Die Herausforderung
Mit der Einführung einer Peer-to-Peer-Carsharing-Plattform war Turo 2009 einer der Vorreiter der Sharing Economy. Zur Umsetzung seines innovativen Konzepts musste das Unternehmen die Technologie hinter der Plattform damals Stück für Stück zusammensetzen. Allein für die Verwaltung des Geldflusses zwischen mehreren Parteien bei jeder Transaktion beauftragte es mehrere Firmen.
2021 hatte Turo bereits über die USA hinaus bis nach Kanada und Großbritannien expandiert. Das Zusammentreffen mehrerer Markttrends veranlasste das Unternehmen, sich auf die Optimierung seiner Kernbereiche zu konzentrieren, um eine noch größere Expansion vorzubereiten. Dazu gehörte auch das Zahlungssystem.
„Nach der Pandemie gab es einen großen Nachholbedarf beim Reisen, eine Verschiebung hin zu mehr Freizeitreisen und einen Mangel an Mietwagen“, berichtet Josh Sperling, leitender Produktmanager für Zahlungen bei Turo. „Das war die ideale Gelegenheit, aber um sie richtig zu nutzen, mussten wir unsere Zahlungsinfrastruktur überarbeiten.“
Turo nutzte damals drei separate Anbieter, um Zahlungen von Mieterinnen und Mietern (den sogenannten Gästen) zu verarbeiten, Auszahlungen an die Autobesitzer:innen (die sogenannten Hosts) zu senden und Versicherungsansprüche auszuzahlen. Um unnötigen Mehraufwand zu vermeiden und den gesamten Zahlungsvorgang zu optimieren, wollte das Unternehmen diese Funktionen bei einem Anbieter konsolidieren.
Die neue Plattform sollte problemlos mit den Expansionsplänen von Turo skalierbar sein. Dazu sollte sie eine integrierte internationale Abdeckung bieten anstelle des Modells des vorherigen Anbieters mit separater Integration einzelner Länder oder Märkte. Dieser hatte zudem kein System zur Identitätsprüfung für Kontoinhaber/innen, das die KYC-Anforderungen („Know You Customer“) erfüllte. Also suchte Turo nach einer Lösung, die die Einhaltung regulatorischer Vorschriften erleichterte. Zudem wollte Turo lokale Währungen nicht mehr in US-Dollar umrechnen, um den Auszahlungsprozess zu optimieren.
Für Zahlungen benötigte Turo aufgrund der internationalen Präsenz eine Lösung, die mehrere Verfahren unterstützte. Außerdem wollte das Unternehmen den Mieterinnen und Mietern mit alternativen Zahlungsmethoden, wie z. B. „Jetzt kaufen, später bezahlen“-Optionen, mehr Flexibilität bieten. Das war besonders wichtig, da sich die durchschnittlichen Kosten pro Fahrt auf mehr als 300 USD belaufen.
Vier verschiedene Teams bei Turo sind auf Zahlungsdaten angewiesen, um Entscheidungen in Bezug auf Risiko, Betrugsprävention, Vertrauen und Sicherheit sowie die Bearbeitung von Rückbuchungen zu treffen. Deshalb sollte eine Zahlungslösung zu guter Letzt auch leistungsstarke Datenanalysefunktionen bieten.
Die Lösung
Turo nutzte bereits Stripe Payments für die Abwicklung von Mietzahlungen. Also entschied sich das Unternehmen für Stripe Connect, um eine einheitliche Plattform für die Zahlungsabwicklung, den Einzug der Nutzungsgebühren und die Auszahlung an Fahrzeugbesitzer:innen zu schaffen. „Stripe verfügte über die nötigen Produkte und Funktionen, um den ganzen Aufwand, der mit unserer globalen Expansion verbunden ist, zu bewältigen. Außerdem bietet es sowohl uns im Backend als auch den Gästen und Hosts Erleichterungen“, so Steven Hurd, Principal Software Engineer bei Turo.
