Unternehmensgründung in Delaware vs. Kalifornien: Pro, Kontra und Entscheidungshilfe

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  1. Einführung
  2. Vorteile der Unternehmensgründung in Delaware
  3. Vorteile der Unternehmensgründung in Kalifornien
  4. Potenzielle Nachteile der Unternehmensgründung in Delaware
  5. Potenzielle Nachteile der Unternehmensgründung in Kalifornien
  6. Unternehmensgründung in Delaware vs. Kalifornien: Die wichtigsten Unterschiede
    1. Gesellschaftsrecht und Rechtssystem
    2. Privatsphäre
    3. Steuern und Gebühren
    4. Vorschriften und Anforderungen
    5. Rechtliches Umfeld und Investorenwahrnehmung
    6. Geschäftskosten
  7. Auswahl des US-Bundesstaats für die Unternehmensgründung
  8. Angels und andere Arten von Investorinnen und Investoren – ein Vergleich

Die Wahl des Standorts für die Unternehmensgründung ist eine wichtige Entscheidung, die sich nachhaltig auf den Betrieb und das zukünftige Wachstum Ihres Unternehmens auswirken kann. Für viele US-Unternehmen stellt sich die Wahl zwischen zwei Bundesstaaten: Delaware und Kalifornien.

Mit Stand von 2022 haben über 1,9 Millionen Unternehmen Delaware zu ihrem offiziellen Geschäftssitz gemacht. Dazu gehören viele Fortune-500-Großkonzerne, die oftmals die unternehmensfreundliche Gesetzgebung und Rechtsprechung von Delaware schätzen. Umgekehrt ist Kalifornien – trotz strengerer Vorschriften und höherer Steuern – die Heimat eines pulsierenden unternehmerischen Umfelds, in dem mehr als die Hälfte der weltweiten „Einhorn“-Start-ups (Start-ups in Privatbesitz mit einem Wert von über 1 Milliarde US-Dollar) angesiedelt sind.

Bei der Entscheidung zwischen Delaware und Kalifornien müssen Unternehmen die Unterschiede in den rechtlichen Rahmenbedingungen, den steuerlichen Auswirkungen und dem Schutz der Privatsphäre berücksichtigen und gleichzeitig die Auswirkungen dieser Aspekte auf das Geschäftswachstum und die Attraktivität für Investorinnen/Investoren abwägen. Im Folgenden werden Sie durch diesen Prozess geführt, indem wir die verschiedenen Vor- und Nachteile einer Unternehmensgründung in jedem der beiden Bundesstaaten erläutern.

Worum geht es in diesem Artikel?

  • Vorteile der Unternehmensgründung in Delaware
  • Vorteile der Unternehmensgründung in Kalifornien
  • Potenzielle Nachteile der Unternehmensgründung in Delaware
  • Potenzielle Nachteile der Unternehmensgründung in Kalifornien
  • Unternehmensgründung in Delaware vs. Kalifornien: Die wichtigsten Unterschiede
  • Auswahl des US-Bundesstaats für die Unternehmensgründung

Vorteile der Unternehmensgründung in Delaware

Delaware ist aufgrund seiner unternehmensfreundlichen Gesetze, seines Rechtssystems und seiner Dienstleistungen eine beliebte Wahl für Unternehmensgründungen. Knapp 80 % aller US-Börsengänge im Jahr 2022 wurden in Delaware registriert und 68 % der Fortune-500-Unternehmen wurden in Delaware gegründet. Im Folgenden werden einige der Vorteile aufgeführt, die zu diesen hohen Zahlen beigetragen haben:

  • Flexibles Gesellschaftsrecht
    Das allgemeine Gesellschaftsrecht von Delaware zählt zu den fortschrittlichsten und flexibelsten Unternehmensgesetzen der USA. Die Gesetze des Bundesstaats sind im Allgemeinen günstig für Unternehmen und bieten Flexibilität in Bezug auf die Struktur eines Unternehmens, die Rechte der Anteilseigner/innen und die Unternehmensführung. Das Gesellschaftsrecht von Delaware erleichtert Unternehmen Fusionen und Übernahmen, bietet vorteilhafte Bedingungen für Risikokapital und Private-Equity-Investitionen und bietet Verfahren zum Schutz von Vermögenswerten und für die Vermögensplanung.

