Im Jahr 2024 wurden in den Niederlanden 2,37 Milliarden Zahlungen per Lastschrift getätigt. Für viele niederländische Verbraucher/innen ist das Lastschriftverfahren die Standard-Zahlungsmethode für wiederkehrende Abbuchungen. Zahlungen wie Miete, Versicherungen, Mitgliedschaften im Fitnessstudio und Abonnements von Streaming-Diensten laufen oft über automatische incasso, den niederländischen Begriff für das Lastschriftverfahren. Ein Unternehmen, das in den Niederlanden verkauft und das Lastschriftverfahren nicht anbietet, lässt eine der einfachsten Zahlungsmethoden für wiederkehrende Käufe ungenutzt.
Im Folgenden erläutern wir die Bedeutung des Lastschriftverfahrens in den Niederlanden, das dahinterstehende Rahmenwerk der Single Euro Payments Area (SEPA) und die Unterschiede zwischen dem Einzug von Verbraucherinnen/Verbrauchern und dem Einzug von anderen Unternehmen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Die SEPA-Lastschrift funktioniert durch ein Mandat, das ein Unternehmen autorisiert, Gelder nach einem Zeitplan per Pull-Methode einzuziehen, anstatt darauf zu warten, dass der Kunde/die Kundin jedes Mal eine Zahlung per Push-Methode sendet.
Das Verfahren für Verbraucher/innen räumt Zahlenden ein Zeitfenster ein, in dem sie eine Abbuchung aus einem beliebigen Grund stornieren können, während SEPA-B2B-Mandate nicht das gleiche Recht auf Rückerstattung beinhalten.
Die SEPA-Lastschrift eignet sich für wiederkehrende, vorhersehbare Abrechnungen besser als für einmalige Käufe.
Was ist ein Lastschriftverfahren?
Ein Lastschriftverfahren ist eine Anweisung eines Kunden/einer Kundin an seine/ihre Bank, die es einem Unternehmen ermöglicht, Gelder direkt vom Konto des Kunden/der Kundin per Pull-Methode einzuziehen, anstatt darauf zu warten, dass der Kunde/die Kundin jedes Mal eine Zahlung per Push-Methode sendet. SEPA ist das Standardrahmenwerk für das Lastschriftverfahren in den Niederlanden und im restlichen Europa. Bei wiederkehrenden Lastschriftverfahren erteilt der Kunde/die Kundin seine/ihre Zustimmung durch ein Mandat. Hierbei handelt es sich um eine dauerhafte Autorisierung, die dem Unternehmen die Erlaubnis erteilt, eine Zahlung oder eine Reihe von Zahlungen zu vereinbarten Terminen einzuziehen.
Welche Vorteile bietet das Lastschriftverfahren für niederländische Unternehmen?
Lastschriftmandate bieten Unternehmen mehrere Vorteile. Dazu gehören:
Weniger fehlgeschlagene Verlängerungszahlungen: Da das Mandat den fortlaufenden Einzug autorisiert, sind Sie nicht darauf angewiesen, dass ein Kunde/eine Kundin jedes Mal daran denkt, eine abgelaufene Karte zu aktualisieren oder eine Banküberweisung zu tätigen. Dadurch kann die Ausfallrate bei Abonnementverlängerungen gesenkt werden.
Geringere Kosten pro Transaktion: Die SEPA-Lastschrift erfolgt von Bank zu Bank und nicht über Kartennetzwerke. Dies bedeutet in der Regel niedrigere Abwicklungskosten als bei Karten, ein Unterschied, der sich bei einer großen Anzahl von wiederkehrenden Abrechnungen schnell summiert.
Eine Zahlungsmethode, der Kundinnen und Kunden für wiederkehrende Abbuchungen bereits vertrauen: Verbraucher/innen in den Niederlanden sind bereits mit dem Lastschriftverfahren vertraut. Ein Abonnementunternehmen, das nur iDEAL | Wero und kein Lastschriftverfahren anbietet, verlangt von niederländischen Verbraucherinnen und Verbrauchern, eine wiederkehrende Abbuchung über eine Methode abzuwickeln, die für einmalige Käufe gedacht ist.
