Gründungszuschuss: Voraussetzungen, Herausforderungen und Alternativen für Unternehmen in Deutschland

Capital
Capital

Stripe Capital bietet schnelle und flexible Finanzierungen, damit Sie Ihren Cashflow steuern und in Ihr Wachstum investieren können.

Mehr erfahren 
  1. Einführung
  2. Was ist der Gründungszuschuss?
    1. Voraussetzungen für den Gründungszuschuss
    2. Höhe und Bezugsdauer des Gründungszuschusses
    3. Beantragung des Gründungszuschusses
  3. Wer ist vom Gründungszuschuss ausgeschlossen?
  4. Welche Nachteile hat der Gründungszuschuss?
    1. Administrativer Aufwand
    2. Zeitliche Verzögerung
    3. Begrenzte Fördermittel und -dauer
    4. Mangelnde Skalierbarkeit
    5. Eingeschränkte Zielgruppe
    6. Ablehnungsrisiko
  5. Welche Finanzierungsoptionen haben Gründer/innen in Deutschland?
    1. Eigenkapital:
    2. Bankkredite
    3. Öffentliche Zuschüsse
    4. Investorenkapital
    5. Crowdfunding
    6. Vorfinanzierung durch Stripe Capital
  6. Welche Rolle spielt die digitale Dokumentation bei Kreditentscheidungen?

Wer in Deutschland den Schritt in die Selbstständigkeit plant und ein Unternehmen gründen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten, sein Vorhaben zu finanzieren. Eine Option ist die Beantragung eines staatlichen Gründungszuschusses.

In diesem Artikel erfahren Sie, was der Gründungszuschuss ist, wie Sie ihn beantragen können und ob diese Form der finanziellen Förderung für Sie infrage kommt. Zudem erklären wir, welche Nachteile und Herausforderungen mit dem Zuschuss verbunden sind, und stellen weitere Finanzierungsoptionen für Unternehmensgründungen in Deutschland vor.

Worum geht es in diesem Artikel?

  • Was ist der Gründungszuschuss?
  • Wer ist vom Gründungszuschuss ausgeschlossen?
  • Welche Nachteile hat der Gründungszuschuss?
  • Welche Finanzierungsoptionen haben Gründer/innen in Deutschland?
  • Welche Rolle spielt die digitale Dokumentation bei Kreditentscheidungen?

Was ist der Gründungszuschuss?

Der Gründungszuschuss ist eine finanzielle Unterstützung für Arbeitslose in Deutschland, die eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen möchten. Umgangssprachlich wird er auch Gründerzuschuss oder Existenzgründerzuschuss genannt. Er soll den Übergang von der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit erleichtern und dient der sozialen Absicherung in der Gründungsphase. Die Bundesagentur für Arbeit vergibt den Gründungszuschuss über ihre regionalen Agenturen für Arbeit, die umgangssprachlich oft als Arbeitsamt bezeichnet werden, sofern die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Voraussetzungen für den Gründungszuschuss

Gemäß § 93 SGB III vergibt die Agentur für Arbeit den Gründungszuschuss nur, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind

  • beziehen Arbeitslosengeld.
  • haben zu Beginn ihrer Selbstständigkeit noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld.
  • üben die Selbstständigkeit hauptberuflich aus und sind dadurch nicht mehr arbeitslos.
  • belegen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zur Ausübung der selbstständigen Tätigkeit.
  • weisen die Tragfähigkeit ihrer Existenzgründung mithilfe einer fachkundigen Stellungnahme nach. Eine solche Stellungnahme können beispielsweise Industrie- und Handelskammern (IHK), Handwerkskammern (HWK), Banken oder Fachverbände ausstellen. Darüber hinaus kommen auch Steuerberater/innen, Wirtschaftsprüfer/innen, Unternehmensberater/innen oder andere Einrichtungen der Existenzgründungsberatung als fachkundige Stellen infrage.

Höhe und Bezugsdauer des Gründungszuschusses

Der Gründerzuschuss wird in zwei Phasen gezahlt. In der ersten Phase erhalten Gründer/innen eine Anschubfinanzierung zur Sicherung ihres Lebensunterhalts sowie zur sozialen Absicherung. Die Arbeitsagentur zahlt sechs Monate lang das zuletzt erhaltene Arbeitslosengeld sowie zusätzlich 300 €. Damit sollen Gründer/innen die Zeit überbrücken, in der sie ihre Selbstständigkeit aufbauen.

