Wenn ein Geschäftspartner den auf einer Rechnung angegebenen Betrag per Banküberweisung bezahlt, fällt eine Überweisungsgebühr an. Es ist wichtig zu wissen, wer die Überweisungsgebühr zahlt. Ist es der Kunde/die Kundin oder das Unternehmen?
In diesem Artikel werden die Antworten auf diese Frage sowie die Grundlagen der Überweisungsgebühren erläutert, die Unternehmen bei der Durchführung von Transaktionen in Japan kennen sollten. Außerdem besprechen wir Punkte, die bei der Beantragung einer Zahlung von Gebühren berücksichtigt werden sollten, einschließlich Beispielformulierungen für Rechnungen.
Worum geht es in diesem Artikel?
- Was sind Überweisungsgebühren?
- Warum zahlt der Kunde/die Kundin in der Regel Überweisungsgebühren in Japan?
- Belastungsarten für Überweisungsgebühren in Japan
- Formulierungsbeispiel für Rechnungen zur Anforderung der Zahlung von Überweisungsgebühren von Kunden/Kundinnen
- Punkte, die bei der Anforderung der Zahlung von Überweisungsgebühren von Kunden/Kundinnen zu beachten sind
- So kann Stripe Invoicing Sie unterstützen
Was sind Überweisungsgebühren?
Eine Überweisungsgebühr ist eine Zahlung, die bei Übertragungen von Geldern zwischen Konten bei einem Finanzinstitut, wie z. B. einer Bank, anfällt. Die Person, die die Übertragung vornimmt, zahlt die Überweisungsgebühren als Ausgleich für die erbrachten Übertragungsdienste an das Finanzinstitut. Bei japanischen Unternehmen ist es nicht ungewöhnlich, dass Banküberweisungen als wichtige Zahlungsmethode bei B2B-Transaktionen dienen.
Überweisungsgebühren sind nicht festgelegt oder einheitlich und können je nach folgenden Faktoren variieren:
- Vom Unternehmen genutztes Finanzinstitut
- Vom Kunden/Von der Kundin genutztes Finanzinstitut
- Überweisungsbetrag
- Übertragungsmethode (z. B. Bankschalter, Bankautomat [ATM], Geldautomat im Lebensmittelgeschäft, Online-Banking)
- Für die Überweisung verwendete Zahlungsart (z. B. Bargeld oder Bankkarte)
Einige Finanzinstitute verzichten bei Übertragungen innerhalb des gleichen Instituts oder zwischen Filialen auf Überweisungsgebühren. In einigen Fällen fallen für eine bestimmte Anzahl von Übertragungen pro Monat keine Gebühren an.
Warum zahlt der Kunde/die Kundin in der Regel Überweisungsgebühren in Japan?
Mit Ausnahme der oben genannten Fälle erheben Finanzinstitute für jede Transaktion Überweisungsgebühren. Die Überweisungsgebühr muss entweder vom Unternehmen oder vom Kunden/von der Kundin gezahlt werden.
In der Regel ist die Partei, die für die Zahlung von Überweisungsgebühren verantwortlich ist, die Partei, die die Zahlung leistet – d. h. der Kunde/die Kundin. Nach dem japanischen Zivilgesetzbuch legen die Artikel 484 und 485 den „Grundsatz der Zahlung am Ort des Gläubigers“ fest. Einfach ausgedrückt ist, sofern vertraglich nicht im Voraus anders vereinbart, damit festgelegt, dass die Partei, die die Zahlung leistet, auch die Überweisungsgebühr zahlen muss. Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zur allgemeinen Orientierung. Für spezifische Details empfehlen wir, einen Rechtsanwalt/eine Rechtsanwältin zu konsultieren.
Vereinbaren Kunde/Kundin und Unternehmen jedoch vertragliche Konditionen, können diese ausgehandelten Konditionen Vorrang haben. Um Streitigkeiten aufgrund unklarer Verantwortlichkeiten für Überweisungsgebühren zu vermeiden, sollten Unternehmen daher im Voraus Vereinbarungen treffen und diese Details in ihren Verträgen klar und deutlich schriftlich festlegen.
Belastungsarten für Überweisungsgebühren in Japan
Überweisungsgebühren lassen sich in zwei Kategorien einteilen, je nachdem, wer die Kosten trägt: „unsere Last“ (d. h. die Kosten des Kunden/der Kundin) und „die Last der anderen Partei“ (d. h. die Kosten des Unternehmen).
