten-APIs in Asien, Europa, dem Nahen Osten und Afrika am stärksten ist. Der Bericht prognostiziert außerdem, dass die Nachfrage in Nordamerika weiter steigen wird.

Die Schnelligkeit, mit der Unternehmen diese Karten ausstellen und einsetzen können, ist ein weiterer großer Vorteil von Kartenausstellungs-APIs. Herkömmliche Verfahren sind oft mit umständlichen Vorgängen und langen Wartezeiten verbunden. Die APIs haben viele dieser störenden Hindernisse beseitigt. Die Unternehmen können jetzt Karten beinahe im Handumdrehen ausstellen und so schnell auf die Bedürfnisse des Marktes zu reagieren. Diese Fähigkeit zur schnellen Bereitstellung ist besonders in Sektoren wie FinTech, Einzelhandel und On-Demand-Services von Vorteil, wo das Timing ein entscheidender Faktor ist.

Kartenausstellungs-APIs verbessern außerdem die finanzielle Transparenz und Kontrolle. Unternehmen können ihre Ausgaben in Echtzeit verfolgen, Ausgabenlimits festlegen und sogar Transaktionen zur einfacheren Buchführung kategorisieren. Da die Unternehmen verstärkt nach Zurechenbarkeit und besserer Ressourcenzuweisung streben, bringen diese Funktionen erhebliche Vorteile mit sich. Kartenausstellungs-APIs sind eine zukunftsweisende Lösung für Unternehmen, die ihre Zahlungsinfrastruktur verbessern wollen. Sie erfordern allerdings eine sorgfältige Recherche und Planung.

Im Folgenden gehen wir auf die Struktur, die Möglichkeiten und die strategischen Vorteile von Kartenausstellungs-APIs ein. Außerdem befassen wir uns mit Compliance-Aspekten und potenziellen Herausforderungen, mit denen Unternehmen rechnen sollten. Nachfolgend erfahren Sie, was Sie vor dem Start wissen müssen.

Worum geht es in diesem Artikel?

  • Was sind Kartenausstellungs-APIs?
  • Wie funktionieren Kartenausstellungs-APIs?
  • Welche Arten von Karten können ausgestellt werden?
  • Komponenten von Kartenausstellungs-APIs
  • Wofür werden Kartenausstellungs-APIs verwendet?
  • Vorteile von Kartenausstellungs-APIs
  • Herausforderungen und Einschränkungen beim Einsatz von Kartenausstellungs-APIs
  • Aufsichtsrechtliche und sicherheitstechnische Überlegungen

Was sind Kartenausstellungs-APIs?

Kartenausstellungs-APIs sind Schnittstellen, die einen programmgesteuerten Zugang zu Finanzinstituten oder spezialisierten FinTech-Diensten bieten und es Unternehmen ermöglichen, Zahlungskarten auszustellen, zu verwalten und zu kontrollieren. Diese APIs fungieren als Pipeline für eine Reihe von Aufgaben, unter anderem zur Erstellung, Aktivierung, Sperrung, Transaktionsüberwachung und Saldoabfrage von Karten, und ermöglichen die Integration dieser Funktionen in kundenspezifische Softwareumgebungen. Die APIs sind hochgradig modular und konfigurierbar und ermöglichen es Unternehmen, ihre Zahlungssysteme an ihre spezifischen betrieblichen Anforderungen und aufsichtsrechtlichen Bestimmungen anzupassen.

Wie funktionieren Kartenausstellungs-APIs?

Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Funktionsweise von Kartenausstellungs-APIs:

  • Initiierung von API-Aufrufen
    Im ersten Schritt des Vorganges löst die Unternehmensanwendung einen API-Aufruf an die Plattform für die Kartenausstellung aus. Der Aufruf umfasst bestimmte Angaben wie die Kundendaten oder ob es sich bei der Karte um eine Debit- oder Kreditkarte handelt, und bestimmte Kartenmerkmale, wie z. B. Ausgabenkategorien. Dieser API-Aufruf funktioniert wie ein speziell angepasster Befehlssatz, der der Kartenausstellungsplattform genau mitteilt, was das Unternehmen benötigt.

