Eine Open-Banking-API (Application Programming Interface) ist eine digitale Verbindung, die einem Unternehmen berechtigten Zugriff auf das Bankkonto einer Kundin oder eines Kunden gewährt, um entweder Daten daraus zu lesen oder Geld davon abzubuchen, sobald die entsprechende Autorisierung über die eigene Bank erfolgt ist. Die Autorisierung läuft über einen Token anstelle eines gespeicherten Passworts. Dies unterscheidet Open Banking von älteren Datenzugriffsmethoden, die auf Screen Scraping und gemeinsamen Anmeldeinformationen beruhten. Unternehmen in den Bereichen Zahlungen, Kreditvergabe und Finanzsoftware bauen auf dieser Ebene auf, um Konten zu verifizieren, Risiken zu bewerten und Geld direkt zwischen Banken zu überweisen.
Die Nutzung von Open Banking nimmt zu, wobei Schätzungen zufolge die Zahl der Open-Banking-API-Aufrufe im Jahr 2027 580 Milliarden erreichen wird. Im Folgenden erläutern wir die Nutzung von Open-Banking-APIs, einschließlich der Auslösung von Zahlungen direkt von einem Kundenkonto, der Verifizierung der Kontoinhaberschaft während des Onboardings, der Einbindung von Transaktionsdaten in Kreditentscheidungen, der Unterstützung von Apps für persönliche Finanzen und der Bestätigung von Auszahlungskonten auf Plattformen und Marktplätzen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Open-Banking-APIs ersetzen gespeicherte Bankdaten durch einen tokenisierten, widerrufbaren Zugriff, der von Kundinnen und Kunden kontrolliert wird.
Unternehmen verwenden denselben zugrunde liegenden Verbindungsablauf für Zahlungsauslösung, Kontoverifizierung, Risikoevaluation und Auszahlungsbestätigung; sie passen lediglich die für jeden Fall angeforderten Daten an.
Die direkte Anbindung von Bankdaten an die bestehende Zahlungs- und Abrechnungsinfrastruktur eines Unternehmens reduziert den manuellen Abgleich, der erforderlich ist, wenn diese Daten in einem separaten System gespeichert werden.
Was ist eine Open-Banking-API?
Eine Open-Banking-API ist eine Entwicklerschnittstelle, über die ein Unternehmen berechtigten Zugriff auf das Bankkonto einer Kundin oder eines Kunden anfordern kann, um entweder Daten abzurufen oder Geld davon abzubuchen, und zwar mit ausdrücklicher Autorisierung. Der Login bei der eigenen Bank erfolgt über einen sicheren Ablauf, bei dem ausgewählt wird, was geteilt werden soll, und die Bank stellt einen Token aus, der genau definiert, was das Unternehmen sehen kann und für wie lange.
Wie ermöglichen Open-Banking-APIs die Zahlungsauslösung?
Die Zahlungsauslösung ermöglicht es einem Unternehmen, eine Banküberweisung direkt vom Konto einer Kundin oder eines Kunden zu veranlassen. Beim Bezahlvorgang wird die Bank ausgewählt, die Authentifizierung erfolgt über die bankeigene App oder Anmeldeseite und der Betrag wird bestätigt, bevor der Transfer durchgeführt wird.
Dies ermöglicht Folgendes:
Niedrigere Kosten pro Transaktion: Bei Kartenzahlungen fallen für jeden Kauf Interbanken- und Netzwerkgebühren an, und bei Konto-zu-Konto-Transfers entfällt diese Kostenstruktur, was bei teureren Käufen, bei denen sich Kartengebühren schnell summieren, am wichtigsten ist.
Keine gespeicherten Kartendaten: Wenn sich jemand entscheidet, per Bank zu bezahlen, gibt es keine Kartennummer, die gespeichert oder aktualisiert werden muss. Bei der Abrechnung von Abonnements bedeutet das weniger fehlgeschlagene Verlängerungen aufgrund einer neu ausgestellten oder abgelaufenen Karte.
Ein anderes Betrugsprofil: Bankauthentifizierte Transfers hängen davon ab, dass sich Kundinnen und Kunden in ihr eigenes Bankkonto einloggen, anstatt Kartenangaben einzutippen, die ein betrügerischer Akteur anderswo erlangt haben könnte.
Echtzeitsignale für die Zahlungsabwicklung: Einige Open-Banking-Zahlungsnetzwerke bestätigen die Verfügbarkeit von Geldmitteln, bevor der Transfer abgeschlossen ist. Dies gibt einem Unternehmen mehr Sicherheit als eine Kartenautorisierung, bei der die Zahlungsabwicklung immer noch fehlschlagen kann.