Ein wichtiger Punkt ist, dass „unsere“ sich auf den Kunden/die Kundin (d. h. die Partei, die die Gelder überweist) bezieht, während „die andere Partei“ sich auf das Unternehmen (d. h. die Partei, die die Gelder erhält) bezieht. Diese Formulierungen können leicht zu Missverständnissen führen. Beachten Sie daher, dass „unsere“ nicht „unser Unternehmen“ und „die andere Partei“ nicht „unser Geschäftspartner“ meint. Es ist wichtig, äußerst vorsichtig mit diesen Formulierungen umzugehen. Im Folgenden gehen wir näher auf jede von ihnen ein.
Unsere Last (des Kunden/der Kundin)
Bei Überweisungsgebühren bezieht sich „unsere“ auf die Partei, die den Zahlungsbetrag überweist. Mit anderen Worten bedeutet „unsere Last“, dass die Partei, die das Geld zahlt (d. h. der Kunde/die Kundin, der/die die Rechnung erhalten hat), die Überweisungsgebühr zahlt.
Konkret zahlt der Kunde/die Kundin den auf der Rechnung angegebenen Gesamtbetrag, einschließlich der japanischen Verbrauchssteuer (JCT) und Überweisungsgebühren. Das Unternehmen, das die Rechnung gesendet hat, erhält den auf der Rechnung angegebenen Betrag.
Beispiel
Der Rechnungsbetrag ist 150.000 ¥ und die Überweisungsgebühr 500 ¥.
- Der Kunde/die Kundin, der/die die Übertragung vornimmt, zahlt 150.500 ¥.
- Die Überweisungsgebühr in Höhe von 500 ¥ wird vom Finanzinstitut von dem oben genannten Betrag abgezogen.
- 150.000 ¥ werden an das Unternehmen überwiesen, das die Gelder erhält.
Die Last der anderen Partei (des Unternehmens)
Die „andere Partei“ ist der Empfänger/die Empfängerin der Gelder. Im Folgenden erklären wir, wie es funktioniert, wenn das Unternehmen die Überweisungsgebühr zahlt.
Mit „Last der anderen Partei“ ist gemeint, dass das Unternehmen, das die Rechnung ausstellt, die Überweisungsgebühr übernimmt. Mit anderen Worten: Der vom Finanzinstitut an das Unternehmen überwiesene Betrag ist der auf der Rechnung angegebene Gesamtbetrag einschließlich Steuern abzüglich der Überweisungsgebühr.
Beispiel
Der Rechnungsbetrag ist 150.000 ¥ und die Überweisungsgebühr 500 ¥.
- Der Kunde/Die Kundin überweist 150.000 ¥, den auf der Rechnung angegebenen Betrag.
- Die Überweisungsgebühr in Höhe von 500 ¥ wird vom Finanzinstitut von dem oben genannten Betrag abgezogen.
- 149.500 ¥ werden an das Unternehmen überwiesen, das die Gelder erhält.
Nach den Grundsätzen des japanischen Zivilrechts und den allgemeinen Geschäftspraktiken zahlt der Kunde/die Kundin in der Regel die Überweisungsgebühren. Bei der Implementierung vom Unternehmen gezahlter Gebühren ist es äußerst wichtig, dass die Unternehmen auf ihren Rechnungen klar angeben, dass sie die Überweisungsgebühren zahlen.
Formulierungsbeispiel für Rechnungen zur Anforderung der Zahlung von Überweisungsgebühren von Kunden/Kundinnen
Sofern im Vertrag nichts anderes festgelegt ist, wird die Überweisungsgebühr von dem Kunden/der Kundin gezahlt, die/der die Übertragung vornimmt. Obwohl es üblich ist, dass der Kunde/die Kundin Überweisungsgebühren (d. h. „unsere Belastung“) zahlt, ist es dennoch ratsam, der Rechnung eine Erklärung beizufügen, aus der ausdrücklich hervorgeht, dass der Kunde/die Kundin ggf. für die Zahlung von Überweisungsgebühren verantwortlich ist. Diese Erklärung ist vorsorglich inbegriffen und gehört zum Standard.
