Was sind BIN-Angriffe? Ein Leitfaden für Unternehmen

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  1. Einführung
  2. Wie funktionieren BIN-Angriffe?
  3. Welche Unternehmen sind am anfälligsten für BIN-Angriffe?
  4. So verhindern und mindern Sie BIN-Angriffe
  5. Best Practices zum Schutz Ihres Unternehmens vor BIN-Angriffen
  6. So kann Stripe Connect Sie unterstützen

Eine BIN-Nummer (Bank Identification Number) ist die erste sechs- bis achtstellige Ziffernfolge, die auf einer Kreditkarte, Debitkarte oder einer anderen Zahlungskarte zu finden ist. Diese Ziffernfolge identifiziert den Kartenaussteller und erleichtert elektronische Finanztransaktionen, indem sie sicherstellt, dass die Belastung zur Zahlung an die richtige Bank gesendet wird.

Neben der Identifizierung der ausstellenden Bank kann die BIN auch Informationen über den Kartentyp (z. B. Kredit-, Debit- oder Geschenkkarte), die Kartenstufe (z. B. Standard, Gold oder Platin) oder den geografischen Standort des ausstellenden Instituts liefern. Bei elektronischen Transaktionen spielen BIN-Nummern eine wichtige Rolle für die Sicherheit, die Betrugsprävention und die Bekämpfung von Identitätsdiebstahl. Sie helfen bei der Überprüfung der Echtheit der verwendeten Karte und ermöglichen es Zahlungsabwicklern, geeignete Risikomanagementprozesse anzuwenden.

BIN-Angriffe sind eine Form des Kreditkartenbetrugs, bei der Cyberkriminelle Brute-Force-Methoden einsetzen, um gültige Kombinationen von Kreditkartendaten zu ermitteln. Allein im Jahr 2024 waren schätzungsweise 62 Millionen Amerikaner/innen von Kreditkartenbetrug betroffen. Bei einem BIN-Angriff testen Kriminelle systematisch viele Kombinationen aus Kreditkartennummern, Ablaufdaten und Kartenprüfnummern (CVVs). Sobald sie eine funktionierende Kombination gefunden haben, testen sie die Karte, indem sie kleine Einkäufe tätigen. Diese Angriffe können zu finanziellen Verlusten, Reputationsschäden und Betriebsstörungen für Unternehmen führen.

Im Folgenden erläutern wir, was Unternehmen über BIN-Angriffe wissen müssen, einschließlich ihrer Funktionsweise und wie man sie verhindern kann.

Worum geht es in diesem Artikel?

  • Wie funktionieren BIN-Angriffe?
  • Welche Unternehmen sind am anfälligsten für BIN-Angriffe?
  • So verhindern und mindern Sie BIN-Angriffe
  • Best Practices zum Schutz Ihres Unternehmens vor BIN-Angriffen
  • So kann Stripe Connect Sie unterstützen

Wie funktionieren BIN-Angriffe?

Bei BIN-Angriffen nutzen betrügerische Akteure die BIN, um gültige Kredit- oder Debitkartennummern für illegale Zwecke zu generieren. Die BIN ist die erste Folge von sechs bis acht Ziffern auf einer Kredit- oder Debitkarte, die die ausstellende Bank und den Kartentyp identifiziert. So laufen diese Angriffe ab:

  • BIN-Identifizierung: Angreifer beschaffen sich zunächst die BINs bestimmter Banken oder Kartenaussteller. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen, beispielsweise durch den Kauf von BIN-Listen im Dark Web, durch das Extrahieren aus gestohlenen Kartendaten oder durch die Verwendung öffentlich zugänglicher Informationen.

  • Generierung von Kartennummern: Angreifer generieren vollständige Kartennummern, indem sie zufällig generierte Ziffern an die BIN anhängen und die entsprechende Prüfziffer (in der Regel die letzte Ziffer) mit dem Luhn-Algorithmus berechnen, einer Formel zur Validierung verschiedener Identifikationsnummern. Erfahrenere BIN-Angreifer verwenden möglicherweise automatisierte Skripte oder Bots, um Tausende von Kartennummern zu generieren und zu testen, wodurch die Effizienz und der Umfang der Angriffe erhöht werden.