  • Court of Chancery
    Der Delaware Court of Chancery ist auf Unternehmensangelegenheiten spezialisiert und arbeitet bei seinen Entscheidungen mit Richterinnen und Richtern, nicht mit Geschworenen. Dieses Gericht genießt hohes Ansehen und hat sich bereits mit zahlreichen Fällen in Wirtschaftsangelegenheiten beschäftigt. Dies bedeutet, dass sich das Gericht im Laufe der Jahre bereits mit einer Vielzahl von Rechtsfragen befasst hat, was den Unternehmen mehr Berechenbarkeit und rechtliche Sicherheit bietet. Die Richterinnen und Richter am Court of Chancery werden aufgrund ihrer Verdienste berufen, wodurch das Gericht über exzellente Fachkenntnisse in Gesellschaftsrecht verfügt.

  • Schutz der Privatsphäre
    In Delaware sind Unternehmen nicht dazu verpflichtet, die Namen von Vorstandsmitgliedern oder Führungskräften in den Gründungsdokumenten zu veröffentlichen. Dies bietet Unternehmen ein Maß an Privatsphäre, das nicht in allen US-Bundesstaaten gegeben ist.

  • Steuervorteile
    Delaware erhebt keine Einkommenssteuern von Unternehmen mit Sitz in anderen US-Bundesstaaten oder Ländern. Wenn ein Unternehmen in Delaware gegründet wird, dort aber nicht geschäftlich tätig ist, unterliegt es nicht der Körperschaftssteuer des US-Bundesstaats (allerdings muss eine obligatorische Konzessionsabgabe entrichtet werden). Darüber hinaus müssen die Anteilseigner/innen eines Unternehmens in Delaware keine Steuern auf ihre Anteile zahlen, wenn sie nicht in Delaware leben.

  • Attraktivität für Investor/innen
    Viele Anleger bevorzugen Investitionen in Unternehmen mit Sitz in Delaware, was zum Teil auf einen gut etablierten Gesetzeskorpus und den Court of Chancery in Delaware zurückzuführen ist. Außerdem begünstigen die Gesetze des Bundesstaats tendenziell das Management, wodurch Investor/innen mehr Planungssicherheit erhalten.

  • Einfacher Gründungsprozess
    Delaware bietet ein schlankes und effizientes Gründungsverfahren. Die Division of Corporations des US-Bundesstaats Delaware bietet einen beschleunigten Bearbeitungsservice an, der die Gründung und das Management einer Delaware Corporation vereinfachen kann.

  • Aktionärsfreundliche Gesetze
    Die Gesetze von Delaware sind in der Regel günstig für das Management, aber sie bieten auch einzigartige Vorteile für Anteilseigner/innen. In Delaware ist es zum Beispiel möglich, dass eine natürliche Person das einzige Vorstandsmitglied eines Unternehmens ist und alle leitenden Positionen innehat. Darüber hinaus können Versammlungen der Anteilseigner/innen an einem beliebigen Ort stattfinden, sogar online.

  • Vorhersehbare und etablierte Präzedenzfälle
    Über viele Jahre hinweg haben die Gerichte in Delaware in zahlreichen Verfahren Urteile gefällt, was Unternehmen mehr Rechtssicherheit bietet. Dieser Umfang an Präzedenzfällen kann dazu beitragen, dass komplexe Rechtsfragen schneller und vorhersehbarer entschieden werden als in Bundesstaaten mit einer weniger umfangreichen rechtlichen Grundlage.

