Rückerstattungsbetrug: Was ist das und wie können Unternehmen sich schützen?

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  1. Einführung
  2. Was ist Rückerstattungsbetrug?
  3. Arten von Rückerstattungsbetrug
  4. Rückerstattungsbetrug vs. Rückgabebetrug: Was ist der Unterschied?
  5. Beispiele für Rückerstattungsbetrug
  6. Wie Sie Rückerstattungs- und Rückgabebetrug verhindern können

Rückerstattungsbetrug stellt ein erhebliches Problem dar, das sowohl die Finanzlage von Unternehmen als auch das Vertrauen der Kunden bedroht. Das Verständnis und die Bewältigung der mit Rückerstattungsbetrug verbundenen Risiken sind zu einer der wichtigsten Prioritäten für Unternehmen geworden.

Nach Angaben der National Retail Federation (NRF) haben die US-Einzelhändler im Jahr 2020 25,3 Milliarden USD durch betrügerische Rückgaben verloren. Mit dem zunehmenden Umsatzvolumen im E-Commerce steigt auch der Rückerstattungsbetrug.

Im Folgenden erläutern wir, was Rückerstattungsbetrug ist, und beleuchten die Taktiken, die Betrügerinnen und Betrüger anwenden, um Rückerstattungsrichtlinien auszunutzen und Finanzsysteme zu manipulieren. Wir erörtern außerdem mögliche Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen können, um diese Art von Betrug zu verhindern und zu bekämpfen.

Worum geht es in diesem Artikel?

  • Was ist Rückerstattungsbetrug?
  • Arten von Rückerstattungsbetrug
  • Rückerstattungsbetrug vs. Rückgabebetrug: Was ist der Unterschied?
  • Beispiele für Rückerstattungsbetrug
  • Wie Sie Rückerstattungs- und Rückgabebetrug verhindern können

Was ist Rückerstattungsbetrug?

Rückerstattungsbetrug ist eine Art von Zahlungsbetrug, bei denen eine Person oder eine Gruppe von Personen fälschlicherweise eine Rückerstattung oder Erstattung von einem Unternehmen, einer Regierung oder einem Finanzinstitut fordert. Der Zweck dieses Betrugs besteht darin, die Zielorganisation dazu zu verleiten, eine Rückerstattung oder Erstattung zu gewähren, obwohl die betrügerische Person keine rechtmäßigen Ausgaben getätigt hat und keinen Anspruch auf eine solche Vergütung hat.

Grundsätzlich liegt ein Rückerstattungsbetrug vor, wenn jemand ein Unternehmen austrickst, damit es ihm Geld für ein Produkt oder eine Dienstleistung zurückgibt, das bzw. die er gar nicht erworben hat, oder wenn er fälschlicherweise behauptet, es läge ein Problem mit dem Produkt oder der Dienstleistung vor, die er erhalten hat. Diese Art von Betrug kann für Unternehmen sehr kostspielig sein und ihren Ruf bei ihrer Kundschaft schädigen.

Arten von Rückerstattungsbetrug

Rückerstattungsbetrug ist nicht auf einen einzigen Mechanismus betrügerischer Aktivitäten beschränkt – es handelt sich um eine Kategorie, die eine Vielzahl von Taktiken umfasst. Es gibt verschiedene Formen des Rückerstattungsbetrugs, dazu gehören:

  • Rückgabebetrug
    Rückgabebetrug liegt vor, wenn eine Person ein Produkt an einen Einzelhändler oder einen Online-Shop zurückgibt und behauptet, es sei beschädigt, defekt oder nicht zufriedenstellend, obwohl das Produkt in gutem Zustand ist oder benutzt oder unbefugt damit hantiert wurde.

  • Rückbuchungsbetrug
    Beim Rückbuchungsbetrug ficht eine Kundin oder ein Kunde eine rechtmäßige Abbuchung von ihrer/seiner Kreditkarte an und behauptet, dass sie/er das Produkt oder die Dienstleistung nicht erhalten hat, dass es/sie nicht zufriedenstellend war oder dass die Zahlung nicht autorisiert gewesen ist. Das Ziel der Betrüger ist es, das Unternehmen oder den Dienstleister zu zwingen, eine Rückerstattung vorzunehmen, obwohl er das Produkt oder die Dienstleistung bereits erhalten und genutzt hat.

  • Steuererstattungsbetrug
    Bei dieser Art von Betrug geht es darum, falsche oder betrügerische Steuererklärungen einzureichen, um eine Steuerrückerstattung zu erhalten, auf die Betrüger keinen Anspruch haben. Die Betrüger verwenden möglicherweise gestohlene persönliche Daten, erstellen falsche Dokumente oder manipulieren das Steuerwesen auf andere Weise, um eine Rückerstattung zu erhalten.

