Working Capital: So verbessern Unternehmen in Deutschland ihre Liquidität

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  1. Einführung
  2. Was ist Working Capital?
    1. Working Capital berechnen
  3. Ursachen für ein niedriges oder negatives Working Capital
  4. Wie können Unternehmen in Deutschland ihr Working Capital erhöhen?
  5. Factoring zur Verbesserung des Working Capital
    1. Factoring
  6. Möglichkeiten der Finanzierung des Working Capital
    1. Betriebsmittelkredit
    2. Lieferantenkredit
    3. Umsatzbasierte Finanzierung
  7. So unterstützt Stripe Capital das Management Ihres Working Capital
  8. FAQ

Zu geringe Liquidität zählt zu den größten Risiken im laufenden Geschäftsbetrieb. Können Unternehmen ihre laufenden Verpflichtungen nicht erfüllen, drohen finanzielle Engpässe und eingeschränkte Handlungsfähigkeit. Eine vorausschauende Steuerung der verfügbaren Mittel ist daher entscheidend für die Stabilität und das Wachstum von Unternehmen. Eine wichtige Kennzahl ist in diesem Zusammenhang das Working Capital.

In diesem Artikel erfahren Sie, was das Working Capital ist, wie Sie es berechnen, was die Ursachen für ein niedriges oder negatives Working Capital sind und wie Sie es erhöhen können. Dabei beleuchten wir neben operativen Maßnahmen sowohl das Factoring als auch Möglichkeiten der Finanzierung des Working Capital genauer.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Working Capital zeigt, ob ein Unternehmen seine laufenden Verpflichtungen erfüllen kann und wie stabil seine Liquidität ist.
  • Ein negatives Working Capital entsteht, wenn kurzfristige Verbindlichkeiten höher sind als das Umlaufvermögen.
  • Hauptursachen sind unter anderem lange Zahlungsziele, hohe Lagerbestände und steigende Kosten.
  • Unternehmen können ihr Working Capital unter anderem durch optimierte Zahlungsbedingungen, reduzierte Lagerbestände und effizientes Kostenmanagement verbessern.
  • Finanzinstrumente wie Factoring, Betriebsmittelkredite oder umsatzbasierte Modelle helfen, Liquidität gezielt zu sichern und Wachstum zu finanzieren.

Was ist Working Capital?

Working Capital ist eine zentrale betriebswirtschaftliche Kennzahl. Es beschreibt das Nettoumlaufvermögen beziehungsweise Betriebskapital eines Unternehmens. Die Kennzahl zeigt, welche finanziellen Mittel für den laufenden Geschäftsbetrieb zur Verfügung stehen und ob ein Unternehmen seine laufenden Verpflichtungen erfüllen kann. Dazu zählen unter anderem Gehälter, Mietkosten oder Zahlungen an Lieferanten. Gleichzeitig zeigt das Working Capital, ob finanzielle Spielräume für Investitionen und Wachstum vorhanden sind.

Damit dient das Working Capital als Indikator für die kurzfristige finanzielle Stabilität. Unternehmen nutzen es, um ihre Zahlungsfähigkeit einzuschätzen. Auch Geschäftspartner/innen sowie Investorinnen und Investoren greifen auf die Kennzahl zurück, um Risiken zu bewerten und die finanzielle Lage eines Unternehmens einzuordnen.

Working Capital berechnen

Um das Working Capital zu berechnen, wird das Umlaufvermögen den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenübergestellt und die Differenz gebildet. Das Umlaufvermögen beinhaltet alle kurzfristig verfügbaren Vermögenswerte eines Unternehmens. Dies sind insbesondere liquide Mittel, Lagerbestände oder Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Kurzfristige Verbindlichkeiten umfassen vor allem offene Rechnungen für in Anspruch genommene Lieferungen und Leistungen sowie Kreditschulden.

Ziehen Unternehmen in Deutschland vom Umlaufvermögen die kurzfristigen Verbindlichkeiten ab, ergibt sich das Working Capital als Kennzahl. Ein positiver Wert zeigt, dass ausreichend Mittel vorhanden sind, um laufende Verpflichtungen zu decken. Ein negativer Wert ist häufig ein Warnsignal: Er weist darauf hin, dass diese Verbindlichkeiten das Umlaufvermögen übersteigen und Liquiditätsengpässe drohen können.