  • Validierungsversuche: Angreifer testen die generierten Kartennummern auf Websites, in der Regel auf solchen mit schwachen Sicherheitsmaßnahmen oder solchen, bei denen der Verifizierungsprozess nicht unmittelbar mit einer Transaktion verbunden ist. Beispiele hierfür sind das Hinzufügen einer Karte zu einer digitalen Wallet oder die Überprüfung der Gültigkeit der Karte auf bestimmten Online-Plattformen.

  • Ausnutzung: Sobald eine gültige Kartennummer identifiziert wurde, können Betrüger diese für unbefugte Einkäufe oder Transaktionen verwenden, bis die Karte gesperrt wird oder der Betrug vom Karteninhaber oder der ausstellenden Bank entdeckt wird. Betrüger können Kartendaten für Online-Einkäufe verwenden, gefälschte Karten erstellen oder die Informationen im Dark Web verkaufen.

Durch diese Angriffe erleiden Kunden/Kundinnen und Unternehmen potenziell finanzielle Verluste, das Vertrauen in Finanzinstitute wird beschädigt und die Betriebskosten für Betrugserkennung und -prävention steigen.

How BIN attacks work - Ste-by-step guide to how BIN attacks work.

Welche Unternehmen sind am anfälligsten für BIN-Angriffe?

Unternehmen, die am anfälligsten für BIN-Angriffe sind, sind in der Regel solche, die ein hohes Volumen an Online-Transaktionen verarbeiten und möglicherweise keine strengen Verifizierungsprozesse eingerichtet haben. Dazu können folgende gehören:

  • Online-Händler: E-Commerce-Unternehmen, die Online-Zahlungen akzeptieren, sind aufgrund ihres höheren Transaktionsvolumens und des Potenzials für Anonymität bei Online-Einkäufen häufig Ziel von BIN-Angriffen.

  • Anbieter digitaler Güter: Unternehmen, die digitale Güter wie Software, Musik oder Videos verkaufen, sind gefährdet, da digitale Produkte schnell und einfach erworben werden können und somit ein attraktives Ziel für betrügerische Akteure darstellen.

  • Reise- und Gastgewerbe: Fluggesellschaften, Hotels und Reisebüros sind anfällig für BIN-Angriffe, da sie häufig mit hochwertigen Transaktionen und internationalen Kundinnen und Kunden zu tun haben, was die Aufdeckung betrügerischer Aktivitäten erschwert.

  • Gaming- und Glücksspielunternehmen: Online-Gaming- und -Glücksspielplattformen sind häufige Ziele für BIN-Angriffe, da die Transaktionen unmittelbar erfolgen, einen hohen Wert haben und anonym bleiben können.

  • Abo-Dienste: Unternehmen, die Abo-Dienste wie Streaming-Plattformen oder Mitglieder-Websites anbieten, sind gefährdet, da betrügerische Akteure wiederkehrende Abrechnungsmodelle ausnutzen können, um über einen längeren Zeitraum betrügerische Transaktionen durchzuführen.

  • Finanzinstitute: Banken und Finanzinstitute können Ziel von BIN-Angriffen werden, da Betrüger versuchen, Schwachstellen in den Zahlungsabwicklungssystemen auszunutzen und nicht autorisierte Transaktionen durchzuführen.

  • Zahlungsabwickler: Unternehmen, die die Zahlungsabwicklung für andere Unternehmen übernehmen, sind ebenfalls anfällig für BIN-Angriffe, da eine Sicherheitsverletzung in ihren Systemen schwerwiegende Folgen für Unternehmen und ihre Kundinnen und Kunden haben kann.

So verhindern und mindern Sie BIN-Angriffe

  • Verhaltensanalytik und Maschinelles Lernen: Implementieren Sie fortschrittliche maschinelle Lernmodelle und Verhaltensanalysen, um anomale Transaktionsmuster zu erkennen. Diese Systeme können aus historischen Transaktionsdaten lernen, Muster erkennen, die auf betrügerische Aktivitäten hindeuten und sich mit der Zeit an neue Bedrohungen anpassen.

