Zahlungsrisikomanagement: Wichtige Komponenten und Best Practices

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  1. Einführung
  2. Was sind übliche Zahlungsrisiken bei digitalen Transaktionen?
    1. Betrug
    2. Rückbuchungen
    3. Technische Probleme
    4. Rechtliche Compliance
    5. Neue Bedrohungen
    6. Risiken durch Dritte
  3. Schlüsselkomponenten einer effektiven Strategie für das Zahlungsrisikomanagement
    1. Bedrohungen in Echtzeit erkennen
    2. Daten und Zugriff schützen
    3. Risiken bewerten und überwachen
  4. Technische Lösungen für das Management von Zahlungsrisiken
    1. ML und KI
    2. Datenanalyse und -visualisierung
    3. Transaktionsüberwachung und Entscheidungsfindung in Echtzeit
    4. Tokenisierung und Verschlüsselung
    5. 3D Secure 2.0
    6. Biometrische Authentifizierung
    7. Blockchain-Technologie
    8. Threat-Intelligence-Plattformen
  5. Einhaltung gesetzlicher Vorschriften rund um das Zahlungsrisikomanagement
  6. So kann Stripe Radar Sie unterstützen

Eine Strategie zum Zahlungsrisikomanagement ist ein detaillierter Plan, den Unternehmen implementieren, um potenzielle Risiken im Zusammenhang mit der Zahlungsabwicklung zu identifizieren, zu bewerten und zu mindern. Zu diesen Risiken zählen Betrug, Rückbuchungen, Datenpannen, Nichteinhaltung von Vorschriften, Betriebsausfälle und finanzielle Verluste. Das Hauptziel einer Strategie zum Zahlungsrisikomanagement besteht darin, die finanziellen Interessen und den Ruf eines Unternehmens zu schützen und gleichzeitig ein sicheres, nutzerfreundliches Zahlungserlebnis für Kundinnen und Kunden zu gewährleisten. Ein Ausfall des Zahlungssystems kann erhebliche Auswirkungen auf das Geschäft haben; Schätzungen zufolge gefährden Ausfälle beispielsweise jährlich Umsätze in Höhe von 44,4 Milliarden $ im US-Einzelhandel und -Gastgewerbe.

Im Folgenden erörtern wir die wichtigsten Komponenten einer effektiven Strategie zum Zahlungsrisikomanagement, technische Lösungen für das Zahlungsrisikomanagement sowie die Compliance-Anforderungen an das Zahlungsrisikomanagement.

Worum geht es in diesem Artikel?

  • Was sind häufige Zahlungsrisiken bei digitalen Transaktionen?
  • Wichtige Komponenten einer effektiven Strategie zum Zahlungsrisikomanagement
  • Technische Lösungen für das Zahlungsrisikomanagement
  • Regulatorische Compliance im Bereich Zahlungsrisikomanagement
  • So kann Stripe Radar Sie unterstützen

Was sind übliche Zahlungsrisiken bei digitalen Transaktionen?

Digitale Transaktionen sind schnell und bequem, bergen jedoch inhärente Risiken für Unternehmen sowie Kundinnen und Kunden. Im Folgenden finden Sie einige häufige Zahlungsrisiken bei digitalen Transaktionen. 

Betrug

Zahlungsbetrug ist das Hauptrisiko bei digitalen Transaktionen. Er kann in verschiedenen Formen auftreten, wie zum Beispiel:

  • Identitätsdiebstahl: Betrügerische Akteure stehlen persönliche Daten, um unautorisierte Käufe zu tätigen.

  • Kontoübernahme: Böswillige Akteure verschaffen sich Zugang zu Konten und veranlassen Transaktionen ohne das Wissen der Kontoinhaberinnen und Kontoinhaber.

  • Phishing-Betrug: Betrügerische Akteure bringen Opfer dazu, sensible Daten wie Passwörter und Kartenangaben preiszugeben.

  • Social Engineering: Böswillige Akteure manipulieren Einzelpersonen, um Zugang zu sensiblen Daten zu erhalten oder sie dazu zu bringen, betrügerische Transaktionen zu autorisieren.