Nach den ersten sechs Monaten können Gründer/innen einen Zuschuss für weitere neun Monate beantragen. In dieser zweiten Phase erhalten sie jedoch nur 300 € pro Monat. Das zuvor gezahlte Arbeitslosengeld entfällt.

Beantragung des Gründungszuschusses

Wenn Sie einen Gründungszuschuss beim Arbeitsamt beantragen möchten, vereinbaren Sie zunächst telefonisch oder online ein Beratungsgespräch mit Ihrer Vermittlungskraft. Diese stellt fest, ob der Gründerzuschuss für Sie infrage kommt, und teilt Ihnen mit, welche Dokumente Sie zusätzlich zum Antrag einreichen müssen.

Bereiten Sie im zweiten Schritt alle notwendigen Dokumente vor. Eine Broschüre der Arbeitsagentur gibt Ihnen einen umfassenden Überblick. Zudem finden Sie auf der Website der Arbeitsagentur ein Musteranschreiben für die fachkundige Stelle.

Anschließend füllen Sie Ihren Antrag für den Gründungszuschuss Phase 1 online aus und laden alle erforderlichen Dokumente hoch. Die Arbeitsagentur prüft Ihren Antrag und erteilt Ihnen bei positiver Entscheidung den Bewilligungsbescheid. Sie haben keinen Rechtsanspruch auf den Gründungszuschuss. Demnach kann die Arbeitsagentur Ihren Antrag auch ablehnen. Sie haben jedoch die Möglichkeit, gegen die Ablehnung innerhalb eines Monats Widerspruch einzulegen. Unter Umständen müssen Sie weitere Unterlagen einreichen, um den Gründerzuschuss doch noch zu erhalten.

Im Anschluss an die erste Phase können Sie den Gründungszuschuss für die zweite Phase beantragen.

Wer ist vom Gründungszuschuss ausgeschlossen?

Wer die oben aufgeführten Voraussetzungen nicht erfüllt, ist vom Gründungszuschuss ausgeschlossen. Folglich ist der Zuschuss keine Option für bereits bestehende Unternehmen und Gründer/innen, die keine hauptberufliche Selbstständigkeit anstreben.

Zudem wird der Gründerzuschuss nicht geleistet, wenn Ruhenstatbestände nach den §§ 156 bis 159 SGB III vorliegen (§ 93 Abs. 3 SGB III). Dazu zählen unter anderem Sperrzeiten bei einer Arbeitsaufgabe oder Eigenkündigung sowie bei Arbeitsablehnung oder einem unzureichenden Engagement bei der Arbeitssuche. Darüber hinaus ist der Gründungszuschuss ausgeschlossen, wenn die Antragsteller/innen andere Sozialleistungen wie Krankengeld, Abfindungen oder Entgeltfortzahlungen erhalten. Der Zuschuss wird nur gezahlt, wenn keine Sperr- oder Ruhenszeiten aktiv sind.

Haben Sie in den vergangenen 24 Monaten vor der Antragstellung andere Gründungsförderungen erhalten, sind Sie ebenfalls vom Gründungszuschuss ausgeschlossen (§ 93 Abs. 4 SGB III). Gleiches gilt, wenn Sie mit Vollendung des 67. Lebensjahres Anspruch auf Regelaltersrente haben (§ 93 Abs. 5 SGB III).

Welche Nachteile hat der Gründungszuschuss?

Trotz der positiven Aspekte des Gründungszuschusses gibt es auch einige Nachteile und Herausforderungen, die Gründer/innen bei der Beantragung und Nutzung des Zuschusses beachten sollten.

Administrativer Aufwand

Die Beantragung des Gründungszuschusses ist mit erheblichem bürokratischen Aufwand verbunden. Die Arbeitsagentur verlangt zahlreiche Dokumente, darunter einen Lebenslauf sowie gegebenenfalls eine Erlaubnis oder Zulassung für die jeweilige Berufsbranche. Zudem setzt sie einen umfangreichen Businessplan voraus, der unter anderem Informationen zur Finanzierung des Unternehmens beinhalten muss. Darüber hinaus müssen Gründer/innen eine fachkundige Stellungnahme einholen.

