Während des Black Friday und Cyber Monday (BFCM) im letzten Jahr verarbeitete Stripe bis zu 152.000 Transaktionen pro Minute. Diese Aktivität zeigt, wie sich der Handel in Spitzenzeiten verändert: Die Nachfrage konzentriert sich auf weniger, aber umsatzstärkere Tage; Betrugsversuche werden immer raffinierter und langwieriger; und das Modell „Jetzt kaufen, später bezahlen“ spielt eine immer größere Rolle beim Kaufverhalten der Verbraucher/innen.
Basierend auf Transaktionsdaten von Stripe aus der Feiertagssaison 2025 hebt dieser Leitfaden drei Trends hervor, die die Hochsaison prägen und zeigt, was sie für Unternehmen bedeuten, die sich auf den Ansturm 2026 vorbereiten.
Für Einzelhändler/innen, die ihre Infrastruktur, Abläufe im Bezahlvorgang und Omnichannel-Strategien für die kommenden Monate planen, bieten diese Trends ein klareres Bild davon, wie sich das Einkaufen in der Hochsaison verändert und wo Vorbereitung den größten Unterschied machen kann.
Die Feiertagsnachfrage setzt später ein und erreicht schneller ihren Höhepunkt
Einzelhändler/innen beginnen zwar früher mit Feiertagsaktionen, doch Käufer/innen scheinen auf die aus ihrer Sicht besten Angebote zu warten.
Trotz wochenlanger Vorabverkäufe konzentriert sich die Nachfrage in der hier analysierten Einzelhandelsgruppe nach wie vor auf einen relativ engen Zeitraum rund um den Black Friday. Im Jahr 2025 stieg das Transaktionsvolumen erst etwas mehr als eine Woche vor dem Black Friday nachhaltig über den Durchschnitt und hielt bis zum 19.Dezember an.
Was sich 2025 änderte, war die Plötzlichkeit, mit der dieser Ausgabenanstieg einsetzte.
Das Muster deutet darauf hin, dass Käufer/innen bewusster entscheiden, wann sie kaufen. Marktdaten zeigen, dass Verbraucher/innen einen größeren Teil des Novembers damit verbrachten, zu recherchieren, Preise zu vergleichen und auf die besten Rabatte zu warten – um dann beim Eintreffen der Black-Friday-Angebote zuzuschlagen. Dies weist auf eine stärkere Preissensibilität im vergangenen Jahr hin, bedingt durch höhere Preise, geringere Rabatte und eine insgesamt unsichere wirtschaftliche Lage.
Im Jahr 2024 stieg die Nachfrage in dieser Einzelhandelskategorie eher schrittweise an, wobei es bis Anfang November vereinzelte Spitzen gab. Im Jahr 2025 hingegen blieben die Ausgaben bis Mitte des Monats nahe dem Niveau des vierten Quartals, bevor sie um den 17. November, also zehn Tage vor dem Black Friday, stark anzogen. Anstelle eines langsamen Anstiegs legte die Saison plötzlich einen Gang zu.
Als dieser Aufschwung eintrat, war er stärker als in den Vorjahren. In der Woche vor dem Black Friday 2025 erreichte das tägliche Zahlungsvolumen das 2,4-Fache des jährlichen Tagesdurchschnitts – relativ gesehen rund 20 % mehr als in den beiden Vorjahren. Während des BFCM-Zeitraums selbst lagen die Ausgaben fast beim Vierfachen eines durchschnittlichen Tageswerts.
Was das für Unternehmen bedeutet
Das Ausgabeverhalten rund um Feiertage entwickelt sich zunehmend von einem schrittweisen Anstieg hin zu einem plötzlichen, starken Nachfrageanstieg. Wenn Ihre Systeme nicht vorbereitet sind, bevor dieser einsetzt, bleibt wenig Zeit zur Erholung, sobald der Traffic ansteigt.
Der französische Einzelhändler La Redoute verzeichnete beispielsweise am Black-Friday-Wochenende fast zwei Millionen Website-Besuche pro Tag. Bei einer solchen Nachfrage muss die Zahlungsinfrastruktur zuverlässig funktionieren, damit sich die Teams auf das Kundenerlebnis konzentrieren können, anstatt auf Leistungsprobleme. Bereits ein kurzer Ausfall oder eine Verlangsamung während Spitzenzeiten kann zu Tausenden verlorenen Transaktionen und den damit verbundenen Umsätzen führen. Selbst kleine Reibungspunkte – etwa Latenz, zusätzliche Schritte beim Bezahlvorgang oder fehlgeschlagene Zahlungen – können erhebliche Auswirkungen haben, wenn gleichzeitig viele Käufer/innen einkaufen möchten.
