Ein Kunde bzw. eine Kundin kommt in Ihr Geschäft und bittet um eine Rückerstattung. Welche rechtlichen Verpflichtungen haben Sie als Geschäftsinhaber/in? Wie führen Sie eine Rückerstattung auf eine Kreditkarte im Geschäft durch? Ist es möglich, einen Rückerstattungsantrag abzulehnen? In diesem Artikel gehen wir auf die am häufigsten gestellten Fragen zu Rückerstattungen auf Karten im Geschäft ein, insbesondere auf den Ablauf und die Regeln, die Sie beachten müssen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Sowohl das Verbrauchergesetzbuch als auch das Bürgerliche Gesetzbuch in Frankreich schützen Kundinnen und Kunden in Bezug auf Rückerstattungen.
- Unternehmen müssen Kundinnen und Kunden eine Rückerstattung gewähren, wenn: die Waren nicht den Kaufverträgen entsprechen, versteckte Mängel vorliegen oder das Unternehmen die Lieferfristen nicht eingehalten hat. Rückerstattungen müssen über die ursprüngliche Zahlungsmethode erfolgen, die beim Kauf verwendet wurde.
- Die Bank des Unternehmens oder der Anbieter des Zahlungsterminals muss die Option „Gutschrift“ auf den elektronischen Zahlungsterminals (EPT) aktivieren, damit das Unternehmen Rückerstattungen vornehmen kann.
- Um Rückerstattungen per Karte im Geschäft vorzunehmen, müssen Unternehmen: die Option „Gutschrift“ auf dem EPT auswählen, die Transaktion authentifizieren, den Rückerstattungsbetrag eingeben und den Kunden oder die Kundin bitten, seine bzw. ihre Karte einzuführen oder anzutippen.
- Die Bearbeitung von Rückerstattungen dauert in der Regel 2 bis 10 Werktage.
- Unternehmen müssen Rückerstattungsbelege aufbewahren und Transaktionen für steuerliche Zwecke erfassen.
Französisches Recht zu Rückerstattungen
Das Verbrauchergesetzbuch und das Bürgerliche Gesetzbuch bilden einen strengen Rahmen für Rückerstattungen in Frankreich. Gemäß den Artikeln L217-3 bis L217-20 des Verbrauchergesetzbuchs muss ein/e Verkäufer/in ein Produkt liefern, das dem Kaufvertrag entspricht. Wenn er bzw. sie diese Verpflichtung zum Liefertermin nicht erfüllt (beispielsweise wenn das Produkt nicht der Beschreibung des Verkäufers bzw. der Verkäuferin entspricht oder falsch zusammengebaut wurde), kann der Kunde oder die Kundin eine Rückerstattung verlangen – vorausgesetzt, es ist nicht möglich, das Produkt innerhalb einer angemessenen Frist zu reparieren oder zu ersetzen (zum Beispiel weil die Reparatur zu kostspielig ist oder das Produkt nicht mehr hergestellt wird). Der Kunde bzw. die Kundin hat ab Lieferung des neuen oder gebrauchten Produkts zwei Jahre Zeit, um die gesetzliche Gewährleistung für die Vertragsmäßigkeit geltend zu machen und eine Rückerstattung zu erhalten.
Wenn der Kunde oder die Kundin nach dem Kauf eines Produkts einen schwerwiegenden Mangel feststellt, der das Produkt unbrauchbar macht, kann er bzw. sie die gesetzliche Gewährleistung für versteckte Mängel geltend machen. Gemäß den Artikeln 1641 bis 1648 des Bürgerlichen Gesetzbuchs hat der Kunde bzw. die Kundin das Recht, bis zu zwei Jahre nach Feststellung eines Mangels eine vollständige Rückerstattung zu verlangen.
Wenn der Verkäufer die Lieferfrist für das Produkt nicht einhält oder es nicht innerhalb einer angemessenen Frist liefert, kann der Kunde oder die Kundin nach erfolgloser Mahnung des Unternehmens eine Rückerstattung verlangen. Der Verkäufer bzw. die Verkäuferin muss alle gezahlten Beträge innerhalb von 14 Tagen nach dem Datum der Vertragsauflösung zurückerstatten, gemäß Artikel L216-6 und L216-7 des Verbrauchergesetzbuchs.
