Social Commerce ist ein Trend im Bereich von E-Commerce, der seit Jahren auch in Deutschland kontinuierlich wächst - und von großen wie kleinen Unternehmen gleichermaßen genutzt werden kann. In diesem Artikel erfahren Sie, was Social Commerce genau ist und wie es sich in den letzten Jahren in Deutschland entwickelt hat. Sie erhalten einen Überblick über Wachstumschancen und Trends sowie Tipps für eine zielgerichtete Social Commerce Strategie.
Worum geht’s in diesem Artikel?
- Was ist Social Commerce?
- So entwickelt sich Social Commerce in Deutschland
- Wie lassen sich Zahlungslösungen in Social Commerce Plattformen integrieren?
- Mit welchen Strategien lässt sich Social Commerce erfolgreich einsetzen?
Was ist Social Commerce?
Social Commerce ist eine spezielle Form des E-Commerce, also des Online-Vertriebs. Per Definition bedeutet Social Commerce, dass Produkte und Dienstleistungen direkt über soziale Medien und Online-Plattformen gekauft und verkauft werden.
Die Wurzeln lassen sich bis in die späten 1990er Jahre zurückverfolgen, als Online-Shopping zunehmend an Bedeutung gewann und das Internet stärker kommerziell genutzt wurde. Der PR-Experte Steve Rubel prägte den Begriff Ende 2005 in seinem Weblog und bezog sich dabei auf die Integration von sozialen Elementen in den Online-Handel. Das explosive Wachstum von Social Commerce begann etwa ab dem Jahr 2009.
Diese frühen Definitionen legten den Grundstein für die heutige Bedeutung von Social Commerce, bei der soziale Medien und E-Commerce nahtlos miteinander verbunden sind, um ein interaktives Einkaufserlebnis zu schaffen.
Die Entwicklung des Social Commerce in Deutschland
Social Commerce ist ein relativ neues Segment des E-Commerce. Es handelt sich um einen Vertriebskanal, der Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten bietet.
Wachstumschancen
Die Bedeutung des Social Commerce hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Das Volumen des globalen Social-Commerce-Marktes wird voraussichtlich im Jahr 2025 1,23 Billionen US-Dollar erreichen. Im Jahr 2024 wurde prognostiziert, dass die Zahl der weltweiten Social-Commerce-Nutzer/innen bis 2029 um insgesamt 300 Millionen steigen wird. Schätzungen gehen von einem neuen Höchststand von 1,78 Milliarden Nutzerinnen und Nutzern im Jahr 2029 aus.
Auch in Deutschland wächst Social Commerce stetig. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2024 stehen 87 % der Verbraucher/innen Social Commerce offen gegenüber. Zudem haben 75 % bereits über diesen Kanal Einkäufe getätigt. Unternehmen, die den Social-Commerce-Trend frühzeitig in ihre Vertriebsstrategien einbeziehen, können ihre Marktrelevanz steigern. Kundinnen und Kunden profitieren von nahtlosen Einkaufserlebnissen, die traditionelle Online-Shops oft nicht bieten können.
Trends
Für das Jahr 2025 zeichnen sich mehrere Trends im Social Commerce ab. Einer davon ist der Einsatz von Augmented Reality (AR) für interaktive Einkaufserlebnisse. AR ermöglicht es Kundinnen und Kunden, Produkte vor dem Kauf virtuell auszuprobieren, was Unsicherheiten und Rücksendungen verringert und die Kaufwahrscheinlichkeit erhöht. So können Nutzer/innen beispielsweise Möbel in ihrem eigenen Wohnraum platzieren oder Kleidung virtuell anprobieren.
Ein zweiter Trend ist Live-Shopping. Unternehmen veranstalten Live-Streams auf Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok, zeigen Produkte in Aktion und beantworten Kundenfragen in Echtzeit. Gezielte Rabatte wirken sich in der Regel positiv auf Kaufentscheidungen aus, und die erstellten Inhalte können für weitere Werbemaßnahmen genutzt werden.
Schließlich ist der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) ein weiterer aufkommender Trend im Social Commerce. Durch die Analyse von Nutzerdaten mittels KI ist es möglich, personalisierte Produktempfehlungen zu geben und maßgeschneiderte Angebote zu erstellen. Dies erhöht die Relevanz der dem Nutzer oder der Nutzerin angebotenen Produkte und die Wahrscheinlichkeit eines tatsächlichen Kaufs.
Wie lassen sich Zahlungslösungen in Social Commerce Plattformen integrieren?