  • Datenpannen: Hacker dringen in Systeme ein und stehlen sensible Kundendaten, einschließlich Zahlungsinformationen, um betrügerische Transaktionen durchzuführen.

  • Card-not-present-Betrug (CNP): Dies bezieht sich auf betrügerische Transaktionen, die ohne die physische Anwesenheit der Karte stattfinden. Dies kommt häufig bei Online-Käufen vor.

Rückbuchungen

Kundinnen und Kunden können Transaktionen anfechten und eine Rückbuchung anfordern. Dies kann bei Unternehmen zu finanziellen Verlusten führen und den Betriebsaufwand erhöhen, unabhängig davon, ob dies auf Betrug zurückzuführen ist (z. B. wenn Kundinnen oder Kunden eine tatsächliche Transaktion anfechten) oder auf legitime Gründe (z. B. wenn ein Produkt gekauft wurde, das nie geliefert wurde).

Technische Probleme 

Durch technische Störungen oder Systemausfälle kann die Zahlungsabwicklung unterbrochen werden, was zu Verzögerungen, unzufriedenen Kundinnen/Kunden und möglichen Umsatzeinbußen führt.

Rechtliche Compliance

Unternehmen müssen Vorschriften wie den Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) zur Datensicherheit und die überarbeitete Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) für die starke Kundenauthentifizierung (SCA) einhalten. Die Nichteinhaltung kann zu Bußgeldern und Strafen führen. Bei Nichteinhaltung der PCI-Standards können die Bußgelder beispielsweise zwischen 5.000 $–100.000 $ pro Monat liegen.

Neue Bedrohungen

Mit der Entwicklung der Technologie wachsen auch die Risiken. Neue Bedrohungen wie synthetischer Identitätsbetrug, bei dem echte und gefälschte Daten kombiniert werden, um neue fiktive Identitäten zu erstellen, sowie Deepfake-Betrug, bei dem KI eingesetzt wird, um Video- oder Audioinhalte von Nutzerinnen und Nutzern zu fälschen, tauchen auf. Diese erfordern ständige Wachsamkeit und Anpassung.

Risiken durch Dritte

Unternehmen verlassen sich häufig auf externe Zahlungsabwickler und Dienstleister, was potenzielle Risiken in Bezug auf ihre Sicherheitspraktiken und betriebliche Ausfallsicherheit mit sich bringt.

Schlüsselkomponenten einer effektiven Strategie für das Zahlungsrisikomanagement

Das Management von Zahlungsrisiken erfordert den Einsatz mehrerer miteinander verbundener Methoden. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht gängiger Methoden, die eine effektive Strategie für das Zahlungsrisikomanagement ausmachen.

Bedrohungen in Echtzeit erkennen

  • Fortschrittliche Betrugserkennung: Maschinelles Lernen (ML) und KI analysieren Transaktionsdaten. Diese Systeme sollten mit großen Datensätzen trainiert werden, um subtile, komplexe Muster betrügerischer Aktivitäten zu erkennen, die einfacheren regelbasierten Systemen entgehen könnten. Außerdem sollten sie so konzipiert sein, dass sie sich anpassen, wenn betrügerische Akteurinnen und Akteure ihre Taktiken ändern.

  • Verhaltensanalyse: Die Verhaltensanalyse verfolgt, wie Nutzerinnen und Nutzer typischerweise mit Ihren Systemen interagieren. Dies kann den Zeitpunkt oder die Häufigkeit von Transaktionen, Geräte-Fingerabdrücke und die Tippgeschwindigkeit umfassen. Jede Abweichung von erkannten Mustern kann zur weiteren Untersuchung markiert werden.

  • Echtzeit-Datenanalyse: Diese bewertet die Risikostufe jeder Transaktion auf der Grundlage aktueller und historischer Daten. Diese Systeme sollten statische Regeln (z. B. keine Transaktionen über einem bestimmten Wert) und dynamische Modelle integrieren, die sich an entstehende Muster in den Daten anpassen.

  • Externe Bedrohungsdaten: Nutzen Sie Threat-Intelligence-Feeds aus seriösen Quellen wie Datenbanken zu Sicherheitsverstößen, um über aufkommende Betrugstrends, neue Angriffsvektoren und Schwachstellen in Zahlungssystemen informiert zu bleiben. Verwenden Sie diese Informationen, um Risikomodelle und Sicherheitsmaßnahmen proaktiv anzupassen.