  • Datenvalidierung und Konformitätsprüfungen
    Nach dem API-Aufruf führt die Kartenausstellungsplattform eine Reihe von Prüfungen auf Gültigkeit und Konformität durch. Die Ausstellungsplattform validiert die Daten im API-Aufruf, um sicherzustellen, dass sie mit den vordefinierten Formaten und Anforderungen übereinstimmen. Die Ausstellungsplattform führt außerdem Compliance-Prüfungen durch, um zu gewährleisten, dass der Ausstellungsvorgang den Finanzvorschriften entspricht, z. B. den Gesetzen zu KYC (Know Your Customer) und zur Geldwäschebekämpfung (Anti-Money Laundering, AML).

  • Kommunikation mit Finanzinstituten und Kartennetzwerken
    Sobald die Validierung und Compliance bestätigt sind, kommuniziert die API mit dem betreffenden Finanzinstitut oder Kartennetzwerk, wie z. B. Visa oder Mastercard. Häufig umfasst dieser Teil des Vorganges eine zweite, strengere Ebene der Validierung und Compliance-Prüfung, die den jeweiligen Protokollen des Finanzinstituts oder Kartennetzwerks entspricht.

  • Einrichtung eines Backend-Kontos
    Nach der Freigabe durch die Finanzinstitute oder Kartennetzwerke erleichtert die API die Backend-Einrichtung für die neue Karte. Dazu gehören das Erstellen von Kontonummern, das Festlegen von Transaktionslimits und das Aufstellen von Regeln für die Nutzung der Karte auf der Grundlage der Parameter des ersten API-Aufrufs.

  • Bestätigung und Rücksendung der Daten
    Im letzten Schritt sendet die API eine Rückmeldung an die Unternehmensanwendung, um zu bestätigen, dass die Karte erfolgreich ausgestellt wurde. Zusammen mit dieser Bestätigung sendet die API auch eine Meldung mit relevanten Daten zurück, z. B. die Kartennummer, das Ablaufdatum und weitere Parameter. Die Unternehmensanwendung verwendet diese Daten für Folgeaufgaben, wie z. B. die Benachrichtigung der Kundin oder des Kunden oder die Integration mit Spesenmanagementsystemen.

Jeder Schritt in diesem Vorgang erfordert ein hohes Maß an Anpassung und Spezifikation. Dank der Verwendung von APIs für die Kartenausstellung können Unternehmen ihre Zahlungssysteme optimal auf spezielle betriebliche Erfordernisse und Compliance-Anforderungen abstimmen.

Welche Arten von Karten können ausgestellt werden?

Einige Beispiele für Karten, die Unternehmen mit Hilfe von APIs ausstellen können:

  • Physische Debitkarten
    Dabei handelt es sich um physische Karten, die an ein Girokonto gebunden sind und an Geldautomaten oder für Transaktionen am Point of Sale verwendet werden können. Kartenausstellungs-APIs können individuelle Obergrenzen für Ausgaben und Abhebungen festlegen und die Ausgaben kategorisieren. Zu den fortschrittlichen Funktionen gehören die regionale Sperre, mit der Karten nur in bestimmten geografischen Gebieten funktionieren, sowie dynamische Prüfziffern (CVVs), die sich regelmäßig ändern, um die Sicherheit noch weiter zu erhöhen.

  • Virtuelle Debitkarten
    Diese rein digitalen Karten funktionieren genauso wie ihre physischen Pendants, haben jedoch keine physische Komponente. Virtuelle Debitkarten sind für Online-Transaktionen von Vorteil und können bei Bedarf erstellt oder deaktiviert werden. Kartenausstellungs-APIs können Einwegkarten für besonders sichere Online-Transaktionen oder wiederkehrende Zahlungen erleichtern.

  • Physische Kreditkarten
    Physische Kreditkarten sind oft mit zusätzlicher Komplexität verbunden, z. B. mit Kreditprüfungen und schwankenden Zinssätzen. Kartenausstellungs-APIs arbeiten mit zusätzlichen Modulen, die diese Kreditprüfungen, Risikobewertungen und Analysen des Ausgabeverhaltens durchführen. Manche APIs verwalten Prämien- oder Punktesysteme, die mit den Kreditkarten verbunden sind.