Vorteile der Unternehmensgründung in Kalifornien

Eine Unternehmensgründung in Kalifornien bietet verschiedene Vorteile, insbesondere für Unternehmen, die beabsichtigen, einen Großteil oder ihre gesamte Geschäftstätigkeit in diesem Bundesstaat auszuüben. Im Folgenden werden einige wichtige Vorteile genannt, die Sie berücksichtigen sollten:

  • Lokale Aktivitäten
    Wenn sich der physische Standort Ihres Unternehmens in Kalifornien befindet und Sie planen, hauptsächlich in diesem Bundesstaat tätig zu sein, könnte eine Unternehmensgründung in Kalifornien von Vorteil sein. Dies vereinfacht die Erfüllung gesetzlicher Auflagen und verringert die Gebühren und den Verwaltungsaufwand, da sich das Unternehmen nicht als ausländische Tochtergesellschaft qualifizieren muss, um in Kalifornien tätig zu werden.

  • Glaubwürdigkeit und Anerkennung
    Genau wie eine Unternehmensgründung in Delaware kann eine Unternehmensgründung in Kalifornien Unternehmen ein gewisses Maß an Glaubwürdigkeit und Legitimität verleihen – insbesondere solchen, die in diesem Bundesstaat tätig sind. Kundinnen und Kunden, Zulieferer und Anleger/innen könnten ein kalifornisches Unternehmen als stärker etabliert oder engagierter im Aufbau lokaler Beziehungen wahrnehmen.

  • Kenntnis der lokalen Gesetze und Vorschriften
    Eine Unternehmensgründung in Kalifornien kann es Ihnen erleichtern, sich im rechtlichen Umfeld zurechtzufinden, insbesondere wenn Sie planen, den Großteil Ihrer Geschäftstätigkeit in diesem Bundesstaat auszuüben. Das Unternehmen unterliegt dann dem kalifornischen Recht, was die Rechtsberatung vereinfacht und lokal begrenzt.

  • Bundesstaatliche Schutzmaßnahmen
    Das kalifornische Recht bietet Anteilseignerinnen und Anteilseignern von Unternehmen gewisse Schutzmechanismen, die in anderen Bundesstaaten oft nicht zur Verfügung stehen. So gibt es in Kalifornien zum Beispiel strenge Gesetze, die Minderheitsanteilseigner/innen vor einer unfairen Behandlung schützen.

  • Zugang zu Kapital und Märkten
    Kalifornien ist ein renommiertes Zentrum für Risikokapital, Innovation und Unternehmergeist – vor allem im Silicon Valley und in der San Francisco Bay Area. Unternehmen aus dem Technologiesektor oder anderen wachstumsstarken Branchen können von der Nähe zu diesen Ressourcen und Netzwerken profitieren.

Potenzielle Nachteile der Unternehmensgründung in Delaware

Eine Unternehmensgründung in Delaware bietet zwar viele Vorteile, es gibt jedoch auch potenzielle Nachteile. Im Folgenden werden einige wichtige Punkte aufgeführt, die Sie beachten sollten:

  • Konzessionsabgaben und Gebühren
    Jedes in Delaware gegründete Unternehmen muss – unabhängig davon, ob es dort geschäftlich tätig ist oder nicht – eine jährliche Konzessionsabgabe zahlen. Die mindestens zu entrichtende Konzessionsabgabe beläuft sich für die meisten Unternehmen auf 175 US-Dollar, kann aber bei größeren Unternehmen bis zu 200.000 US-Dollar betragen. Darüber hinaus muss ein in Delaware ansässiges Unternehmen eine jährliche Meldegebühr von 50 US-Dollar entrichten.

  • Kosten für Geschäftstätigkeit in einem anderen Bundesstaat
    Wenn eine Delaware Corporation in einem anderen Bundesstaat Geschäfte tätigt, wird sie in diesem Bundesstaat in der Regel als ausländische Tochtergesellschaft betrachtet. Infolgedessen muss sich das Unternehmen möglicherweise für die Geschäftstätigkeit in diesem Bundesstaat qualifizieren. Dies kann mit zusätzlichen Gebühren, Verwaltungsaufwand und möglicherweise mit der Zahlung von Steuern sowohl in Delaware als auch im jeweils anderen US-Bundesstaat verbunden sein.