Daten und Zugriff schützen

  • Fortschrittliche Cybersicherheitslage: Sorgen Sie für ein hohes Maß an Cybersicherheit durch regelmäßige Sicherheitsbewertungen, Penetrationstests und Schwachstellenscans. Setzen Sie Security Information and Event Management (SIEM)-Systeme ein, um Daten aus verschiedenen Quellen zu aggregieren und zu analysieren sowie potenzielle Sicherheitsvorfälle zu erkennen.

  • Sichere Tokenisierung und Verschlüsselung: Fortschrittliche Verschlüsselungsmethoden und Tokenisierung schützen Daten im Ruhezustand und bei der Übertragung. Die Tokenisierung ersetzt vertrauliche Datenelemente durch nicht vertrauliche Äquivalente, die sicher gespeichert und verwendet werden können, ohne die Datenwerte preiszugeben.

  • Zugriffsverwaltung: Unternehmen müssen den Zugriff auf Zahlungssysteme durch starke Authentifizierungsprotokolle verwalten, damit nur autorisiertes Personal Zugriff auf vertrauliche Daten und Systeme hat.

  • Fortschrittliche Cybersicherheitsmaßnahmen: Fortschrittliche Tools zur prädiktiven Modellierung und zur Quantifizierung von Cyberrisiken veranschaulichen die potenziellen finanziellen Auswirkungen verschiedener Cyberereignisse und können als Orientierungshilfe für proaktive Cybersicherheitsinvestitionen dienen.

Risiken bewerten und überwachen

  • Quantitative Risikobewertung: Die quantitative Risikoanalyse weist verschiedenen Risikofaktoren basierend auf ihrer Wahrscheinlichkeit und den potenziellen Auswirkungen numerische Werte zu. Dies hilft bei der Priorisierung von Ressourcen und legt den Fokus auf die dringlichsten Risiken.

  • Qualitative Risikobewertung: Die qualitative Risikoanalyse berücksichtigt Faktoren wie den mit einem bestimmten Risiko verbundenen Reputationsschaden, das Potenzial für behördliche Prüfungen und die Auswirkungen auf das Vertrauen der Kundinnen und Kunden.

  • Compliance-Scans und -Audits: Compliance-Scans und -Audits stellen sicher, dass alle Zahlungssysteme den relevanten Vorschriften und Standards sowie den internen Richtlinien und Verfahren entsprechen.

  • Simulations- und Stresstests: Führen Sie Simulationen und Stresstests durch, um zu bewerten, wie Ihre Zahlungssysteme mit extremen Szenarien wie technischen Ausfällen und raffinierten Cyberangriffen umgehen würden. Diese Tests helfen dabei, potenzielle Fehlerquellen in Hardware- und Softwaresystemen zu identifizieren.

  • Regulatorische Technologie: Diese Lösungen verwalten und automatisieren die Compliance mit Finanzvorschriften in verschiedenen Gerichtsbarkeiten. Diese Lösungen können bei der Überwachung und Berichterstattung in Echtzeit helfen und so Compliance-Risiken und -Kosten senken.

  • Kollaborative Netzwerke: Branchenweite kollaborative Netzwerke tauschen Informationen über Betrugstrends und Verteidigungstaktiken aus und erstellen gemeinsame Analyseplattformen, die Zugriff auf einen breiteren Datensatz bieten können.

  • Integrierte Risikomanagement-Plattformen: Diese Plattformen bieten einen ganzheitlichen Überblick über Risiken im gesamten Unternehmen, indem sie verschiedene Risikoarten miteinander korrelieren und deren gegenseitige Abhängigkeiten bewerten.

Die folgenden Taktiken können weiterhin dabei helfen, Zahlungsrisiken zu erkennen und zu bewerten:

  • Compliance-Aktualisierungen: Bleiben Sie über die neuesten Vorschriften und Standards auf dem Laufenden, z. B. PCI DSS, Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und Anti-Geldwäsche-Gesetze (AML). Führen Sie regelmäßige Schulungen und Audits durch, um zu bestätigen, dass alle Systeme und Prozesse compliant sind.