Besser planbarer Cashflow: Sie steuern das Datum für den Einzug im Rahmen der Mandatskonditionen. Das bedeutet, dass Sie Ihre Abrechnungszyklen an Ihre eigene Finanzplanung anpassen können, anstatt auf einmalige, von den Kundinnen und Kunden initiierte Zahlungen ohne festen Zeitplan zu warten.
Wie funktioniert das Lastschriftverfahren durch SEPA in den Niederlanden?
Das SEPA-Lastschriftverfahren unterliegt einem standardisierten Regelwerk des Europäischen Zahlungsverkehrsausschusses. Der Ablauf funktioniert immer gleich, unabhängig davon, wo sich die Bank der Kundinnen und Kunden befindet.
Vom Mandat bis zu den abgewickelten Geldern bedarf es vier Schritte:
Kunde/Kundin autorisiert ein Mandat: Dies kann über einen Online-Bezahlvorgang oder, in selteneren Fällen, in Papierform geschehen. Das Mandat erfasst die International Bank Account Number (IBAN) des Kunden/der Kundin, Ihre Gläubiger-Identifikationsnummer sowie die Information, ob die Autorisierung eine einmalige Zahlung oder eine wiederkehrende Serie abdeckt.
Sie reichen eine Anfrage für den Einzug ein: Ihre Bank benötigt diese vor dem geplanten Datum der Abbuchung, weshalb sich das Lastschriftverfahren nicht für Einkäufe mit sofortiger Bestätigung eignet, wie es bei Karten der Fall ist.
Die Bank der Kundinnen und Kunden verarbeitet die Abbuchung: Gelder landen typischerweise innerhalb von zwei Werktagen für Business-to-Consumer (B2C)-Transaktionen im Rahmen des Standardverfahrens, genannt SEPA Core Direct Debit (SDD Core), auf Ihrem Konto.
Kunde/Kundin kann die Transaktion stornieren: SDD Core gewährt Verbraucherinnen und Verbrauchern ein Zeitfenster von acht Wochen ab dem Abbuchungsdatum, um eine bedingungslose Rückerstattung zu beantragen, und bis zu dreizehn Monate, falls sich die Abbuchung als nicht autorisiert herausstellt.
Was ist der Unterschied zwischen Lastschriftverfahren für Verbraucher/innen und Unternehmen?
Die SEPA-Lastschrift ist in zwei verschiedene Verfahren unterteilt. Diese Verfahren wirken sich darauf aus, welche Rechte der Zahlende hat und welches Risiko Sie als das Unternehmen, das die Zahlung einzieht, tragen.
SDD Core
SDD Core ist das Verfahren für Verbraucher/innen. Es beinhaltet das zuvor erwähnte achtwöchige bedingungslose Recht auf Rückerstattung. Ein Kunde/eine Kundin kann also eine Core-Abbuchung bei seiner/ihrer Bank innerhalb dieses Zeitfensters aus beliebigem Grund stornieren, ohne dass eine Erklärung erforderlich ist. Banken sind verpflichtet, Core zu unterstützen, sodass praktisch jedes Privatkundenkonto in den Niederlanden darüber abgebucht werden kann, ohne dass vonseiten der Kundinnen und Kunden zusätzliche Einrichtungen erforderlich sind.
SEPA-Lastschrift Business-to-Business/B2B (SDD B2B)
B2B-Mandate funktionieren anders. Bei B2B-Mandaten gibt es kein gesetzliches Recht auf Rückerstattung für autorisierte Zahlungen. Nach dem Einzug ist die Zahlung endgültig, es sei denn, es liegt ein echter Streitfall über eine nicht autorisierte oder fehlerhafte Transaktion vor.
