DAC7 in Frankreich: Was digitale Plattformen wissen müssen

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  1. Einführung
  2. Das Wichtigste auf einen Blick
  3. Was ist DAC7?
  4. Welchen Zweck hat DAC7?
  5. Welche Unternehmen müssen DAC7 erfüllen?
    1. Meldepflichten für Verkäufer/innen und Dienstleister/innen
  6. So erfüllen Sie DAC7
    1. Informationen erfassen
    2. Informationsgenauigkeit überprüfen
    3. Meldungen einreichen
    4. Benachrichtigen von Nutzerinnen und Nutzern
  7. Welche Strafen drohen bei Nichterfüllung von DAC7?
  8. So kann Stripe Connect Sie unterstützen

Seit dem 1. Januar 2023 unterliegen Betreiber digitaler Plattformen in Frankreich neuen Meldepflichten. Die Richtlinie (EU) 2021/514 des Rates vom 22. März 2021 ist die siebte Änderung der Richtlinie über die Zusammenarbeit der Verwaltungsbehörden im Bereich der Besteuerung (DAC) – auch bekannt als „DAC7“. Diese Richtlinie hat einen rechtlichen Rahmen für die Erhebung und Meldung spezifischer Steuerinformationen von Nutzerinnen und Nutzern von Plattformen geschaffen.

In diesem Artikel erläutern wir die DAC7, einschließlich dessen, was sie regelt und wie Sie die Vorschriften erfüllen können, um Bußgelder zu vermeiden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die siebte Änderung der Richtlinie über die Zusammenarbeit der Verwaltungsbehörden im Bereich der Besteuerung (DAC7) ist eine europäische Richtlinie, die digitale Plattformen innerhalb der EU regelt. Sie verpflichtet Betreiber, das Einkommen von Nutzerinnen und Nutzern von Plattformen jährlich zu melden.
  • Der Zweck der DAC7 besteht darin, die Transparenz bei der Besteuerung in der digitalen Wirtschaft zu erhöhen.
  • Die DAC7 richtet sich an bestimmte Arten von Unternehmen, insbesondere an solche, die Waren und Dienstleistungen verkaufen oder Immobilien und Transportmittel vermieten.
  • Um die DAC7-Anforderungen zu erfüllen, müssen Plattformbetreiber Informationen zu Nutzerinnen und Nutzern erheben und überprüfen, Jahresberichte einreichen und Nutzerinnen und Nutzer über die an Behörden übermittelten Informationen benachrichtigen.
  • Das Versäumnis, Berichte einzureichen, wird mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000 € geahndet.

Was ist DAC7?

DAC7 ist eine europäische Richtlinie, die Betreiber/innen digitaler Plattformen dazu verpflichtet, dem Finanzamt jährliche Umsätze zu melden, die von Verkäuferinnen und Verkäufern sowie Dienstleisterinnen und Dienstleistern auf ihren Plattformen erzielt wurden. Dies ist die siebte Version der DAC im Bereich der Besteuerung.

DAC7 schafft einen einheitlichen europäischen Rahmen für die Erfassung, Überprüfung und jährliche Meldung von Daten an die Steuerbehörden. In Frankreich wurde sie durch das Finanzgesetz 2022 in nationales Recht umgesetzt und im Allgemeinen Steuergesetzbuch (CGI) in Artikel 1649 A–E und Artikel 344 G duodecies–vicies von Anhang III verankert.

Welchen Zweck hat DAC7?

DAC7 erhöht die Transparenz von Transaktionen, die auf digitalen Plattformen wie Malt, Fiverr, eBay, Vinted, Amazon, Uber und Airbnb stattfinden. Die Richtlinie gewährleistet die ordnungsgemäße Meldung der von ihren Vermittlerinnen und Vermittlern erzielten Einnahmen.

Die Richtlinie standardisiert außerdem die Meldepflichten von Plattformbetreiberinnen und -betreibern in der gesamten EU. Gleichzeitig vereinfacht sie die automatische Übermittlung von Daten zwischen den Finanzämtern in den verschiedenen Ländern.

Welche Unternehmen müssen DAC7 erfüllen?

DAC7 gilt für digitale Plattformen, die den Verkauf von Waren und Dienstleistungen oder die Vermietung von Immobilien und Transportmitteln ermöglichen. Die Richtlinie gilt für Plattformen, die innerhalb und außerhalb der EU ansässig sind, sofern diese Plattformen Transaktionen für Verkäufer/innen oder Dienstleister/innen ermöglichen, die innerhalb der EU ansässig sind, oder wenn es sich um Immobilien in einem Mitgliedstaat handelt.

Die Richtlinie gilt nicht für Plattformbetreiber/innen, die lediglich Zahlungs- oder Listingdienste anbieten. Sie gilt auch nicht für Plattformen, die Nutzer/innen auf andere Plattformen weiterleiten. Unternehmen, die mit dem Umtausch von Kryptowährungen oder dem Verkauf von digitalen Produkten handeln, sind ebenfalls von der Richtlinie ausgenommen.

Meldepflichten für Verkäufer/innen und Dienstleister/innen

Plattformen sind verpflichtet, Steuerinformationen für Einzelpersonen oder juristische Personen zu melden, die ihre Dienste nutzen, um während des Meldezeitraums eine der relevanten Aktivitäten auszuführen.

Es gelten jedoch Ausnahmen für öffentliche Einrichtungen, börsennotierte Unternehmen und Hotelbetreiber/innen oder ähnliche Einrichtungen, die mehr als 2.000 Transaktionen zur Vermietung von Immobilien innerhalb eines einzigen von der Plattformbetreiberin/dem Plattformbetreiber vermittelten Objekts durchführen. Es gibt außerdem Ausnahmen für gelegentliche Verkäufer/innen, die weniger als 30 Verkäufe während des Meldezeitraums tätigen und deren Gesamtsumme weniger als 2.000 € beträgt.

