Eine Rechnungsadresse ist die Adresse, die mit einer Karte oder Zahlungsmethode verknüpft ist. Rechnungsadressen helfen bei Autorisierungen, bei Betrugsprüfungen und der Vermeidung von Rückbuchungen in allen globalen Zahlungssystemen. Wenn Sie wissen, wie Banken und Zahlungsabwickler sie verwenden, können Sie die Genehmigungsquoten verbessern und Risiken verringern.
Im Folgenden erfahren Sie, was eine Rechnungsadresse ist, wie sie in der Zahlungsabwicklung verwendet wird und warum sie für moderne Online-Zahlungen wichtig ist.
Worum geht es in diesem Artikel?
- Was ist eine Rechnungsadresse?
- Wann ist eine Rechnungsadresse für die Zahlung erforderlich?
- Warum fragen Unternehmen nach einer Rechnungsadresse?
- Wie verringern Rechnungsadressen das Risiko bei der Zahlungsabwicklung?
- Was passiert, wenn eine Rechnungsadresse nicht mit den hinterlegten Daten übereinstimmt?
- Ist eine Rechnungsadresse identisch mit einer Versandadresse?
- So kann Stripe Billing Sie unterstützen
Was ist eine Rechnungsadresse?
Eine Rechnungsadresse ist die Adresse, die eine Bank oder ein Kartenaussteller für eine bestimmte Karte oder ein bestimmtes Konto hinterlegt hat. Sie ist in der Regel mit der Person oder dem Unternehmen verknüpft, der/dem dieses Konto gehört. Wenn jemand mit einer Karte bezahlt, ist dies die Adresse, die das Finanzinstitut zur Verifizierung verwendet.
Wann ist eine Rechnungsadresse für die Zahlung erforderlich?
Ob eine Rechnungsadresse für die Zahlung erforderlich ist, hängt von der Zahlungsmethode, dem Markt und dem Risiko ab, das ein Unternehmen eingehen möchte. Da Adressen helfen, die Identität einer zahlenden Person zu verifizieren, werden sie oft in Situationen mit höherem Risiko erfasst.
Im Folgenden finden Sie einige Transaktionen, für die häufig eine Rechnungsadresse erforderlich ist:
Online-Kartenzahlungen: Rechnungsadressen werden in der Regel bei Card-Not-Present-Transaktionen (CNP) erfasst, damit Banken eine Adressprüfung durchführen können.
Transaktionen bei Erstkunden oder Transaktionen mit höherem Risiko: Unternehmen verlangen eher eine Rechnungsadresse, wenn nur eine begrenzte Kundenhistorie vorliegt, der Transaktionswert höher ist oder das Betrugsrisiko erhöht ist. Einige Unternehmen fordern die Rechnungsadresse auch im Rahmen einer umfassenderen Strategie zur Betrugsprävention an, auch wenn dies nicht unbedingt erforderlich ist.
Wiederkehrende oder gespeicherte Kartenzahlungen: Bei wiederkehrenden Zahlungen wird die Rechnungsadresse in der Regel immer dann erfasst, wenn die Karte zum ersten Mal gespeichert wird. Auch wenn sie nicht erneut angefordert wird, bleibt die Adresse Teil des Zahlungsdatensatzes.
Rechnungs-, Steuer- und Compliance-Anforderungen: Rechnungsadressen können erforderlich sein, um korrekte Rechnungen zu erstellen, Steuerberechnungen zu unterstützen oder gesetzliche Vorschriften einzuhalten. In diesen Fällen dient die Adresse sowohl logistischen als auch rechtlichen Zwecken.
Warum fragen Unternehmen nach einer Rechnungsadresse?
Die Abfrage einer Rechnungsadresse hilft Unternehmen bei der Verifizierung von Zahlungen. So können sie zuverlässig überprüfen, ob eine Transaktion vom rechtmäßigen Inhaber/der rechtmäßigen Inhaberin der verwendeten Zahlungsmethode stammt. Die Adressinformationen können auch auf andere Weise nützlich sein.