Connect bot eine zentrale Plattform, die Auszahlungen in mehr als 118 Ländern unterstützt. Dank Selfservice-Onboarding konnte Turo problemlos verbundene Konten für alle rund 170.000 aktiven Hosts (Stand: 31. März 2024) erstellen. Das Onboarding bei Connect kommt international vertretenen Kunden wie Turo entgegen, indem es automatisch in der entsprechenden Landessprache angezeigt wird. Außerdem werden unter Berücksichtigung der lokalen regulatorischen Vorschriften die richtigen Informationen erfasst und automatisch von Stripe überprüft. Die Funktion für grenzüberschreitende Auszahlungen von Connect vereinfacht die internationalen Abläufe von Turo zusätzlich, indem Hosts in ihrer Landeswährung bezahlt werden.
Mithilfe von Global Payouts migrierte Turo auch den dritten Teil seines Zahlungssystems zu Stripe: die Versicherungsauszahlungen. Dank vorgefertigter Formulare mit Co-Branding konnte Turo schnell live gehen und sowohl den Empfängerinnen und Empfängern als auch den Versicherten und Werkstätten ein besseres Nutzungserlebnis bieten. Durch die Integration von Financial Connections in Global Payouts können die Empfänger/innen ihre Bankdaten automatisch, nur mit einem Benutzernamen und Passwort, verknüpfen.
Turo hat aber nicht nur den Auszahlungsprozess mit Connect und Global Payouts verbessert, sondern auch die Frontend-Zahlungsabwicklung. Das gelang mit der Suite zur Optimierung des Bezahlvorgangs von Stripe. Diese umfasst Stripe Elements, eine Reihe integrierbarer Nutzeroberflächenkomponenten, für einen besseren Bezahlvorgang und höhere Konversionsraten. Mit dem Payment Element kann Turo problemlos und ohne Programmier- oder Entwicklungsaufwand zusätzliche Zahlungsoptionen aktivieren. Geplant ist etwa die Aufnahme von „Jetzt kaufen, später bezahlen“-Methoden wie Klarna, Affirm und Afterpay/Clearpay, um Gästen die Zahlung der relativ hohen durchschnittlichen Mietkosten zu erleichtern. Turo testet außerdem Link von Stripe für einen beschleunigten Bezahlvorgang. Dabei werden die Adresse und Zahlungsdaten der Käufer/innen sicher gespeichert und automatisch ausgefüllt für einfachere, schnellere Transaktionen.
Die Integration von Payments ermöglichte Turo eine zusätzliche Frontend-Optimierung durch Funktionen, die die Autorisierungsraten verbessern. Beispielsweise versucht Adaptive Acceptance, abgelehnte Zahlungen in Echtzeit mithilfe von optimiertem Routing und ISO-Nachrichten erneut zu senden, während der Kartenaktualisierer von Stripe automatisch auf aktualisierte Karteninformationen der wichtigsten Aussteller, wie Visa, Mastercard, American Express und Discover, zugreift. Turo nutzt außerdem Netzwerk-Tokens, die eindeutige Anmeldeinformationen als Ersatz für die primäre Kontonummer (PAN) einer Karte erstellen und auch dann aktuell bleiben, wenn sich die mit dem Netzwerk-Token verknüpfte PAN ändert.
Des Weiteren nutzt Turo Stripe Radar for Fraud Teams, um Betrug auf seiner Plattform zu erkennen und zu verhindern. Da Turo seine verschiedenen Zahlungsanforderungen bei einem Anbieter konsolidieren wollte, war die Tatsache, dass Radar nativ in Stripe integriert ist und ohne zusätzlichen Code aktiviert werden kann, ein großer Pluspunkt. Außerdem gewährleistet die globale Abdeckung von Radar, dass Turo auch bei seiner globalen Expansion sicher bleibt. „Dank Stripe konnten wir unsere Betrugsquote unter unseren Zielvorgaben halten. Radar for Fraud Teams bietet zudem integrierte Analysen und Erkenntnisse, die uns Aufschluss über unser Abschneiden und die Ursachen von Betrug geben, ohne zeitaufwendige manuelle Analysen durchführen zu müssen. Das war ein Gamechanger, da wir bei der Entscheidungsfindung für unser Unternehmen auf Zahlungs- und Betrugsdaten angewiesen sind“, so Sperling.
Zu guter Letzt fügte Turo Stripe Data Pipeline und Stripe Sigma hinzu, um dem Unternehmen die benötigten Datenanalysen zu liefern.