  • Rechtliche Komplexität
    Auch wenn der Court of Chancery in Delaware und das dort geltende Gesellschaftsrecht den Unternehmen Berechenbarkeit und Konsistenz bieten, kann es auch zu mehr Komplexität führen. Aufgrund der Ausführlichkeit und Komplexität des Rechtssystems von Delaware müssen Unternehmen möglicherweise einen spezialisierten Rechtsbeistand hinzuziehen, was die Kosten erhöhen kann.

  • Weniger günstig für kleinere Unternehmen
    Während der rechtliche Rahmen in Delaware großen Unternehmen zugute kommt – insbesondere solchen, die auf der Suche nach Risikokapital sind oder einen Börsengang planen –, kann er für kleine Unternehmen weniger vorteilhaft sein. Kleine Unternehmen – insbesondere solche, die nicht in nennenswertem Umfang außerhalb des Bundesstaats tätig sind – profitieren möglicherweise nicht in gleichem Maße vom Gesellschaftsrecht von Delaware.

  • Verdacht auf Geheimniskrämerei
    Der in Delaware gewährte Schutz der Privatsphäre kann zwar vorteilhaft sein, er kann aber auch den Eindruck erwecken, dass ein Unternehmen etwas zu verbergen versucht. Einige Stakeholder könnten die Unternehmensgründung in Delaware als eine Methode zur Verschleierung der Identität der Unternehmensinhaber/innen oder Führungskräfte betrachten, oder als eine Möglichkeit, von Gesetzen zu profitieren, die weniger streng sind als die in anderen Bundesstaaten.

  • Klagen von Anteilseignern/Anteilseignerinnen
    Die Gesetze von Delaware sind zwar im Allgemeinen managementfreundlich, aber der Bundesstaat ist auch für Klagen von Anteilseignerinnen bzw. Anteilseignern bekannt. Der entwickelte Gesetzeskorpus und das spezialisierte Gerichtssystem des Bundesstaats machen es für Anteilseigner/innen potenziell einfacher, gegen ein Unternehmen zu klagen.

Potenzielle Nachteile der Unternehmensgründung in Kalifornien

Eine Unternehmensgründung in Kalifornien bietet zwar viele Vorteile – vor allem für Unternehmen, die hauptsächlich innerhalb des Bundesstaats operieren möchten –, doch es gibt auch einige potenzielle Nachteile, darunter die folgenden:

  • Höhere Mindeststeuern
    Alle Unternehmen in Kalifornien müssen, unabhängig von ihren Erträgen oder dem Umfang ihrer Unternehmenstätigkeit, eine Konzessionsabgabe von mindestens 800 US-Dollar pro Jahr entrichten.

  • Strenge Vorschriften
    Kalifornien ist dafür bekannt, dass die Unternehmensvorschriften dort strenger und komplexer sind als in vielen anderen Bundesstaaten. Es gibt mehr Regeln zur Strukturierung von Unternehmen sowie Vorschriften in den Bereichen Umweltstandards, Arbeitsrecht und Datenschutz, die zusätzliche Complianceanforderungen für Unternehmen bedeuten können.

  • Schwerfällige Bürokratie
    Einige Unternehmen empfinden die bürokratischen Prozesse in Kalifornien als langsam und umständlich. Der mit diesen Prozessen verbundene Zeit- und Arbeitsaufwand kann für Unternehmen einen erheblichen Nachteil darstellen.

  • Weniger Privatsphäre
    Anders als in Delaware müssen kalifornische Unternehmen die Namen von Vorstandsmitgliedern und Führungskräften in ihrer jährlichen Informationserklärung offenlegen. Für Geschäftsinhaber/innen, die ihre Anonymität wahren möchten, ist dies möglicherweise weniger attraktiv.

