Open Banking im Vereinigten Königreich: Funktionsweise und Bedeutung

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  1. Einführung
  2. Was ist Open Banking im Vereinigten Königreich?
  3. Welche Probleme sollte Open Banking lösen?
  4. Wie profitieren Unternehmen von Open Banking?
  5. Welche technischen Standards müssen im Open Banking erfüllt werden?
  6. Vor welchen Herausforderungen stehen Organisationen bei der Einführung von Open-Banking-Lösungen im Vereinigten Königreich?
  7. Was sollten Unternehmen bei der Wahl eines Open-Banking-Anbieters beachten?
  8. So kann Stripe Financial Connections Sie unterstützen

Open Banking ist ein zentraler Bestandteil der Finanzinfrastruktur des Vereinigten Königreichs und prägt die Art und Weise, wie Einzelpersonen Finanzdaten teilen und wie Unternehmen Geld bewegen. Fast jeder dritte Erwachsene im Vereinigten Königreich nutzt Open Banking im Jahr 2025. Unternehmen verlassen sich darauf, um das Onboarding zu verbessern, bessere Risikoprüfungen durchzuführen und Zahlungserlebnisse zu schaffen, die sich unmittelbar und zuverlässig anfühlen. In diesem Artikel werden wir besprechen, was Open Banking ist, welche Probleme es lösen soll und wie Sie den besten Open-Banking-Anbieter für Ihr Unternehmen auswählen.

Worum geht es in diesem Artikel?

  • Was ist Open Banking im Vereinigten Königreich?
  • Welche Probleme sollte Open Banking lösen?
  • Wie profitieren Unternehmen von Open Banking?
  • Welche technischen Standards müssen im Rahmen von Open Banking erfüllt werden?
  • Vor welchen Herausforderungen stehen Organisationen bei der Einführung von Open-Banking-Lösungen im Vereinigten Königreich?
  • Was sollten Unternehmen bei der Wahl eines Open-Banking-Anbieters beachten?
  • So kann Stripe Financial Connections Sie unterstützen

Was ist Open Banking im Vereinigten Königreich?

Open Banking im Vereinigten Königreich ist eine regulierte Möglichkeit für Einzelpersonen und Unternehmen, ihre Bankdaten zu teilen oder Zahlungen über vertrauenswürdige Dienstleistungen von Drittanbietern zu initiieren. Kundinnen und Kunden können wählen, was sie mit wem für wie lange teilen, und sie können den Zugriff jederzeit deaktivieren.

Welche Probleme sollte Open Banking lösen?

Open Banking wurde ins Leben gerufen, um strukturelle Probleme auf dem Bankenmarkt des Vereinigten Königreichs zu beheben, die den Wettbewerb einschränkten und Kundinnen und Kunden daran hinderten, von neueren, intelligenteren Finanzdienstleistungen zu profitieren. Diese Probleme umfassten:

  • Schwer zugängliche Finanzdaten: Vor Open Banking hatten die Kundinnen und Kunden keine sichere Möglichkeit, ihre Transaktionsverläufe mit Budgetierungssoftware, Kreditgebern oder anderen Dienstleistern zu teilen. Als Behelfslösung wurde oft Screen Scraping eingesetzt, wobei die Kundinnen und Kunden Nutzernamen und Passwörter übermitteln mussten – eine riskante und unzuverlässige Praxis.

  • Schwierige Produktvergleiche: Die Kundinnen und Kunden hatten Schwierigkeiten beim Vergleich von Bankprodukten auf Grundlage ihres tatsächlichen Verhaltens (z. B. Dispo-Nutzung, monatliche Muster). Ohne einfache Datenübertragbarkeit führten viele Menschen Konten, die nicht kosteneffizient waren.

  • Langsame, kostspielige Zahlungen: Viele Transaktionen liefen noch über Kartennetzwerke oder veraltete Zahlungsprozesse, die zusätzliche Gebühren oder Verzögerungen verursachten. Mit Open Banking wurde eine regulierte Möglichkeit eingeführt, schnellere, kostengünstigere Zahlungen zwischen Konten zu initiieren.