Nach Artikel L217-17 des Verbrauchergesetzbuchs ist das Unternehmen verpflichtet, alle fälligen Beträge über dieselbe Zahlungsmethode wie beim Kauf zu erstatten, sofern der Kunde oder die Kundin nicht ausdrücklich etwas anderes verlangt. Damit eine Rückerstattung den gesetzlichen Anforderungen entspricht, muss das Unternehmen daher, wenn der Kunde oder die Kundin den Kauf mit einer Bankkarte bezahlt hat, den Kaufbetrag derselben Karte gutschreiben.
Wann muss ein Unternehmen eine Rückerstattung auf eine Karte im Geschäft vornehmen?
Abgesehen von den gesetzlich vorgeschriebenen Fällen (d. h. Vertragswidrigkeit, versteckter Mangel, Nichteinhaltung der Lieferfrist) sind Unternehmen nicht verpflichtet, Kundinnen und Kunden Rückerstattungen zu gewähren, insbesondere wenn der Kunde oder die Kundin lediglich seine Meinung geändert hat.
Es steht den Unternehmen jedoch frei, eigene Rückerstattungsrichtlinien festzulegen, um die gesetzlichen Gewährleistungsrechte zu ergänzen. Das Anbieten zusätzlicher Garantien ist eine gängige Strategie im Einzelhandel, mit der Unternehmen Kundinnen und Kunden binden möchten.
Abwicklung von Rückerstattungen an einem elektronischen Zahlungsterminal (EPT)
Damit ein Unternehmen Rückerstattungen vornehmen kann, muss die Bank oder der Anbieter des Zahlungsterminals die Option „Gutschrift“ am elektronischen Zahlungsterminal (EPT) aktivieren. Das Unternehmen muss sich an seine Bank oder eine autorisierte Stelle wenden, um zu überprüfen, ob seine Händler-ID Gutschriftstransaktionen zulässt. Sobald das Finanzinstitut Gutschriftstransaktionen genehmigt hat, kann das Unternehmen Rückerstattungen vornehmen.
Rückerstattungen auf Karten im Geschäft
Rückerstattungen auf Karten im Geschäft bestehen aus mehreren wichtigen Schritten. Das Unternehmen muss Folgendes tun:
- Die Option „Gutschrift“ auf dem EPT auswählen.
- Die Händler-ID-Karte einführen oder den Administratorcode eingeben, um die Transaktion zu authentifizieren. Beachten Sie, dass für die Authentifizierung von EPT-Rückerstattungen häufig ein/e Administrator/in erforderlich ist.
- Den genauen Rückerstattungsbetrag in die Kasse eingeben.
- Die Kundinnen und Kunden bitten, ihre Karte einzuführen oder sie anzutippen, um die kontaktlose Option des EPT zu nutzen. Sie müssen eine persönliche Identifikationsnummer (PIN) eingeben oder biometrische Daten verwenden, um die Transaktion zu validieren.
Das EPT stellt dann einen Beleg in Papierform oder digital (zum Beispiel per SMS, E-Mail) aus, um die Rückerstattung zu bestätigen.
Fristen für Rückerstattungen auf Karten im Geschäft
Die Fristen für Rückerstattungen auf Bankkarten hängen vom Finanzinstitut, dem Kartentyp und dem Transaktionsdatum ab. So kann es beispielsweise länger dauern, bis eine Rückerstattung gutgeschrieben wird, die am Ende der Woche, am Wochenende oder an einem Feiertag veranlasst wurde. Finanzinstitute schreiben Beträge in der Regel innerhalb von 2 bis 10 Werktagen auf das Bankkonto des Kunden oder der Kundin gut.
Nach einer Rückerstattung auf eine Karte im Geschäft
Nachdem eine Rückerstattung im Geschäft erfolgt ist, muss das Unternehmen den Beleg archivieren und die Transaktion in seiner Buchhaltungssoftware erfassen. Dadurch wird die Rückverfolgbarkeit der Transaktion gemäß den Vorschriften des Finanzamts gewährleistet.
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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.