  • Virtuelle Kreditkarten
    Diese digitalen Versionen physischer Kreditkarten werden hauptsächlich für Online-Käufe verwendet. Sie ermöglichen die gleichen kreditbasierten Ausgaben, bieten aber eine zusätzliche Sicherheitsebene für digitale Transaktionen. Virtuelle Karten können oft einfacher und schneller ausgestellt werden als physische Kreditkarten und die Kartenausstellungs-APIs können Funktionen zur Festlegung kurzfristiger Ausgabenlimits oder sogar zur Erstellung von Karten enthalten, die nach einmaliger Verwendung ablaufen.

  • Prepaid-Karten
    Diese Karten haben ein im Voraus aufgeladenes Guthaben und funktionieren auch ohne Bankkonto. Kartenausstellungs-APIs wickeln häufig die Massenausstellung von Prepaid-Karten ab, die für Geschenke oder Auszahlungen nützlich sind, und können spezifische Einschränkungen wie Ablaufdaten und Kategorien von autorisierten Händlern festlegen.

  • Firmenkarten
    Diese Karten sind auf die geschäftliche Nutzung zugeschnitten und verfügen über Funktionen wie abteilungsbezogene Ausgabenlimits und erweiterte Transaktionsanalysen. Manche Kartenausstellungs-APIs können in Software für Spesenmanagement integriert werden und erleichtern Transaktionen in unterschiedlichen Währungen und die Verwendung im Ausland.

  • Co-Branding- und White-Label-Karten
    Kartenausstellungs-APIs ermöglichen es Unternehmen, mit Finanzinstituten zusammenzuarbeiten, um Karten auszustellen, die das Branding beider Unternehmen tragen. Oft sind diese Karten mit speziellen Prämienprogrammen verbunden und die API verfügt über spezifische Module zur Verwaltung dieser Partnerschaften und ihrer Prämienvergabe.

Für jeden dieser Kartentypen können Unternehmen das physische (oder digitale) Erscheinungsbild und die funktionalen Eigenschaften anpassen. Dieses hohe Maß an Personalisierung ermöglicht es den Unternehmen, spezifische Betriebs- und Compliance-Anforderungen zu erfüllen.

Komponenten von Kartenausstellungs-APIs

  • Module zur Erstellung und Verwaltung von Karten
    Diese Module überwachen die Ausstellung und Verwaltung von physischen und virtuellen Karten. Sie bieten Optionen für die sofortige Ausstellung oder die gestaffelte Ausgabe auf der Grundlage von Regeln und Bedingungen, die vom Aussteller festgelegt werden. Unternehmen können diese Module nutzen, um die Eigenschaften der Karte nach der Ausstellung entsprechend anzupassen, z. B. um Ausgabenlimits zu ändern, den Aktivstatus der Karte zu ändern oder die Nutzung auf bestimmte Arten von Transaktionen zu beschränken.

  • Autorisierung und Transaktionsabwicklung
    Diese Komponenten fungieren als eine Art „Gatekeeper“, der bei jeder Kartentransaktion prüft, ob sie zugelassen oder abgelehnt wird. Sie verarbeiten Transaktionsdaten in Echtzeit und vergleichen sie mit vordefinierten Regeln oder Beschränkungen. Ist eine Karte beispielsweise mit einem bestimmten Händlerkategoriecode (MCC = Merchant Category Code) gesperrt, lehnt diese Komponente Transaktionen aus nicht zugelassenen Kategorien ab.

  • Betrugserkennung und Risikobewertung
    Diese Komponenten nutzen Algorithmen des maschinellen Lernens, um Transaktionsmuster zu analysieren und potenzielle betrügerische Aktivitäten zu ermitteln. Sie können auch mit größeren Datensätzen verknüpft werden, z. B. mit denen eines Kreditbüros oder eines Drittanbieterdienstes zur Betrugserkennung. Dieser Teil der API ist besonders gründlich in seiner Bewertung und bezieht mehrere Variablen wie Transaktionsgeschwindigkeit, geografische Muster und bekannte Betrugsdatenbanken ein.

