Die Gründung einer Kapitalgesellschaft kann Unternehmen in jeder Phase ihrer Entwicklung unterstützen – insbesondere, wenn sie wachsen und Zugang zu finanziellen Vergünstigungen erhalten möchten. Sie bietet Unternehmen eine Reihe von Vorteilen auf dem Markt, von der Absicherung persönlicher Vermögenswerte bis hin zu Möglichkeiten für Wachstum und Skalierbarkeit, potenziellen Steuervorteilen und einer erhöhten Glaubwürdigkeit gegenüber Stakeholdern.
Allein im Januar 2025 gab es in den USA mehr als 392.000 Anträge auf Unternehmensgründung, davon mehr als 54.000 Anträge für die Gründung von Kapitalgesellschaften. Dies signalisiert ein anhaltendes Interesse an strukturierten, wachstumsorientierten Unternehmensgründungen. Im Folgenden werden wir erläutern, wie die Gründung einer Kapitalgesellschaft Unternehmen helfen kann.
Worum geht es in diesem Artikel?
- Was bedeutet es, eine Kapitalgesellschaft zu gründen?
- Müssen Sie eine Kapitalgesellschaft für Ihr Unternehmen gründen?
- Was sind die wichtigsten Vorteile der Gründung einer Kapitalgesellschaft?
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Was bedeutet es, eine Kapitalgesellschaft zu gründen?
Die Gründung einer Kapitalgesellschaft bedeutet den Übergang von einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft in eine Kapitalgesellschaft, eine juristische Person, die sich von ihren Eigentümerinnen/Eigentümern unterscheidet. Dieser Vorgang erfordert eine formelle Dokumentation, beim Secretary of State Ihres Bundesstaates oder einer entsprechenden Behörde einzureichen ist. Folgende Änderungen finden während der Gründung statt:
Es wird eine juristische Person gegründet: Wenn eine Kapitalgesellschaft gegründet wird, wird das Unternehmen zu einer eigenständigen juristischen Person. Aus rechtlicher Sicht ist die Kapitalgesellschaft von den Personen getrennt, die sie besitzen oder führen. Diese Unterscheidung hat Auswirkungen auf Haftung, Steuern und Betrieb.
Das Unternehmen wird registriert: Das Unternehmen muss eine Satzung einreichen. Dieses Dokument enthält grundlegende Angaben wie den Namen der Kapitalgesellschaft, ihre Anschrift und Informationen über Anteile.
Die Eigentümerstruktur ändert sich: Kapitalgesellschaften geben Anteile aus, die das Eigentum am Unternehmen darstellen. Diese Anteile können an eine kleine Gruppe von Personen verteilt oder im Falle von Aktiengesellschaften an Börsen gehandelt werden.
Das Führungssystem ändert sich: Kapitalgesellschaften werden von einem Vorstand/Verwaltungsrat geführt und müssen bestimmte Governance-Protokolle einhalten. Sie haben oft leitende Angestellte wie eine/n CEO, CFO und COO, die sich um das Tagesgeschäft kümmern.
Bestimmte Vorschriften müssen erfüllt werden: Als eigenständige juristische Person müssen Kapitalgesellschaften bestimmte Gesetze und Vorschriften auf lokaler, staatlicher und bundesstaatlicher Ebene einhalten. Dazu gehören häufig jährliche Berichte, Gebührenzahlungen und andere administrative Aufgaben.
Sie unterliegen unterschiedlichen Steuergesetzen: Für Kapitalgesellschaften gelten bestimmten Besteuerungsregeln. Je nach Gerichtsbarkeit und Art der Kapitalgesellschaft können sie einer Doppelbesteuerung unterliegen, bei der sowohl die Einkünfte der Kapitalgesellschaft als auch die an die Anteilseigner/innen gezahlten Dividenden besteuert werden. Sie könnten jedoch auch Zugang zu Steuervorteilen haben, die Unternehmen ohne eigene Rechtspersönlichkeit nicht zur Verfügung stehen.
Müssen Sie eine Kapitalgesellschaft für Ihr Unternehmen gründen?
