Nach Daten des Startup Observatory der Bankinter Innovation Foundation stieg die Zahl der Investitionsdeals bei spanischen Start-ups im Jahr 2025 im Jahresvergleich um 11 %. Obwohl der insgesamt investierte Betrag um 3 % niedriger war als im Vorjahr, gibt das Nationale Forum für aufstrebende Unternehmen (Foro Nacional de Empresas Emergentes) an, dass es optimistisch bleibt, zwei Jahre in Folge die Marke von jährlich 3,1 Mrd. € zu übertreffen.
Diese Stabilität kann für Anleger/innen attraktiv sein, zusätzlich zu den hohen Renditen, die viele Start-ups bieten, insbesondere schnell wachsende. In diesem Artikel erklären wir, wie man in spanische Start-ups investiert, und analysieren die Veränderungen in jeder Phase des Unternehmens. Dies kann Anleger/innen helfen, fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, wo sie ihr Kapital investieren.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die frühen Phasen eines Start-ups können für Anleger/innen am profitabelsten sein. Allerdings können diese Phasen auch ein höheres Risiko bergen.
- Expansionsphasen bieten weniger Wachstum, gleichen dies jedoch durch größere Stabilität aus. Dies kann risikoaverse Anleger/innen ansprechen.
- In Spanien können Privatpersonen und Fachleute, die in Start-ups investieren, von wichtigen Steuervorteilen profitieren, wie etwa einem Einkommensteuerabzug (IRPF) in Höhe von 50 % des investierten Kapitals. Um davon zu profitieren, müssen sie Anforderungen hinsichtlich des Alters des Unternehmens, der maximalen Beteiligung und der Mindesthaltedauer erfüllen.
Wie können Investor/innen in spanische Start-ups investieren?
Um in ein Start-up zu investieren, benötigen Investor/innen weder Kontakte im unternehmerischen Umfeld noch ein beträchtliches Vermögen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu investieren, die mit unterschiedlichen Mindestbeträgen und Graden der Beteiligung verbunden sind. Nachfolgend stellen wir einige der gängigsten vor.
Crowdfunding-Plattformen:
Beim Equity-Crowdfunding erwerben Investor/innen Unternehmensanteile. Es ermöglicht mehreren Investor/innen, über eine Plattform Kapital in dasselbe Start-up einzubringen.
Obwohl dies die Investitionsmöglichkeit mit dem niedrigsten Mindestinvestitionsbetrag ist, gehört sie auch zu den am stärksten regulierten. Zum Beispiel benötigen diese Plattformen eine Autorisierung für den Betrieb und werden von der Nationalen Wertpapiermarktkommission (CNMV) beaufsichtigt. Wenn die Plattform von einem anderen EU-Mitgliedstaat aus operiert, wird sie von der entsprechenden Behörde im jeweiligen Heimatland beaufsichtigt.
Eine der führenden Crowdfunding-Plattformen in Spanien ist Crowdcube. Diese Plattform hat eine Vereinbarung mit Stripe, um bestimmten finanzierten Start-ups Vorteile zu bieten, einschließlich Guthaben für die Zahlungsabwicklung mit Stripe Payments.
Verordnung (EU) 2020/1503 enthält mehrere Schutzmaßnahmen für Personen, die ohne vorherige Erfahrung investieren. Zum Beispiel ist es erforderlich, einen anfänglichen Wissenstest zu bestehen sowie einen Risikohinweis zu prüfen und zu akzeptieren, wenn die Investition bestimmte Schwellenwerte überschreitet. Es ist auch eine Bedenkzeit von vier Kalendertagen vorgesehen, um das Angebot zu widerrufen.
Investmentnetzwerke und -clubs
Diese Gruppen bringen einzelne Investor/innen zusammen, die Geschäfte gemeinsam analysieren und zusammen in derselben Runde investieren. Jede Investorin und jeder Investor trägt einen Teil des Gesamtbetrags bei, was als „Syndizierung“ bezeichnet wird. Typischerweise leitet eine Person die Transaktion und verhandelt die Konditionen, während die anderen kleinere Beiträge leisten.