  • Kontoverwaltung und Compliance
    Diese Komponente der API stellt sicher, dass alle ausgestellten Karten mit den lokalen, nationalen und internationalen Gesetzen und Vorschriften in Einklang stehen. So wird beispielsweise die Einhaltung des Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS), der Anti-Geldwäsche-Bestimmungen (Anti-Money Laundering, AML) und der KYC-Anforderungen („Know Your Customer“) überprüft. Außerdem können Berichte für interne und externe Prüfungen erstellt werden.

  • Berichterstattung und Analysen
    Diese Komponenten bilden das Rückgrat für datengestützte Entscheidungen, indem sie detaillierte Einblicke in Ausgabenmuster, Genehmigungsquoten und vieles mehr bieten. Sie können Echtzeitberichte erstellen und in bestehende Business-Intelligence-Systeme integriert werden, um einen umfassenden Überblick über die Kartenvorgänge zu erhalten.

  • Zahlungsabwicklung und Abgleich
    Diese Module konzentrieren sich auf die Abrechnung abgeschlossener Transaktionen und deren Abgleich mit den Daten des Ausstellers. Dieser Vorgang umfasst oft komplexe Berechnungen zur Ermittlung von Abwicklungsgebühren, Kartennetzwerkgebühren und anderen finanziellen Aspekten. Außerdem wird eine Struktur für die Beilegung von angefochtenen Zahlungen und Rückbuchungen geschaffen.

  • Verwaltung von Prämien- und Treueprogrammen
    Mit dieser Komponente kann der Kartenaussteller Prämienpunkte oder Cashback-Angebote in Verbindung mit der Kartennutzung einrichten, zuweisen und verwalten. Erweiterte Versionen dieser Komponente unterstützen auch gestaffelte Prämiensysteme, saisonale Werbeaktionen oder Partnerschaften mit externen Treueprogrammen.

Durch die Bereitstellung dieser vielfältigen, aber miteinander verknüpften Komponenten ermöglichen Kartenausstellungs-APIs den Unternehmen die Ausstellung und Verwaltung komplexer Kartenprogramme von großer Qualität und Detailgenauigkeit. Die Unternehmen können ihre Kartenprogramme auf sehr spezifische betriebliche Anforderungen, Risikoprofile und Unternehmensziele abstimmen.

Wofür werden Kartenausstellungs-APIs verwendet?

Kartenausstellungs-APIs ermöglichen es Unternehmen, maßgeschneiderte Finanzprodukte zu entwickeln, die über die reine Erleichterung von Zahlungen hinausgehen, um spezifische Bedürfnisse zu erfüllen.

  • Lösungen für das Spesenmanagement
    Unternehmen können APIs nutzen, um hochgradig spezifische Unternehmenskarten zu erstellen, die automatisch Ausgabenrichtlinien für die Mitarbeitenden durchsetzen. Diese Karten können mit voreingestellten Obergrenzen für bestimmte Arten von Ausgaben oder sogar mit zeitlich begrenzter Nutzung ausgestellt werden. Beispielsweise kann ein Arbeitgeber eine Karte so einstellen, dass sie nur während einer bestimmten Geschäftsreise funktioniert und nur für Fahrtkosten und Mahlzeiten verwendet werden kann.

  • Plattformen für On-Demand-Dienstleistungen
    Unternehmen, die Plattformen für Gigwork oder andere On-Demand-Dienstleistungen betreiben, können diese APIs nutzen, um Zahlungskarten für ihre Angestellten auszustellen. Dadurch entfallen die Hürden der Integration mit unterschiedlichen Banksystemen für Direkteinzahlungen. Mit diesen Karten haben die Arbeitnehmer/innen außerdem sofortigen Zugriff auf ihren Verdienst, was zu einer zufriedeneren und engagierteren Belegschaft führen kann.

  • Marktplätze und E-Commerce-Plattformen
    Für Plattformen mit mehreren Anbietern können Kartenausstellungs-APIs die Einrichtung von „Unterkonten“ erleichtern, die an das Hauptgeschäftskonto gebunden sind. Diese Unterkonten können in Echtzeit auf der Grundlage von Verkäufen, Rückerstattungen oder anderen Auslösern aufgeladen werden. Dieser Vorgang ermöglicht Verkäuferinnen/Verkäufern einen schnelleren Zugriff auf ihre Einnahmen und eine transparentere finanzielle Abwicklung mit der Plattform.