Im Folgenden finden Sie einen Beispieltext, in dem Sie den Kunden/die Kundin zur Zahlung der Gebühren auffordern. Erstellen Sie einen Abschnitt „Anmerkungen“ auf der Rechnung und fügen Sie dort diesen Text hinzu:
Anmerkungen
- Zahlungsempfänger/in
Bank A, Filiale B (Sparkonten) 0000000 - Kontoinhaber/in
Kapitalgesellschaft ABC - Überweisungsgebühren
Bitte beachten Sie, dass Überweisungsgebühren vom Kunden/von der Kundin zu tragen sind. - Fälligkeitsdatum
31. Januar 2025
Es ist zwar wichtig, einen Vermerk mit der Aufforderung zur Zahlung von Überweisungsgebühren beizufügen, aber der Hauptzweck einer Rechnung besteht darin, als gültiges Abrechnungsdokument zu dienen. Achten Sie daher darauf, die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen in Japan, wie das Qualified Invoice System und das Gesetz zur Aufbewahrung elektronischer Bücher, in allen Details zu verstehen. Erstellen Sie unbedingt Dokumente, die die Anforderungen für qualifizierte Rechnungen in Japan erfüllen.
Punkte, die bei der Anforderung der Zahlung von Überweisungsgebühren von Kunden/Kundinnen zu beachten sind
Mit der Anzahl der Übertragungen steigt auch die Belastung durch Überweisungsgebühren. Unternehmen möchten die Zahlung von Überweisungsgebühren in der Regel vermeiden.
Im Folgenden gehen wir auf Punkte ein, die Unternehmen berücksichtigen sollten, wenn sie Kundinnen und Kunden zur Zahlung von Überweisungsgebühren auffordern. Dabei gibt es unterschiedliche Überlegungen für neue und bestehende Kundinnen und Kunden.
Für neue Kunden/Kundinnen
Bei der Durchführung der ersten Transaktion mit einem neuen Kunde/einer neuen Kundin ist es ratsam, vor Abschluss eines Vertrags eine einvernehmliche Regelung darüber festzulegen, wer Überweisungsgebühren zahlt. Auf diese Weise kann das Unternehmen eine gute Beziehung zu dem Kunden/der Kundin aufbauen, ohne dass es nach der Vertragsunterzeichnung zu Problemen kommt. Fügen Sie jeder Rechnung den Vermerk „Bitte beachten Sie, dass der Kunde/die Kundin ggf. für die Zahlung von Überweisungsgebühren verantwortlich ist“ bei.
Für bestehende Kunden/Kundinnen
Bei Transaktionen mit bestehenden Kundinnen und Kunden kann es Fälle geben, in denen das Unternehmen die Vereinbarung ändern möchte, sodass der Kunde/die Kundin die Überweisungsgebühren zahlt, auch wenn das Unternehmen sie zuvor übernommen hatte.
Sehen Sie in diesem Fall davon ab, eine allgemeine Nachricht zu senden, wie z. B. „Bitte beachten Sie, dass der Kunde/die Kundin ggf. für die Zahlung von Überweisungsgebühren verantwortlich ist.“ Wenn Sie Änderungen plötzlich ohne vorherige Ankündigung oder Rücksprache umsetzen, kann dies das Vertrauen des Kunden/der Kundin schädigen.
Wenn ein Unternehmen ändern möchte, wer die Überweisungsgebühren zahlt, ist es vielmehr ratsam, dass beide Parteien die Angelegenheit direkt besprechen, anstatt sich auf eine schriftliche Kommunikation zu verlassen. Wenn der Kunde/die Kundin die Änderungen ablehnt, ist es auch wichtig, Kompromissbereitschaft zu zeigen. Das Unternehmen sollte Rücksicht auf den Kunden/die Kundin nehmen und versuchen, einen langjährigen Kunden/eine langjährige Kundin nicht aufgrund von ein paar hundert Yen zu verlieren.
Wenn sich der Kunde/die Kundin bereit erklärt, die Überweisungsgebühr zu übernehmen, ist es ratsam, der Rechnung einen Vermerk hinzuzufügen, in dem steht: „Bitte beachten Sie, dass der Kunde/die Kundin ggf. für die Zahlung von Überweisungsgebühren verantwortlich ist.“ Dies kann dazu beitragen, dass der Kunde/die Kundin mit Sicherheit weiß, woran er/sie ist.
Bei der Ausstellung von Rechnungen kann die Verwendung eines automatisierten Rechnungserstellungssystems mit hoher Anpassungsflexibilität den Zeit- und Arbeitsaufwand erheblich reduzieren. Dies kann es Unternehmen auch ermöglichen, Aufgaben der Rechnungsstellung effizienter zu erledigen. Um die Effizienz im Backoffice umfassend zu verbessern, können Unternehmen auch die Einführung eines umfassenden Buchhaltungssystems in Betracht ziehen, das von einem Zahlungsdienstleister in Japan angeboten wird.
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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.