  • Betrug bei der Versicherungsrückerstattung
    Beim Versicherungsrückerstattungsbetrug reicht eine Einzelperson oder eine Gruppe von Personen falsche oder überhöhte Versicherungsansprüche ein, um von einer Versicherungsgesellschaft eine Rückerstattung oder Erstattung zu erhalten. Zu den Taktiken, die Betrügerinnen und Betrüger anwenden, um Versicherungsbetrug zu begehen, gehören die Inszenierung von Unfällen, die Aufblähung von Schäden oder die Vortäuschung von Verlusten.

  • Wardrobing oder „Tragen und Zurückgeben“
    In diesem Fall kaufen Kundinnen und Kunden beispielsweise Kleidung oder Elektronikartikel, verwenden sie für eine kurze Zeitdauer (z. B. für ein besonderes Event oder ein Projekt) und geben sie dann gegen Rückerstattung des Kaufpreises zurück. Sie nutzen den Laden quasi wie einen kostenlosen Verleihservice.

  • Belegbetrug
    Betrügerinnen und Betrüger verwenden gefälschte oder abgeänderte Belege, um gestohlene, im Ausverkauf gekaufte oder in einem anderen Geschäft gekaufte Artikel zurückzugeben und so eine volle Rückerstattung oder eine Gutschrift zu erhalten.

  • Preisaustausch
    Betrüger tauschen das Preisschild oder den Strichcode eines teureren Artikels mit dem eines billigeren Artikels aus. Sie kaufen den Artikel zum niedrigeren Preis und geben ihn dann mit dem ursprünglichen, teureren Beleg zurück, um eine höhere Rückerstattung zu erhalten.

  • Betrug mit Unterstützung von Mitarbeitenden
    Eine unehrliche Mitarbeiterin oder ein unehrlicher Mitarbeiter bearbeitet betrügerische Rückerstattungen oder Rückgaben ohne das Wissen der Kundin oder des Kunden, um sich persönlich zu bereichern.

Die von Betrügerinnen und Betrügern angewandten Taktiken ändern sich ständig, um mit der Entwicklung der Einzelhandelsunternehmen Schritt zu halten. Weiter unten erläutern wir, wie Unternehmen schnell und flexibel auf diese veränderten Sicherheitslücken reagieren können.

Rückerstattungsbetrug vs. Rückgabebetrug: Was ist der Unterschied?

Rückerstattungsbetrug und Rückgabebetrug sind eng verwandte Begriffe, die mitunter austauschbar verwendet werden, aber nicht genau dasselbe meinen. Der Rückgabebetrug ist eine Unterart des Rückerstattungsbetrugs, der speziell auf den Einzelhandel abzielt, indem er die Rückgaberichtlinien für Produkte ausnutzt. Rückerstattungsbetrug ist ein allgemeinerer Begriff, der ein breiteres Spektrum an betrügerischen Aktivitäten umfasst, die darauf abzielen, ungerechtfertigte Rückerstattungen oder Erstattungen zu erhalten.

Erfahren Sie im Folgenden mehr über ihre feinen, aber wichtigen Unterschiede:

  • Rückerstattungsbetrug ist ein weiter gefasster Begriff, der verschiedene Arten von Betrügereien umfasst, mit denen ein Unternehmen, eine Regierung oder ein Finanzinstitut dazu verleitet werden soll, den Betrügern eine Rückerstattung oder Erstattung zu gewähren, auf die sie keinerlei Anspruch haben. Rückerstattungsbetrug kann in vielen Bereichen auftreten, z. B. bei Steuerrückerstattungen, Rückbuchungen, Versicherungsrückerstattungen und mehr.

  • Rückgabebetrug ist eine bestimmte Art des Rückerstattungsbetrugs, die sowohl stationäre Händler als auch Online-Händler betrifft. Beim Rückgabebetrug gibt eine Person ein Produkt an den Händler zurück und behauptet fälschlicherweise, es sei beschädigt, defekt oder nicht zufriedenstellend, obwohl es in gutem Zustand ist oder benutzt oder unbefugt damit hantiert wurde. Ziel der Betrüger ist es, den Händler dazu zu verleiten, eine Rückerstattung oder einen Ersatz zu gewähren, obwohl die Kundin oder der Kunde keinen Anspruch darauf hat.