Diese Art der Investition ist ein Mittelweg zwischen Crowdfunding-Plattformen und Direktinvestitionen. Sie erfordert mehr Kapital als Crowdfunding. Sie bietet jedoch auch Zugang zu Geschäften, die nicht auf den offenen Markt gelangen und von erfahreneren Fachleuten bewertet werden.
Direktinvestition als Business Angels
Direkt zu investieren bedeutet, einem Start-up Kapital zur Verfügung zu stellen und die Eintrittskonditionen persönlich auszuhandeln. Diese Option bietet die größte Kontrolle über die Konditionen, wie z. B. die Beteiligungsquote, Informationsrechte und Klauseln zum Schutz von Gesellschaftervereinbarungen. Darüber hinaus ist diese Investitionsmöglichkeit auch diejenige, die am stärksten vom Urteilsvermögen der Investorin oder des Investors abhängt.
Bei dieser Art der Investition geht der Beitrag typischerweise über finanzielle Mittel hinaus. Zum Beispiel investieren viele Business Angels in Branchen, die sie gut kennen, und unterstützen das Team mit Kontakten und Erfahrung.
Venture Capital-Fonds
Venture Capital-Fonds investieren in die Portfolios von Start-ups, die von professionellen Teams verwaltet werden. Dadurch wird das Risiko auf mehrere Beteiligungen gestreut, anstatt es auf eine einzige zu konzentrieren.
Obwohl der Zugang zu diesem Weg in der Regel professionellen Investor/innen vorbehalten ist, bietet Artikel 75 des Gesetzes 22/2014 zwei Möglichkeiten für nicht professionelle Investor/innen, sich zu beteiligen:
- Mindestinvestition von 100.000 €: Die Verpflichtung muss schriftlich in einem vom Vertrag getrennten Dokument erklärt werden und die Kenntnis der Risiken anerkennen.
- Mindestinvestition von 10.000 €: Wenn das finanzielle Vermögen der Investorin oder des Investors 500.000 € nicht übersteigt, reduziert sich die Mindestinvestition auf 10.000 €. Sie darf jedoch nicht mehr als 10 % ihres oder seines finanziellen Vermögens ausmachen. Die Investition muss zudem durch die Empfehlung einer vermittelnden Person, die beratend tätig ist, abgesichert sein.
Ein Teil des Kapitals in spanischen Fonds stammt aus öffentlichen Quellen. Eines der wichtigsten Beispiele ist Fond-ICO Global, der seit 2013 in private Fonds investiert, die von Unternehmen ausgewählt werden.
Wie man eine Investition formalisiert
In jedem dieser Szenarien wird die Kapitalbeteiligung in der entsprechenden Unternehmenstransaktion dokumentiert. Wenn die Transaktion über eine Plattform, ein Netzwerk oder einen Fonds abgewickelt wird, werden darüber hinaus die weiteren Konditionen typischerweise in einer Gesellschaftervereinbarung dokumentiert. Dies umfasst unter anderem Bewertung, prozentualen Anteil, Informationsrechte und Exit-Konditionen.
Bei Beiträgen aus dem engeren Kreis der Gründer/innen ist es üblich, diesen Detaillierungsgrad nicht zu erreichen. Die Kapitaleinlage wird weiterhin in der Unternehmenstransaktion dokumentiert, jedoch ohne eine ausgehandelte Bewertung oder eine Gesellschaftervereinbarung. In diesen Fällen verzichtet die Investorin oder der Investor auf Mechanismen, die ihre oder seine Position schützen, wie z. B. Verwässerungsschutzklauseln oder Exit-Konditionen.
Wann Sie in ein spanisches Start-up investieren sollten
Investitionen können sich je nach Phase des Start-ups ändern. Unter anderem variieren die Bewertung des Unternehmens, die potenzielle Rendite und die damit verbundenen Risiken.
Im Folgenden gehen wir näher auf die Phasen eines Start-ups ein. Dies kann Anlegerinnen und Anlegern helfen, die beste Investitionsphase auf der Grundlage der potenziellen Risiken zu bestimmen.
Pre-Seed
Dies ist die Anfangsphase, in der die Gründerin oder der Gründer die Geschäftsidee entwickelt und die Rentabilität des Produkts oder der Dienstleistung bewertet. Die Bereitstellung von Pre-Seed-Kapital ist mit einem hohen Risiko verbunden. Die Bewertung des Start-ups ist jedoch in der Regel recht niedrig, was bedeutet, dass die potenzielle Rendite hoch sein kann, wenn das Start-up einen erfolgreichen Businessplan entwickelt.