Nein, Sie müssen Ihr Unternehmen nicht als Kapitalgesellschaft gründen. Die Gründung einer Kapitalgesellschaft ist eine Entscheidung, die von den Anforderungen und Zielen Ihres Unternehmens abhängt. Viele Unternehmen sind als Einzelunternehmen oder Personengesellschaften erfolgreich tätig, ohne jemals eine Kapitalgesellschaft gegründet zu haben. Es gibt jedoch mehrere Vorteile, die nur Kapitalgesellschaften zur Verfügung stehen.
Was sind die wichtigsten Vorteile der Gründung einer Kapitalgesellschaft?
Eine Unternehmensgründung bietet Unternehmen mehrere Vorteile, von niedrigeren Steuern bis hin zu einem höheren Potenzial für Wachstum und Personalbeschaffung. Folgenden sind die Vorteile aufgeführt, die Unternehmen zu einer Gründung motivieren.
1. Geringere persönliche Haftung
Die persönliche Haftung ist ein wichtiger Aspekt für jeden, der ein Unternehmen gründet. Nicht eingetragene Unternehmen, wie Einzelunternehmen und Personengesellschaften, verwischen die Grenze zwischen der Geschäftseinheit und ihrer Inhaberin bzw. ihrem Inhaber oder ihren Inhaberinnen bzw. Inhaberinnen. Diese fehlende Trennung bedeutet, dass alle rechtlichen oder finanziellen Herausforderungen, denen das Unternehmen gegenübersteht, sich auf das persönliche Vermögen der Inhaber/innen oder Partner/innen auswirken können.
Stellen Sie sich beispielsweise vor, eine Kundin oder ein Kunde verklagt ein nicht eingetragenes Unternehmen auf Schadenersatz. Ohne den Schutz einer Eintragung können die persönlichen Ersparnisse, das Eigentum und andere Vermögenswerte des Eigentümers zum Ziel von Rückzahlungsforderungen werden. Ebenso können Gläubiger/innen, wenn das Unternehmen erhebliche Schulden hat, die es nicht zurückzahlen kann, das persönliche Vermögen der Inhaberin bzw. des Inhabers als Mittel zur Rückforderung in Anspruch nehmen.
Durch die Eintragung entsteht eine eigenständige juristische Person, die von ihren Gründern/Gründerinnen, Gesellschaftern/Gesellschafterinnen oder Direktoren/Direktorinnen getrennt ist. Diese Trennung fungiert als Schutzbarriere, die mitunter als „Haftungsbeschränkung” bezeichnet wird. Wenn rechtliche oder finanzielle Probleme auftreten, sind die Vermögenswerte dieser separaten Einheit gefährdet, nicht jedoch die persönlichen Gegenstände und Vermögenswerte der Anteilseigner/innen und Direktoren/Direktorinnen.
In Fällen von Betrug oder bestimmten Arten von Fahrlässigkeit kann es zur „Durchgriffshaftung” kommen. In solchen Situationen können Personen, die hinter der Kapitalgesellschaft stehen, persönlich haftbar gemacht werden.
2. Steuervorteile für Unternehmen
Die Besteuerung ist in der Regel einer der wichtigsten Faktoren, die Unternehmen bei der Bewertung ihrer Betriebsstrukturen berücksichtigen. Unternehmen werden als eigenständige juristische Personen anerkannt und unterliegen möglicherweise niedrigeren Steuersätzen. Je nachZuständigkeitsbereich, in der Ihr Unternehmen eingetragen ist, können die Körperschaftsteuersätze günstiger sein als die Einkommensteuersätze für Privatpersonen. Dies kann zu erheblichen Einsparungen führen – insbesondere für Unternehmen mit hohen Einnahmen.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil für Kapitalgesellschaften ist die Möglichkeit, Verluste vorzutragen. Wenn eine Kapitalgesellschaft in einem bestimmten Jahr einen Verlust erleidet, kann es diesen Verlust verwenden, um Gewinne in den folgenden Jahren auszugleichen. Diese Funktion kann für Start-ups oder Unternehmen in einer schwierigen Phase von Vorteil sein, da sie die steuerlichen Auswirkungen erfolgreicherer Jahre mit den Verlusten aus weniger günstigen Jahren abmildern können.