  • Mangelnde Kontrolle und Transparenz für Kunden: Die Menschen konnten nicht sehen oder bestimmen, wie Dritte ihre Finanzdaten verwendeten. Open Banking hat diese Dynamik vom Kopf auf die Füße gestellt, indem die Zustimmung explizit, zeitlich begrenzt und widerruflich gestaltet wurde.

Wie profitieren Unternehmen von Open Banking?

Der eigentliche Vorteil von Open Banking ergibt sich aus der Kombination von reguliertem Datenzugriff und Echtzeit-Zahlungen. So entstehen Möglichkeiten, intuitivere Produkte zu entwickeln.

Hier sind einige der Vorteile für Unternehmen:

  • Schnelleres Onboarding und Verifizierung von Konten: Mit Open Banking können Unternehmen die Kontoinhaberschaft sofort bestätigen, ohne Testeinzahlungen oder manuelle Überprüfungen. Durch Abrufen verifizierter Kontodetails direkt von der Kundenbank werden Fehler minimiert, das Onboarding beschleunigt und Betrug frühzeitig verhindert.

  • Einkommens- und Bonitätsprüfungen in Echtzeit: Kreditgeber, Vermietungsplattformen und Finanzdienstleister können Transaktionsverläufe abrufen, um Einkommen, wiederkehrende Ausgaben und finanzielle Stabilität zu ermitteln. Die automatisierte Analyse ersetzt den alten Zyklus des Hochladens von Kontoauszügen und der manuellen Prüfung und führt zu schnelleren, genaueren Entscheidungen.

  • Intelligentere KYC-Workflows (Know Your Customer): Verifizierte Bankdaten können als weiteres Signal bei Identitätsprüfungen dienen, insbesondere wenn sie mit gängigen KYC-Tools kombiniert werden. Unstimmigkeiten zwischen nutzerseitig eingegebenen Daten und von der Bank verifizierten Daten weisen frühzeitig auf Risiken hin und reduzieren Compliance-Probleme in der nachgelagerten Verarbeitung.

  • Cashflow-Daten für Kreditentscheidungen: Direkte Einblicke in das Ausgaben- und Einzahlungsverhalten geben Kreditgebern ein klareres Bild der finanziellen Realität eines Antragstellers. Dies unterstützt eine umfassendere Risikoevaluation und stärkt Risikomodelle mit aktuellen, verhaltensbasierten Daten.

  • Konto-Aggregation und finanzielle Transparenz: Budgetierungssysteme, Spar-Apps und Finanz-Dashboards nutzen Open Banking, um Kundinnen und Kunden ihre Konten bei mehreren Banken zusammen an einem Ort anzuzeigen. Echtzeitdaten ermöglichen personalisierte Einblicke, Ausgabenkategorisierung und Empfehlungen.

  • Verbesserte Zahlungserlebnisse: Unternehmen können „Pay by Bank“ beim Bezahlvorgang anbieten und Kundinnen und Kunden so eine Option mit Identifizierung über ihre Banking-Apps und sofortiger Abwicklung bieten. Dies kann die Anzahl fehlgeschlagener Zahlungen verringern, Gelder früher verfügbar machen und Gebühren für Transaktionen mit hohem Wert senken.

  • Neue Produktmodelle: Mit zuverlässigem Zugriff auf Finanzdaten aus erster Hand können Unternehmen Funktionen wie automatisierte Einsparungen, Prämien in Echtzeit und Ressourcen für finanzielles Wohlbefinden entwickeln. Diese Dienstleistungen können das Engagement stärken, da sie eine Reaktion auf das Finanzverhalten der Kundinnen und Kunden darstellen.

Welche technischen Standards müssen im Open Banking erfüllt werden?

Open Banking Limited unterhält die technischen Standards und das Zentralverzeichnis, die Banken und verifizierten Dritten helfen, ihren gegenseitigen Anfragen zu vertrauen. Regulierungsbehörden wie die Finanzaufsichtsbehörde (Financial Conduct Authority, FCA) und die Aufsichtsbehörde für Zahlungssysteme (Payment Systems Regulator, PSR) überwachen die Autorisierungen, die Sicherheitserwartungen und den Zustand des gesamten Regulierungsrahmens.