Auswahl zwischen Core und B2B
Die Wahl hängt in der Regel davon ab, wer zahlt. Wenn Sie von einzelnen Verbraucherinnen und Verbrauchern einziehen, wie etwa bei Abonnentinnen/Abonnenten und Versicherungsnehmerinnen/-nehmern, bedeutet dies, dass Sie Core verwenden. Verbraucher/innen können keine B2B-Mandate nutzen. Wenn Sie wiederkehrende B2B-Zahlungen einziehen, beispielsweise für Software-as-a-Service (SaaS)-Abonnements, die an Unternehmen verkauft werden, sind B2B-Mandate eine Überlegung wert, da sie Ihr Risiko für verspätete Anfragen zur Rückerstattung verringern. Das funktioniert jedoch nur bei Kundinnen und Kunden, deren Banken die B2B-Abbuchung für deren Konten tatsächlich aktiviert haben, was im niederländischen Firmenkundengeschäft nicht allgemein der Fall ist.
Was benötigen Sie, um das Lastschriftverfahren zu nutzen?
Unternehmen, die den Einzug per SEPA-Lastschrift einrichten möchten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:
Gläubiger-Identifikationsnummer: In den Niederlanden identifiziert diese eindeutige Nummer Ihr Unternehmen als berechtigt, Einzüge per SEPA-Lastschriftverfahren einzuleiten. Ohne sie können Sie keine Anfragen für den Einzug in eigenem Namen einreichen.
Prozess zur Einholung des Mandats: Dies kann ein unterschriebenes Papierformular, ein Online-Bezahlvorgang mit einem expliziten Kontrollkästchen zur Autorisierung oder ein auf einer Schnittstelle (API) basierender Schritt zur Erstellung des Mandats sein. Unabhängig vom Format muss es die IBAN des Kunden/der Kundin sowie die Information erfassen, ob die Autorisierung eine einmalige Zahlung oder wiederkehrende Einzüge abdeckt.
Geschäftskonto, das Zahlungsabwicklungen per SEPA-Lastschrift empfangen kann: Je nach Einrichtung benötigen Sie auch eine Geschäftsbeziehung zu einer Acquiring-Bank oder einem Zahlungsdienstleister, die bzw. der Dateien für den Einzug nach Ihrem Zeitplan an das SEPA-Netzwerk übermitteln kann.
Dunning- und Wiederholungslogik, die für den Zeitplan des Lastschriftverfahrens entwickelt wurde: Eine fehlgeschlagene oder stornierte Abbuchung wird Tage später als eine abgelehnte Karte angezeigt. Ihre Abonnementverwaltung muss mit dieser Verzögerung umgehen können, ohne den Service vorzeitig einzustellen oder fehlerhafte Ablehnungen anzuhäufen.
Wie entscheiden Sie, ob das Lastschriftverfahren für Ihr Unternehmen geeignet ist?
Die Antwort hängt von Ihrem Abrechnungsverhalten und davon ab, wie schnell die Gelder abgewickelt werden müssen. Folgendes sollten Sie beachten:
Sind Ihre Abbuchungen wiederkehrend und vorhersehbar? Abonnements, Mitgliedschaften und Ratenzahlungspläne passen auf natürliche Weise zum Lastschriftverfahren. Das Mandat baut auf einer dauerhaften Autorisierung anstatt auf einer einmaligen Absicht auf.
Benötigen Sie eine Abrechnung am selben Tag oder sofort? Das Clearingfenster des Lastschriftverfahrens von ein bis zwei Tagen über Core macht es ungeeignet für Zahlungen, die eine sofortige Bestätigung erfordern.
Stellen Sie Verbraucherinnen/Verbrauchern, Unternehmen oder beiden Rechnungen aus? Davon hängt ab, ob Sie mit dem Rückerstattungsrisiko von Core, den strengeren Teilnahmebedingungen im B2B-Bereich oder einer Mischung aus beidem arbeiten, je nach Kundenstamm.
Die praktischste Lösung besteht in der Regel darin, das Lastschriftverfahren neben iDEAL | Wero und Karten anzubieten, anstatt sich für eine einzige Methode zu entscheiden. iDEAL | Wero deckt den sofortigen, einmaligen Kauf mit einer Zahlungsmethode ab, die niederländische Verbraucher/innen gewohnt sind. Sobald dieser Kunde/diese Kundin zum Abonnenten/zur Abonnentin wird, deckt das Lastschriftverfahren die wiederkehrende Beziehung ab.
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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.