Zeitliche Verzögerung

Für Gründer/innen, die schnell auf Kapital angewiesen sind, ist der Gründungszuschuss unter Umständen nicht die beste Finanzierungsoption. Die Prüfung der Antragsunterlagen und die anschließende Ausstellung des Bewilligungsbescheids beträgt mindestens ein bis zwei Wochen, kann im Einzelfall jedoch auch länger dauern. Lehnt die Arbeitsagentur den Antrag beispielsweise aufgrund fehlender oder unvollständiger Dokumente zunächst ab, verlängert die zusätzliche Bearbeitungszeit den gesamten Prozess noch weiter.

Begrenzte Fördermittel und -dauer

Ein weiterer Nachteil des Gründungszuschusses ist die begrenzte Förderhöhe sowie die kurze Förderdauer. Die geringen Beträge sind in Verbindung mit den sechs und neun Monaten Förderdauer in der ersten und zweiten Phase nicht immer ausreichend, um das Unternehmen nachhaltig aufzubauen und den Lebensunterhalt zu sichern.

Mangelnde Skalierbarkeit

Der Gründungszuschuss ist speziell für Gründer/innen gedacht, die ein kleines Unternehmen aufbauen möchten. Für größere Vorhaben oder eine schnellere Expansion ist der Zuschuss eher ungeeignet, da er nur überschaubare Investitionen zulässt..

Eingeschränkte Zielgruppe

Ein weiterer Nachteil des Gründungszuschusses der Arbeitsagentur ist die eingeschränkte Zielgruppe. Die Förderung ist ausschließlich Arbeitslosen vorbehalten, die Arbeitslosengeld beziehen. Gründer/innen, die bereits andere Einkommensquellen haben, sind folglich nicht förderberechtigt. Gleiches gilt für Gründer/innen, die keine hauptberufliche Selbstständigkeit anstreben.

Ablehnungsrisiko

Auch wenn Gründer/innen die wesentlichen Voraussetzungen für den Gründungszuschuss erfüllen, kann die Arbeitsagentur ihren Antrag ablehnen. Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Förderung, weshalb alle Anträge nach eigenem Ermessen der Arbeitsagentur geprüft und bewilligt werden. Gründer/innen können zwar Widerspruch gegen eine Ablehnung einlegen, doch auch diese muss keinen positiven Bescheid zur Folge haben.

Welche Finanzierungsoptionen haben Gründer/innen in Deutschland?

Gründer/innen in Deutschland haben verschiedene Möglichkeiten, ihr Unternehmen zu finanzieren. Jede Option hat ihre Vor- und Nachteile, die je nach Unternehmensgröße, finanziellen Bedürfnissen und langfristigen Zielen variieren können.

Eigenkapital:

Viele Gründer/innen setzen auf eine Finanzierung mithilfe von Eigenkapital, auch als Bootstrapping bekannt. Hierbei setzen Gründer/innen ihre eigenen Ersparnisse ein oder holen sich Unterstützung von Freunden und Familie. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass keine externen Kreditgeber/innen beteiligt sind, wodurch Zinsen oder die Notwendigkeit der Rückzahlung entfällt. Wesentliche Nachteile sind das höhere persönliche Risiko sowie die begrenzten Expansionsmöglichkeiten.

Bankkredite

Wer kein Eigenkapital hat, kann sich für ein Unternehmensdarlehen an eine Bank wenden. Da Banken keine Anteile am Unternehmen erwerben, verlieren Gründer/innen keinen Einfluss in Bezug auf die Geschäftsführung oder die langfristige Ausrichtung ihres Unternehmens. Allerdings ist der Zugang zu Bankkrediten oft an eine positive Kreditgeschichte und ein überzeugendes Geschäftsmodell gebunden. Zudem müssen Gründer/innen umfangreiche Unterlagen einreichen und mit Zinsen sowie regelmäßigen Ratenzahlungen rechnen.

Öffentliche Zuschüsse

Staatliche Förderprogramme, wie von der KfW oder anderen öffentlichen Investitionsinstituten, bieten ebenfalls eine Möglichkeit zur Unternehmensfinanzierung. Diese Kredite haben in der Regel niedrige Zinssätze und längere Laufzeiten als Bankdarlehen. Der bürokratische Aufwand ist jedoch hoch, und die Bereitstellung der Mittel kann mehrere Monate dauern.