  • Gesundheits- und Sozialleistungsprogramme
    Einige Unternehmen nutzen Kartenausstellungs-APIs, um spezielle Konten für die Gesundheitsversorgung einzurichten. Diese Konten sind auf medizinische Ausgaben beschränkt und entsprechen oft den Bestimmungen für Gesundheitssparkonten (HSA) oder flexible Ausgaben (FSA). Mit erweiterten Konfigurationen kann die Nutzung sogar auf bestimmte Arten von medizinischen Anbietern oder Dienstleistungen beschränkt werden, was die Compliance verbessert und gleichzeitig die administrative Beaufsichtigung reduziert.

  • Treue- und Prämienprogramme
    Während herkömmliche Treueprogramme mit Punkten oder digitalen Gutschriften arbeiten, kann eine über eine API ausgestellte Karte als Prämienkarte mit eigener Marke dienen. Unternehmen können Cashback-Prämien direkt auf diese Karten laden oder sie so konfigurieren, dass sie am Point of Sale Rabatte anbieten. Auf diese Weise lassen sich Wiederholungsgeschäfte fördern und die Kundenbindung verbessern.

  • Reise- und Tourismusveranstalter
    Unternehmen in diesem Sektor können APIs nutzen, um reisespezifische Karten auszustellen, die mit mehreren Währungen aufgeladen werden können und so den Reisenden eine bequeme Möglichkeit bieten, ihre Finanzen im Ausland zu verwalten. Zudem können solche Karten für zusätzliche Sicherheit mit Reiseversicherungsfunktionen oder Kontaktdaten für Notfälle konfiguriert werden.

  • B2B-Zahlungslösungen
    Über Kartenausstellungs-APIs können Unternehmen Karten an Partner oder Lieferanten ausstellen, um die Rechnungsstellung und Zahlungen zu erleichtern. Statt Schecks auszustellen oder Überweisungen zu veranlassen, können Unternehmen Zeit sparen und Fehler reduzieren, indem sie diese Karten sofort mit dem genauen Zahlungsbetrag aufladen. Laut einer Studie von Juniper Research wird der weltweite Transaktionswert des B2B-Zahlungsverkehrsmarkts im Jahr 2027 voraussichtlich 111 Billionen USD erreichen, was darauf hinweist, dass die Erleichterung des Zahlungsvorganges einen großen Einfluss auf die Unternehmen hat.

Kartenausstellungs-APIs bieten Unternehmen ein vielseitiges Tool, mit dem sie komplexe finanzielle Interaktionen problemlos abwickeln können. Sie ermöglichen nicht nur ein schnelleres Ausstellen von Karten, sondern sind eine transformative Methode zur Automatisierung und Verbesserung von Finanztransaktionen in einer Vielzahl von Branchen.

Vorteile von Kartenausstellungs-APIs

Die Einführung von Kartenausstellungs-APIs kann für Unternehmen in mehrfacher Hinsicht von Vorteil sein. Hier ein genauerer Blick:

  • Betriebliche Flexibilität
    Die Verwendung von Kartenausstellungs-APIs ermöglicht es Unternehmen, neue Finanzdienstleistungen und -produkte einzuführen und gleichzeitig die üblichen langen Vorlaufzeiten zu vermeiden, die mit der aufsichtsrechtlichen Compliance, Partnerschaften oder der Entwicklung verbunden sind. Eine Einzelhändlerin oder ein Einzelhändler, die bzw. der beispielsweise ein Treueprogramm einführen möchte, muss dank dieser Technologie nicht von Grund auf eine komplexe Finanzstruktur aufbauen. Stattdessen kann sie oder er eine API verwenden, um schnell Markenkarten mit integrierten Prämienmechanismen auf den Markt zu bringen und so zeitaufwendige Vorgänge zu vermeiden.

  • Finanzielle Transparenz
    Mit ihren umfangreichen Berichtsfunktionen bieten Kartenausstellungs-APIs den Unternehmen einen detaillierten Einblick in das Ausgabenverhalten, die Ressourcenzuweisung und vieles mehr. Diese Daten können für das Management von unschätzbarem Wert sein, denn sie ermöglichen Anpassungen von Unternehmensbudgets und Ausgabenrichtlinien in Echtzeit. Unternehmen können über Dashboards sofort auf die Daten zugreifen und erhalten so umfassende Finanzanalysen, die als Entscheidungsgrundlage dienen können.