Beispiele für Rückerstattungsbetrug

Im Folgenden finden Sie einige konkrete Beispiele für Rückerstattungsbetrug in verschiedenen Situationen:

  • Elektrofachmarkt: Ein Kunde kauft eine High-End-Kamera, benutzt sie während eines Urlaubs und gibt sie dann im Geschäft mit der Begründung zurück, dass sie nicht seinen Erwartungen entsprochen hat. Das Geschäft bearbeitet die Rückerstattung, merkt aber nicht, dass der Kunde das Geschäft als kostenlosen Verleihservice genutzt hat.

  • Textileinzelhändler: Eine Kundin kauft ein teures Kleid, trägt es zu einem besonderen Anlass und gibt es dann mit den Etiketten zurück, da es ihr angeblich nicht passt. Der Einzelhändler erstattet der Kundin den Kaufpreis zurück, obwohl das Kleid bereits getragen wurde.

  • Online-Marktplatz: Eine Kundin kauft eine Designer-Handtasche von einem Drittanbieter und fordert dann von ihrem Kreditkartenunternehmen eine Rückbuchung, weil sie behauptet, die Handtasche sei gefälscht. Die Verkäuferin oder der Verkäufer ist gezwungen, den Kaufpreis zu erstatten, obwohl die Handtasche echt war, und die Käuferin behält den Artikel.

  • Supermarkt: Ein Betrüger stiehlt mehrere Artikel in einem Supermarkt und bringt sie später mit einem gefälschten Beleg zurück in denselben Laden. Das Geschäft erstattet den Wert der Artikel, ohne zu ahnen, dass sie gestohlen wurden.

  • Baumarkt: Eine Kundin kauft ein teures Elektrowerkzeug, tauscht den Originalartikel gegen einen billigeren, gebrauchten Artikel aus und bringt die Verpackung in den Laden zurück. Das Geschäft bearbeitet die Rückgabe, ohne zu bemerken, dass der Artikel in der Verpackung nicht derjenige ist, den es verkauft hat.

Anhand dieser Situationen wird deutlich, wie Rückerstattungsbetrug in verschiedenen Branchen und im Einzelhandel aussehen kann. Unternehmen müssen wachsam sein und wirksame Strategien und Vorsichtsmaßnahmen zur Betrugsprävention ergreifen, um die Auswirkungen solcher betrügerischen Aktivitäten auf ihre Geschäftstätigkeit und ihren Ruf zu minimieren.

Wie Sie Rückerstattungs- und Rückgabebetrug verhindern können

Unternehmen können verschiedene Maßnahmen ergreifen, um Rückerstattungsbetrug zu verhindern und zu bekämpfen. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit einer umfassenden Lösung zur Betrugsprävention und Betrugserkennung wie Stripe Radar. Die Umsetzung der folgenden Strategien kann dazu beitragen, das Risiko und die potenziellen finanziellen Auswirkungen dieser Art von Betrug zu minimieren:

  • Entwickeln Sie klare Richtlinien für Rückerstattungen – und kommunizieren Sie diese wirksam
    Legen Sie klare und eindeutige Rückerstattungs- und Rückgaberichtlinien fest, aus denen hervorgeht, unter welchen Bedingungen eine Rückerstattung oder Rückgabe akzeptiert wird. Machen Sie diese Richtlinien für Ihre Kundinnen und Kunden leicht zugänglich und sichtbar, sowohl im Geschäft als auch online.

  • Überprüfen Sie Kundeninformationen für Rückerstattungen
    Überprüfen Sie die Identität und Kontaktinformationen von Kundinnen und Kunden, die eine Rückerstattung beantragen. Dabei können Sie z. B. ihre Personalausweisnummer überprüfen, die Kaufhistorie einsehen oder zusätzliche Authentifizierungsmethoden verwenden.

  • Führen Sie strenge Rückgabeverfahren ein
    Erstellen Sie strenge Verfahren für die Annahme und Bearbeitung von Rückgaben. Dazu kann es gehören, zurückgegebene Artikel auf Anzeichen von unbefugtem Hantieren zu untersuchen, ihren Zustand zu überprüfen und Rückgabeanfragen von einzelnen Kundinnen und Kunden zu verfolgen, um verdächtige Verhaltensmuster zu erkennen. Dabei geht es nicht darum, Kundinnen und Kunden daran zu hindern, legitime Rückgaben vorzunehmen (vor allem, weil dies zu einem Anstieg der Rückbuchungen führen kann), sondern darum, betrügerische Rückgaben zu erkennen. Dies ist ein heikler – und wichtiger – Balanceakt.

