E-Geld-Institute in Deutschland

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  1. Einführung
  2. Was sind E-Geld-Institute und wie unterscheiden sie sich von traditionellen Banken?
    1. Unterschiede zum herkömmlichen Bankwesen
    2. Die Rolle von Technologie und Lizenzen
  3. Warum sind E-Geld-Institute für Unternehmen wichtig?
    1. Schnelle und sichere Bezahlvorgänge
  4. Welche Regularien gelten für E-Geld-Institute in Deutschland?
    1. Aufgaben der Deutschen Bundesbank bei der Regulierung von E-Geld-Instituten
  5. So gründen Sie ein E-Geld Institut in Deutschland

Elektronisches Geld und die Institute, die es verwalten, spielen eine immer wichtigere Rolle in der modernen Finanzwelt. Doch was genau sind E-Geld-Institute und wie unterscheiden sie sich von traditionellen Banken?

In diesem Artikel erklären wir rechtliche Grundlagen, die Funktionsweise sowie die Besonderheiten von E-Geld-Instituten und zeigen Ihnen, warum sie für Unternehmen eine attraktive Alternative für digitale Zahlungen und internationale Transaktionen darstellen. Gleichzeitig erhalten Sie einen Überblick, welche Schritte zur Gründung eines E-Geld Instituts erforderlich sind.

Worum geht’s in diesem Artikel?

  • Was sind E-Geld-Institute und wie unterscheiden sie sich von traditionellen Banken?
  • Warum sind E-Geld-Institute für Unternehmen wichtig?
  • Welche Regularien gelten für E-Geld-Institute in Deutschland?
  • So gründen Sie ein E-Geld Institut in Deutschland

Was sind E-Geld-Institute und wie unterscheiden sie sich von traditionellen Banken?

Der Begriff „E-Geld-Institut“ ist in § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG) definiert. E-Geld-Institute sind Unternehmen, die elektronische Zahlungsinstrumente ausgeben und verwalten. Sie erbringen Dienstleistungen, mit denen Kundinnen und Kunden Zahlungen elektronisch durchführen können, ohne sich auf Bargeld oder herkömmliche Bankkonten stützen zu müssen. „E-Geld“ steht für „elektronisches Geld“ und bezieht sich auf digitale Alternativen zu physischen Zahlungsmitteln wie Münzen und Geldscheinen. Die Nutzer/innen greifen über Smartphones, Computer oder spezielle Karten auf E-Geld zu. Beispiele für E-Geld sind Gutschriften auf Prepaid-Karten, Digital Wallets oder Online-Zahlungsdienstleistungen.

Unterschiede zum herkömmlichen Bankwesen

Im Gegensatz zu herkömmlichen Banken, die in Deutschland nach dem Kreditwesengesetz reguliert sind, dürfen E-Geld-Institute keine traditionellen Bankgeschäfte betreiben. Darunter fallen die Kreditvergabe und die Annahme von Einlagen. Aufgrund ihres begrenzten Tätigkeitsbereichs unterliegen E-Geld-Institute besonderen rechtlichen Vorschriften, die weniger umfassend sind als die für Banken.

Die Hauptaufgabe eines E-Geld-Instituts besteht darin, E-Geld auszugeben und sicherzustellen, dass Nutzer/innen Transaktionen durchführen können, einschließlich Zahlungen an Online-Shops, Überweisungen an andere Nutzer/innen oder Zahlungen an digitalen und physischen Verkaufsstellen. Diese Institute bieten oft bessere Tarife als Banken, insbesondere für internationale Zahlungen, da sie niedrigere Wechselkurse und Gebühren anbieten.

Die Rolle von Technologie und Lizenzen

Technologie ist für E-Geld-Institute wichtig, da sie digitale Plattformen und erweiterte Sicherheitsmechanismen nutzen, um schnelle und sichere Zahlungen zu gewährleisten. Infolgedessen sind E-Geld-Institute bei der Einführung neuer Zahlungsmethoden oft flexibler und innovativer. Die geringen regulatorischen Anforderungen ermöglichen E-Geld-Instituten weitere Vorteile, da sie ihre Dienste oft günstiger und schneller anbieten können als herkömmliche Banken.