  • Aufsichtsrechtliche Compliance und Risikomanagement
    Der Umgang mit den Finanzvorschriften erfordert spezielles Fachwissen und die Bereitstellung umfangreicher Ressourcen. Kartenausstellungs-APIs verfügen oft über integrierte Funktionen zur aufsichtsrechtlichen Compliance, die KYC-Anforderungen, AML-Vorschriften und andere regionale oder branchenspezifische Vorschriften verwalten. Dank dieser Funktionen benötigen Unternehmen kein spezialisiertes Rechtsteam mehr, um mit den komplexen, sich ständig ändernden Finanzgesetzen Schritt zu halten.

  • Anpassung und Kontrolle
    Einer der Hauptvorteile des Einsatzes von Kartenausstellungs-APIs ist die Möglichkeit, die Parameter des Kartenverhaltens präzise festzulegen. Das bedeutet, dass Unternehmen Ausgabenlimits, geografische Beschränkungen und die Art der zulässigen Transaktionen steuern können. Diese Optionen sind vor allem für das Spesenmanagement nützlich, da sie menschliche Fehler reduzieren und die Durchsetzung von Richtlinien vereinfachen.

  • Schnelle Implementierung
    Die Einführung herkömmlicher Finanzprodukte ist oft langwierig und wird durch Vorschriften und technische Komplexität gebremst. Kartenausstellungs-APIs können diesen Vorgang drastisch beschleunigen. Da die APIs in der Regel über vorgefertigte und getestete Funktionen verfügen, können Unternehmen ein Konzept in einem Bruchteil der Zeit auf den Markt bringen.

  • Kosteneffizienz
    Die Einrichtung von Finanzdienstleistungen ist oft mit einer Reihe von Kosten verknüpft. Dazu gehören die Schaffung der Infrastruktur, aufsichtsrechtliche Compliance und Betriebskosten. Im Gegensatz zu einzeln hinzugefügten Alternativen werden API-Lösungen in der Regel als Servicepaket mit transparenter Preisstruktur angeboten. Damit haben Unternehmen eine klarere Vorstellung von den damit verbundenen Kosten und können die oft überhöhten Vorlaufkosten für den Aufbau eigener Systeme vermeiden.

  • Skalierbarkeit
    Je stärker ein Unternehmen wächst, desto komplexer werden die Anforderungen an das Finanzmanagement. Kartenausstellungs-APIs bieten oft skalierbare Lösungen, die sich an die Größe und Komplexität eines Unternehmens anpassen. Ob es um die Einführung neuer Karten oder die Integration zusätzlicher Dienste wie die Unterstützung mehrerer Währungen geht – APIs wachsen mit dem Unternehmen mit, ohne dass eine komplette Überarbeitung des Systems erforderlich ist.

Kartenausstellungs-APIs sind ein vielseitiges und effektives Mittel zur Umsetzung zahlreicher geschäftlicher Anforderungen. Sie bieten eine flexible, datengesteuerte, rechtskonforme und anpassbare Möglichkeit zur Verwaltung von Finanztransaktionen und Richtlinien – bei gleichzeitiger Zeit- und Kostenersparnis.

Herausforderungen und Einschränkungen beim Einsatz von Kartenausstellungs-APIs

Kartenausstellungs-APIs bieten zwar viele Vorteile, bringen aber auch Herausforderungen und Einschränkungen mit sich, die Unternehmen berücksichtigen müssen. Schauen wir uns diese einmal genauer an:

  • Anbieterbindung
    Die Nutzung von APIs von Drittanbietern für Finanztransaktionen kann zu einer gewissen Abhängigkeit von dem jeweiligen API-Anbieter führen. Wenn der Anbieter beschließt, die Preisgestaltung oder die allgemeinen Geschäftsbedingungen zu ändern oder die API sogar einzustellen, können Unternehmen dadurch in eine schwierige Lage geraten. Um diese Abhängigkeit zu überwinden, sind unter Umständen erhebliche Zeit- und Ressourceninvestitionen erforderlich, um auf ein neues System umzusteigen.