So kann die Erfassung von Rechnungsadressen nützlich sein für Unternehmen:
Aktivierung von Adressprüfungen durch Adressbestätigungsdienste (Address Verification Services, AVS): Durch die Erfassung einer Rechnungsadresse können Unternehmen auf AVS-Prüfungen zugreifen. Diese werden in vielen CNP-Zahlungsmärkten eingesetzt. Eine Abweichung bei der AVS-Prüfung signalisiert, dass die Person, die die Zahlung vornimmt, möglicherweise nicht berechtigt ist, die Karte zu verwenden.
Eindämmung von Zahlungsbetrug: Wenn Kartennummern kompromittiert werden, fehlen oft die zugehörigen Rechnungsadressen oder sie sind fehlerhaft. Die Abfrage einer Rechnungsadresse führt dazu, dass viele Betrugsversuche fehlschlagen, selbst wenn die Kartennummer gültig ist.
Geringeres Risiko von Rückbuchungen: Da verdächtige Zahlungen gestoppt werden, bevor sie zugelassen werden, können Unternehmen durch Verifizierung der Rechnungsadresse nachgelagerte Zahlungsanfechtungen und finanzielle Verluste vermeiden.
Kennzeichnung verdächtiger Adresskombinationen: Unterschiede zwischen einer Rechnungsadresse, einer Versandadresse und dem Standort eines Kunden/einer Kundin können auf ein erhöhtes Risiko hinweisen.
Möglichkeit für flexible Risikoreaktionen: Eine fehlgeschlagene Adressprüfung kann je nach Situation unterschiedliche Aktionen auslösen. Dazu gehören die Ablehnung der Zahlung, die Anforderung zusätzlicher Authentifizierung oder das Markieren der Transaktion zur Überprüfung.
Minderung von Reibungsverlusten: Die Eingabe einer Rechnungsadresse ist für Kundinnen und Kunden in der Regel einfach und vertraut.
Unterstützung der Compliance und der Dokumentation: Zusätzlich zu AVS-Prüfungen werden häufig Rechnungsadressen für Rechnungen, Belege, Steuerdokumentation und gesetzliche Meldepflichten erfasst.
Schutz von Kundinnen und Kunden: Die Verhinderung unbefugter Zahlungen begrenzt die Auswirkungen, die Kundinnen und Kunden durch betrügerische Zahlungen haben können.
Wie verringern Rechnungsadressen das Risiko bei der Zahlungsabwicklung?
Bei AVS-Prüfungen dient eine Rechnungsadresse als Verifizierungssignal, das zwischen dem Unternehmen, dem Abwickler und der Bank des Kunden/der Kundin ausgetauscht wird. Während des Zahlungsprozesses können alle Beteiligten sicherstellen, dass die Transaktion wie erwartet abläuft.
AVS-Prüfungen sind in vielen Märkten üblich, unter anderem in den Vereinigten Staaten, Kanada und dem Vereinigten Königreich.
Wenn der Workflow angewendet wird, umfasst er die folgenden Schritte:
Die Rechnungsadresse wird im Bezahlvorgang erfasst: Während des Bezahlvorgangs gibt der Kunde/die Kundin seine/ihre Rechnungsadresse und seine/ihre Kartenangaben ein. Die erforderlichen Informationen beschränken sich oft auf die Straße, die Hausnummer und die Postleitzahl des Kunden/der Kundin. Banken verwenden diese spezifischen Angaben zur Verifizierung und benötigen nicht die gesamte Adresse.
Die Details werden im Zahlungsablauf übermittelt: Die Rechnungsadresse wird zusammen mit der Transaktion vom Unternehmen an den Zahlungsabwickler übermittelt. Sie wird über das Kartennetzwerk an die ausstellende Bank weitergeleitet.
Der Aussteller verifiziert die Adresse: Die ausstellende Bank verwendet ein Verifizierungssystem, um die übermittelte Adresse mit der bei ihr hinterlegten Adresse abzugleichen. Der Aussteller antwortet mit einem Ergebnis (z. B. vollständige Übereinstimmung, teilweise Übereinstimmung, keine Übereinstimmung oder nicht verfügbar) und autorisiert die Zahlung oder lehnt sie ab.
Das Unternehmen bewertet die Transaktion: Das Unternehmen erhält sowohl die Autorisierungsentscheidung als auch das Ergebnis der Adressprüfung vom Aussteller. Es bewertet diese Informationen auf Grundlage der festgelegten Risikoregeln und kann die Zahlung akzeptieren, blockieren oder zur Prüfung markieren. Für die endgültige Entscheidung werden sowohl das Ergebnis der Adressübereinstimmung als auch andere Signale wie Kartenprüfnummern, Transaktionskontext und Verhalten in der Vergangenheit berücksichtigt.