Eine reduzierte Regulierung ist jedoch auch mit Einschränkungen verbunden. So darf ein E-Geld-Institut beispielsweise die Geldmittel seiner Kundinnen und Kunden nicht für Investitionen verwenden, während herkömmliche Banken auf diese Weise Gewinne erzielen. Stattdessen finanzieren sich E-Geld-Institute über die Gebühren, die sie für ihre Dienstleistungen erheben.

E-Geld- und Zahlungsinstitute benötigen eine Geschäftslizenz. Diese Lizenz wird von der zuständigen nationalen Finanzaufsichtsbehörde in der EU ausgestellt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) führt alle Zahlungs- und E-Geld-Institute in Deutschland in einem Register auf.

Warum sind E-Geld-Institute für Unternehmen wichtig?

E-Geld-Institute ermöglichen es Firmen, Zahlungen digital zu empfangen, ohne auf komplizierte Bankprozesse angewiesen zu sein. Da sich E-Geld-Institute meist auf einen oder wenige Geschäftsvorgänge fokussieren, können sie diese optimal gestalten. In der Folge sind die Kostenstruktur und die Prozessgeschwindigkeit oft deutlich besser als bei Universalbanken. Besonders im Online-Handel profitieren Unternehmen von den Diensten der E-Geld-Institute. Kundinnen und Kunden können einfach und sicher Online-Zahlungen vornehmen, was den Kaufprozess beschleunigt und die Kundenzufriedenheit steigert.

Schnelle und sichere Bezahlvorgänge

Die globalen Zahlungsdienste von E-Geld-Instituten erleichtern es Unternehmen, international zu agieren. Sie bieten Währungsumrechnungen zu günstigen Konditionen und ermöglichen schnelle grenzüberschreitende Transaktionen. Das ist besonders interessant für Unternehmen, die in verschiedenen Ländern tätig sind oder mit internationalen Partnerinnen und Partnern zusammenarbeiten. E-Geld-Institute bieten auch Lösungen für die Bezahlung von (freien) Mitarbeitenden, zuliefernden Unternehmen oder anderen Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern. Diese können schnell und kostengünstig direkt auf Digital Wallets überwiesen werden.

Darüber hinaus arbeiten viele E-Geld-Institute mit innovativen Technologien, wie zum Beispiel mobilen Apps und API-Schnittstellen. Unternehmen können diese in ihre eigenen Systeme integrieren, um maßgeschneiderte Zahlungslösungen zu entwickeln. Das erhöht die Effizienz und verbessert die Benutzererfahrung für Kundinnen und Kunden. Für Start-ups und kleine Unternehmen sind E-Geld-Institute besonders attraktiv, da sie eine flexible Alternative zu traditionellen Bankkonten darstellen. Firmen können schnell ein Konto eröffnen und direkt mit dem Zahlungsverkehr starten, ohne umfangreiche Formalitäten durchlaufen zu müssen.

Stripe begleitet Unternehmen als E-Geld Institut mit Stripe Payments in die ganze Welt – online und vor Ort. Über 100 Zahlungsmethoden und ein schneller, lokalisierter Bezahlvorgang schaffen ein nahtloses Kundenerlebnis und beschleunigen die Expansion in neue Märkte.

Welche Regularien gelten für E-Geld-Institute in Deutschland?

E-Geld-Institute in Deutschland unterliegen strengen rechtlichen Vorschriften, die die Sicherheit der Geldmittel von Kunden/Kundinnen und die Stabilität des Finanzsystems gewährleisten sollen. Diese Vorschriften basieren auf dem ZAG, das die EU-Richtlinien zu elektronischem Geld und Zahlungsdienstleistungen in nationales Recht umsetzt.

Lizenz

Jedes E-Geld-Institut muss über eine Lizenz der BaFin verfügen, um in Deutschland tätig zu sein. Um diese Lizenz zu erhalten, muss das Institut strenge Anforderungen erfüllen, darunter ein solides Geschäftsmodell, transparente Strukturen und geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche. Das E-Geld-Institut muss außerdem sicherstellen, dass die Geschäftsführung zuverlässig und fachlich qualifiziert ist.