Steuerabzüge sind ein weiterer Bereich, in dem Unternehmen einen Vorteil haben können. Unternehmen haben oft Zugang zu einem breiteren Spektrum an Steuerabzügen oder zu höheren Abzügen, von Sozialleistungen für Mitarbeitende bis hin zu Betriebskosten, wodurch sich das zu versteuernde Einkommen eines Unternehmens erheblich reduzieren kann.
Kapitalgesellschaften können bisweilen bestimmte Steuergutschriften erhalten, die für nicht eingetragene Unternehmen nicht zugänglich sind. Diese Gutschriften, die eine direkte Verringerung der Steuerschuld bewirken, können eine Reihe von Aktivitäten abdecken, von Forschung und Entwicklung bis hin zu Umweltinitiativen.
Um diese Steuervorteile nutzen zu können, müssen Kapitalgesellschaften strengere Meldepflichten erfüllen und ihre Buchführung sorgfältig durchführen. Bei effektiver Nutzung können die potenziellen Steuervorteile jedoch die administrativen Kosten bei weitem überwiegen.
3. Dauerhaftigkeit und Übertragbarkeit
Wenn Sie eine Kapitalgesellschaft gründen, hat Ihr Unternehmen das Potenzial, seine Gründer/innen und ursprünglichen Anteilseigner/innen zu überdauern. Dieser oft übersehene Vorteil der Kontinuität bietet eine Stabilität, die mit anderen Unternehmensstrukturen möglicherweise schwieriger zu erreichen ist.
Wenn beispielsweise ein florierendes Unternehmen mit Hunderten von Mitarbeitenden und aktiven Verträgen eine Aktiengesellschaft ist und sein/e Inhaber/in beschließt, sich zur Ruhe zu setzen oder andere Unternehmungen zu verfolgen, kann der/die Inhaber/in seine/ihre Anteile einfach an eine andere Partei verkaufen. Der Übergang mag auf Ebene der Anteilseigner/innen spürbar sein, aber für Mitarbeitende, Kunden/Kundinnen und Partner/innen ändert sich nichts.
Im Gegensatz dazu erfordern Inhaberwechsel in Einzelunternehmen und Personengesellschaften häufig eine Neuverhandlung von Verträgen, die Wiederherstellung von Beziehungen und manchmal sogar eine Umstrukturierung des Geschäftsmodells. Für langjährige Kundinnen und Kunden oder Auftraggeber/innen kann dies den täglichen Betrieb stören, Unsicherheit schaffen und möglicherweise Beziehungen gefährden, deren Aufbau Jahre gedauert hat.
Darüber hinaus ist der Vorgang des Verkaufs von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft weltweit etabliert und anerkannt, und es gibt viele Börsen, Makler/innen und regulatorische Rahmenbedingungen, die dies erleichtern. Kapitalgesellschaften bieten auch eine klare Ausstiegsstrategie, was besonders für Venture Capitalist und Angel-Investoren/Investorinnen attraktiv ist, die durch den Verkauf ihrer Anteile zu einem späteren Zeitpunkt eine Rendite auf ihre Investitionen erwarten.
4. Glaubwürdigkeit und Wachstumspotenzial
Die Gründung einer Kapitalgesellschaft kann dazu beitragen, den Ruf und die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens in den Augen der Stakeholder zu stärken. Dieser Mechanismus signalisiert dem externen Markt, dass ein Unternehmen auf langfristiges Wachstum ausgerichtet ist und die notwendigen Formalitäten unternommen hat, um seine Präsenz in der Branche zu festigen.
Aus Kundensicht kann eine Kapitalgesellschaft im Vergleich zu einem Unternehmen ohne Rechtspersönlichkeit ein höheres Maß an Zuverlässigkeit aufweisen. Zum Beispiel durchlaufen Kapitalgesellschaften strengere Berichtsabläufe, die sie für ihre Produkte oder Dienstleistungen verantwortlicher machen könnten.
Auch Lieferanten bevorzugen möglicherweise die Zusammenarbeit mit Unternehmen im Rahmen langfristiger Verträge oder Kooperationen. Aufgrund ihrer formalen Strukturen sind Unternehmen weniger flexibel und daher weniger anfällig für plötzliche Veränderungen. Dies kann zu günstigeren Konditionen oder einer größeren Bereitschaft zur Aushandlung von Vereinbarungen führen.