Ursachen für ein niedriges oder negatives Working Capital

Ein niedriges oder negatives Working Capital entsteht, wenn verfügbare Mittel nicht ausreichen, um bestehende Verpflichtungen zu decken. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und treten häufig gleichzeitig auf:

  • Lange Zahlungsziele für Kundinnen und Kunden: Unternehmen gewähren häufig großzügige Zahlungsfristen, wodurch sich Zahlungseingänge verzögern.
  • Kurze Zahlungsfristen gegenüber Lieferanten: Lange Zahlungsfristen gegenüber Kundinnen und Kunden können vor allem dann problematisch werden, wenn eigene Verbindlichkeiten schnell beglichen werden müssen.
  • Hoher Bestand an offenen Forderungen: BleibenRechnungen über längere Zeit unbezahlt, fehlt das entsprechende Kapital im laufenden Geschäftsbetrieb.
  • Unzureichendes Forderungsmanagement: Fehlende Kontrolle über Zahlungsfristen und Mahnprozesse kann dazu führen, dass Forderungen verspätet oder gar nicht beglichen werden.
  • Große Lagerbestände: Ein hoher Vorratsbestand bindet finanzielle Mittel, da Waren zunächst eingekauft und gelagert werden, bevor sie Umsätze generieren.
  • Steigende Kostenbei gleichbleibenden Einnahmen: Erhöhen sich beispielsweise Energie-, Personal- oder Beschaffungskosten, sinkt die verfügbare Liquidität im Umlaufvermögen.
  • Saisonale Schwankungen: In bestimmten Branchen führen unregelmäßige Umsätze im Jahresverlauf dazu, dass Einnahmen zeitweise ausbleiben, während laufende Kosten bestehen bleiben.
  • Abhängigkeit von externer Finanzierung: Werden Teile des Geschäftsbetriebs über kurzfristige Kredite finanziert, erhöhen sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten und belasten das Working Capital.
  • Steuerzahlungen: Fällige Steuerlasten können die Liquidität erheblich reduzieren, da sie oft in größeren Summen und zu festen Zeitpunkten beglichen werden müssen.
  • Vorfinanzierung der Umsatzsteuer: Beim Einkauf von Waren und Dienstleistungen müssen Unternehmen die Umsatzsteuer vorfinanzieren, wodurch Kapital bis zur Verrechnung mit dem Finanzamt gebunden bleibt.

Wie können Unternehmen in Deutschland ihr Working Capital erhöhen?

Unternehmen können ihr Working Capital durch gezielte Maßnahmen im operativen Geschäft positiv beeinflussen. Gängig sind unter anderem die folgenden Maßnahmen:

  • Anpassung der Zahlungsbedingungen
    Unternehmen sollten ihre Verhandlungsposition nutzen, um Zahlungsströme besser auszubalancieren. Durch kürzere Zahlungsziele für Kundinnen und Kunden und längere Fristen bei Lieferanten lässt sich der Cashflow gezielt steuern und ein günstigeres Verhältnis zwischen Ein- und Auszahlungen erzielen Skonti und andere Anreize für frühzeitige Zahlungen können zusätzlich positive Effekte haben.

  • Reduzierung von Lagerbeständen
    Eine effiziente Lagerhaltung verringert die Kapitalbindung im Umlaufvermögen. Denn Kapital wird einerseits durch die Waren selbst gebunden, die zunächst finanziert und gelagert werden müssen. Andererseits entstehen beim Einkauf umsatzsteuerbedingte Liquiditätseffekte, da die Vorsteuer vorfinanziert wird und erst zeitversetzt über die Steuerabrechnung zurückfließt. Unternehmen können ihre Bestände durch bessere Planung, Prognosen und abgestimmte Lieferketten optimieren. Ziel ist es, Überbestände zu vermeiden und gleichzeitig die Lieferfähigkeit sicherzustellen.

  • Kostenmanagement und Effizienzsteigerung
    Die Kontrolle und Senkung laufender Kosten trägt direkt zur Verbesserung des Working Capitals bei. Unternehmen können Einsparpotenziale identifizieren und Prozesse effizienter gestalten. Eine bessere Kostenstruktur erhöht die verfügbaren Mittel im operativen Geschäft und stärkt die finanzielle Stabilität nachhaltig

  • Berücksichtigung saisonaler Effekte
    Unternehmen sollten ihre Liquiditätsplanung an saisonale Schwankungen anpassen. Durch eine vorausschauende Planung lassen sich Phasen mit geringeren Einnahmen besser überbrücken. Rücklagen oder flexible Kostenstrukturen können helfen, Schwankungen auszugleichen. So bleibt das Working Capital auch in umsatzschwachen Zeiten stabil.

Weitere Möglichkeiten, um das Working Capital zu verbessern, bieten eine Optimierung des Forderungsmanagement s sowie konkrete Maßnahmen zur Betriebsmittelfinanzierung.

Factoring zur Verbesserung des Working Capital

Ein wirksamer Hebel, um das Working Capital zu verbessern, ist ein effizientes Forderungsmanagement. Denn unbezahlte oder verspätet gezahlte Rechnungen binden Liquidität und verschlechtern die Zahlungsfähigkeit. Unternehmen können diesem Effekt entgegenwirken, indem sie Forderungen konsequent überwachen und schneller realisieren. Klare Zahlungsziele und ein strukturiertes Mahnwesen tragen dazu bei, Zahlungseingänge zu beschleunigen.