  • Interne Datenanalyse: Untersuchen Sie historische Transaktionsdaten auf Muster, die auf Betrug hindeuten, wie etwa ungewöhnliche Transaktionsvolumina, Spitzen bei Rückbuchungen und Anomalien im Verhalten von Kundinnen und Kunden. Verwenden Sie ML-Algorithmen, um subtile Korrelationen und Trends zu identifizieren, die bei einer manuellen Überprüfung möglicherweise nicht offensichtlich sind.

  • Branchen-Benchmarking: Vergleichen Sie Ihr Risikoprofil mit Branchen-Benchmarks, um Bereiche zu identifizieren, in denen Ihr Unternehmen möglicherweise anfälliger ist.

  • Regelmäßige Risikobewertungen: Bewerten Sie Risikoprofile regelmäßig neu, um Änderungen im Geschäftsumfeld, neuen Technologien und aufkommenden Bedrohungen Rechnung zu tragen.

  • Performance-Kennzahlen: Verfolgen Sie Key Performance Indicators (KPIs) wie Betrugsraten, Rückbuchungsquoten und Raten falsch-positiver Ergebnisse, um die Wirksamkeit von Risikomanagementstrategien zu messen und Verbesserungsbereiche zu identifizieren.

  • Netzwerkanalyse: Verwenden Sie die Netzwerkanalyse, um die Beziehungen zwischen verschiedenen am Zahlungsprozess beteiligten Einheiten zu verstehen. Dies kann dabei helfen, komplexe Betrugsschemata zu identifizieren, an denen mehrere miteinander verbundene Parteien beteiligt sind, wie etwa Absprachen und Geldwäsche.

  • Threat-Intelligence-Plattformen: Nutzen Sie Threat-Intelligence-Plattformen, die Informationen über potenzielle Bedrohungen aus verschiedenen Quellen aggregieren und analysieren. Die Informationen sollten umsetzbar sein und spezifische Informationen zu Vektoren, Schwachstellen und Indikatoren für potenzielle Eindringversuche in ein Netzwerk oder Betriebssystem liefern.

Technische Lösungen für das Management von Zahlungsrisiken

Technologische Fortschritte haben die Art und Weise verändert, wie Unternehmen Zahlungsrisiken verwalten, indem sie eine Reihe hochmoderner Methoden zur Minderung potenzieller Bedrohungen bieten. Wenn Sie technische Lösungen für das Zahlungsrisikomanagement auswählen, sollten Sie die folgenden Faktoren berücksichtigen:

  • Spezifische Risiken: Identifizieren Sie die spezifischen Risiken, denen Ihr Unternehmen ausgesetzt ist. 

  • Skalierbarkeit: Wählen Sie Lösungen, die mit Ihrem Unternehmen skalieren können.

  • Integration: Wählen Sie Lösungen, die Sie problemlos in Ihre bestehenden Systeme und Prozesse integrieren können.

  • Kosteneffizienz: Werten Sie die Kosten-Nutzen-Analyse verschiedener Lösungen aus, um festzustellen, ob sie eine positive Kapitalrendite bieten.

  • Nutzererfahrung: Priorisieren Sie Lösungen, die eine nutzerfreundliche Erfahrung für Ihre Kundinnen und Kunden bieten.

Hier finden Sie eine Übersicht über einige führende technische Lösungen und wie sie das Zahlungsrisiko mindern. 