  • Nutzen Sie ML-gestützte Betrugserkennung
    Setzen Sie fortschrittliche Technologien wie künstliche Intelligenz oder maschinelle Lernalgorithmen ein, um Transaktionsdaten zu analysieren und potenzielle Rückerstattungsbetrugsmuster zu erkennen. Diese Algorithmen können so trainiert werden, dass sie verdächtiges Verhalten erkennen und automatisch Transaktionen oder Rückerstattungsanträge kennzeichnen, die weitere Untersuchungen erforderlich machen. Zum Beispiel nutzt Stripe Radar maschinelles Lernen, das anhand von Datenpunkten von Millionen von Unternehmen weltweit trainiert wird. Mit dieser sich selbst weiterentwickelnden Technologie können Sie Ihre Maßnahmen zur Betrugserkennung und Betrugsprävention optimieren.

  • Überwachen Sie die Transaktionen
    Überwachen Sie Transaktionen regelmäßig auf ungewöhnliche Aktivitäten, wie mehrfache Rückerstattungen an dieselbe Kundin oder denselben Kunden, häufige Rückgaben von Artikeln mit hohem Wert oder eine plötzliche Zunahme von Rückerstattungsanfragen. Untersuchen Sie umgehend jedes verdächtige Muster. Betrugslösungen, die verhaltensbezogene biometrische Daten verwenden, können die einzigartigen Verhaltensmerkmale von Nutzerinnen und Nutzern analysieren, wie etwa Tippmuster, Gerätenutzung und Interaktion mit digitalen Schnittstellen, um deren Identität zu überprüfen. Durch die Implementierung biometrischer Verhaltensmerkmale lassen sich potenzielle Betrügerinnen und Betrüger, die versuchen, den Rückerstattungsprozess zu missbrauchen, besser erkennen. Auch hier übernimmt die richtige Technologie zur Betrugserkennung, wie Stripe Radar, den größten Teil dieser Arbeit für Sie.

  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeitenden Betrug erkennen und damit umgehen können
    Alle Technologien der Welt sind kein Ersatz für ein gut informiertes Team qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die darin geschult sind, auf potenzielle Betrugsindikatoren zu achten. Klären Sie Ihr Team über die verschiedenen Arten von Rückerstattungsbetrug auf und schulen Sie es darin, potenzielle Warnsignale zu erkennen. Stellen Sie Richtlinien für den Umgang mit verdächtigen Transaktionen oder Rückerstattungsanfragen bereit.

  • Verbessern Sie die Buchführung
    Führen Sie über alle Transaktionen, einschließlich Verkäufe, Rückerstattungen und Rückgaben, genau Buch. Auf diese Weise erleichtern Sie die Ermittlungen und können im Falle von Anfechtungen Beweise vorlegen.

  • Erhöhen Sie die Online-Sicherheit
    Implementieren Sie zuverlässige Sicherheitsmaßnahmen für Online-Transaktionen, wie SSL-Verschlüsselung, Zwei-Faktor-Authentifizierung und sichere Zahlungs-Gateways. Dadurch können Sie das Risiko von Rückbuchungen und anderen Formen des Rückerstattungsbetrugs verringern. Die Verwendung eines Zahlungsabwicklers wie Stripe, dessen Zahlungslösungen über diese integrierten Schutzmechanismen verfügen, bietet eine leistungsstarke Methode zur Aufrechterhaltung außergewöhnlicher Sicherheitsstandards bei minimalem Aufwand an internen Ressourcen.

  • Streben nach ständiger Verbesserung und Anpassung
    Überprüfen und aktualisieren Sie regelmäßig Ihre Strategien zur Eindämmung von Rückerstattungsbetrug, um den sich ständig weiterentwickelnden Betrugstaktiken einen Schritt voraus zu sein. Möglicherweise müssen Sie interne Prüfungen durchführen, sich über die neuesten Betrugstrends auf dem Laufenden halten und neue Technologien einführen.

Durch den Einsatz dieser ausgefeilten Taktiken können Unternehmen ihre Anfälligkeit für Rückerstattungsbetrug verringern und ihre finanziellen Interessen sowie die ihrer Kundschaft schützen. Da keine einzelne Strategie einen vollständigen Schutz vor Rückerstattungsbetrug garantieren kann, müssen Sie wachsam bleiben, sich über die neuesten Betrugstrends auf dem Laufenden halten und mit Ihren Betrugsvorbeugungsanbietern und internen Teams zusammenarbeiten, um sich an die sich ständig weiterentwickelnden Taktiken und Techniken von Betrügerinnen und Betrügern anzupassen.

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