Für Unternehmen bedeutet dies, die 10 Tage vor dem Black Friday als Teil der eigentlichen Hochphase zu betrachten. Testen Sie Ihre Zahlungsabläufe frühzeitig unter Last und optimieren Sie Ihren Bezahlvorgang im Hinblick auf Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und hohes Volumen. Beschleunigte Zahlungsoptionen können den Bezahlvorgang in Spitzenzeiten vereinfachen, indem sie wiederkehrenden Kundinnen und Kunden ermöglichen, mit gespeicherten Zahlungsdaten schneller zu bezahlen, anstatt jedes Mal Karten- und Rechnungsinformationen erneut einzugeben.
Die Infrastruktur von Stripe ist darauf ausgelegt, auch in Zeiten hoher Nachfrage eine hohe Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.
- Stripe wickelte während des viertägigen BFCM-Zeitraums im Jahr 2025 mehr als 578 Millionen Transaktionen ab, wobei die Zahl der Transaktionen pro Minute bis zu 152.000 erreichte.
- Die Stripe-API wies während dieses viertägigen Einkaufszeitraums eine Erreichbarkeit von über 99,999 % auf.
- Mit Link, einer von Stripe entwickelten Digital Wallet, können wiederkehrende Kundinnen und Kunden ihre Einkäufe mithilfe gespeicherter Zahlungsdaten schnell abschließen. Während der BFCM-Shopping-Saison 2025 sparten Käufer/innen durch die Nutzung von „Link“ 2,7 Millionen Minuten – das entspricht mehr als fünf Jahren.
Die global verteilte Infrastruktur von Stripe ermöglicht es Unternehmen, die Zahlungsabwicklung zu skalieren, ohne Leistungseinbußen während Spitzenlasten hinnehmen zu müssen.
Betrugsrisiken erstrecken sich mittlerweile über die gesamte Saison
Daten von Stripe zeigen, dass das Betrugsrisiko bereits lange vor BFCM beginnt und während des gesamten Dezembers hoch bleibt. Im Jahr 2025 stieg die Betrugsaktivität ab dem 8. November an und zeigte im weiteren Jahresverlauf wiederholt Spitzen. Angreifer/innen verteilen ihre Aktivitäten zunehmend über die gesamte Feiertagssaison – anstatt sie nur auf das Black-Friday-Wochenende zu konzentrieren.
Für die hier analysierte Einzelhandelskohorte erreichte der Betrug während des 4-tägigen BFCM-Zeitraums im Jahr 2025 etwa 1,4 % des gesamten Zahlungsvolumens – das entspricht dem 1,7-Fachen des Betrugsvolumens eines typischen 4-Tage-Zeitraums. In diesem Zeitraum blockierte Stripe innerhalb der Kohorte ein vermutetes betrügerisches Transaktionsvolumen von über 75 Millionen US-Dollar.
Auch die Betrugsmethoden verändern sich. Betrügerische Akteure nutzen Automatisierung und KI-gestützte Tools, um gestohlene Karten zu testen und Schwachstellen in großem Maßstab auszunutzen. Gleichzeitig nimmt auch First-Party-Fraud zu – also Fälle, in denen legitime Kundinnen und Kunden Rückgabe- oder Erstattungsrichtlinien missbrauchen. Während der Hochsaison kann sich dies in verschiedenen Formen äußern, darunter Missbrauch von Rückerstattungen, Missbrauch von Aktionen (wiederholte Nutzung von Rabatten oder andere Versuche, Angebote auszunutzen) sowie „Wardrobing“ (Kundinnen und Kunden kaufen Kleidung, tragen sie kurz und geben sie anschließend zurück). Die weltweiten Verluste durch Missbrauch von Rückerstattungen werden auf rund 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt. Laut dem Bericht 2025 Retail Returns Landscape der National Retail Federation gaben 49 % der Gen-Z-Käufer/innen, die innerhalb von zwölf Monaten mindestens einen Onlinekauf zurückgegeben haben, an, Wardrobing zu betreiben.
Was das für Unternehmen bedeutet
Für viele Unternehmen erstreckt sich die Phase mit hohem Betrugsrisiko inzwischen über Monate statt nur über wenige Tage.
Unternehmen, die auf veraltete Betrugssysteme oder zu aggressive Regeln setzen, verzeichnen möglicherweise steigende Rückbuchungen oder fälschlicherweise abgelehnte Zahlungen, die legitime Kundinnen und Kunden blockieren. Da viele Käufer/innen einen Kauf nach einer abgelehnten Zahlung nicht erneut versuchen, können unzureichende Betrugsmechanismen während der wichtigsten Verkaufsphase des Jahres unbemerkt Umsatz kosten.