Technologie
Hauptfunktion
Wichtigste Funktion
ML und KI Betrugserkennung und Risikobewertung Analysiert Transaktionsmuster in Echtzeit; passt sich an sich entwickelnde Betrugstaktiken an
Datenanalyse und -visualisierung Mustererkennung Big-Data-Plattformen decken Betrugstrends auf; Link-Analyse stellt Beziehungen zwischen Transaktionen, Konten und Geräten dar
Transaktionsüberwachung in Echtzeit Sofortige Reaktion auf Betrug Regelbasierte und ML-Engines markieren verdächtige Aktivitäten zum Zeitpunkt der Transaktion; adaptive Authentifizierung passt den Aufwand basierend auf dem Risikoniveau an
Tokenisierung und Verschlüsselung Datenschutz Tokenisierung ersetzt Karteninhaberdaten durch nicht sensible Token; Verschlüsselung schützt Daten bei der Übertragung und im Ruhezustand; unterstützt die PCI-DSS-Compliance
3D Secure 2.0 Online-Kartenauthentifizierung Fügt eine zweite Authentifizierungsebene für Online-Transaktionen hinzu; ermöglicht eine risikobasierte Authentifizierung, bei der Daten mit Kartenausstellern geteilt werden
Biometrische Authentifizierung Identitätsüberprüfung Fingerabdruck, Gesichtserkennung und Iris-Scans reduzieren das Risiko einer Kontoübernahme
Blockchain Transaktionstransparenz Ein unveränderliches Ledger (Hauptbuch) verbessert die Rückverfolgbarkeit; Smart Contracts automatisieren Zahlungsprozesse und reduzieren das Risiko von Streitfällen
Threat-Intelligence-Plattformen Überwachung aufkommender Bedrohungen Aggregieren Echtzeitdaten zu neuen Angriffsvektoren; ermöglichen den unternehmensübergreifenden Informationsaustausch
Address Verification Service (AVS) Überprüfung der Rechnungsadresse Vergleicht Rechnungsadresse und Postleitzahl mit den hinterlegten Daten von Karteninhaberinnen und Karteninhabern, um CNP-Betrug (Card-Not-Present) zu erkennen und zu verhindern

ML und KI

  • Betrugserkennung: ML-Algorithmen können große Transaktionsdatensätze analysieren, um Muster und Anomalien zu identifizieren, die auf Betrug hinweisen. Sie können sich im Laufe der Zeit anpassen und so sich entwickelnden Betrugstaktiken einen Schritt voraus sein.

  • Risikobewertung: KI-gestützte Engines zur Risikobewertung können das Risikoniveau jeder Transaktion in Echtzeit bewerten und ermöglichen so sofortige Entscheidungsfindungen und eine adaptive Authentifizierung.

  • Tracking von Verhaltensbiometrie: ML-Algorithmen können Muster im Nutzerverhalten (z. B. Tippgeschwindigkeit, Mausbewegungen) analysieren, um Anomalien zu erkennen, die auf betrügerische Aktivitäten hinweisen könnten.

Datenanalyse und -visualisierung

  • Big-Data-Plattformen: Big-Data-Plattformen ermöglichen es Unternehmen, große Mengen an Transaktionsdaten aus verschiedenen Quellen zu sammeln, zu speichern und zu analysieren. Dies liefert wertvolle Erkenntnisse über Betrugsmuster und -trends.

  • Datenvisualisierung: Die Visualisierung von Daten durch Grafiken, Diagramme und Dashboards kann dabei helfen, Beziehungen und Muster zu identifizieren, die in Rohdaten möglicherweise nicht offensichtlich sind.

  • Link-Analyse: Die Link-Analyse erstellt visuelle Darstellungen von Beziehungen zwischen Entitäten (z. B. Transaktionen, Konten, Geräten) und deckt versteckte Verbindungen und Muster auf, die auf Betrugsringe hinweisen könnten.

Transaktionsüberwachung und Entscheidungsfindung in Echtzeit

  • Betrugserkennungssysteme in Echtzeit: Diese Systeme überwachen Transaktionen auf verdächtige Aktivitäten und nutzen regelbasierte Engines sowie ML-Modelle, um potenziellen Betrug in Echtzeit zu markieren.

  • Adaptive Authentifizierung: Lösungen für die adaptive Authentifizierung passen die erforderliche Authentifizierungsebene basierend auf dem bewerteten Risikoniveau jeder Transaktion an, wodurch der Aufwand für legitime Nutzer/innen minimiert wird, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. 

Tokenisierung und Verschlüsselung

  • Tokenisierung: Die Tokenisierung ersetzt sensible Karteninhaberdaten durch einzigartige Token, reduziert das Risiko von Datenschutzverletzungen und gewährleistet die PCI-DSS-Compliance.