  • Verpflichtung zur Einsetzung eines Vorstands
    Das kalifornische Recht schreibt vor, dass Unternehmen mit mehr als drei Anteilseignerinnen bzw. Anteilseignern mindestens drei Vorstandsmitglieder haben müssen. Dies kann für kleinere Unternehmen eine Belastung darstellen.

  • Höhere Lebenshaltungs- und Betriebskosten
    Kalifornien ist für seine hohen Lebenshaltungskosten bekannt, insbesondere in Großstädten wie Los Angeles und San Francisco. Dies führt zu höheren Betriebskosten für Unternehmen, u. a. in Form von höheren Löhnen und Mieten.

  • Potenziell doppelte Kosten für die Unternehmensgründung
    Wenn die Unternehmensgründung in Kalifornien erfolgt, das Unternehmen aber später in einem anderen Bundesstaat wie Delaware neu gegründet wird, muss der Gründungsprozess zweimal durchlaufen werden. Dies würde zu zusätzlichen Kosten und einem höheren Verwaltungsaufwand führen.

Unternehmensgründung in Delaware vs. Kalifornien: Die wichtigsten Unterschiede

Es gibt zwar keinen Bundesstaat, der objektiv „besser“ für eine Unternehmensgründung ist, aber bei der Entscheidung, welcher Bundesstaat die klügste Wahl für Ihr Unternehmen ist, müssen Sie die Besonderheiten der beiden Bundesstaaten kennen. Im Folgenden werden die wichtigsten Unterschiede zwischen einer Unternehmensgründung in Delaware und in Kalifornien aufgeführt.

Gesellschaftsrecht und Rechtssystem

  • Delaware: Delaware verfügt über ein gut etabliertes und flexibles Gesellschaftsrecht, das viele für den „Goldstandard“ im US-Gesellschaftsrecht halten. Der hoch angesehene Court of Chancery des Bundesstaats konzentriert sich ausschließlich auf wirtschaftsrechtliche Streitfälle und bietet Unternehmen ein optimiertes und vorhersehbares Rechtsverfahren.

  • Kalifornien: Kalifornien verfügt ebenfalls über ein solides Gesellschaftsrecht, das jedoch im Allgemeinen mehr Schutz für Arbeitnehmer/innen und Anteilseigner/innen bietet als das Recht von Delaware. Kalifornien verfügt über kein auf Wirtschaftsrecht spezialisiertes Gericht wie den Court of Chancery in Delaware, sodass Gerichtsverfahren länger und weniger vorhersehbar sein können.

Privatsphäre

  • Delaware: In Delaware sind Unternehmen nicht verpflichtet, die Namen der Vorstandsmitglieder oder Führungskräfte in den Gründungsdokumenten aufzuführen, was den Unternehmen ein höheres Maß an Privatsphäre bietet.

  • Kalifornien: In Kalifornien müssen Aktiengesellschaften die Namen der Vorstandsmitglieder und Führungskräften in ihrer jährlichen Informationserklärung offenlegen, was für diese Personen möglicherweise weniger Privatsphäre bedeutet.

Steuern und Gebühren

  • Delaware: Jede Delaware Corporation muss eine jährliche Konzessionsabgabe entrichten, die je nach Art und Größe des Unternehmens zwischen 175 und 200.000 US-Dollar betragen kann. Wenn ein Unternehmen allerdings in Delaware gegründet wurde, dort aber nicht geschäftlich tätig ist, unterliegt es nicht der Körperschaftssteuer des US-Bundesstaats.

  • Kalifornien: Kalifornien erhebt eine Konzessionsabgabe von mindestens 800 US-Dollar auf alle Unternehmen, unabhängig von ihren Erträgen oder dem Umfang ihrer Unternehmenstätigkeit. Wenn ein Unternehmen seinen Sitz in Kalifornien hat, unterliegt es auch der bundesstaatlichen Körperschaftssteuer.