Derzeit ist es in Deutschland nicht möglich, einen Kauf direkt auf einer Social-Media-Plattform abzuschließen. Um ihren Kundinnen und Kunden E-Commerce-Zahlungen so einfach wie möglich zu gestalten, können Unternehmen Tools wie Stripe Payment Links nutzen. Diese ermöglichen es Unternehmen, direkt über das Stripe-Dashboard individuelle Zahlungsseiten zu erstellen und diese als Links über soziale Medien, per E-Mail oder SMS zu teilen. Das bedeutet, dass Unternehmen keine Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) entwickeln oder Wartungskosten für einzelne Zahlungsmethoden tragen müssen.
Diese Flexibilität ist besonders für kleine und mittelständische Unternehmen attraktiv, da sie den anfänglichen Aufwand für den Einstieg in den E-Commerce minimiert. Es sind keine Programmierkenntnisse, keine eigene Website und keine Entwicklerressourcen erforderlich.
Stripe kümmert sich um die gesamte Zahlungsabwicklung, Sicherheitsupdates und die Optimierung der Zahlungsprozesse, sodass sich Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Dank dieser Benutzerfreundlichkeit können Unternehmen innerhalb weniger Minuten eine professionelle Zahlungsinfrastruktur für ihren Social-Commerce-Kanal einrichten.
Stripe Payment Links unterstützen mehr als 20 Zahlungsmethoden, darunter Digital Wallets sowie Kredit- und Debitkarten. Die Bezahlseite passt sich automatisch an die von den Kundinnen und Kunden bevorzugte Browsersprache an und bietet so ein personalisiertes E-Commerce-Erlebnis.
Mit welchen Strategien lässt sich Social Commerce erfolgreich einsetzen?
Social Commerce als Verkaufsstrategie kombiniert E-Commerce mit sozialer Interaktion und steigert so die Kundenbindung und die Konversionsrate. Händler/innen nutzen interaktive Funktionen wie Kommentare, Bewertungen, Live-Streams und Influencer-Marketing, um das Einkaufserlebnis zu personalisieren und die Kaufentscheidung zu beeinflussen. Nutzer/innen entdecken und kaufen Produkte, ohne die Plattform verlassen zu müssen. Darüber hinaus können sie Posts und Infos zu erworbenen oder interessanten Produkten teilen und agieren so als Multiplikator.
Eine erfolgreiche Social Commerce Strategie kombiniert Aspekte des E-Commerce und der sozialen Interaktion.
Zielgruppenanalyse und Plattformauswahl
Identifizieren Sie Ihre Zielgruppe und wählen Sie die Social-Media-Plattformen aus, die am besten zu Ihren Produkten passen. Alle Plattformen bieten Möglichkeiten für Social Commerce, und jede verfügt über einzigartige Stärken, die Sie zu Ihrem Vorteil nutzen können.
Instagram ist eine sehr visuelle Plattform, die sich gut für optisch ansprechende Produkte eignet. Beispiele hierfür sind Mode, Schmuck, Wohnaccessoires und Kosmetik. Unternehmen können Produkte über Instagram Shops in ihren Account integrieren. Im Dezember 2024 bildeten Erwachsene im Alter von 25 bis 34 Jahren mit 29,6 % die größte Gruppe der Instagram-Nutzer/innen in Deutschland. 26 % der Nutzer/innen waren zwischen 18 und 24 Jahre alt. Insgesamt nutzen in Deutschland etwa 33,8 Millionen Menschen Instagram.
Facebook Marketplace und Facebook Shops funktionieren ähnlich wie Instagram Shops. 51 Prozent der Facebook-Nutzer/innen gehören der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen an, sodass sich Produkte, die eine Zielgruppe mittleren Alters ansprechen, besonders gut verkaufen könnten.
TikTok
Die Zahl der monatlich aktiven TikTok-Nutzer/innen in Deutschland stieg im Jahr 2024 um 14,1 % auf 23,56 Millionen. Die durchschnittliche Verweildauer auf der Plattform beträgt 37,38 Stunden pro Monat, was TikTok zudem zur meistgenutzten Social-Media-App macht. Die Plattform ist besonders für eine sehr junge Zielgruppe attraktiv. Im Jahr 2023 gaben 53 % der befragten 14- bis 29-Jährigen an, dass sie
TikTok nutzen.
Influencer-Marketing spielt auf TikTok eine wichtige Rolle. Influencer auf der Plattform weisen eine vergleichsweise sehr hohe Interaktionsrate auf, was mit einer erhöhten Reichweite belohnt wird. Die Generation Z fühlt sich besonders von Influencer-Werbung angezogen. Die Generation Z wird grob definiert als die zwischen 1995 und 2010 Geborenen, die erste Generation, die mit Smartphones, Social Media und dem Internet aufgewachsen ist. 34 % von ihnen haben bereits ein Produkt aufgrund von Influencer-Werbung gekauft.