  • Verschlüsselung: Die Verschlüsselung schützt Daten bei der Übertragung und im Ruhezustand und macht sie für unbefugte Dritte unlesbar.

3D Secure 2.0

  • Mehrschichtige Authentifizierung: 3D Secure 2.0 bietet eine weitere Sicherheitsebene für Online-Kartentransaktionen, indem es von Karteninhaberinnen und Karteninhabern verlangt, sich durch verschiedene Methoden (z. B. Einmalpasswörter, biometrische Authentifizierung) zu authentifizieren.

  • Risikobasierte Authentifizierung: Dieses Protokoll ermöglicht es Unternehmen, mehr Daten an Aussteller weiterzugeben, sodass diese bessere Risikobewertungen vornehmen und angemessene Authentifizierungsabfragen anwenden können.

Biometrische Authentifizierung

  • Sichere Authentifizierung: Technologien wie Fingerabdruck- oder Gesichtserkennung sowie Iris-Scans bieten eine bequeme Möglichkeit, Nutzer/innen zu authentifizieren, und reduzieren so das Risiko von Betrug und Kontoübernahmen.

Blockchain-Technologie

  • Zahlungstransparenz: Die dezentrale, unveränderliche Natur der Blockchain kann genutzt werden, um Sicherheit, Rückverfolgbarkeit und Transparenz in Zahlungssystemen zu verbessern.

  • Smart Contracts: Diese selbstausführenden Verträge können Zahlungsprozesse automatisieren und das Risiko von Fehlern und Streitfällen reduzieren.

Threat-Intelligence-Plattformen

  • Echtzeit-Bedrohungsinformationen: Threat-Intelligence-Plattformen in Echtzeit bieten aktuelle Informationen zu aufkommenden Bedrohungen, Angriffsmustern und Schwachstellen.

  • Zusammenarbeit im Bereich Cybersicherheit: Sie erleichtern den Informationsaustausch zwischen Organisationen und schaffen so eine kollektive Verteidigung gegen Cyberbedrohungen.

Einhaltung gesetzlicher Vorschriften rund um das Zahlungsrisikomanagement

Es gibt zahlreiche Gesetze und Standards, die die Praxis des Zahlungsrisikomanagements regeln und die jeweils darauf abzielen, Kundinnen und Kunden, Unternehmen und das Finanzsystem vor Betrug, Geldwäsche und anderen illegalen Aktivitäten zu schützen. Hier sind die wichtigsten rechtlichen, behördlichen und branchenspezifischen Richtlinien, die sich auf das Zahlungsrisikomanagement auswirken:

  • PCI DSS: Dieser globale Standard schreibt Sicherheitsanforderungen für Organisationen vor, die Karteninhaberdaten verarbeiten. Er soll Datenschutzverletzungen und Betrug verhindern. Compliance umfasst die sichere Speicherung, Übertragung und Verarbeitung von Kartendaten, Schwachstellenmanagement und regelmäßige Tests.

  • DSGVO: Diese EU-Verordnung schützt die Privatsphäre und personenbezogenen Daten von Personen und wirkt sich darauf aus, wie Unternehmen Kundeninformationen erfassen, speichern und verarbeiten. Compliance umfasst das Einholen der Zustimmung der Kundinnen und Kunden, die Gewährleistung der Datensicherheit und die Einräumung des Rechts für Personen, auf ihre Daten zuzugreifen und diese zu kontrollieren.

  • Digital Operational Resilience Act (DORA): Diese seit Januar 2025 geltende EU-Verordnung setzt technische Standards für die operationelle Resilienz bei Finanzunternehmen und deren wichtigen Anbietern von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) durch. Compliance umfasst strenge Risikokontrollen für Drittanbieter, Tests der digitalen Resilienz und eine schnelle Meldung von Vorfällen.

  • PSD2: Diese EU-Verordnung schützt Kundinnen und Kunden, fördert Verbesserungen und erhöht die Sicherheit auf dem Zahlungsmarkt. Sie schreibt eine starke Kundenauthentifizierung (SCA) für Online-Transaktionen, Open-Banking-Initiativen und strengere Sicherheitsanforderungen für Zahlungsdienstleister vor.