  • Bedenken bezüglich Datensicherheit
    Finanzdaten sind häufig das Ziel von Cyberangriffen. Die Verwendung externer APIs für die Kartenausstellung bedeutet, dass die Unternehmen auf die Sicherheitsmaßnahmen des Drittanbieters vertrauen müssen. Selbst wenn der API-Anbieter über sorgfältige Sicherheitsprotokolle verfügt, ist kein System völlig immun gegen Verstöße. Eine Sicherheitslücke kann schwerwiegende Folgen für das Unternehmen haben.

  • Eingeschränkte Anpassungsmöglichkeiten
    Kartenausstellungs-APIs verfügen zwar über eine Reihe von Merkmalen und Funktionen, decken aber nicht unbedingt alle spezifischen Anforderungen eines Unternehmens ab. Anpassungen, die über das hinausgehen, was die API zulässt, sind mitunter schwierig und erfordern aufwendige Behelfslösungen. Solche Einschränkungen können besonders für Unternehmen mit sehr spezifischen oder sich schnell verändernden Anforderungen problematisch sein.

  • Aufsichtsrechtliche Auswirkungen
    Auch wenn viele Kartenausstellungs-APIs angeben, die aufsichtsrechtliche Compliance zu gewährleisten, liegt die Verantwortung letztlich bei dem Unternehmen, das den Dienst nutzt. Die Gesetzgebung im Bereich der Finanzdienstleistungen kann sich von Zuständigkeitsbereich zu Zuständigkeitsbereich erheblich unterscheiden und ist Änderungen unterworfen. Unternehmen müssen Gesetzesänderungen überwachen und sich ihnen anpassen, was selbst mit Hilfe von APIs eine erhebliche Arbeitsbelastung darstellen kann.

  • Komplexität bei der Ersteinrichtung
    Die Integration einer Kartenausstellungs-API in bestehende Geschäftssysteme kann sich als komplizierter Vorgang erweisen, der technisches Fachwissen erfordert. Zwar ist die API selbst auf Nutzerfreundlichkeit ausgelegt, doch die Ersteinrichtung umfasst oft mehrere Schritte wie Datenmigration, Systemtests und Mitarbeiterschulungen. Diese Aufgaben nehmen Zeit in Anspruch und entziehen Ressourcen für andere Tätigkeiten.

  • Latenzen und Ausfallzeiten
    Alle APIs unterliegen gelegentlichen Ausfallzeiten aufgrund von Wartungsarbeiten oder unvorhergesehenen Problemen. Im Finanzsektor können selbst kurze Unterbrechungen beträchtliche Auswirkungen auf die Unternehmen haben und selbst geringe Latenzzeiten bei der Transaktionsverarbeitung können sich negativ auf die Kundenerfahrung auswirken.

  • Kostenüberschreitungen
    API-Dienste haben zwar oft eine transparente Preisgestaltung, aber unvorhergesehene Situationen können dazu führen, dass die Kosten die ursprünglichen Schätzungen übersteigen. So können die Kosten beispielsweise unerwartet steigen, wenn das Transaktionsvolumen unangekündigt zunimmt. Unternehmen müssen solche Szenarien einkalkulieren, um finanzielle Belastungen zu vermeiden.

  • Einschränkungen bei der Skalierbarkeit
    Kartenausstellungs-APIs sind zwar auf Skalierbarkeit ausgelegt, in der Praxis gibt es in der Regel jedoch Grenzen, wie schnell sie sich an plötzliche Änderungen der Nachfrage anpassen können. Wenn ein Unternehmen ein exponentielles Wachstum erfährt, besteht die Gefahr, dass die API nicht schnell genug skaliert werden kann, um den neuen Anforderungen ohne Leistungsprobleme gerecht zu werden.

Auch wenn Kartenausstellungs-APIs die Abwicklung von Finanztransaktionen eines Unternehmens revolutionieren können, müssen Unternehmen diese Herausforderungen und Beschränkungen durch gründliche Planung und Sorgfaltspflicht effektiv angehen.