Zahlungsplattformen handhaben dies automatisch: Wenn Daten zu Rechnungsadressen bereitgestellt werden, können Zahlungsdienstleister diese standardmäßig zur Verifizierung übermitteln und die Ergebnisse in der Zahlungsantwort zurückgeben. So können Unternehmen eine konsistente Risikologik anwenden.
Was passiert, wenn eine Rechnungsadresse nicht mit den hinterlegten Daten übereinstimmt?
Eine Nichtübereinstimmung bei der Rechnungsadresse führt zu Unsicherheit bei der Zahlungsentscheidung. Die folgenden Schritte hängen davon ab, wie die ausstellende Bank reagiert und wie das Unternehmen mit diesem Signal umgeht.
Folgende Optionen gibt es:
Der Aussteller lehnt die Zahlung ab: Wenn die Transaktionsadresse nicht mit der bei der Bank hinterlegten Adresse übereinstimmt, kann der Aussteller die Transaktion direkt ablehnen.
Der Kunde/die Kundin wird aufgefordert, die Adresse zu korrigieren: Tippfehler, unterschiedliche Formate und veraltete Adressinformationen führen oft zu Nichtübereinstimmungen. Kundinnen und Kunden können diese in einem zweiten Versuch beheben.
Das Unternehmen wendet seine eigenen Risikoregeln an: Unternehmen können entscheiden, wie sie auf eine Nichtübereinstimmung reagieren. Einige entscheiden sich dafür, alle Nichtübereinstimmungen zu blockieren, während andere sie unter bestimmten Bedingungen zulassen (z. B. eine falsche Postleitzahl) oder sie anhand der Höhe der Zahlung begrenzen. Andere lassen sie bei wiederkehrenden Nutzern/Nutzerinnen zu.
Der Aussteller oder das Unternehmen führt eine zusätzliche Authentifizierung durch: Eine Nichtübereinstimmung kann das wahrgenommene Risiko einer Transaktion erhöhen und zusätzliche Verifizierungsschritte veranlassen. Dazu gehören womöglich eine mehrstufige Authentifizierung oder eine manuelle Prüfung.
Die Verwendung von Rechnungsadressen für die Verifizierung birgt einige Risiken. Adressabweichungen bedeuten nicht zwangsläufig Betrug – Kundinnen und Kunden sind womöglich vor Kurzem umgezogen, verwenden verschiedene Adressen oder haben veraltete Informationen bei ihrer Bank hinterlegt. Das bedeutet, dass legitime Zahlungen beeinträchtigt sein können. Wenn Zahlungen von legitimen Kundinnen und Kunden zu oft abgelehnt werden, riskieren Unternehmen Umsatzeinbußen. Zu strenge Adressregeln können den Prozess so stark verlangsamen, dass der Nutzen der Betrugsprävention dadurch wieder aufgehoben wird.
Ist eine Rechnungsadresse identisch mit einer Versandadresse?
Rechnungs- und Versandadressen sehen auf einer Bezahlseite oft ähnlich aus, erfüllen jedoch sehr unterschiedliche Zwecke. Eine Rechnungsadresse wird verwendet, um die Zahlungsmethode eines Kunden/einer Kundin beim Kartenaussteller zu verifizieren, während eine Versandadresse verwendet wird, um physische Waren an den Kunden/die Kundin zu liefern. Kundinnen und Kunden lassen Bestellungen häufig an andere Orte als ihre Rechnungsadresse liefern, z. B. an den Arbeitsplatz, Empfänger/innen von Geschenken oder vorübergehende Aufenthaltsorte. Deshalb kann es erforderlich sein, eine separate Versandadresse anzugeben.
Gut gestaltete Bezahlprozesse kennzeichnen Rechnungs- und Lieferfelder deutlich, damit die Kundinnen und Kunden verstehen, welche Adresse für die Zahlung verwendet wird und welche für die Zustellung. Wenn Sie beides verwechseln, kann dies zu Zahlungs- bzw. Lieferproblemen oder unnötigem Betrugsrisiko führen.
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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.