Schutz der Geldmittel von Kunden/Kundinnen

E-Geld-Institute müssen die Geldmittel, die sie von ihren Kundinnen und Kunden erhalten, von ihren Vermögenswerten trennen. Dazu müssen sie das Geld auf separate Konten bei Banken einzahlen oder eine Versicherung abschließen. Dadurch werden Gelder von Kundinnen und Kunden geschützt, auch wenn das E-Geld-Institut Insolvenz anmelden muss.

Kontinuierliche Aufsicht

E-Geld Institute unterliegen der laufenden Aufsicht der BaFin. Sie müssen regelmäßig Berichte einreichen, die ihre finanzielle Lage und Compliance mit rechtlichen Anforderungen belegen. Darüber hinaus kann die BaFin Institute prüfen, um sicherzustellen, dass alle Anforderungen erfüllt werden.

Kein Kredit- oder Einlagengeschäft

E-Geld-Instituten ist es verboten, herkömmliche Bankgeschäfte auszuüben. Ihr Geschäft beschränkt sich auf die Ausgabe von E-Geld und die Erbringung von Zahlungsdienstleistungen. Außerdem dürfen sie E-Geld nur bis zur Höhe der erhaltenen Geldmittel ausgeben, was verhindert, dass die Institute übermäßige Risiken eingehen.

Datenschutz

E-Geld-Institute müssen die personenbezogenen Daten ihrer Kundinnen und Kunden schützen und die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erfüllen. Sie müssen sicherstellen, dass Daten nicht ohne Autorisierung verwendet oder weitergegeben werden.

Bekämpfung von Geldwäsche

E-Geld-Institute müssen strenge Maßnahmen ergreifen, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern. Diese umfassen die Identifizierung ihrer Kundinnen und Kunden, die Überwachung von Transaktionen und die Meldung verdächtiger Aktivitäten an die zuständigen Behörden.

Die Vorschriften gelten nicht nur für Unternehmen mit Sitz in Deutschland. Auch ausländische E-Geld-Institute, die ihre Dienstleistungen in Deutschland anbieten möchten, unterliegen der Regulierung. Sie müssen sich bei der BaFin registrieren oder mit einem lizenzierten Partner wie Stripe zusammenarbeiten. So bietet Stripe Connect Unternehmen in Deutschland beispielsweise eine E-Geld-Lizenz an und deckt alle Compliance-Anforderungen ab. Unternehmen müssen die Kriterien für eine E-Geld-Lizenz also nicht mehr selbst erfüllen.

Aufgaben der Deutschen Bundesbank bei der Regulierung von E-Geld-Instituten

Neben der BaFin übernimmt die Deutsche Bundesbank einige wichtige Aufgaben und Zuständigkeiten im Einklang mit den rechtlichen Anforderungen an E-Geld-Institute.

Überwachung und Regulierung

Die Bundesbank übernimmt Aufgaben im Zuge der Erteilung von Lizenzen an E-Geld-Institute und unterstützt die BaFin bei der Antragsprüfung. Zudem überwacht die Bundesbank die Compliance der Institute mit aufsichtsrechtlichen Bestimmungen wie Kapitalanforderungen und Liquidität.
Gewährleistung von Stabilität
Durch die Überwachung der Risiken, die mit E-Geld-Instituten verbunden sein können, trägt die Bundesbank zur Sicherung der finanziellen Stabilität des E-Geld-Sektors bei. Dies umfasst die Analyse der von diesen Instituten eingereichten Daten und Berichte.

Audits und Berichterstattung

E-Geld-Institute sind verpflichtet, der Bundesbank regelmäßig Berichte über ihre Geschäftstätigkeit, ihre Finanzlage und ihre Risikopositionen zu übermitteln. Die Bundesbank erhebt und analysiert diese Daten und erstellt entsprechende Statistiken.

Mit ihren Kontroll- und Aufsichtsfunktionen trägt die Bundesbank indirekt auch zum Schutz der Nutzer/innen von E-Geld-Dienstleistungen bei, indem sie für einen soliden und rechtskonformen Betrieb der Institute sorgt. Zudem arbeitet die Bundesbank eng mit der BaFin und anderen nationalen und internationalen Aufsichtsbehörden zusammen und analysiert laufend die Entwicklung des E-Geld-Sektors und seine Bedeutung für die Wirtschaft.

