In Frankreich können Kundinnen und Kunden Waren und Dienstleistungen über ihre Mobilfunkrechnung bezahlen, ohne ihre Bankdaten anzugeben. Beim Direct Carrier Billing (DCB) begleichen Kundinnen und Kunden bestimmte Haushaltsausgaben über ihre monatliche Mobilfunkrechnung. Dieses System erfreut sich in Frankreich zunehmender Beliebtheit und wird zur Bezahlung kleinerer Anschaffungen wie Spiele, Abonnements, Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel, digitale Dienste und vieles mehr genutzt.
In diesem Artikel erfahren Sie alles über DCB, seine Funktionsweise, seine Vorteile und wie Unternehmen davon profitieren können, wenn sie diesen Service anbieten.
Worum geht es in diesem Artikel?
- Was ist Direct Carrier Billing?
- So funktioniert Direct Carrier Billing
- Was können Kundinnen und Kunden mit Direct Carrier Billing bezahlen?
- Kaufobergrenzen bei Direct Carrier Billing
- Vorteile von Direct Carrier Billing
- Nachteile von Direct Carrier Billing
- So kann Stripe Payments Sie unterstützen
Was ist Direct Carrier Billing?
Kundinnen und Kunden können Direct Carrier Billing (DCB) nutzen, um bestimmte Einkäufe über ihre Telefonrechnung zu bezahlen. Mit DCB müssen Kundinnen und Kunden bei Online- oder In-App-Käufen keine Bankdaten oder Debit- und Kreditkarteninformationen eingeben. Um mit DCB zu bezahlen, wählen Kundinnen und Kunden diese Option aus den verfügbaren Zahlungsmethoden aus, und die Kaufbeträge werden direkt ihrer Telefonrechnung hinzugefügt.
DCB eignet sich besonders für alltägliche Kleinsttransaktionen, wie den Kauf von digitalen Inhalten, Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel und Kinokarten. Diese Zahlungsmethode ist eine leicht zugängliche Alternative zur Zahlung per Karte, Digital Wallet oder Banküberweisung. Für französische Kundinnen und Kunden bietet DCB Schnelligkeit, Komfort und Sicherheit.
So funktioniert Direct Carrier Billing
Um DCB zu nutzen, wählt ein Kunde bzw. eine Kundin die Bezahlung eines Kaufs über seine/ihre Telefonrechnung. Anschließend leitet sein/ihr Mobilfunkanbieter – wie Orange, Sosh, SFR, RED, Bouygues Telecom oder andere – ihn/sie auf eine sichere Seite weiter, um die Zahlung zu bestätigen. Der Anbieter rechnet die Transaktion ab und verwaltet die Rechnungsstellung.
Anschließend wird der Kaufbetrag der monatlichen Mobilfunkrechnung des Kunden bzw. der Kundin hinzugefügt oder vom Prepaid-Guthaben abgezogen. Dadurch können Kundinnen und Kunden ihre Ausgaben in einer einzigen monatlichen Rechnung zusammenfassen. Zur Bestätigung der Zahlung erhält der Kunde bzw. die Kundin nach jeder Transaktion eine SMS oder E-Mail.
Dabei ist zu beachten, dass der Kunde bzw. die Kundin DCB in den Einstellungen seines/ihres Telefons – iOS oder Android – aktivieren muss, bevor er/sie Einkäufe tätigt. Die Aktivierung des Dienstes erfolgt in der Regel einmalig.
Was können Kundinnen und Kunden mit Direct Carrier Billing bezahlen?
DCB eignet sich vor allem für kleinere Einkäufe. Dazu gehören Abonnements, Videospiele, Filme, Zeitungen, Zeitschriften, Premium-Inhalte, E-Books, Audioinhalte, Musik, Cloud-Dienste, Kreativ-Tools und Online-Speicher.
Einige Anbieter akzeptieren DCB für öffentliche Verkehrsmittel, wie etwa Fahrkarten für U-Bahnen, Busse, Straßenbahnen oder Parkplätze. Andere Anbieter ermöglichen es Kundinnen und Kunden, DCB für Online-Spenden oder den Kauf von Veranstaltungstickets zu nutzen (z. B. Konzerte, Museumseintritte, Konferenzen oder andere Veranstaltungen).
Viele Anwendungsplattformen – wie Google Play und Apples App Store – sowie Unterhaltungsplattformen – wie PlayStation, Xbox, Netflix und Spotify – bieten Kundinnen und Kunden ebenfalls die Möglichkeit, mit DCB zu bezahlen.
Kaufobergrenzen bei Direct Carrier Billing
Für Käufe über DCB gelten oft von Mobilfunkanbietern festgelegte Obergrenzen. Beispielsweise begrenzt Bouygues Telecom Käufe auf 50 € pro Transaktion und 300 € pro Monat für jeden Telefonanschluss eines Kontos. Orange wendet dieselben Kaufobergrenzen an.
Vorteile von Direct Carrier Billing
DCB bietet sowohl für Unternehmen als auch für Kundinnen und Kunden mehrere Vorteile. Durch die Zusammenarbeit mit Mobilfunkanbietern können Unternehmen Folgendes erreichen:
- von einem zusätzlichen Vertriebskanal profitieren
- ihre Konversionsraten steigern und Warenkorbabbrüche reduzieren, da DCB schneller und intuitiver ist als herkömmliche Zahlungsmethoden
- neue Kundinnen und Kunden gewinnen und ihren Kundenstamm erweitern
- Bevölkerungsgruppen ohne Bankkonto erreichen und den Bedürfnissen von Kundinnen und Kunden gerecht werden, die es vorziehen, die Eingabe von Bankdaten zu begrenzen
- das Kundenerlebnis und den Einkaufsprozess vereinfachen, um das Vertrauen zu stärken und die Kundenbindung zu verbessern
- das Markenimage durch das Angebot einer effizienten und modernen Zahlungsmethode verbessern
- die Abrechnung an Mobilfunkanbieter delegieren, sodass sich Unternehmen auf andere Geschäftsbereiche konzentrieren können
Kundinnen und Kunden profitieren von der einfachen Handhabung, der Benutzerfreundlichkeit und der Sicherheit, die DCB bietet. Sie können überall – über ein Mobilgerät oder an einem Point of Sale – Einkäufe tätigen und dabei einen kostenlosen Service nutzen. Außerdem müssen sie keine sensiblen Bankdaten angeben und profitieren von einer einheitlichen Abrechnungserfahrung, die ihnen hilft, ihre Ausgaben besser im Blick zu behalten.
Die Integration von DCB ist auch für Unternehmen ein großer Vorteil und ermöglicht es ihnen, das Einkaufserlebnis zu modernisieren und effizienter zu gestalten.
Nachteile von Direct Carrier Billing
DCB hat auch einige Nachteile. Mobilfunkanbieter erheben oft eine Provision für den Dienst, was die Gewinnmargen eines Unternehmens schmälern kann. Die Anbieter legen zudem Transaktionslimits fest, die den Umsatz und die Flexibilität eines Unternehmens einschränken können. Daher ist DCB eine praktikable Lösung für Mikrotransaktionen in bestimmten Branchen (z. B. im digitalen Sektor), eignet sich jedoch nicht gut für größere Transaktionen.
Schließlich ist DCB mit einer anhaltenden Abhängigkeit von Mobilfunkanbietern verbunden. Wenn der Mobilfunkdienst ausfällt oder es zu einem Stromausfall kommt, können Transaktionen fehlschlagen. Aus diesen Gründen zögern einige Unternehmen noch immer, diese Zahlungsmethode einzuführen.
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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.