Mithilfe des Lastschriftverfahrens können Sie Zahlungen nach einem festgelegten Zeitplan vom Bankkonto eines Kunden bzw. einer Kundin einziehen, nachdem diese/r eine einmalige Einzugsermächtigung unterzeichnet hat. In Australien ist dies die übliche Vorgehensweise bei vielen wiederkehrenden Abrechnungsvereinbarungen, darunter Fitnessstudio-Mitgliedschaften, Honorare für Steuerberater und Kinderbetreuungsgebühren. Das australische Lastschriftverfahren basiert auf dem „Bulk Electronic Clearing System“ (BECS). In Australien werden über das Lastschriftverfahren jährlich Transaktionen im Wert von über 15 Billionen australischen Dollar (AUD) abgewickelt.
Im Folgenden erklären wir, wie das Lastschriftverfahren für Kleinunternehmen funktioniert, warum es sich in vielen Situationen besser für die wiederkehrende Abrechnung eignet als Karten, wie man es einrichtet und welche Einschränkungen zu beachten sind.
Das Wichtigste auf einen Blick
Das Lastschriftverfahren in Australien läuft über BECS. Dies ermöglicht es Kleinunternehmen, wiederkehrende Zahlungen einzuziehen, indem sie Geld vom Bankkonto einer Kundin bzw. eines Kunden abbuchen.
Lastschriftverfahren sind oft mit geringeren Transaktionskosten und weniger passiver Abwanderung verbunden als Kreditkartenzahlungen.
Das Lastschriftverfahren eignet sich gut für vorhersehbare wiederkehrende Abrechnungen, kann aber Verzögerungen bei der Zahlungsabwicklung und einem Streitfallrisiko unterliegen.
Was ist ein Lastschriftverfahren?
Das Lastschriftverfahren ermöglicht es Ihnen, mit der Erlaubnis der Kundin bzw. des Kunden Geld direkt von deren bzw. dessen Bankkonto einzuziehen. Sobald eine Kundin bzw. ein Kunde eine Autorisierung unterschreibt, können Sie ihr bzw. sein Konto nach einem Zeitplan belasten, ohne dass zusätzliche Aufforderungen erforderlich sind. In Australien läuft das Lastschriftverfahren über BECS, das mit praktisch jeder australischen Bank verbunden ist.
Wie funktioniert das BECS-Lastschriftverfahren für Zahlungen von Kleinunternehmen?
Das BECS-Lastschriftverfahren beginnt mit einem Lastschrifteinzugsauftrag (DDR). Aus dem DDR muss eindeutig hervorgehen, wer den Betrag abbucht, in welcher Höhe (bzw. auf welcher Berechnungsgrundlage) und in welchen Abständen. Sobald Sie über einen gültigen DDR verfügen, übermitteln Sie die Abbuchungsaufträge an Ihre Bank oder Ihren Zahlungsdienstleister, der diese mit anderen Aufträgen bündelt und über BECS weiterleitet. Die Abrechnung erfolgt gebündelt und nicht in Echtzeit. Aus diesem Grund kommt es zu einer Verzögerung zwischen dem Zeitpunkt der Einleitung einer Abbuchung und dem Zeitpunkt der tatsächlichen Abrechnung des Betrags.
Fehlgeschlagene Lastschriften kommen nach wie vor vor. Im Gegensatz zu einer Kartenautorisierung erfahren Sie dies jedoch nicht sofort. Es kann bis zu drei Werktage dauern, bis Fehlschläge im Abrechnungszyklus sichtbar werden; Ihre Systeme sollten daher in der Lage sein, diese Verzögerung zu bewältigen. Kundinnen und Kunden können eine BECS-Lastschrift zudem bei ihrer Bank anfechten und in einigen Fällen eine Rückerstattung verlangen. Die Frist für die Anfechtung kann bis zu sieben Jahre betragen. Zum Schutz Ihres Unternehmens müssen Sie über lückenlose DDR-Unterlagen verfügen.
Warum nutzen Kleinunternehmen in Australien das Lastschriftverfahren für wiederkehrende Abrechnungen?
Kleinunternehmen in Australien nutzen oft das Lastschriftverfahren für wiederkehrende Abrechnungen, da es besser zur Struktur laufender Dienstleistungsbeziehungen passt als Karten. Die Kundin bzw. der Kunde verpflichtet sich einmal; die Abrechnung läuft im Hintergrund ab. Diese Regelung passt zu vielen Unternehmen, darunter Wirtschaftsprüfungen, Beratungsunternehmen, Kindertagesstätten und Fitnessstudios.
Es bietet außerdem die folgenden finanziellen Vorteile:
Geringere Transaktionskosten: Bei Kartenzahlungen fallen für jede Zahlung Interchange-Gebühren an. Das BECS-Lastschriftverfahren senkt die Kosten pro Transaktion erheblich. Und für Unternehmen, die Mitgliedschaften, Honorarverträge oder Ratenzahlungspläne anbieten, ist der Unterschied signifikant.
Geringere passive Abwanderung: Kundinnen und Kunden, die ein Lastschriftmandat einrichten, müssen nicht in jedem Abrechnungszyklus etwas unternehmen, was bedeutet, dass es seltener zu versäumten Zahlungen aufgrund von Vergesslichkeit oder abgelaufener Kartendaten kommt.
Vorhersehbarer Cashflow: Da das Lastschriftverfahren nach einem von Ihnen kontrollierten Zeitplan abläuft, wissen Sie, wann Zahlungen eingehen. Diese Vorhersehbarkeit erleichtert die Verwaltung von Ausgaben, Gehaltsabrechnungen und die Planung, insbesondere für Kleinunternehmen, die nicht über große Liquiditätsreserven verfügen.
Wie richte ich für mein Unternehmen ein Lastschriftverfahren über Stripe ein?