So gründen Sie ein E-Geld Institut in Deutschland

Die Gründung eines E-Geld Instituts erfordert eine gründliche Planung, ausreichende finanzielle Mittel und die Erfüllung strenger gesetzlicher Anforderungen. Wenn Sie in Deutschland selbst ein E-Geld Institut gründen möchten, ist ein komplexer Prozess nötig, der mehrere Schritte erfordert. Diese dienen dazu, die rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen zu erfüllen. Die Gründung eines E-Geld Instituts wird durch das ZAG geregelt und erfordert eine Lizenz der BaFin.

Vereinfachen lassen sich diese Schritte über die Zusammenarbeit mit Stripe und mit der Lösung Stripe Connect. Mit Connect stellt Stripe eine Zahlungsplattform zur Verfügung, die es Unternehmen ermöglicht, Zahlungen nahtlos an Dritte weiterzuleiten. Sie unterstützt verschiedene Geschäftsmodelle, ermöglicht es Nutzer/innen, Zahlungsflüsse zu automatisieren, Auszahlungen weltweit vorzunehmen und gesetzliche Anforderungen wie Steuerberichte zu erfüllen. Die Plattform bietet flexible APIs, die sich leicht in bestehende Systeme integrieren lassen, und unterstützt eine Vielzahl von Währungen sowie Zahlungsmethoden.

Geschäftsmodell entwickeln

Im ersten Schritt müssen Sie ein Geschäftsmodell erstellen. In diesem beschreiben Sie die geplanten Dienstleistungen, die Zielgruppe und die Funktionsweise des E-Geld Systems. Es muss deutlich werden, wie Sie E-Geld ausgeben und Zahlungen abwickeln wollen. Ein solider Geschäftsplan ist die Basis, damit Sie die Rentabilität Ihres Unternehmens untermauern.

Qualifizierte Unternehmensleitung bestimmen

Die Geschäftsleiter/innen müssen zuverlässig und fachlich geeignet sein. Das bedeutet, sie sollten Erfahrung im Finanzsektor haben und nachweisen können, dass sie die gesetzlichen Vorschriften kennen und fachlich in der Lage sind, diese einzuhalten. Im Lizenzierungsprozess werden auch die Gesellschafter/innen des Unternehmens überprüft.

Juristische Person gründen

Der nächste Schritt ist die Gründung einer juristischen Person, beispielsweise einer GmbH oder AG. Diese Gesellschaft müssen Sie in Deutschland registrieren. Das Stammkapital für ein E-Geld Institut beträgt 350.000 Euro – dieses Kapital muss vollständig eingezahlt und nachgewiesen werden.

Maßnahmen zum Schutz der Kundengelder einrichten

Sie müssen nachweisen, wie Sie Kundengelder vom eigenen Vermögen trennen. Dies kann durch Treuhandkonten bei Banken oder Versicherungen geschehen. Außerdem müssen detaillierte Verfahren zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung beschrieben werden.

Antrag auf Erteilung einer E-Bank-Lizenz stellen

Dieser Antrag muss detaillierte Informationen enthalten, darunter das Geschäftsmodell, die interne Organisation, die geplanten Sicherheitsmaßnahmen und das Risikomanagement. Zudem sind Unterlagen wie der Gesellschaftsvertrag und Nachweise über das eingezahlte Kapital einzureichen.

Prüfung durch die BaFin

Nach der Einreichung prüft die BaFin Ihre Unterlagen. Dieser Prozess kann mehrere Monate dauern. Während der Prüfung können Rückfragen entstehen, die Sie als Antragsteller/in beantworten müssen. Verläuft die Prüfung erfolgreich, erteilt die BaFin Ihnen die Lizenz, als E-Geld Institut tätig zu sein.

Stetige Berichterstattung und laufende Anforderungen erfüllen

Nach der Lizenzierung sind Sie für Ihr E-Geld Institut zu einer regelmäßigen Berichterstattung an die BaFin verpflichtet, um die Einhaltung der Vorschriften zu dokumentieren. Darüber hinaus sind interne Kontrollen und Audits zu installieren, welche die Sicherheit und Stabilität Ihres E-Geld Instituts gewährleisten.

Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.

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