Ein schneller Bezahlvorgang: Die Bank wird ausgewählt, authentifiziert und der Vorgang wird bestätigt. In Märkten, in denen Open Banking gut etabliert ist, kann die gesamte Sequenz oft in weniger als einer Minute abgeschlossen werden, was einer Zahlung per Digital Wallet gleichkommt.
Wie verbessern Open-Banking-APIs die Kontoverifizierung und das Kunden-Onboarding?
Vor Open Banking wurden Mikroeinzahlungen verwendet, um zu verifizieren, dass eine Kundin oder ein Kunde tatsächlich Inhaber/in des angegebenen Bankkontos war. Die Abwicklung dieser kleinen Testtransfers – bei denen der genaue Betrag bestätigt wird – konnte ein bis zwei Werktage in Anspruch nehmen.
Open-Banking-APIs führen in dem Moment, in dem Kundinnen und Kunden ihr Konto verknüpfen, die folgenden Echtzeitprüfungen durch:
Kontoinhaberschaft: Die API bestätigt, dass das Konto existiert und dass die Person, die die Verbindung authentifiziert, der oder die tatsächliche Kontoinhaber/in ist.
Identitätsprüfung: Von der Bank verifizierte Kontodaten fließen in die umfassenderen Know Your Customer (KYC)-Prüfungen eines Unternehmens ein, was einen Datenpunkt hinzufügt, der schwerer zu fälschen ist als ein selbst angegebener Name und eine Adresse.
Saldoprüfungen: Ein Unternehmen kann vor der Durchführung erkennen, ob ein Konto eine Transaktion unterstützen kann, und erfährt dies nicht erst, nachdem eine Zahlung fehlschlägt.
Schnellere Betrugsprüfung: Die Verifizierung der Inhaberschaft bei der Anmeldung deckt ein nicht übereinstimmendes oder gestohlenes Konto auf, bevor Geld fließt, und nicht erst, nachdem eine Rückbuchung oder fehlgeschlagene Auszahlung das Problem aufzeigt.
Wie unterstützen Open-Banking-APIs die Kreditvergabe, Risikoevaluation und Risikobewertung?
Der herkömmliche Risikoevaluationsprozess stützt sich auf Daten von Auskunfteien, die mit Verzögerung aktualisiert werden. Open-Banking-Daten bieten Kreditgebern einen Einblick in den Cashflow auf Transaktionsebene, einschließlich Einzahlungsmustern, wiederkehrenden Rechnungen, Überziehungshäufigkeit und Kontoständen im Zeitverlauf anstelle einer einzelnen Zahl.
Warum das wichtig ist:
Erweiterter Zugang für Antragstellende mit wenig Daten: Jemand mit einer niedrigen oder nicht vorhandenen Kreditwürdigkeit, wie z. B. in der Gig-Economy Tätige oder Neueinwandernde, kann dennoch ein Girokonto mit stetigem Einkommen und überschaubaren Ausgaben vorweisen; Open-Banking-Daten ermöglichen es Kreditgebern, dies zu berücksichtigen.
Erkennung von Warnsignalen: Häufige Überziehungen, plötzliche Saldenrückgänge oder unregelmäßige Einzahlungsmuster tauchen in den Transaktionsdaten auf, lange bevor sie sich auf die Kreditwürdigkeit auswirken würden.
Alternative Einkommensprüfung: Ein Kreditgeber mit berechtigtem Zugriff auf Kontoauszüge von einigen Monaten muss sich nicht auf Gehaltsabrechnungen oder selbst angegebene Zahlen verlassen, um das Einkommen zu verifizieren; er kann den Einzahlungsverlauf zur direkten Bestätigung nutzen.
Eine Ergänzung, kein Ersatz: Open-Banking-Daten ergänzen bei regulierten Kreditprodukten in der Regel eine herkömmliche Bonitätsprüfung, anstatt diese komplett zu ersetzen; sie verifizieren das angegebene Einkommen oder erstellen ein alternatives Risikomodell, das parallel zur Standardprüfung läuft.
Wie unterstützen Open-Banking-APIs das Management und die Aggregation persönlicher Finanzen?
Apps für persönliche Finanzen und Konto-Aggregatoren hängen davon ab, dass Kundinnen und Kunden jedes Konto, das sie besitzen (z. B. Giro-, Spar-, Kreditkarten- und Anlagekonten), über mehrere Banken hinweg mit einem einzigen Dashboard verbinden. Open-Banking-APIs machen diese Verbindung möglich, ohne dass die App jemals ein Bankpasswort speichern muss.
Sehen wir uns das näher an:
Kategorisierung von Transaktionen: Einzelne Käufe werden in Kategorien wie Lebensmittel, Restaurantbesuche und Nebenkosten einsortiert, meist durch eine Mischung aus dem Abgleich von Händlercodes und Mustererkennung. Die Ausgaben werden nach Kategorie angezeigt, ohne dass etwas manuell markiert werden muss.