So erfüllen Sie DAC7

Um Steuertransparenz und Compliance mit der DAC7-Richtlinie sicherzustellen, müssen Plattformbetreiber/innen strenge Erfassungs-, Verifizierungs- und Informationsmeldeverfahren einhalten. Sie müssen außerdem Plattformnutzer/innen über die Meldungen benachrichtigen.

Informationen erfassen

Plattformen müssen zuverlässige Datenmeldesysteme erstellen, die mit Onboarding-Prozessen beginnen. Beispielsweise verfügt Amazon über ein DAC7-Portal, in dem Verkäufer/innen die erforderlichen Informationen eingeben. Booking.com verlangt von Verkäuferinnen und Verkäufern, innerhalb von 90 Tagen nach der Registrierung auf der Plattform ein Know Your Partner (KYP)-Formular auszufüllen.

Die Richtlinie schreibt Plattformen vor, Nutzerkonten zu schließen, wenn die angeforderten Informationen nicht innerhalb der angegebenen Frist und nach zwei Erinnerungen bereitgestellt werden. Daher ist es wichtig, automatisierte Erinnerungen und ein System zur Kontoschließung zu erstellen, um die Richtlinie zu erfüllen.

Informationsgenauigkeit überprüfen

Plattformen müssen außerdem ein Verfahren einrichten, um von Nutzerinnen und Nutzern bereitgestellte Informationen automatisch zu überprüfen. Sie können Dokumente intern oder über eine von einem Mitgliedstaat bereitgestellte Schnittstelle prüfen oder externe Anbieter/innen beauftragen. Die Informationen müssen bis spätestens 31. Dezember verifiziert sein.

Meldungen einreichen

Gemäß DAC7 müssen Plattformen jährliche Meldungen einreichen. Folgende Informationen müssen an das Finanzamt gemeldet werden:

  • Vor- und Nachname des Nutzers/der Nutzerin oder Name des Unternehmens
  • Hauptadresse
  • Steuerwohnsitz
  • Geburtsdatum und -ort (bei Einzelpersonen) oder Registrierungsnummer
  • Steueridentifikationsnummer (NIF) oder Nummer im System zur Identifizierung von Unternehmen (SIREN)
  • Innergemeinschaftliche Mehrwertsteuernummer (USt-IdNr.) (falls zutreffend)
  • Gesamtzahl der während des Meldezeitraums durchgeführten Transaktionen
  • Gesamter Umsatz in jedem Quartal des Meldezeitraums
  • Gesamte einbehaltene Provisionen, Gebühren und Steuern
  • Kontonummer für Einzahlungen und Name auf dem Konto
  • Identifizierung einer Betriebsstätte innerhalb der EU, über die der/die Nutzer/in relevante Transaktionen ausführt, mit Angabe des Mitgliedstaats (falls zutreffend)
  • Adresse und Anzahl der Miettage für jede Immobilie (bei Immobilienvermietungen)

Die Meldungen müssen dem Finanzamt in einem standardisierten Format bis zum 31. Januar des Folgejahres vorliegen.

Benachrichtigen von Nutzerinnen und Nutzern

Betreiber/innen digitaler Plattformen müssen außerdem Verkäufer/innen und Dienstleister/innen benachrichtigen, dass ihre Informationen an das Finanzamt gesendet werden. Die Betreiber/innen müssen den Nutzerinnen und Nutzern zudem jährliche Abrechnungen über die gemeldeten Informationen – als „DAC7-Meldung“ bezeichnet – bis zur selben Frist wie die Meldung selbst senden.

Welche Strafen drohen bei Nichterfüllung von DAC7?

Die Nichterfüllung von Meldepflichten (z. B. fehlende Meldung, verpasste Meldefristen, Übermittlung ungenauer Informationen oder unvollständiger Meldungen) wird mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 € geahndet. Die Bußgelder variieren je nach Art des Verstoßes.

Betreiber/innen, die gegen Vorschriften zur Sorgfaltspflicht oder zu Benachrichtigungen an Verkäufer/innen und Dienstleister/innen verstoßen, die auf ihren Plattformen aktiv sind, können mit einer Geldstrafe von höchstens 50.000 € belegt werden.

Plattformbetreiber/innen mit Sitz außerhalb der EU können ihre individuellen Registrierungsnummern verlieren. Es ist wichtig, DAC7 zu erfüllen und strenge Verfahren für die Erfassung, Überprüfung und Meldung zu implementieren.

So kann Stripe Connect Sie unterstützen

Stripe Connect orchestriert den Geldverkehr zwischen mehreren Parteien für Softwareplattformen und Marktplätze. Mit Connect können Sie Zahlungen im Namen von Nutzerinnen und Nutzern einziehen, Geldtransfers verwalten, Gelder verteilen, das Einkommen aus jeder Transaktion ermitteln und Transaktionsdaten für jedes verbundene Konto aufzeichnen.

Connect vereinfacht zudem die Berechnung der Sales Tax, verwaltet Identitätsüberprüfungen und stellt sicher, dass Nutzer/innen beim Onboarding die Gesetze zu Know Your Customer (KYC) einhalten. Connect kann Sie bei der Erfüllung der DAC7-Anforderungen unterstützen, indem es Überprüfungen durchführt und Informationen zu Verkäufen und Zahlungen erfasst, die über Ihre Plattform abgewickelt werden.

Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.

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