Jedes Unternehmen wickelt Zahlungen ab und jede Transaktion enthält Hinweise auf das Verhalten von Kundinnen und Kunden und die Umsatzleistung. Unternehmen können anhand von Zahlungsanalysen – von Autorisierungsquoten bis hin zur Kombination der Zahlungsmethoden – Muster im Kundenverhalten erkennen und diese Muster dann nutzen, um das Wachstum voranzutreiben. Die Bedeutung von Zahlungsanalysen ist deutlich geworden, da der globale Daten- und Analysesoftwaremarkt schätzungsweise im Jahr 2023 141,91 Milliarden USD wert ist und bis 2030 voraussichtlich 345,32 Milliarden USD erreichen wird.
Wenn Sie Ihre Zahlungsmetriken analysieren, können Sie besser verstehen, warum Kundinnen und Kunden Bezahlvorgänge abschließen oder abbrechen. Ebenso erkennen Sie, wo Umsatzverluste auftreten und welche Verbesserungen wahrscheinlich die Kundengewinnung und den Cashflow steigern. Viele Unternehmen nutzen Erkenntnisse aus Echtzeit-Zahlungsdaten, um Erfolgsquoten zu verbessern, Umsätze genauer zu prognostizieren und ein besseres Einkaufserlebnis für Ihre Kundschaft zu gestalten.
Im Folgenden erfahren Sie, warum Zahlungsanalysen für das Unternehmenswachstum wichtig sind und wie sie Transaktionen in umsetzbare Erkenntnisse umwandeln können.
Worum geht es in diesem Artikel?
- Was versteht man unter Zahlungsanalysen (auch im Deutschen oft „Payment Analytics“ genannt)?
- Warum sind Zahlungsanalysen für das Unternehmenswachstum wichtig?
- Welche Zahlungsmetriken sollten Unternehmen nachverfolgen?
- Welche Arten von Zahlungsanalysen gibt es?
- Wie verbessern Zahlungsanalysen die Leistung und Entscheidungsfindung?
- Wie können Unternehmen Zahlungsanalysen effektiv umsetzen?
- Was sind gängige Use Cases für Zahlungsanalysen?
- Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen bei Zahlungsanalysen?
- So kann Stripe Payments Sie unterstützen
Was versteht man unter Zahlungsanalysen (auch im Deutschen oft „Payment Analytics“ genannt)?
Unter einer Zahlungsanalyse versteht man die Erfassung und Untersuchung von Daten, die bei jeder Zahlung entstehen, die eine Kundin oder ein Kunde an Sie entrichtet. Dazu gehört, wie viel sie/er ausgibt, was sie/er kauft, wie sie/er bezahlt und ob Zahlungen erfolgreich sind oder fehlschlagen.
Wenn Sie Daten aus Ihren Systemen zum Bezahlvorgang, Point of Sale (POS) und zur Abrechnung kombinieren, erhalten Sie eine zentrale Ansicht der Geldbewegungen in Ihrem Unternehmen. Diese Ansicht zeigt Ihnen, welche Zahlungsmethoden Kundinnen und Kunden wählen, an welcher Stelle Transaktionen fehlschlagen und welche Leistung die verschiedenen Vertriebskanäle erbringen.
Zahlungsanalysen können Ihnen helfen, das Kundenverhalten zum Zeitpunkt des Kaufs zu verstehen. Diese Informationen können Sie dann nutzen, um die Betriebsabläufe zu verbessern und den Umsatz zu steigern.
Warum sind Zahlungsanalysen für das Unternehmenswachstum wichtig?
Jede Transaktion enthält Signale über Ihre Kundinnen und Kunden: wie sie kaufen, was sie kaufen und wo sie stecken bleiben. Zahlungsanalysen können diese Signale in Feedback für das Wachstum Ihres Unternehmens umwandeln. Durch die Analyse von Zahlungen können Sie Probleme wie einen starken Anstieg fehlgeschlagener Kartenzahlungen oder von Rückbuchungen oder einen neuen Kundentrend wie Digital Wallets erkennen, die Kreditkarten in bestimmten Märkten überholen.