Pinterest ist sowohl ein soziales Netzwerk als auch eine visuelle Suchmaschine. Die meisten Nutzer/innen besuchen die Seite, um sich visuell inspirieren zu lassen, und die meisten Bilder und Grafiken sind mit Websites verlinkt. Die Zahl der monatlich aktiven Pinterest-Nutzer/innen in Deutschland lag im Jahr 2024 bei etwa 19 Millionen, wobei über 70 % der Werbezielgruppe weiblich waren.
YouTube
Im Jahr 2024 waren die meisten YouTube-Nutzer/innen zwischen 15 und 28 Jahre alt, wobei etwa 75 % der Menschen in dieser Altersgruppe regelmäßige Nutzer/innen waren. Die Angehörigen der Generation Y (d. h. die zwischen 1980 und 1995 Geborenen) lagen mit 70 % knapp dahinter. Unter den befragten Angehörigen der Generation X (d. h. den 44- bis 58-Jährigen) nutzte mehr als die Hälfte die Videoplattform. YouTube ist insgesamt eine sehr stark frequentierte Plattform mit einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von mehr als 15 Stunden pro Monat. Mit Inhalten zu einer Vielzahl von Themen, darunter Technologie, Gaming, Basteln und Beauty, kann die Plattform ein sehr breites Publikum für Social Commerce erreichen.
WhatsApp hat in Deutschland 58 Millionen Nutzer/innen aller Altersgruppen. Der direkte, persönliche Kundenkontakt ermöglicht es Unternehmen, individuelle Beratung anzubieten und Kundinnen und Kunden durch den Kaufprozess zu begleiten. Dieser Service bietet den Kundinnen und Kunden einen Mehrwert, insbesondere beim Kauf komplexerer Produkte wie Elektronikartikel.
Hochwertige Inhalte
Erstellen Sie ansprechende und relevante Inhalte, die Ihr Publikum informieren, inspirieren oder unterhalten. Ausdrucksstarke und hochwertige Bilder und Videos helfen dabei, die Aufmerksamkeit der Nutzer/innen zu gewinnen und zur Interaktion anzuregen.
Vereinfachtes Einkaufserlebnis
Ein einfaches, nahtloses Einkaufserlebnis wirkt sich positiv auf die Konversionsraten aus. Für Ihre Kundinnen und Kunden bedeutet ein vereinfachtes Erlebnis, dass sie den gesamten Einkaufsvorgang in einer einzigen App abschließen können. Um dies zu erreichen, müssen sie Produkte auswählen und bezahlen können, ohne zwischen Apps wechseln zu müssen.
Zusammenarbeit mit Influencerinnen und Influencern
Durch die Zusammenarbeit mit Influencerinnen und Influencern können Sie Ihre Markenbekanntheit steigern und bei den Kundinnen und Kunden an Glaubwürdigkeit gewinnen. Insbesondere junge Menschen werden oft von Influencerinnen und Influencern zum Kauf von Produkten angeregt.
Kundenservice über Social Media
Social Commerce lebt von sozialer Interaktion. Indem Sie direkt auf Ihren Social-Media-Kanälen einen exzellenten Kundenservice bieten und schnell sowie hilfsbereit auf Kundenanfragen reagieren, können Sie die Kundenzufriedenheit und -bindung steigern.
Nutzung von nutzergenerierten Inhalten
Nutzergenerierte Inhalte (User-Generated Content, UGC) sind Inhalte, die Kundinnen und Kunden selbst erstellen und teilen. Das Ergebnis sind authentische Inhalte mit hoher Glaubwürdigkeit. Dies kann dazu beitragen, Vertrauen bei potenziellen Kundinnen und Kunden aufzubauen.
Analyse und Optimierung
Es gibt verschiedene Analysetools, die Ihnen helfen können zu verstehen, welche Ihrer Social-Commerce-Aktivitäten zu positiven Ergebnissen führen und wo es Verbesserungspotenzial gibt. Mit Stripe Payment Links können Sie alle Zahlungen aus verschiedenen Social-Media-Kanälen zentral in einem einzigen Dashboard überwachen. Dies verschafft Ihnen einen umfassenden Überblick und vereinfacht die Analyse und Berichterstellung. Als Unternehmer können Sie den Aufwand für die Verwaltung mehrerer Zahlungssysteme auf verschiedenen Plattformen reduzieren. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse können Sie Ihre Social-Commerce-Strategie kontinuierlich anpassen.
Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.