Vorschriften und Anforderungen

  • Delaware: Die Vorschriften des Bundesstaats Delaware sind eher unternehmensfreundlich und bieten Flexibilität in Bezug auf Unternehmensstruktur und -management. In Delaware ist es zum Beispiel zulässig, dass eine natürliche Person das einzige Vorstandsmitglied eines Unternehmens ist und alle leitenden Positionen innehat.

  • Kalifornien: Kalifornien hat strengere Vorschriften und stellt höhere Anforderungen an Unternehmen. Das kalifornische Recht schreibt beispielsweise vor, dass Unternehmen mit mehr als drei Anteilseignerinnen bzw. Anteilseignern mindestens drei Vorstandsmitglieder haben müssen. In Kalifornien wurde zudem eine Diversitätsvorschrift für die Vorstände von börsennotierten Unternehmen mit Hauptsitz in diesem Bundesstaat eingeführt.

Rechtliches Umfeld und Investorenwahrnehmung

  • Delaware: Viele Investor/innen bevorzugen eine Delaware Corporation aufgrund des flexiblen Gesellschaftsrechts und des angesehenen Rechtssystems des US-Bundesstaats. Dies kann besonders für Unternehmen von Vorteil sein, die Risikokapital suchen oder einen Börsengang planen.

  • Kalifornien: Auch wenn Kalifornien bei Investor/innen nicht den gleichen Ruf genießt wie Delaware, kann eine Unternehmensgründung in Kalifornien dennoch die Glaubwürdigkeit erhöhen – vor allem für Unternehmen, die hauptsächlich in diesem Bundesstaat tätig sind.

Geschäftskosten

  • Delaware: Wenn eine Delaware Corporation in einem anderen Bundesstaat tätig ist, muss sie sich möglicherweise als ausländische Tochtergesellschaft qualifizieren, was mit zusätzlichen Gebühren und einem höheren Verwaltungsaufwand verbunden sein kann.

  • Kalifornien: Die Lebenshaltungskosten und die Betriebskosten liegen in Kalifornien höher als in vielen anderen Bundesstaaten. Das bedeutet, dass Löhne, Mieten und andere Geschäftsausgaben in Kalifornien höher sein könnten als in Delaware.

Sowohl Delaware als auch Kalifornien bieten Vorteile für Unternehmen, weisen aber auch deutliche Unterschiede im Hinblick auf das Gesellschaftsrecht, Steuern und Gebühren, den Schutz der Privatsphäre und das Geschäftsumfeld auf. Die Merkmale des jeweiligen Bundesstaats können sich auf verschiedene Unternehmen in unterschiedlicher Weise auswirken.

Auswahl des US-Bundesstaats für die Unternehmensgründung

Die Entscheidung darüber, in welchem Bundesstaat die Gründung erfolgen soll, ist ein wichtiger Schritt bei der Unternehmensgründung. Ihre Wahl sollte basierend auf einer umfassenden Bewertung der geschäftlichen Anforderungen, der zukünftigen Wachstumspläne, der Anforderungen der Investor/innen und weiterer wichtiger Faktoren getroffen werden. Im Folgenden finden Sie eine modellhafte Herangehensweise für die Entscheidungsfindung:

  • Machen Sie sich mit der Unternehmensstruktur und den Zukunftsplänen vertraut: Die Struktur eines Unternehmens (Einzelunternehmen, Personengesellschaft, LLC, C-Corporation usw.) und die Zukunftspläne (z. B. das Gewinnen von Investor/innen, ein Börsengang oder der Verbleib in Privatbesitz) können wesentlichen Einfluss darauf haben, wo das Unternehmen gegründet werden sollte. Beispielsweise investieren Risikokapitalgeber/innen und Private-Equity-Firmen häufig lieber in Unternehmen mit Sitz in Delaware, da dieser Bundesstaat über ein gut etabliertes Gesellschaftsrechtssystem verfügt.