Investorenkapital

Einige Gründer/innen entscheiden sich, Kapital von externen Investoren wie Venture Capitalists oder Angel-Investorinnen und -Investoren zu suchen. In diesem Fall bestehen keine Rückzahlungspflichten. Zudem können Investorinnen und Investoren Expertise und Netzwerke einbringen. Als Gegenleistung für die Investition müssen Gründer/innen jedoch Anteile an ihrem Unternehmen abgeben. Dies kann ihre Kontrolle über die Geschäftsführung und -entwicklung einschränken. Hinzu kommt, dass die Suche nach Investorenkapital oft langwierig und aufwändig ist.

Crowdfunding

Mit Crowdfunding können Gründer/innen über spezialisierte Plattformen Gelder von einer Vielzahl von Unterstützerinnen und Unterstützern sammeln. Sie müssen dabei keine Unternehmensanteile abgeben und können die Marktakzeptanz bereits vor einer vollständigen Produkteinführung testen. Crowdfunding-Kampagnen erfordern jedoch einen erheblichen Marketingaufwand und sind nicht immer erfolgreich. Falls das Finanzierungsziel nicht erreicht wird, erhalten die Gründer/innen kein Geld.

Vorfinanzierung durch Stripe Capital

Ein innovativer Ansatz zur Unternehmensfinanzierung ist die Vorfinanzierung, bei der Gründer/innen Kapital auf Basis zukünftiger Verkäufe erhalten. Im Gegensatz zu traditionellen Bankdarlehen erfordert diese Finanzierungsform keine umfangreichen Geschäftspläne oder Sicherheiten.

Stripe Capital bietet eine umsatzbasierte Finanzierung, bei der Gründer/innen schnell Zugang zu Kapital erhalten, ohne den langwierigen Prozess von Bankkrediten oder staatlichen Zuschüssen durchlaufen zu müssen. Die Höhe des Vorschusses wird auf Grundlage der bisherigen Verkaufszahlen und der prognostizierten Umsätze berechnet. Das Besondere an dieser Finanzierungsmöglichkeit ist die flexible Rückzahlung: Statt fester monatlicher Raten zahlen Unternehmen einen Prozentsatz ihres täglichen Umsatzes zurück. Die Rückzahlungen skalieren demnach direkt mit den Einnahmen des Unternehmens – steigen die Umsätze, erhöhen sich die Rückzahlungen; sinken sie, verringern sie sich entsprechend.

Im Gegensatz zum Gründungszuschuss, der nur einer eingeschränkten Zielgruppe offensteht, ist eine Vorfinanzierung durch Stripe Capital für alle Gründer/innen in Deutschland möglich.

Welche Rolle spielt die digitale Dokumentation bei Kreditentscheidungen?

Digitale Transaktionsdaten spielen bei der Unternehmensfinanzierung eine zunehmend wichtige Rolle. Wer über gut dokumentierte Finanzdaten verfügt, hat bessere Chancen, für den Unternehmensausbau Finanzmittel zu erhalten – sei es durch Banken oder Investorinnen und Investoren.

Denn verlässliche Transaktionsdaten sind nicht nur für die tägliche Buchführung eines Unternehmens wichtig, sondern auch für Kredite und Finanzierungsangebote. Eine saubere finanzielle Historie hilft Dritten, die Bonität eines Unternehmens schnell und zuverlässig zu bewerten. Für Gründer/innen erhöht eine digitale Dokumentation daher die Wahrscheinlichkeit, neues Kapital zu erhalten. Mit den modularen Lösungen von Stripe können Sie Ihre Buchhaltung digitalisieren und automatisieren, sodass Sie unter anderem jederzeit Zugriff auf Ihre Transaktions- und Steuerdaten haben.

Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.

Weitere Artikel

  • Etwas ist schiefgegangen. Bitte versuchen Sie es noch einmal oder kontaktieren Sie den Support.

Startklar?

Erstellen Sie direkt ein Konto und beginnen Sie mit dem Akzeptieren von Zahlungen. Unser Sales-Team berät Sie gerne und gestaltet für Sie ein individuelles Angebot, das ganz auf Ihr Unternehmen abgestimmt ist.
Capital

Capital

Stripe Capital bietet schnelle und flexible Finanzierungen, damit Sie Ihren Cashflow steuern und in Ihr Wachstum investieren können.

Dokumentation zu Capital

Erfahren Sie, wie Stripe Capital Ihrem Unternehmen zu mehr Wachstum verhelfen kann.