Investoren/Investorinnen entscheiden sich oft für eine Kapitalgesellschaft, wenn sie überlegen, wo sie ihre Mittel anlegen sollen. Dies liegt daran, dass die Gründung einer Kapitalgesellschaft ein Bekenntnis zu Wachstum und Nachhaltigkeit darstellt und Kapitalgesellschaften klarere Mechanismen für die Rechte und den Schutz der Anteilseigner/innen bieten, wodurch die Investition weniger riskant erscheint.
Für Unternehmen mit ehrgeizigen Wachstumsplänen, beispielsweise solche, die erhebliche externe Investitionen anstreben oder einen Börsengang in Betracht ziehen, ist die Gründung einer Kapitalgesellschaft oft eine unverzichtbare Voraussetzung. Externe Investoren/Investorinnen und Kapitalmärkte verlangen die Transparenz, die Führungsstrukturen und den Aktionärsschutz, die mit dem Status einer Kapitalgesellschaft einhergehen.
5. Besserer Zugang zu Capital
Kapitalgesellschaften verfügen über strukturelle Vorteile, die sie bei der Kapitalbeschaffung in eine starke Position bringen. Einer davon ist die Möglichkeit, Aktien auszugeben. Wenn eine Kapitalgesellschaft Aktien verkauft, bietet sie Investorinnen und Investoren Anteile am Unternehmen an. Diese Investorinnen und Investoren, motiviert durch die Aussicht auf Dividenden oder Wertsteigerungen der Aktien, stellen der Kapitalgesellschaft das benötigte Kapital zur Verfügung. Investorinnen und Investoren können Aktien schnell an Börsen kaufen oder verkaufen. Dies verschafft den Inhaberinnen und Inhabern ein Maß an Liquidität, das in anderen Unternehmensstrukturen nur schwer zu erreichen ist.
Ein weiterer Weg, der Kapitalgesellschaften offen steht, ist die Emission von Anleihen. Im Gegensatz zu Aktien, die einen Teil des Eigentums bieten, sind Anleihen im Wesentlichen Darlehen von Investorinnen und Investoren an die Kapitalgesellschaft. Das Unternehmen verpflichtet sich, den Nennbetrag der Anleihe nach einer festgelegten Frist zusammen mit regelmäßigen Zinszahlungen zurückzuzahlen. Dieser Mechanismus bietet Kapitalgesellschaften eine Methode, um erhebliche Mittel zu beschaffen, ohne den Unternehmensbesitz zu verwässern.
Mit mehr Kapital können Kapitalgesellschaften stärker in Forschung und Entwicklung investieren, ehrgeizige Projekte verfolgen, andere Unternehmen erwerben oder in neue Märkte expandieren.
6. Einfachere Übertragung von Anteilen
Die Struktur einer Aktiengesellschaft bietet einen wesentlichen Vorteil, wenn es um die Übertragung von Anteilen geht. Aktien, die von ihrer Konzeption her modulare Anteilseinheiten sind, können relativ einfach verkauft oder übertragen werden, was den gesamten Vorgang transparenter und überschaubarer macht. Wenn jemand eine ausreichende Anzahl davon erwirbt, erhält er einen proportionalen Anteil am Unternehmen.
Einzelunternehmen und Personengesellschaften verfügen nicht über dieses modulare System. Die Übertragung von Anteilen bedeutet oft, dass Vereinbarungen, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten überprüft und möglicherweise vertragliche Verpflichtungen neu verhandelt werden müssen. Dies kann ein komplexer und langwieriger Vorgang sein.
Das aktienbasierte System in Kapitalgesellschaften wird hingegen durch einen robusten rechtlichen Rahmen gestützt. Es gibt klare Regeln darüber, wie Aktien verkauft werden können, welche Rechte sie verleihen und wie Streitigkeiten im Zusammenhang mit ihnen beigelegt werden. Diese Klarheit fehlt oft in den weniger formalisierten Strukturen von Einzelunternehmen und Personengesellschaften, wo Unklarheiten zu Streitigkeiten führen können.