Die Ergebnisse
Optimierte Ein- und Auszahlungen beschleunigen internationale Expansion
Durch die Konsolidierung von Ein- und Auszahlungen auf Stripe konnte Turo seinen Umsatzabrechnungsprozess vereinfachen, eine einheitliche, konforme Zahlungsplattform für mehrere Märkte realisieren (ohne dass das Turo-Team Entwicklungsarbeit zur Verwaltung der KYC-Verifizierung leisten musste) und den Prozess zur Aktivierung neuer Zahlungsmethoden für Kundinnen und Kunden standardisieren.
Seit der Einführung von Stripe hat Turo durch die Übernahme von OuiCar nach Frankreich expandiert und seine Geschäftstätigkeit in Australien aufgenommen. Dank der von Stripe geschaffenen Effizienz kann Turo seine Zahlungsplattform innerhalb von zwei bis drei Wochen in neuen Märkten einführen. Beim vorherigen Anbieter dauerte dies noch drei bis vier Monate.
99,5 % Erfolgsquote bei Auszahlungen mit Global Payouts
Dank Global Payouts konnte Turo sein neues, wachsendes Versicherungsgeschäft schnell skalieren – mit einer einfachen Integration, die vorgefertigte, gehostete Formulare und modernste APIs umfasst. Das spart nicht nur Entwicklungszeit, sondern verbessert auch das Erlebnis für Zahlungsempfänger/innen erheblich.
„Mit Global Payouts haben wir schon Versicherungsfälle im Wert von über 160 Mio. USD abgewickelt. Der unkomplizierte Annahmeablauf vereinfacht Zahlungen an Versicherungsnehmer/innen und Werkstätten, für die bislang immer erst ein Konto bei einem anderen Zahlungsdienstleister eröffnet werden musste. Und dank der integrierten Einbindung in Financial Connections scheitern mittlerweile 75 % weniger Auszahlungen, womit sich unsere Erfolgsquote auf 99,5 % erhöht hat“, so Sperling.
Senkung der Kosten für grenzüberschreitende Abwicklung um 50–70 Basispunkte durch optimiertes Währungsmanagement
Durch die Konsolidierung des Zahlungssystems mit Stripe konnte Turo lokale Acquirer über Händlerbanken im selben Land wie seine Kundschaft nutzen und so den Prozess für die Abwicklung mehrerer Währungen vereinfachen. Außerdem zahlt Turo die eingenommenen Gelder nun auf lokal geführte Bankkonten ein, um die Ausgaben für Währungen noch weiter zu senken.
4,71 % mehr Umsatz durch Genehmigungsautorisierung von Stripe
Durch die Verwendung von Payment Element konnte Turo 2023 eine Umsatzsteigerung von insgesamt 4,71 % erzielen, und zwar durch Optimierungen der Genehmigungsautorisierung von Stripe wie Adaptive Acceptance, Kartenaktualisierer und Netzwerk-Tokens. Diese Steigerung entsprach einem wiedererlangten Umsatz von 114 Mio. USD.
Um sein Zahlungsangebot für Mieter/innen weiter zu verbessern, ist Turo gerade dabei, Link und verschiedene „Jetzt kaufen, später bezahlen“-Optionen zu aktivieren.
Einheitliche Datenintegration über Stripe Data Pipeline
Die standardisierten Schemata und Integrationsprozesse von Stripe Data Pipeline trugen dazu bei, die Effizienz und Qualität der Datenberichterstattung von Turo zu verbessern.
Stripe bereitet den Weg für zukünftige Optimierungen
Nun, da Turo die Vorteile der Konsolidierung seiner Zahlungsinfrastruktur auf Stripe kennt, prüft das Unternehmen bereits weitere Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit Stripe. So plant Turo den Einsatz von Connect zur Ausstellung von 1099-Steuerformularen an Hosts in den USA. Auch die Nutzung einer Stripe-Lösung für die Verwaltung internationaler Steuererklärungen kommt angesichts der sich ändernden Anforderungen in Europa und Australien infrage.
Früher mussten wir mehrere Teillösungen zusammenschustern. Mit Stripe verfügen wir nun über eine optimierte Zahlungsplattform, die wir jederzeit um Funktionen für unser weiteres Wachstum ergänzen können – und zwar ohne unnötigen Mehraufwand.