  • AML und Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung (CFT): Diese Vorschriften verlangen von Unternehmen, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um Geldwäsche und Aktivitäten zur Terrorismusfinanzierung zu verhindern. Compliance umfasst Due Diligence gegenüber Kundinnen und Kunden, Transaktionsüberwachung, Meldung verdächtiger Aktivitäten und Risikobewertung.

  • Know Your Customer (KYC) und Know Your Business (KYB): Diese Vorschriften schreiben vor, dass Unternehmen die Identitäten überprüfen und die Risikoprofile ihrer Kundinnen und Kunden sowie Geschäftspartner bewerten, um Betrug und Finanzkriminalität zu verhindern. Compliance umfasst das Erfassen und Überprüfen von Kundeninformationen, die kontinuierliche Überwachung und die Meldung verdächtiger Aktivitäten.

  • Federal Trade Commission (FTC) Act: In den USA verbietet der FTC Act unlautere oder irreführende Handlungen oder Praktiken, die den Handel beeinträchtigen. Dazu gehören betrügerische und irreführende Aktivitäten im Zusammenhang mit Zahlungen.

  • Datenschutz- und Cybersicherheitsvorschriften auf Bundesstaatsebene: Über die Bundesvorschriften hinaus setzen einzelne US-Bundesstaaten strenge Rahmenwerke für Cybersicherheit und Datenschutz durch, die sich direkt auf die Zahlungsabwicklung und den Umgang mit Kundendaten auswirken. Beispielsweise gewährt der California Consumer Privacy Act Kundinnen und Kunden weitreichende Rechte hinsichtlich der Erfassung und Speicherung personenbezogener Daten, während die Verordnung 23 NYCRR Part 500 von New York Maßnahmen wie Multi-Faktor-Authentifizierung und strenge Fristen für die Meldung von Vorfällen vorschreibt.

Um diese Gesetze und Vorschriften zu erfüllen, müssen Unternehmen in Ressourcen, Technologie und Personal investieren und häufig ihre Prozesse und Richtlinien anpassen. Während diese Kosten und betrieblichen Änderungen Schwierigkeiten bereiten können, kann Compliance auch die Sicherheit verbessern, Betrugsrisiken verringern und das Vertrauen der Kundinnen und Kunden stärken. 

So kann Stripe Radar Sie unterstützen

Stripe Radar hilft dabei, Betrug zu erkennen und Wachstum freizusetzen, indem es eine KI nutzt, die mit Daten aus dem globalen Stripe-Netzwerk trainiert wurde. Radar schützt Ihr Unternehmen während des gesamten Customer Lifecycles vor Betrug, bevor dieser Ihren Gewinn beeinträchtigt, und unterstützt Sie gleichzeitig dabei, mehr legitime Kundinnen und Kunden sowie Zahlungen zuzulassen.

Mit Radar kann Ihr Unternehmen unter anderem Folgendes umsetzen:

  • Betrugsverluste verhindern: Die KI von Radar lernt aus jährlichen Transaktionen im Wert von über 1,9 Billionen $ innerhalb des globalen Stripe-Netzwerks. Dadurch hilft sie dabei, Betrugsmuster zu erkennen und zu blockieren, die einzelne Unternehmen allein möglicherweise übersehen würden.

  • Einheitlicher Schutz vor sich wandelnden Betrugsangriffen: Radar bündelt den Schutz vor Transaktionsbetrug, Kontobetrug und Kundenmissbrauch in einer Lösung, sodass Sie einen einheitlichen Schutz vor den wichtigsten Betrugsarten erhalten.

  • Anpassung an neue Betrugsmuster: Radar passt sich kontinuierlich an veränderte Betrugsmuster an – von Missbrauch durch Erstanbieter bis hin zu agentenbasierten Transaktionen – und hilft so, Ihr Unternehmen vor neuen Bedrohungen zu schützen.

  • Kompatibilität mit Ihrer bestehenden Infrastruktur: Nutzen Sie Radar für Stripe-Zahlungen ohne erforderliche Integration oder greifen Sie über programmierbare APIs auf die Intelligenz von Radar zu, unabhängig davon, ob Sie Zahlungen über Stripe abwickeln oder nicht.

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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.

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