Factoring

Statt eines internen Forderungsmanagements im Unternehmen besteht auch die Möglichkeit des Factoring. Dabei verkaufen Unternehmen ihre offenen Forderungen an einen externen Dienstleister und erhalten den Großteil des Rechnungsbetrags unmittelbar ausgezahlt. Auf diese Weise wird gebundenes Kapital schnell wieder verfügbar. Je nach Ausgestaltung der vertraglichen Vereinbarung übernimmt der Factoring-Anbieter zusätzlich das vollständige Forderungsmanagement und das Ausfallrisiko.

Factoring eignet sich besonders für Unternehmen, die zeitnah Liquidität benötigen. Dies kann etwa bei laufenden Kosten oder geplanten Investitionen der Fall sein. Auch bei langen Zahlungszielen gegenüber Kundinnen und Kunden bietet sich diese Form der Finanzierung an, da sie planbare Zahlungseingänge ermöglicht. Es entstehen jedoch Kosten, die bei der Entscheidung für das Factoring berücksichtigt werden sollten.

Möglichkeiten der Finanzierung des Working Capital

Neben operativen Maßnahmen und dem Factoring können Unternehmen in Deutschland ihr Working Capital gezielt durch geeignete Finanzierungsformen stabilisieren. Solche Instrumente helfen dabei, Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Je nach Geschäftsmodell und Bedarf kommen unterschiedliche Optionen infrage.

Betriebsmittelkredit

Unternehmen in Deutschland können bei Banken einen Betriebsmittelkredit zur kurzfristigen Finanzierung ihres Working Capital aufnehmen. Im Unterschied zu langfristigen Krediten für Investitionen steht hier die Sicherstellung der täglichen Zahlungsfähigkeit im Vordergrund.

Die verhältnismäßig kurzen Laufzeiten orientieren sich am kurzfristigen Finanzbedarf. Die Rückzahlung erfolgt in der Regel aus den laufenden Einnahmen des Unternehmens. Dadurch eignet sich der Betriebsmittelkredit besonders, um vorübergehende Liquiditätslücken zu schließen. Gleichzeitig bleibt die finanzielle Flexibilität erhalten, da keine langfristige Kapitalbindung entsteht.

Lieferantenkredit

Der Lieferantenkredit entsteht, wenn Unternehmen Waren oder Dienstleistungen beziehen, diese jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt bezahlen müssen. Durch die mit den Lieferanten vereinbarten Zahlungsziele verschiebt sich der tatsächliche Mittelabfluss. Das Unternehmen kann die erhaltene Leistung bereits nutzen, bevor die Zahlung fällig wird.

Diese Form der Finanzierung ist eng an die bestehende Geschäftsbeziehung gebunden und erfordert meist keinen gesonderten Kreditantrag. Dadurch ist sie vergleichsweise einfach umzusetzen und schnell verfügbar.

Umsatzbasierte Finanzierung

Bei der umsatzbasierten Finanzierung erhalten Unternehmen Kapital, das sich an ihrer bisherigen Geschäftsentwicklung orientiert. Die Rückzahlung erfolgt nicht in festen Raten, sondern über einen umsatzabhängigen Anteil der Einnahmen. In Phasen höherer Einnahmen wird mehr zurückgezahlt, während sich die Belastung bei geringeren Umsätzen entsprechend reduziert.

Diese flexible Struktur bietet vor allem Vorteile für Unternehmen mit schwankenden Erlösen. Sie ermöglicht eine bessere Abstimmung zwischen Einnahmen und Ausgaben und reduziert das Risiko finanzieller Engpässe. Gleichzeitig behalten Unternehmen Planungsspielraum, da keine starren Rückzahlungsverpflichtungen bestehen.

So unterstützt Stripe Capital das Management Ihres Working Capital

Stripe Capital bietet Unternehmen in Deutschland eine umsatzbasierte Finanzierung ihres Working Capital an. Die Bereitstellung erfolgt direkt über die bestehende Zahlungsinfrastruktur, wodurch aufwendige Antragsprozesse entfallen. Im Vergleich zu klassischen Bankkrediten sind weder umfangreiche Sicherheiten noch langwierige Prüfungen erforderlich. Unternehmen erhalten so innerhalb kurzer Zeit Zugriff auf finanzielle Mittel, die sie unmittelbar im operativen Geschäft einsetzen können.

Stripe Capital eignet sich unter anderem für Unternehmen, die zeitnah Liquidität benötigen, schwankende Einnahmen haben oder wachsen möchten. Dabei passt sich die Finanzierung durch die Kopplung an die tatsächliche Umsatzentwicklung flexibel an den Geschäftsverlauf an.

FAQ

Im Folgenden finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Working Capital.

Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.

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