7. Separate Bonitätsbewertung
Kapitalgesellschaften haben die Möglichkeit, eine von ihren Inhaberinnen und Inhabern getrennte Bonität aufzubauen. Diese Trennung bedeutet, dass das Finanzverhalten und die Bonitätshistorie der einzelnen Inhaber/innen keinen direkten Einfluss auf die Kreditwürdigkeit der Kapitalgesellschaft haben. Die Kreditwürdigkeit der Kapitalgesellschaft wird durch ihr Finanzverhalten bestimmt, einschließlich ihrer Zahlungshistorie, ihrer Schuldenlast und ihrer Finanzverwaltung.
Eine Kapitalgesellschaft mit einer guten Bonität kann möglicherweise leichter größere Kredite oder günstigere Zinssätze erhalten als eine Einzelperson oder ein nicht eingetragenes Unternehmen. Im Laufe der Zeit können diese günstigen Konditionen zu erheblichen Einsparungen und finanziellen Vorteilen für die Kapitalgesellschaft führen.
Darüber hinaus kann eine separate Bonitätseinstufung den Inhaberinnen und Inhabern einen zusätzlichen Schutz bieten. Wenn die Kapitalgesellschaft in finanzielle Schwierigkeiten gerät oder einen Kredit nicht zurückzahlen kann, bleiben die persönlichen Bonitätsbewertungen der Inhaber/innen geschützt, solange die Unternehmensformalitäten eingehalten werden und keine persönliche Bürgschaft vorliegt.
Die Aufrechterhaltung einer separaten Unternehmensbonität kann auch die Beziehungen zu Lieferanten und Zulieferern verbessern. Da viele Lieferanten die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens bewerten, bevor sie Konditionen anbieten oder langfristige Verträge abschließen, kann eine gute Unternehmensbonität zu besseren Konditionen führen, wie z. B. längeren Zahlungsfristen und Rabatten. Dies kann die betriebliche Effizienz und Rentabilität steigern.
8. Einzigartige Mitarbeitervergünstigungen
Kapitalgesellschaften können Vergünstigungen wie Aktienoptionen anbieten, die für potenzielle und bestehende Mitarbeitende einen attraktiven Anreiz darstellen können. Diese Möglichkeit spielt eine bedeutende Rolle in den Rekrutierungs- und Bindungsstrategien vieler Unternehmen, insbesondere wenn sie in wettbewerbsintensiven Branchen um Spitzenkräfte konkurrieren.
Aktienoptionen gewähren Mitarbeitenden das Recht, eine bestimmte Anzahl von Aktien des Unternehmens zu einem vorher festgelegten Preis zu erwerben. Wenn der Wert der Unternehmensaktien über diesen Preis steigt, können die Mitarbeitende ihre Aktien verkaufen und einen Gewinn erzielen.
Für potenzielle neue Mitarbeitende, insbesondere für Führungskräfte oder Mitarbeitende mit besonderen Fachkenntnissen, können Aktienoptionen den Ausschlag geben, wenn sie sich zwischen verschiedenen Stellenangeboten entscheiden müssen.
Aktienoptionen können auch eine wichtige Rolle bei der Mitarbeiterbindung spielen. Der typische Ausübungsplan für Aktienoptionen sieht vor, dass Mitarbeitende eine bestimmte Zeit im Unternehmen bleiben müssen, bevor sie ihre Optionen vollständig nutzen können. Dies schafft einen Anreiz für langfristiges Engagement und verringert die Wahrscheinlichkeit von Fluktuationen, wodurch die Rekrutierungskosten sinken und das institutionelle Wissen sowie der Teamzusammenhalt gestärkt werden.
Angels und andere Arten von Investorinnen und Investoren – ein Vergleich
Bevor Sie sich um eine Finanzierung durch Angels bemühen, sollten Sie sich mit anderen Arten von Start-up-Investorinnen und -Investoren vertraut machen. Hier finden Sie einen Überblick über die Investitionsmöglichkeiten:
Venture Capitalists (VCs): VCs sind Unternehmen oder Einzelpersonen, die in Start-ups mit starkem Wachstumspotenzial investieren, in der Regel im Austausch gegen Anteile. Im Gegensatz zu Angel-Investorinnen und -Investoren investieren sie in der Regel in den späteren Phasen der Entwicklung eines Start-ups, nachdem das Unternehmen eine gewisse Markttraktion gezeigt hat. VCs investieren größere Geldsummen als Angel-Investorinnen und -Investoren und beeinflussen die Ausrichtung des Unternehmens normalerweise stärker. Sie streben erhebliche Renditen an und verfolgen in der Regel einen aggressiveren Ansatz, um das Geschäft zu skalieren und innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens einen Ausstieg zu erreichen.