  • Wägen Sie die gesetzlichen Anforderungen und die Schutzmechanismen ab: Unternehmen sollten die Gesellschaftsgesetze der Bundesstaaten kennen, die sie für eine Unternehmensgründung in Betracht ziehen. Einige Bundesstaaten bieten einen stärkeren Schutz für Vorstandsmitglieder und Führungskräfte, während andere möglicherweise mehr Schutz für Anteilseigner/innen bieten. Wie bereits erwähnt, ist Delaware mit seinen unternehmensfreundlichen Gesetzen und dem spezialisierten Court of Chancery für viele Unternehmen eine attraktive Wahl.

  • Berücksichtigen Sie die Privatsphäre: Wenn die Geschäftsinhaber/innen Wert auf Privatsphäre legen, könnten sie eine Unternehmensgründung in Delaware bevorzugen, da Unternehmen dort nicht verpflichtet sind, die Namen von Führungskräften und Vorstandsmitgliedern zu veröffentlichen.

  • Beurteilen Sie die steuerlichen Auswirkungen: Unternehmen sollten die Regelungen zur Körperschaftssteuer des jeweiligen Bundesstaats berücksichtigen. In einigen US-Bundesstaaten (etwa in Delaware) wird keine Körperschaftssteuer von Unternehmen erhoben, die nicht in diesem Bundesstaat geschäftlich tätig sind. In anderen Bundesstaaten (etwa in Kalifornien) müssen Unternehmen unabhängig von der Höhe ihrer Erträge oder dem Umfang ihrer Geschäftstätigkeit eine Mindestkonzessionsabgabe entrichten.

  • Berücksichtigen Sie die Betriebskosten und das allgemeine Geschäftsklima: Dazu gehören Faktoren wie Lebenshaltungskosten, das Lohnniveau, Immobilienkosten und das allgemeine Geschäftsumfeld im jeweiligen Bundesstaat. Unternehmen sollten außerdem berücksichtigen, wie einfach es ist, ein Unternehmen in einem Bundesstaat zu gründen und zu betreiben. Dazu gehören auch die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen und die Bürokratie im jeweiligen Bundesstaat.

  • Holen Sie rechtlichen und finanziellen Rat ein: Konsultieren Sie Rechts- und Finanzberater, um sich ein umfassendes Bild von den Auswirkungen einer Unternehmensgründung in einem bestimmten Bundesstaat zu machen und zu erfahren, wie sich dies auf Ihr Unternehmen und Ihre Zukunftspläne auswirken würde.

  • Berücksichtigen Sie die Investoren- und Markterwartungen: In einigen Branchen oder für bestimmte Unternehmen (z. B. solche, die einen Börsengang planen) können die Markterwartungen Einfluss darauf haben, wo ein Unternehmen gegründet wird. Im Bereich der Tech-Start-ups zum Beispiel erwarten viele Investor/innen, dass die Unternehmensgründung in Delaware erfolgt.

  • Überprüfen Sie alle Informationen und treffen Sie eine Entscheidung: Nachdem Sie alle Informationen zusammengetragen und analysiert haben, sollten Sie Ihre Ergebnisse überprüfen, Ihre Optionen abwägen und eine fundierte Entscheidung über den Ort der Unternehmensgründung treffen.

Angels und andere Arten von Investorinnen und Investoren – ein Vergleich

Bevor Sie sich um eine Finanzierung durch Angels bemühen, sollten Sie sich mit anderen Arten von Start-up-Investorinnen und -Investoren vertraut machen. Hier finden Sie einen Überblick über die Investitionsmöglichkeiten:

  • Venture Capitalists (VCs): VCs sind Unternehmen oder Einzelpersonen, die in Start-ups mit starkem Wachstumspotenzial investieren, in der Regel im Austausch gegen Anteile. Im Gegensatz zu Angel-Investorinnen und -Investoren investieren sie in der Regel in den späteren Phasen der Entwicklung eines Start-ups, nachdem das Unternehmen eine gewisse Markttraktion gezeigt hat. VCs investieren größere Geldsummen als Angel-Investorinnen und -Investoren und beeinflussen die Ausrichtung des Unternehmens normalerweise stärker. Sie streben erhebliche Renditen an und verfolgen in der Regel einen aggressiveren Ansatz, um das Geschäft zu skalieren und innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens einen Ausstieg zu erreichen.