Missbrauch von Rückerstattungen lässt sich besonders während des Bezahlvorgangs nur schwer erkennen. In Fällen wie „Wardrobing“ sind sowohl die Kundin bzw. der Kunde als auch die Zahlungsdaten legitim, was den Missbrauch zum Zeitpunkt des Kaufs deutlich schwerer erkennbar macht. Bis sich entsprechende Muster zeigen, tragen Unternehmen bereits oft die Kosten – durch Rückerstattungen, Margenverluste, Wertverluste im Bestand und Kosten für die Retourenabwicklung.
Stripe Radar nutzt KI-Modelle, die auf dem globalen Stripe-Netzwerk trainiert wurden, um betrügerische Aktivitäten zu erkennen und gleichzeitig fälschlicherweise abgelehnte Zahlungen zu minimieren. Radar kann sowohl mit Stripe Payments als auch mit einem externen Zahlungsdienstleister verwendet werden.
- Radar hat während des BFCM 2025 24,6 Millionen versuchte betrügerische Transaktionen verhindert.
- Unternehmen, die Radar nutzen, verzeichnen einen Rückgang der Betrugsfälle um durchschnittlich 38 %.
- Im Netzwerk von Stripe wurden bereits 92 % aller Karten verarbeitet, was die Genauigkeit der Betrugserkennung verbessert.
- Stripe entwickelt aktiv Lösungen, um Unternehmen dabei zu helfen, Missbrauch bei Rückerstattungen zu erkennen und zu verhindern. Kontaktieren Sie refund-abuse-prevention@stripe.com, um an der Vorschau dieser Funktion teilzunehmen.
„Jetzt kaufen, später bezahlen“ gewinnt rasch an Beliebtheit und kommt bei größeren Anschaffungen zum Tragen
„Jetzt kaufen, später bezahlen“ (BNPL) spielt bei den Kaufentscheidungen der Verbraucher/innen eine immer größere Rolle.
Bei den Stripe-Unternehmen hat sich der BNPL-Anteil am Transaktionsvolumen während des Black Friday und des Cyber Monday im Jahresvergleich verdreifacht und stieg von 1 % im Jahr 2024 auf 3 % im Jahr 2025 – den höchsten Stand der letzten drei Jahre.
BNPL findet auch bei Warenkörben mit größerem Wert Anwendung: Im Jahr 2025 stieg der durchschnittliche Bestellwert bei BNPL-Transaktionen um 3 %. Das deutet darauf hin, dass Käufer/innen auf Ratenzahlungen zurückgreifen, wenn ihr Warenkorb teurer wird – sei es aufgrund mehrerer Geschenke, höherpreisiger Artikel oder beidem.
Diese Entwicklung verändert die Rolle, die BNPL spielt. Es ist nicht mehr nur eine Annehmlichkeit an der Kasse; es beginnt zu beeinflussen, wie viel Kundinnen und Kunden bereit sind auszugeben – und ob sie überhaupt bereit sind, einen Kauf zu tätigen. In einer Stripe-Umfrage, die letztes Jahr von NewStore durchgeführt wurde, gaben 53 % der bisherigen BNPL-Nutzer/innen an, dass sie eher bei Händlerinnen und Händlern einkaufen würden, die BNPL anbieten und 71 % sagten, dass dadurch ihre Kaufkraft gestiegen sei.
Was das für Unternehmen bedeutet
In der Hochsaison kann Zahlungsflexibilität ein entscheidender Faktor für den Kaufabschluss sein, insbesondere wenn Kundinnen und Kunden größere Anschaffungen tätigen. Wenn BNPL-Optionen in Zeiten mit hohem Besucheraufkommen nicht verfügbar sind oder nur unzureichend kenntlich gemacht werden, laufen Unternehmen Gefahr, kaufwillige Kundinnen und Kunden zu verlieren, die flexible Zahlungsmöglichkeiten wünschen.
Stripe ermöglicht es Unternehmen, BNPL über mehrere Anbieter innerhalb von Stripe Checkout anzubieten.
- BNPL-Optionen können direkt beim Bezahlvorgang aktiviert werden.
- Durch die Kenntlichmachung vor Ort können Ratenzahlungen in Spitzenzeiten besonders hervorgehoben werden.
- BNPL kann in Kombination mit einem schnellen, zuverlässigen Bezahlvorgang die Konversionsrate steigern.
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