Aufsichtsrechtliche und sicherheitstechnische Überlegungen

Die Verwendung von Kartenausstellungs-APIs bringt eine Reihe spezieller Herausforderungen in Bezug auf rechtliche und sicherheitsrelevante Aspekte mit sich, die Unternehmen genau analysieren müssen. Diese Faktoren betrachten wir im Folgenden näher:

Aufsichtsrechtliche Überlegungen

  • Einhaltung der lokalen Gesetze
    Finanzdienstleistungen unterliegen zahlreichen Vorschriften, die je nach Zuständigkeitsbereich variieren. Ob es sich um die Datenschutzgrundverordnung (General Data Protection Regulation, GDPR) in Europa oder den Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act in den USA handelt – Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie die lokalen und internationalen Gesetze vollständig einhalten. Um mit aufsichtsrechtlichen Änderungen Schritt halten zu können, ist eine genaue Beobachtung und ständige Aktualisierung erforderlich.

  • Know Your Customer- (KYC) und Anti-Geldwäsche-Vorgaben (AML)
    Zwar bieten viele API-Anbieter im Rahmen ihrer Dienstleistungen ein gewisses Maß an KYC- und AML-Prüfungen an, dennoch liegt die Verantwortung für die Compliance bei den Unternehmen. Unternehmen müssen die Identität ihrer Kundinnen und Kunden überprüfen und Transaktionen auf verdächtige Aktivitäten überwachen.

  • Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS)
    Auch wenn die meisten Kartenausstellungs-APIs angeben, PCI-konform zu sein, sollten Unternehmen dies nicht als pauschale Garantie verstehen. Unternehmen müssen eigene Überprüfungen durchführen, um sicherzustellen, dass alle Transaktionsdaten auf PCI-konforme Weise verarbeitet werden.

Sicherheitsaspekt

  • Datenverschlüsselung
    Alle übertragenen Daten, insbesondere Finanzinformationen, sollten mit modernen, leistungsfähigen Algorithmen verschlüsselt werden. Viele API-Anbieter bieten Verschlüsselung als Teil ihres Dienstes an. Dennoch sollten Unternehmen für maximale Sicherheit auch eigene Verschlüsselungsmaßnahmen ergreifen.

  • Zugriffskontrollen
    Um das Risiko eines unbefugten Zugriffs zu minimieren, sollten Unternehmen mehrere Authentifizierungs- und Autorisierungsebenen einrichten. Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) und strenge Passwortrichtlinien sind die Grundvoraussetzung, je nach Geschäftskontext können jedoch zusätzliche Maßnahmen wie eine biometrische Überprüfung erforderlich sein.

  • Datenintegrität und -prüfung
    Häufige Prüfungen und Integritätskontrollen sollten Teil jedes Finanztransaktionssystems sein. So sollten Unternehmen ein fortlaufendes Protokoll zur Überprüfung der Vollständigkeit und Unverfälschtheit ihrer Daten erstellen. Das beinhaltet oft das Führen sicherer Protokolle und die Implementierung von Prüfsummen.

  • Pläne zur Vorfallsreaktion
    Kein System ist völlig ausfallsicher. Im Falle einer Sicherheitsverletzung oder eines Systemversagens kann ein umfassender Plan zur Vorfallsreaktion den Schaden mindern. Ein wirksamer Plan zur Vorfallsreaktion sollte Schritte zur Isolierung der betroffenen Systeme und zur Information der Beteiligten enthalten sowie einen Ablaufplan für die Behebung des Problems und die Wiederherstellung der Dienste vorsehen.

  • Anbieter-Risikobewertung
    Vor der Auswahl eines API-Anbieters sollten Unternehmen eine gründliche Risikobewertung durchführen, um dessen Sicherheitsprotokolle zu beurteilen. Dies kann bedeuten, die Sicherheitszertifizierungen des Anbieters unter die Lupe zu nehmen, seine Historie von Sicherheitsvorfällen zu untersuchen und Sicherheitsprüfungen durch Dritte durchzuführen.

Die Nutzung von Kartenausstellungs-APIs bringt eine Reihe von Verantwortlichkeiten mit sich, die über die bloße Integration einer neuen Technologie hinausgehen. Die Berücksichtigung dieser aufsichtsrechtlichen und sicherheitsrelevanten Aspekte hilft den Unternehmen, potenzielle Risiken zu minimieren und besser für die Zukunft gewappnet zu sein.

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