Daten des Startup Observatory zeigen, dass die Pre-Seed-Phase im Jahr 2025 rund 2 % der Investitionsgeschäfte mit spanischen Start-ups ausmachte.
Seed
In dieser Phase ist das Projekt auf den Markt gekommen und das Unternehmen entwickelt Marketing-Taktiken, um die Bekanntheit in der breiten Öffentlichkeit zu steigern. Wie das Startup Observatory feststellte, verzeichnete die Seed-Phase im Jahr 2025 mit über 23 % aller Investitionsrunden die zweithöchste Anzahl an Investitionsgeschäften bei spanischen Start-ups.
Serie A:
In dieser Phase beginnt das Start-up, Umsatz zu generieren, aber der Umsatz reicht nicht aus, um mehr Personal einzustellen oder die Produktivität zu steigern. Aus diesem Grund versuchen Start-ups der Serie A, sich eine Finanzierung durch Anlegerinnen und Anleger zu sichern, die ein Gleichgewicht zwischen Risiko und Rendite bieten.
Daten des Startup Observatory deuten darauf hin, dass die Serie-A-Phase im Jahr 2025 mit fast 34 % die höchste Anzahl an Investitionsgeschäften bei spanischen Start-ups verzeichnete.
Serie B
In dieser Phase zeigt das Start-up die ersten Anzeichen von Rentabilität. Daher ist das erforderliche Kapital, um sich an einer Serie-B-Investition zu beteiligen, in der Regel höher als in früheren Phasen. Das damit verbundene Risiko ist ebenfalls erheblich geringer.
Laut dem Startup Observatory belegte die Serie-B-Phase im Jahr 2025 mit fast 17 % den dritten Platz in Bezug auf die Anzahl der Finanzierungsrunden im Umfeld spanischer Start-ups.
Serie C
Diese Phase konzentriert sich auf die Expansion des Start-ups, bis es sich etabliert hat. Im Allgemeinen ist die Rendite einer Serie-C-Investition moderater als in früheren Phasen. Das Risiko ist jedoch ebenfalls geringer, was tendenziell eher risikoaverse Anlegerinnen und Anleger anzieht.
Das Startup Observatory zeigt, dass die Serie-C-Phase im Jahr 2025 rund 7,5 % der gesamten Investitionsgeschäfte bei spanischen Start-ups ausmachte.
Wachstumsphase
Sobald sich das Start-up auf dem Markt etabliert hat, wendet es verschiedene Strategien an, um das Wachstum zu fördern. Dazu gehören die Expansion in einige der attraktivsten Märkte für spanische Unternehmen (z. B. Frankreich und China), das Eingehen von Allianzen mit anderen Unternehmen, der Börsengang und mehr. Da das benötigte Kapital in der Regel sehr hoch ist, ist dies für die meisten Anlegerinnen und Anleger keine geeignete Phase.
Die vom Startup Observatory zusammengestellten Zahlen deuten darauf hin, dass fast 4 % der Investitionstransaktionen mit spanischen Start-ups im Jahr 2025 in der Wachstumsphase stattfanden.
Exit
Bei Erreichen dieser Phase können die Gründerinnen und Gründer sowie die Anlegerschaft des Start-ups ihre Investition realisieren und eine Rendite erzielen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies zu erreichen, wie beispielsweise den Verkauf des Unternehmens oder die Notierung von Aktien an der Börse. Im letzteren Fall ist die Investition in der Regel mit einem geringeren Risiko verbunden.
Wie das Startup Observatory berichtet, gab es in den Jahren 2023, 2024 und 2025 praktisch die gleiche Anzahl von Exits – etwa 50.
Vorschriften für Investitionen in spanische Start-ups
Am 23. Dezember 2022 trat das Gesetz zur Förderung des Start-up-Ökosystems (auch bekannt als Start-up-Gesetz) in Kraft. Dieses Gesetz reguliert Investitionen in spanische Start-ups. Nachfolgend skizzieren wir die wichtigsten Maßnahmen, die in diesen Vorschriften enthalten sind.