Der Regulierungsrahmen des Vereinigten Königreichs setzt Regeln durch gemeinsame Definitionen von Anwendungsprogrammierschnittstellen (Application Programming Interface, API), strenge Sicherheitsanforderungen und Erwartungen an die kundenseitigen Kontrollmöglichkeiten durch. Nachfolgend sind die wichtigsten technischen Aspekte aufgeführt:

  • Standardisierte APIs: Die Spezifikationen der Read/Write API im Vereinigten Königreich definieren, wie Banken Kontodaten, Salden und Transaktionen teilen und wie sie Zahlungen veranlassen. Diese APIs folgen einheitlichen Schemata, sodass sich die Daten institutsübergreifend vorhersehbar verhalten.

  • Sicherheitsarchitektur: Das System basiert auf OAuth 2.0 und OpenID Connect und wird durch das Sicherheitsprofil der Financial-Grade API (FAPI) verstärkt. So werden verschlüsselte, zertifikatsverifizierte Verbindungen geschaffen, um sicherzustellen, dass jede Anfrage authentifiziert und manipulationssicher ist.

  • Starke Kundenauthentifizierung (SCA): Kundinnen und Kunden genehmigen Datenzugriff oder Zahlungen mittels Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), oft in den Apps ihrer Bank mit biometrischer oder gerätebasierter Bestätigung. Berechtigungen müssen nach einem regelmäßigen Zeitplan erneut autorisiert werden.

  • Kundendaten und Einwilligungskontrollen: Der Zugriff wird immer kontrolliert, sodass Dritte nur genau die Daten erhalten, die kundenseitig genehmigt wurden. Einwilligungsbildschirme folgen standardisierten Richtlinien, um zu verdeutlichen, was weitergegeben wird, und Zustimmungen können jederzeit widerrufen werden.

  • Logistische Leistung: Von Banken wird erwartet, dass sie Mindestschwellenwerte für Erreichbarkeit und Reaktionszeiten erreichen, und zwar mit einer zentralen Überwachung, die Störungen oder Verzögerungen aufdeckt.

Vor welchen Herausforderungen stehen Organisationen bei der Einführung von Open-Banking-Lösungen im Vereinigten Königreich?

Unternehmen, die Open Banking nutzen möchten, müssen wissen, wie sie neue Datenflüsse integrieren und die regulatorischen Erwartungen erfüllen können. Im Folgenden finden Sie einige häufige Herausforderungen bei der Einführung:

  • Sicherheitserwartungen: Banken und Drittanbieter müssen strenge Kontrollen aufrechterhalten, sensible Daten schützen und ständig auf Missbrauch oder irregulären Zugriff überwachen.

  • Kundenvertrauen und -verständnis: Kundinnen und Kunden zögern möglicherweise immer noch, Finanzdaten weiterzugeben, oft weil sie sich nicht sicher sind, wie Open Banking funktioniert oder was „zugelassener Zugriff“ bedeutet. Unternehmen müssen vertrauensbildende Erfahrungen bieten und verdeutlichen, warum Daten angefordert werden und wie sie geschützt werden.

  • Regulatorische Nuancen: Um ein autorisierter Anbieter zu werden, bedarf es einer FCA-Genehmigung, laufender Überwachung und gut dokumentierter Kontrollen. Selbst Unternehmen, die mit einem autorisierten Anbieter zusammenarbeiten, müssen die Regeln der überarbeiteten Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2), Datenschutzanforderungen und sich ändernde Erwartungen der Aufsichtsbehörden erfüllen.

  • Technischer Aufwand: Die Integration von Open Banking erfordert die Abwicklung von Authentifizierungsabläufen, die Arbeit mit inkonsistenten Bankimplementierungen und die Verarbeitung sehr unterschiedlicher Transaktionen. Unternehmen müssen möglicherweise auch Enrichment Layers erstellen oder Verbindungen zu mehreren Anbietern herstellen, um die Abdeckung und Leistung aufrechtzuerhalten.