Wenn Sie Stripe als Ihren Zahlungsdienstleister verwenden, können Sie darüber auch Lastschriftverfahren einrichten. Stripe übernimmt einen Großteil der zugrunde liegenden Komplexität dieses Angebots für Sie.
Das geschieht bei den einzelnen Schritten:
Für BECS registrieren: Unternehmen, die Abbuchungen initiieren, müssen ordnungsgemäß identifiziert und nachvollziehbar sein. Sie stellen Unternehmensdaten und, je nach Struktur, Identitätsangaben für Kontoinhaber/innen bereit.
Mandate und Bankdaten erfassen: Sie können den Betrag nicht von einer Kundin oder einem Kunden ohne gültigen Lastschrifteinzugsauftrag (Direct Debit Request, DDR) einziehen. Stripe kann Mandate und Bankdaten über den gehosteten Bezahlvorgang erfassen. Wenn Sie jedoch einen benutzerdefinierten Ablauf erstellen möchten, können Sie Stripe Elements, die direkt integrierbaren Nutzeroberflächen(UI)-Komponenten von Stripe, verwenden.
Wiederkehrende Zahlungen abwickeln: Mit einem gespeicherten Mandat können Sie Kundinnen und Kunden programmgesteuert belasten. Stripe Billing übernimmt automatisch die Abbuchung von Abonnementgebühren zu einem festgelegten Zeitplan. Sie legen das Intervall und den Betrag fest; Stripe übernimmt die Initiierung.
Fehlschläge handhaben: Sie können Wiederholungsversuche für wiederkehrende Abonnement-Rechnungen aktivieren, damit Stripe automatisch Lastschriften erneut versucht, die aufgrund unzureichender Deckung fehlschlagen. Stripe Billing umfasst eine integrierte Mahnlogik, die die meisten dieser Aufgaben automatisch verwaltet.
Was sind die Risiken und Einschränkungen des Lastschriftverfahrens für Kleinunternehmen in Australien?
Die meisten Risiken von Lastschriftverfahren sind handhabbar. Sie erfordern von Anfang an die richtige Einrichtung und die richtigen Abrechnungspraktiken.
Auf Folgendes sollten Sie achten:
Verzögerung der Zahlungsabwicklung: Das Fenster für die Zahlungsabwicklung, in der Regel ein bis drei Tage, bedeutet, dass Sie keine sofortige Zahlungsbestätigung erhalten. Wenn Ihr Modell eine Zahlung vor der Leistungserbringung erfordert, führt diese Verzögerung zu Komplikationen, die bei Karten oder Echtzeit-Zahlungsmethoden besser gehandhabt werden.
Streitfallrisiko: BECS räumt Kundinnen und Kunden weitreichende Rechte bei Streitfällen ein. Eine autorisierte Abbuchung kann angefochten werden, wenn die Kundin bzw. der Kunde behauptet, sie habe nicht den DDR-Bedingungen entsprochen. Zudem kann eine nicht autorisierte Abbuchung bis zu sieben Jahre lang angefochten werden. Sorgen Sie für klare, gut dokumentierte DDRs und konsistente Abrechnungspraktiken.
Komplexität variabler Beträge: Pauschale Abonnements sind einfach, aber variable Beträge erfordern, dass Ihre DDR diese Variabilität ausdrücklich genehmigt. Kundinnen und Kunden müssen verstehen, was sie unterschreiben, da unerwartete Abbuchungen zu Streitfällen führen können.
Zurückhaltung der Kundinnen und Kunden: Manche Kundinnen und Kunden geben möglicherweise lieber ihre Kartendaten als ihre Bankkontodaten weiter. Wenn Ihr Kundenstamm aus unterschiedlichen Zielgruppen besteht, sollten Sie in Erwägung ziehen, neben dem Lastschriftverfahren auch eine Zahlungsoption per Karte anzubieten.
Änderungen bei Bankkonten: Kundinnen und Kunden schließen Konten und wechseln die Bank, was dazu führen kann, dass Abbuchungen abgelehnt werden. Diese müssen manuell geklärt werden. Um solche Fälle zu bewältigen, benötigen Sie ein gutes Fehlermanagement und eine proaktive Kundenkommunikation.
Ist das Lastschriftverfahren die richtige Methode für wiederkehrende Zahlungen für Ihr Kleinunternehmen?
Das Lastschriftverfahren ist am sinnvollsten, wenn Sie derselben Kundin bzw. demselben Kunden wiederholt Rechnungen stellen, die Beträge vorhersehbar sind und eine kurze Verzögerung bei der Zahlungsabwicklung keine Probleme für Ihr Unternehmen verursacht. Dies ist häufig bei Mitgliedschaften, Honorarverträgen, Dienstleistungsverträgen und Ratenzahlungsplänen der Fall. Es eignet sich weniger für Einzeltransaktionen, für Unternehmen, bei denen die Zahlung vor Beginn der Arbeiten eingegangen sein muss, sowie für Situationen, in denen Kundinnen und Kunden einer direkt mit ihrem Bankkonto verknüpften Abrechnung wahrscheinlich kein Vertrauen entgegenbringen.
Kleine Unternehmen, die Stripe bereits nutzen, profitieren von einer BECS-Integration, die das bisher größte Hindernis für das Anbieten von Lastschriftverfahren beseitigt: die Schwierigkeit, dieses direkt über eine Bank einzurichten. Die Einholung von Einzugsmandaten, die Zahlungsauslösung, die Fehlerbehandlung und der Abgleich erfolgen alle auf derselben Plattform, die Sie auch für Kartenzahlungen nutzen würden, sodass Sie beide Zahlungsarten anbieten können, ohne zwei separate Zahlungsbeziehungen verwalten zu müssen.
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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.