Steuerabzüge für Start-up-Investitionen
Bei einer Investition in ein Start-up können 50 % des investierten Kapitals steuerlich geltend gemacht werden. Dieser Einkommensteuerabzug (IRPF) kann bis zu 50.000 € pro Jahr betragen, basierend auf einer maximalen Investition von 100.000 €. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass die Einlage zum Zeitpunkt der Gründung oder während einer Kapitalerhöhung innerhalb von fünf Jahren nach der Gründung erfolgt. Diese Frist verlängert sich auf sieben Jahre, wenn das Unternehmen nach dem Start-up-Gesetz als aufstrebendes Unternehmen zertifiziert ist.
Darüber hinaus muss die Investorin oder der Investor zur Inanspruchnahme dieses Steuervorteils die folgenden Anforderungen erfüllen:
- Beteiligungsgrenze
Der Anteil einer Investorin oder eines Investors darf 40 % des Grundkapitals oder der Stimmrechte nicht überschreiten. Dieser Prozentsatz darf auch in Kombination mit den Investitionen der Ehepartnerin, des Ehepartners oder anderer Verwandter bis zum zweiten Verwandtschaftsgrad der Investorin oder des Investors nicht überschritten werden. Nur die Gründungspartner/innen des Start-ups sind von dieser Grenze ausgenommen. - Haltedauer
Die Anteile müssen länger als drei Jahre und weniger als 12 Jahre im Portfolio der Investorin oder des Investors verbleiben. Verkauft die Investorin oder der Investor den Anteil vor der Drei-Jahres-Grenze, geht der Abzug verloren und die Steuererklärung muss entsprechend angepasst werden. - Unternehmensanforderungen
Das Start-up muss als Aktiengesellschaft, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, mitarbeitergeführte Aktiengesellschaft oder mitarbeitergeführte Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet werden. Darüber hinaus darf das Unternehmen nicht an einem organisierten Markt notiert sein und muss einer echten wirtschaftlichen Tätigkeit mit eigenem Personal und eigenen materiellen Ressourcen nachgehen. Insbesondere darf seine Tätigkeit nicht in der Verwaltung eines Portfolios beweglicher oder unbeweglicher Vermögenswerte bestehen. - Zertifizierung
Die Investorin oder der Investor muss über eine vom Unternehmen ausgestellte Bescheinigung verfügen, die die Einhaltung dieser Anforderungen während des Geschäftsjahres, in dem die Anteile erworben wurden, bestätigt.
Bitte beachten Sie, dass dieser staatliche Abzug nicht mit anderen Abzügen vereinbar ist, welche die verschiedenen autonomen Gemeinschaften auf dieselben investierten Beträge anwenden können. Daher ist es wichtig, die spezifischen Konditionen jeder Transaktion mit einem Steuerbüro zu prüfen.
Steuerliche Anreize für Fondsmanager/innen
Manager/innen von alternativen Investmentfonds, Venture-Capital-Fonds, Fonds für soziales Unternehmertum und langfristigen Investmentfonds profitieren von einer vorteilhaften IRPF-Behandlung.
Insbesondere wird der Carried Interest als Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit eingestuft und mit nur 50 % seines Wertes in die IRPF-Steuerbemessungsgrundlage einbezogen. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass die Managerin oder der Manager gesetzliche Bedingungen erfüllt, einschließlich des Erreichens einer Mindestrendite für andere Anleger/innen und des Haltens der Beteiligungen für mindestens fünf Jahre.
Ausländische Investitionen
Das Start-up-Gesetz schafft die Pflicht zur Einholung einer Ausländeridentitätsnummer (Número de Identidad de Extranjero (NIE)) für ausländische Staatsangehörige ab, die in spanische Start-ups investieren möchten. Stattdessen müssen Anleger/innen, die nicht die spanische Staatsangehörigkeit besitzen und nicht in Spanien ansässig sind, elektronisch eine Steuerliche Identifikationsnummer (NIF) beantragen.
Die spanische Steuerbehörde (AEAT) kann die NIF widerrufen, wenn die Investition in ein Start-up nicht innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Zuteilung nachgewiesen wird. Wenn es sich bei der investierenden Instanz um eine juristische Person handelt – wie beispielsweise ein ausländisches Unternehmen –, muss die Vertreterin oder der Vertreter, die oder der dieses Verfahren durchführt, zudem bereits über eine eigene spanische NIF verfügen.