  • Seed-Fonds: Dabei handelt es sich um spezialisierte VC-Fonds, die sich auf Frühphaseninvestitionen konzentrieren, oft vor Angel-Investitionen und größeren VC-Runden. Sie investieren in Start-ups, die das Konzeptstadium hinter sich gelassen haben und ein Minimum Viable Product (MVP) oder eine gewisse anfängliche Traktion aufweisen.

  • Inkubatoren und Accelerators: Diese Programme unterstützen junge Unternehmen durch Schulungen, Mentoring und Finanzierung. Inkubatoren konzentrieren sich meist auf die anfängliche Entwicklungsphase und helfen Gründerinnen und Gründern dabei, Ideen in ein tragfähiges Unternehmen zu verwandeln. Accelerators hingegen zielen darauf ab, das Wachstum bestehender Unternehmen über einen kurzen Zeitraum schnell zu steigern.

  • Unternehmensinvestoren: Einige Unternehmen investieren in Start-ups, um Zugang zu innovativen Technologien zu erhalten, neue Märkte zu erschließen oder strategische Partnerschaften zu pflegen. Diese Investoren können wichtige Ressourcen bieten, streben aber möglicherweise mehr als nur finanzielle Rendite an, wie z. B. eine Beteiligung an der Technologie oder die Kontrolle über die Ausrichtung des Unternehmens.

  • Crowdfunding: Dabei werden kleine Geldbeträge von einer großen Anzahl von Personen gesammelt, in der Regel über Online-Plattformen. Crowdfunding kann eine gute Option für Start-ups sein, die ihr Produkt einem breiten Publikum vorstellen, mit potenziellen Kundinnen und Kunden in Kontakt treten und Geld beschaffen möchten, ohne Anteile aufzugeben oder Schulden aufzunehmen.

  • Staatliche Fördermittel und Subventionen: In einigen Branchen – insbesondere im Zusammenhang mit wissenschaftlicher Forschung, sauberen Technologien oder sozialen Auswirkungen – können staatliche Fördermittel und Subventionen erhebliche Finanzmittel liefern, ohne das Eigenkapital zu verwässern.

  • Peer-to-Peer-Kredite und Fremdfinanzierung: Die Fremdfinanzierung umfasst Kredite von Finanzinstituten oder Peer-to-Peer-Kreditplattformen. Diese Art der Finanzierung ist für Start-ups in der Frühphase in der Regel schwieriger zu sichern. Außerdem muss ein Start-up den Kredit dabei mit Zinsen zurückzahlen, allerdings ohne Verwässerung der Eigentumsverhältnisse.

  • Family Offices: Vermögende Familien haben oft private Vermögensverwaltungsberatungen, so genannte Family Offices, die direkt in Start-ups investieren. Diese Investoren können erhebliche Finanzmittel bereitstellen und sind im Vergleich zu traditionellen VCs möglicherweise an längerfristigen Investitionen interessiert.

  • Angel-Gruppen und Syndikate: Im Gegensatz zu einzelnen Angel-Investorinnen und -Investoren bündeln Angel-Gruppen oder Syndikate Ressourcen, um in Start-ups zu investieren. Diese Gruppen können größere Kapitalsummen bereitstellen und das Know-how und die Netzwerke mehrerer Investorinnen und Investoren kombinieren.

Jeder Investorentyp bringt unterschiedliche Vorteile, Erwartungen und Beteiligungsgrade mit sich. Start-ups sollten ihr Entwicklungsstadium, ihre Branche, ihren Finanzierungsbedarf und die Art der strategischen Beziehungen, die sie pflegen möchten, sorgfältig abwägen, bevor sie sich entscheiden, welchen Investorentyp sie ansprechen möchten.

Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.

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