  • Tokenisierung und Verschlüsselung: Über die grundlegende Verschlüsselung hinaus sollten Sie die Tokenisierung einsetzen, um sensible Kartendaten durch eine eindeutige Kennung (Token) zu ersetzen, die bei einem Verstoß keinen Wert hat. Stellen Sie sicher, dass die Tokenisierung in allen Systemen angewendet wird, in denen Kartendaten verarbeitet oder gespeichert werden. Erwägen Sie den Einsatz fortschrittlicher kryptografischer Methoden wie der homomorphen Verschlüsselung, die Berechnungen mit verschlüsselten Daten ermöglicht und eine zusätzliche Sicherheitsebene bietet.

  • 3D Secure 2: Implementieren Sie die neueste Version von 3D Secure, die eine zusätzliche Authentifizierungsebene für Online-Transaktionen hinzufügt und eine einfachere Nutzererfahrung ermöglicht, gleichzeitig aber auch eine stärkere Betrugsprävention bietet.

  • Betrugserkennung auf Netzwerkebene: Nutzen Sie fortschrittliche Analysen auf Netzwerkebene, um BIN-Angriffe zu erkennen und zu verhindern. Dies kann die Analyse des Netzwerkverkehrs auf verdächtige Muster, die Überwachung auf Anzeichen von Datenexfiltration und die Implementierung eines fortschrittlichen Intrusion Detection Systems (IDS) umfassen.

  • Endpoint-Sicherheit: Stellen Sie sicher, dass alle Endgeräte, insbesondere diejenigen, die an der Transaktionsverarbeitung beteiligt sind, mit fortschrittlichen Endpoint Protection-Plattformen (EPPs) gesichert sind, die Virenschutz der nächsten Generation, Endpoint Detection and Response (EDR) und Zero-Trust-Sicherheitsmodelle umfassen.

  • Erweiterte Anwendungssicherheit: Setzen Sie umfassende Maßnahmen zur Anwendungssicherheit ein, einschließlich regelmäßiger Code-Audits, Verschlüsselung auf Anwendungsebene und Web Application Firewalls (WAFs), die so konfiguriert sind, dass sie spezifische Angriffsmuster für BIN-Angriffe erkennen und blockieren.

  • Deep Packet Inspection (DPI): Verwenden Sie DPI an der Netzwerkgrenze, um den ein- und ausgehenden Datenverkehr auf der Anwendungsebene zu überprüfen. So können Sie potenziell bösartige Pakete, die Teil eines BIN-Angriffs sein könnten, identifizieren und blocken.

  • Strenge Authentifizierung: Integrieren Sie biometrische Verifizierungsmethoden wie Fingerabdruck- oder Gesichtserkennung für zusätzliche Authentifizierungsebenen, insbesondere bei Änderungen der Zahlungsmethoden. Für risikoreiche Transaktionen sollten Sie die Implementierung einer zustimmungsbasierten Authentifizierung in Betracht ziehen, bei der die/der Nutzer/in die Transaktion über einen separaten, sicheren Kanal ausdrücklich genehmigen muss.

  • KI-gestützte Risikobewertung: Entwickeln oder integrieren Sie KI-basierte Systeme, die Transaktionen in Echtzeit Risikobewertungen zuweisen und zwar auf der Grundlage einer Vielzahl von Faktoren, einschließlich des Nutzerverhaltens, Device Fingerprinting und des Transaktionskontexts. Transaktionen mit hohen Risikowerten können eine zusätzliche Verifizierung auslösen oder ganz gesperrt werden.

  • Kanalübergreifende und geografische Analyse: Führen Sie kanalübergreifende Analysen durch (z. B. online, Mobil und im Geschäft), um Muster und Zusammenhänge bei betrügerischen Aktivitäten zu erkennen. Mit dieser ganzheitlichen Sichtweise können ausgeklügelte Betrugsversuche aufgedeckt werden, die mehrere Kanäle ausnutzen. Analysieren Sie auch die Geolokalisierungsdaten von Transaktionen, um Unstimmigkeiten zu erkennen, beispielsweise wenn eine Karte innerhalb eines nicht plausiblen Zeitrahmens an zwei weit voneinander entfernten Orten verwendet wurde.