Risiken bei der Investition in spanische Start-ups
Die Investition in ein Start-up kann Renditen bieten, die denen anderer Anlageklassen weit überlegen sind. Allerdings birgt das Investieren auch gewisse einzigartige Risiken, die bei konventionelleren Investitionen nicht vorkommen. Es ist wichtig, dass Anleger/innen die folgenden vier Risiken prüfen, bevor sie Transaktionen durchführen.
Totalverlust des Kapitals
Ein Start-up in der Frühphase hat sein Geschäftsmodell noch nicht validiert, weshalb es möglicherweise nicht ausreichend Umsatz generiert. Im Gegensatz zu anderen Anlagearten liegt der erzielbare Restwert de facto bei null. Wird das Projekt eingestellt, können die Kapitalanteile wertlos werden.
Dies ist der Hauptgrund, warum professionelle Anleger/innen ihr Kapital nicht auf ein einziges Start-up konzentrieren. Stattdessen operieren sie mit Portfolios, die mehrere Beteiligungen umfassen. Dies basiert auf der Prämisse, dass einige wenige Erfolgsgeschichten den Rest kompensieren werden.
Mangelnde Liquidität
Anteile an einem Unternehmen, das nicht öffentlich gehandelt wird, können nicht jederzeit verkauft werden, da es keinen Markt gibt, auf dem sie angeboten werden können. Transfers hängen davon ab, eine Käuferin oder einen Käufer zu finden, sowie von den Bestimmungen in der Satzung des Unternehmens.
Zu diesem Mangel an Liquidität kommt eine steuerliche Einschränkung hinzu. Der Einkommensteuerabzug (IRPF) für Investitionen in neu gegründete oder kürzlich etablierte Unternehmen erfordert, dass die Anteile mehr als drei Jahre gehalten werden. Ein früherer Verkauf führt zum Verlust dieses Anreizes.
Verwässerung in Folgerunden
Jedes Mal, wenn das Unternehmen Kapital aufbringt, um sein Wachstum zu finanzieren, sinkt der prozentuale Anteil der Aktionär/innen, wenn sie sich nicht an der Kapitalerhöhung beteiligen. Diese Verwässerung führt für Anleger/innen nicht immer zu finanziellen Verlusten, da eine geringere prozentuale Beteiligung an einem größeren Unternehmen mehr wert sein kann. Allerdings verringert die Verwässerung den Einfluss der Anleger/innen auf die Entscheidungsfindung.
Aktionärsvereinbarungen enthalten in der Regel Mechanismen zur Bewältigung dieser Situationen, wie etwa gesetzliche Bezugsrechte oder Verwässerungsschutzklauseln. Anleger/innen müssen diese Konditionen vor der Unterzeichnung prüfen.
Abhängigkeit von einem Exit
Renditen aus Start-up-Investitionen materialisieren sich in der Regel nicht durch die Performance des Unternehmens. Stattdessen treten sie bei einem Exit-Ereignis auf, das den Verkauf des Unternehmens, den Einstieg eines Fonds, der Anteile zu einem höheren Preis kauft, oder einen Börsengang (IPO) umfasst. Gelingt dem Start-up dieser Exit nicht, bietet sein Wertzuwachs keine direkte Rendite für Anleger/innen.
Es ist wichtig zu beachten, dass Gelegenheiten zum Exit aus einer Investition bei einer Transaktion dieser Art seltener sind als Gelegenheiten, in ein Start-up zu investieren. Laut dem Startup Observatory gab es im Jahr 2025 376 Investitionsrunden bei spanischen Start-ups, verglichen mit nur 49 Exits. Obwohl die Zahlen nicht direkt vergleichbar sind – da die Exits Investitionen aus den Vorjahren entsprechen –, vermitteln sie einen Eindruck vom Ungleichgewicht zwischen den beiden Strömen.
Wie können Anlegerinnen und Anleger erfolgreich in spanische Start-ups investieren?