Zahlungsanalysen können Ihrem gesamten Unternehmen helfen, Entscheidungen anhand von Ergebnissen zu treffen. Die Finanzabteilung kann den Cashflow genauer prognostizieren, Produktteams können bessere Bezahlvorgänge gestalten und das Marketingteam kann seine Werbekampagnen direkt mit erfolgreichen Zahlungen verknüpfen.
Welche Zahlungsmetriken sollten Unternehmen nachverfolgen?
Die Nachverfolgung der richtigen Metriken (Kennzahlen) zeigt, wie Geld bewegt wird, wo es Reibungspunkte gibt und was Aufmerksamkeit erfordert.
Im Folgenden finden Sie einige Metriken, die nachverfolgt werden sollten:
Transaktionsvolumen und -wert: Durch die Nachverfolgung des Volumens und des Werts von Zahlungen nach Kanal oder Markt lassen sich Wachstumstrends auf hoher Ebene erkennen und Sie können ermitteln, wann sich die Umsatzdynamik zu verschieben beginnt.
Nutzung von Zahlungsmethoden: Hier geht es darum, wie oft die Kundinnen und Kunden verschiedene Zahlungsmethoden wählen. Überwachen Sie, wie sich die Nutzung zwischen Karten, Digital Wallets und Banküberweisungen verlagert, um neue Präferenzen frühzeitig zu erkennen und Ihren Bezahlvorgang oder Ihre Preisstrategie anzupassen.
Autorisierungsquote und Anteile abgelehnter Zahlungen: Die Autorisierungsquote ist der Prozentsatz der Zahlungen, die erfolgreich genehmigt wurden, und der Anteil abgelehnter Zahlungen ist der Prozentsatz, der nicht genehmigt wird. Selbst ein kleiner Rückgang der Autorisierungsquote kann bedeuten, dass Umsatz in großem Umfang verloren geht. Die Untersuchung der Gründe für abgelehnte Zahlungen (z. B. Aussteller, Region, Authentifizierung) hilft zu ermitteln, wo genau das Problem liegt.
Rückbuchungs- und Betrugsquoten: Diese Werte beschreiben, wie viele Zahlungen rückgängig gemacht oder als betrügerisch markiert werden. Rückbuchungen können auf Verwechslungen auf Seiten der Kundschaft bzw. Unübersichtlichkeit, aber auch auf Produktprobleme oder betrügerische Aktivität(en) hinweisen. Die Verfolgung dieser Metriken hilft Ihnen, Richtlinien oder Tools zur Betrugsprävention anzupassen, bevor die Probleme größer werden.
Zahlungsbezogene Kundenbindungs- und Abwanderungsquoten: Dies ist der Prozentsatz der Abonnement-Kunden, die ihr Abonnement erfolgreich verlängern (Kundenbindungsquote) bzw. aufgrund der verknüpften Zahlungsmethode kündigen (Abwanderungsquote). Die Überwachung der Anzahl der Kündigungen aufgrund von Zahlungsproblemen gibt Ihnen die Möglichkeit zum aktiven Eingreifen. So können Sie z. B. automatische Erinnerungen an die Aktualisierung von Karten senden oder alternative Zahlungsmöglichkeiten anbieten.
Welche Arten von Zahlungsanalysen gibt es?
Manchmal nutzen Unternehmen eine Kombination aus Zahlungsanalysen, um rohe Transaktionsdaten in wertvolle Erkenntnisse zu verwandeln.
Dies sind die vier wichtigsten Arten von Zahlungsanalysen:
Beschreibende Analyse: Blickt nach hinten. Sie fasst zusammen, was geschehen ist (z. B. Umsatzsummen, durchschnittliche Bestellwerte, Erfolgsquoten von Zahlungen), um Muster in der vergangenen Leistung aufzudecken.