  • Systemfragmentierung: Die Qualität der Bank API kann immer noch variieren, was sich auf die Zuverlässigkeit und die Nutzererfahrung (UX) auswirkt. Unternehmen benötigen oft Schutzmaßnahmen wie Wiederholungsversuche, Ausweichmöglichkeiten und eine gut konzipierte Nutzererfahrung, um diese Unstimmigkeiten zu bewältigen.

Was sollten Unternehmen bei der Wahl eines Open-Banking-Anbieters beachten?

Die Wahl eines Open-Banking-Anbieters ist eine wichtige Entscheidung, die sich auf alles von UX bis Compliance und langfristige Skalierbarkeit auswirkt. Achten Sie bei der Suche nach einem Anbieter auf Folgendes:

  • Bankabdeckung: Der Anbieter sollte die großen Banken und Bausparkassen des Vereinigten Königreichs abdecken, die Ihre Kundinnen und Kunden nutzen, und zuverlässige Verbindungen sowohl für Daten als auch für Zahlungen anbieten.

  • Unterstützte Funktionen: Vergewissern Sie sich, ob der Anbieter die Weitergabe von Kontoinformationen, die Einleitung der Zahlung oder beides unterstützt, und prüfen Sie, ob er Extras wie Transaktion und angereicherte Daten bietet.

  • Leistung und Zuverlässigkeit: Hohe Erreichbarkeit und Reaktionen mit geringer Latenz sind wichtig für ein einfacheres Onboarding und stabile Zahlungen. Achten Sie auf transparente Status-Berichte und eine solide Reputation in puncto Pflege von Bankintegrationen.

  • Sicherheit und Compliance: Finden Sie einen Anbieter, der von der FCA für die von ihm erbrachten Dienstleistungen zugelassen ist. Er muss strenge Kontrollen für Datenschutz, Token-Handhabung und Zustimmungsverwaltung nachweisen können.

  • Entwicklererfahrung: Klare Dokumentation, Sandbox-Umgebungen und reaktionsschneller Support verkürzen die Entwicklungszeit und reduzieren das Integrationsrisiko.

  • Skalierbarkeit und Fahrplan: Berücksichtigen Sie die Frage, ob der Anbieter umfassendere Open-Finance-Anwendungsszenarien oder neue Funktionen wie variable wiederkehrende Zahlungen (Variable Recurring Payments, VRP) unterstützt.

So kann Stripe Financial Connections Sie unterstützen

Stripe Financial Connections umfasst mehrere APIs, mit denen Sie eine sichere Verbindung zu den Bankkonten Ihrer Kundinnen und Kunden herstellen und deren Finanzdaten abrufen können. Das hilft Ihnen dabei, innovative Finanzprodukte und -dienstleistungen zu entwickeln.

Mit Financial Connections können Sie unter anderem Folgendes umsetzen:

  • Vereinfachtes Onboarding: Bieten Sie einen nahtlosen, sofortigen Verifizierungsprozess für Bankkonten, der keine manuelle Identitäts- und Kontoverifizierung erfordert.

  • Zugriff auf umfangreiche Finanzdaten: Rufen Sie umfassende Informationen über die Bankkonten und Kundinnen und Kunden ab, einschließlich Kontostände, Transaktionen und Kontodetails.

  • Automatisierung wiederkehrender Zahlungen: Ermöglichen Sie Ihren Kundinnen und Kunden, ihre Bankkonten für wiederkehrende Zahlungen sicher zu verknüpfen und die Erfolgsquote von Zahlungen zu verbessern.

  • Verbessertes Risikomanagement: Analysieren Sie die Finanzdaten Ihrer Kundinnen und Kunden, um fundiertere Entscheidungen über Kredite, Darlehen und andere Finanzprodukte zu treffen.

  • Rechtskonformität: Financial Connections hilft Ihnen, die rechtlichen Vorgaben bezüglich KYC und Geldwäschebekämpfung (Anti-Money Laundering, AML) zu erfüllen.

  • Zuverlässige Innovation: Entwickeln Sie neue Finanzprodukte und -dienste auf der sicheren und zuverlässigen Infrastruktur von Financial Connections.

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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.

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