Bei der Investition in spanische Start-ups beeinflussen mehrere Faktoren die endgültige Rendite der Investition. Um die richtigen Investitionsentscheidungen zu treffen, müssen Anlegerinnen und Anleger daher mehr tun, als nur die Entwicklungsphase auszuwählen oder die regulatorischen Rahmenbedingungen zu verstehen. Im Folgenden stellen wir weitere wichtige Punkte vor, die die Anlegerschaft berücksichtigen sollte.
Wählen Sie bekannte Branchen
Es ist wichtig, ein tiefgreifendes Verständnis der Branche des Start-ups zu haben. Dies kann Anlegerinnen und Anlegern helfen, die Wachstumsfähigkeit und den potenziellen Erfolg des Projekts einzuschätzen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass in diesem Bereich eine ausreichende Nachfrage besteht, was ein Schlüsselfaktor für die Rentabilität der Investition ist.
Nach Daten des spanischen National Entrepreneurship Office (ONE) gehören die Start-ups, die im Jahr 2025 die meisten Investitionen erhielten, zur Reisebranche. Sie übertrafen in den letzten Jahren erstmals Start-ups in den Bereichen FinTech und HealthTech.
Bewerten Sie Geschäftsmodelle
Das Geschäftsmodell eines Start-ups definiert, wie es Umsatz generiert, und folglich auch sein Rentabilitätspotenzial für die Anlegerschaft. Wenn sich beispielsweise ein Start-up normalerweise im B2B-Geschäft engagiert und beschließt, einen B2B-Marketplace zu schaffen, um sein Geschäftsmodell zu transformieren, kann dies eine starke Investitionsmöglichkeit darstellen. Die Plattform kann die Kundenakquise erleichtern und das Umsatzwachstum steigern.
Ein weiteres äußerst attraktives Geschäftsmodell für Personen, die in spanische Start-ups investieren – insbesondere für risikoaversere Anlegerinnen und Anleger – sind wiederkehrende Käufe. Umsatzstabilität minimiert das Risiko während der Konsolidierungsphase. Wenn das Start-up außerdem eine Methode zur Steigerung des monatlich wiederkehrenden Umsatzes implementiert, könnte es leichter in die fortgeschrittenen Wachstumsphasen, wie die internationale Expansion, skalieren.
Analysieren Sie die Standorte von Start-ups
Die Stadt, in der das Start-up tätig ist, bestimmt wichtige Aspekte wie den Grad des Wettbewerbs und die Leichtigkeit der Rekrutierung von Talenten. Die Daten von ONE zeigen, dass Madrid und Katalonien die höchste Anzahl an Investitionsgeschäften bei spanischen Start-ups mit höheren durchschnittlichen Investitionsbeträgen verzeichnen.
Andere autonome Gemeinschaften – wie Andalusien, Kastilien und León sowie das Baskenland – gewinnen in dieser Hinsicht jedoch an Bedeutung. Diese Regionen bieten Anlegerinnen und Anlegern ein weniger wettbewerbsintensives Umfeld und ein größeres Potenzial für Rentabilität.
Untersuchen Sie den beruflichen Hintergrund der Gründerschaft
Es ist wichtig zu wissen, wer hinter der Gründung des Start-ups steht, bevor Sie investieren. Der Spanish Tech Ecosystem Report aus dem Jahr 2026 besagt beispielsweise, dass Gründerinnen und Gründer, die zuvor in wachstumsstarken Unternehmen gearbeitet haben, am besten positioniert sind, um ein Start-up zu skalieren. Diese Vorerfahrung ermöglicht es ihnen, die Kontakte und das Wissen zu erwerben, die sie für das Wachstum ihrer eigenen Unternehmen benötigen.
Nehmen Sie an Demo Days teil
Obwohl in Spanien jedes Jahr viele Start-ups gegründet werden, ist es nicht einfach, gute Investitionsmöglichkeiten zu finden. Um sie zu finden, können Anlegerinnen und Anleger an Demo Days teilnehmen. Dies sind von Start-up-Acceleratoren organisierte Veranstaltungen, bei denen Gründerinnen und Gründer ihre Projekte potenziellen Anlegerinnen und Anlegern vorstellen.
In Spanien gibt es mehrere Institutionen, die regelmäßig Demo Days organisieren, wie beispielsweise die Spanische Handelskammer und die Handelskammer Barcelona.
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FAQs zur Investition in spanische Start-ups
Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.