Seed-Fonds: Dabei handelt es sich um spezialisierte VC-Fonds, die sich auf Frühphaseninvestitionen konzentrieren, oft vor Angel-Investitionen und größeren VC-Runden. Sie investieren in Start-ups, die das Konzeptstadium hinter sich gelassen haben und ein Minimum Viable Product (MVP) oder eine gewisse anfängliche Traktion aufweisen.
Inkubatoren und Accelerators: Diese Programme unterstützen junge Unternehmen durch Schulungen, Mentoring und Finanzierung. Inkubatoren konzentrieren sich meist auf die anfängliche Entwicklungsphase und helfen Gründerinnen und Gründern dabei, Ideen in ein tragfähiges Unternehmen zu verwandeln. Accelerators hingegen zielen darauf ab, das Wachstum bestehender Unternehmen über einen kurzen Zeitraum schnell zu steigern.
Unternehmensinvestoren: Einige Unternehmen investieren in Start-ups, um Zugang zu innovativen Technologien zu erhalten, neue Märkte zu erschließen oder strategische Partnerschaften zu pflegen. Diese Investoren können wichtige Ressourcen bieten, streben aber möglicherweise mehr als nur finanzielle Rendite an, wie z. B. eine Beteiligung an der Technologie oder die Kontrolle über die Ausrichtung des Unternehmens.
Crowdfunding: Dabei werden kleine Geldbeträge von einer großen Anzahl von Personen gesammelt, in der Regel über Online-Plattformen. Crowdfunding kann eine gute Option für Start-ups sein, die ihr Produkt einem breiten Publikum vorstellen, mit potenziellen Kundinnen und Kunden in Kontakt treten und Geld beschaffen möchten, ohne Anteile aufzugeben oder Schulden aufzunehmen.
Staatliche Fördermittel und Subventionen: In einigen Branchen – insbesondere im Zusammenhang mit wissenschaftlicher Forschung, sauberen Technologien oder sozialen Auswirkungen – können staatliche Fördermittel und Subventionen erhebliche Finanzmittel liefern, ohne das Eigenkapital zu verwässern.
Peer-to-Peer-Kredite und Fremdfinanzierung: Die Fremdfinanzierung umfasst Kredite von Finanzinstituten oder Peer-to-Peer-Kreditplattformen. Diese Art der Finanzierung ist für Start-ups in der Frühphase in der Regel schwieriger zu sichern. Außerdem muss ein Start-up den Kredit dabei mit Zinsen zurückzahlen, allerdings ohne Verwässerung der Eigentumsverhältnisse.
Family Offices: Vermögende Familien haben oft private Vermögensverwaltungsberatungen, so genannte Family Offices, die direkt in Start-ups investieren. Diese Investoren können erhebliche Finanzmittel bereitstellen und sind im Vergleich zu traditionellen VCs möglicherweise an längerfristigen Investitionen interessiert.
Angel-Gruppen und Syndikate: Im Gegensatz zu einzelnen Angel-Investorinnen und -Investoren bündeln Angel-Gruppen oder Syndikate Ressourcen, um in Start-ups zu investieren. Diese Gruppen können größere Kapitalsummen bereitstellen und das Know-how und die Netzwerke mehrerer Investorinnen und Investoren kombinieren.
Jeder Investorentyp bringt unterschiedliche Vorteile, Erwartungen und Beteiligungsgrade mit sich. Start-ups sollten ihr Entwicklungsstadium, ihre Branche, ihren Finanzierungsbedarf und die Art der strategischen Beziehungen, die sie pflegen möchten, sorgfältig abwägen, bevor sie sich entscheiden, welchen Investorentyp sie ansprechen möchten.
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