Saldoüberwachung: Die App überprüft die Kontostände in festgelegten Intervallen und kann eine Warnung ausgeben, bevor ein Saldo so weit sinkt, dass ein Überziehungsrisiko besteht.
Einblicke in Ersparnisse: Durch den Vergleich von Einkommensmustern mit Ausgaben zeigen einige Apps auf, wie viel realistischerweise in einem bestimmten Zeitraum auf Sparkonten überwiesen werden könnte.
Widerrufbarer Zugriff: Die Erlaubnis wird über den bankeigenen Authentifizierungsablauf erteilt, woraufhin der Token definiert, welche Daten abgerufen werden können und für wie lange. Der Zugriff kann jederzeit unterbrochen werden, normalerweise über einen Einstellungsbildschirm in der App der Bank.
Da für all dies zu keinem Zeitpunkt Bankzugangsdaten vom Aggregator gespeichert werden müssen, hängt der Zugriff vollständig von dem Token ab, den die Bank ausstellt. Die Kontrolle darüber, was wie lange geteilt wird, bleibt bei den Kundinnen und Kunden, nicht bei der App.
Wie unterstützen Open-Banking-APIs Auszahlungen auf Plattformen und Marktplätzen?
Anstatt zu überprüfen, wer zahlt, müssen Plattformen und Marktplätze überprüfen, wer bezahlt wird. Ein Marktplatz, der Tausende von Verkäuferinnen und Verkäufern onboardet, oder eine Plattform, die Auszahlungen an Auftragnehmende leistet, muss bestätigen, dass jedes Auszahlungskonto echt ist und der Person gehört, die es beansprucht, bevor Geld fließt.
Hier erfahren Sie Näheres dazu:
Verifizierung des Auszahlungskontos: Die Bestätigung der Inhaberschaft bei der Anmeldung deckt eine falsch eingegebene Kontonummer oder ein Konto auf, über das jemand keine Zeichnungsberechtigung hat, bevor eine Auszahlung fehlschlägt oder an der falschen Stelle landet.
Weniger fehlgeschlagene Auszahlungen: Die Vorabüberprüfung von Konten reduziert Transfers, die zurückgewiesen werden, sich verzögern oder nachträglich manuell korrigiert werden müssen.
Erkennung von Betrugsmustern: Daten von verbundenen Konten können Signale kennzeichnen, die mit betrügerischen Anmeldungen von Verkäuferinnen und Verkäufern in Verbindung stehen, wie etwa ein brandneues Konto, das sofort eine große Auszahlung anfordert.
Lieferanten-Onboarding: Ein Unternehmen, das die Bankdaten eines neuen Anbieters überprüft, bevor es wiederkehrende Zahlungen einrichtet, profitiert von denselben Sofortverifizierungsmechanismen, die auch beim Kunden-Onboarding verwendet werden.
Treasury-Transparenz: Plattformen, die Auszahlungen über viele verbundene Konten hinweg verwalten, können aggregierte Saldodaten nutzen, um einen besseren Überblick über die Liquidität im gesamten Netzwerk zu erhalten.
So kann Stripe Financial Connections Sie unterstützen
Stripe Financial Connections umfasst mehrere APIs, mit denen Sie eine sichere Verbindung zu den Bankkonten Ihrer Kundinnen und Kunden herstellen und deren Finanzdaten abrufen können. Das hilft Ihnen dabei, innovative Finanzprodukte und -dienstleistungen zu entwickeln.
Mit Financial Connections können Sie unter anderem Folgendes umsetzen:
Vereinfachtes Onboarding: Bieten Sie einen nahtlosen, sofortigen Verifizierungsprozess für Bankkonten, der keine manuelle Identitäts- und Kontoverifizierung erfordert.
Zugriff auf umfangreiche Finanzdaten: Rufen Sie umfassende Informationen über die Bankkonten und Kundinnen und Kunden ab, einschließlich Kontostände, Transaktionen und Kontodetails.
Automatisierung wiederkehrender Zahlungen: Ermöglichen Sie Ihren Kundinnen und Kunden, ihre Bankkonten für wiederkehrende Zahlungen sicher zu verknüpfen und die Erfolgsquote von Zahlungen zu verbessern.
Verbessertes Risikomanagement: Analysieren Sie die Finanzdaten Ihrer Kundinnen und Kunden, um fundiertere Entscheidungen über Kredite, Darlehen und andere Finanzprodukte zu treffen.
Rechtskonformität: Financial Connections hilft Ihnen, die rechtlichen Vorgaben bezüglich KYC und Geldwäschebekämpfung (Anti-Money Laundering, AML) zu erfüllen.
Zuverlässige Innovation: Entwickeln Sie neue Finanzprodukte und -dienste auf der sicheren und zuverlässigen Infrastruktur von Financial Connections.
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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.