  • Blockchain für Transaktionssicherheit: Entdecken Sie den Einsatz der Blockchain-Technologie aufgrund ihrer Unveränderlichkeit und Transparenz zur Sicherung von Transaktionen. Smart Contracts können eingesetzt werden, um Transaktionsregeln automatisch durchzusetzen und so das Betrugspotenzial zu verringern.

How to prevent BIN attacks - Infographics showing how to prevent BIN attacks.

Best Practices zum Schutz Ihres Unternehmens vor BIN-Angriffen

  • Segmentieren Sie Ihr Netzwerk: Unterteilen Sie Ihr Netzwerk in Segmente, um die Ausbreitung potenzieller Eindringlinge zu begrenzen und eine gezieltere Überwachung zu ermöglichen. Überwachen Sie Segmente, die mit sensiblen Zahlungsinformationen umgehen, um ungewöhnliche Aktivitäten sofort zu erkennen und darauf zu reagieren.

  • Bleiben Sie über die Bedrohungslage auf dem Laufenden: Nutzen Sie Echtzeit-Feeds zu Bedrohungsinformationen, um über die neuesten BIN-Angriffstaktiken und Kompromittierungsindikatoren (IOCs) informiert zu bleiben. Diese Informationen können Ihnen dabei helfen, Ihre Abwehrmaßnahmen zu aktualisieren und effektiv auf neue Bedrohungen zu reagieren.

  • Planen Sie eine proaktive Reaktion auf Vorfälle: Erstellen Sie einen ausgeklügelten Plan zur Reaktion auf Vorfälle, der speziell für den Umgang mit BIN-Angriffen entwickelt wurde. Dieser sollte Verfahren zur schnellen Erkennung, Eindämmung, Beseitigung und Wiederherstellung sowie Kommunikationsstrategien für die Beteiligten umfassen.

  • Überprüfen Sie die Sicherheitsprotokolle ständig neu: Bewerten Sie regelmäßig Ihre Sicherheitslage durch Penetrationstests, Schwachstellenbewertungen und Sicherheitsprüfungen, um potenzielle Schwachstellen zu ermitteln und zu beheben, die bei einem BIN-Angriff ausgenutzt werden könnten.

So kann Stripe Connect Sie unterstützen

Stripe Connect orchestriert Geldbewegungen unter mehreren Parteien für Softwareplattformen und Marktplätze. Es bietet schnelles Onboarding, integrierte Komponenten, globale Auszahlungen und mehr.

Mit Connect können Sie Folgendes umsetzen:

  • Markteinführung innerhalb weniger Wochen: Nutzen Sie von Stripe gehostete oder integrierte Funktionalität, um schneller live zu gehen. Vermeiden Sie die Vorlaufkosten und die Entwicklungszeit, die normalerweise für Zahlungsvermittlungen erforderlich sind.

  • Skalierende Zahlungsverwaltung: Nutzen Sie Tools und Services von Stripe, damit Sie keine zusätzlichen Ressourcen für Margin-Reporting, Steuerformulare, Risiken, globale Zahlungsmethoden oder Onboarding-Compliance aufwenden müssen.

  • Weltweites Wachstum: Helfen Sie Ihren Nutzerinnen und Nutzern, mehr Kundinnen und Kunden weltweit zu erreichen – mit lokalen Zahlungsmethoden und der Möglichkeit, Umsatzsteuer, Verkaufssteuer und GST einfach zu berechnen.

  • Schaffung neuer Umsatzquellen: Optimieren Sie den Zahlungsumsatz, indem Sie Gebühren für jede Transaktion einziehen. Monetarisieren Sie die Funktionen von Stripe, indem Sie Vor-Ort-Zahlungen, sofortige Auszahlungen, Verkaufssteuereinzug, Finanzierung, Firmenkreditkarten und mehr auf Ihrer Plattform ermöglichen.

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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.

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