Diagnoseanalyse: Fragt nach dem Grund. Wenn Zahlungsablehnungen stark zunehmen oder Konversionen zurückgehen, die Kunden also den Einkauf nicht abschließen, findet diese Analyse die Ursache, z. B. Nutzererfahrung beim Bezahlvorgang, Probleme mit Ausstellern oder fehlgeschlagene Authentifizierungen.
Prädiktive Analyse: Blickt in die Zukunft. Sie verwendet vergangene Daten, um Trends zu prognostizieren, z. B. wann die Nachfrage ihren Höhepunkt erreichen wird oder welche Kundinnen und Kunden wahrscheinlich abwandern werden.
Präskriptive Analyse: Zeigt eine Vorgehensweise an. Es wird empfohlen, was als Nächstes zu tun ist, z. B. eine neue Zahlungsmethode hinzuzufügen, Risikoeinstellungen anzupassen oder sich auf das saisonale Volumen vorzubereiten.
Wie verbessern Zahlungsanalysen die Leistung und Entscheidungsfindung?
Zahlungsanalysen verbessern die Entscheidungsfindung im gesamten Unternehmen, vom Produktdesign bis zur Preisgestaltung, indem sie zeigen, was wirklich geschieht, wenn Kundinnen und Kunden bezahlen.
So können Unternehmen von Zahlungsanalysen profitieren:
Verborgene Umsatz-Lecks erkennen: Selbst eine Verbesserung der Autorisierung um 1 % kann für große Unternehmen einen jährlichen Umsatz in Millionenhöhe zurückgewinnen. Ein Unternehmen kann beispielsweise seine Akzeptanzquote steigern, indem es einfach ein technisches Problem im Zusammenhang mit einem bestimmten Kartennetzwerk ermittelt und behebt.
Prognose und Cashflow stärken: Finanzteams nutzen Daten aus Live-Zahlungen, um den Cashflow genauer zu modellieren. Echtzeitdaten helfen ihnen, Umsatzmuster zu erkennen, saisonale Schwankungen vorauszusehen und Anomalien – wie verzögerte Auszahlungen oder plötzliche Rückbuchungen – frühzeitig zu erkennen.
Kunden- und Produktentscheidungen präzisieren: Durch die Verknüpfung von Zahlungsdaten und Kundenverhalten können Teams sehen, welche Zahlungsmethoden zu Wiederholungskäufen oder höheren Bestellwerten führen.
Wie können Unternehmen Zahlungsanalysen effektiv umsetzen?
Werden Zahlungsanalysen gut umgesetzt, sprechen Sie eine deutliche Sprache, die von allen verstanden und von Daten untermauert wird. So erfahren Sie ganz genau, wie Ihr Unternehmen bezahlt wird.
Dies sind die Schritte zur Implementierung von Zahlungsanalysen.
Wählen Sie Tools, die zu Ihrer Datenreife passen
Unternehmen mit kleinen Teams oder geringer Datenreife benötigen möglicherweise Tools, die einfach bereitzustellen sind und nur minimales Data Engineering erfordern, während Unternehmen mit größeren, erfahreneren Teams oft eher in der Lage sind, aktiv einzugreifen. Wählen Sie aus, was für Ihre aktuelle Situation geeignet ist.
Integrieren jedes Zahlungskanals
Beim Einsatz unterschiedlicher Systeme sind Muster oft schwer zu erkennen. Verwenden Sie API (Anwendungs-Programmierschnittstellen) oder Datenpipelines, um Bezahlvorgangs-, Abonnement- und In-Store-Transaktionen zusammenzuführen.
Schaffung von Standards für Datenqualität
Uneinheitliche Feldbenennung (z. B. „Visa“ in einem System, „VISA Credit“ in einem anderen) kann die Autorisierungsmetriken verzerren. Richten Sie Benennungskonventionen, automatische Validierung und ein einziges Datenwörterbuch ein, um jede Metrik plattformübergreifend einheitlich zu halten.
Aufbau eines Systems mit fortlaufenden Analysen
Regen Sie Ihre Teams dazu an, regelmäßige funktionsübergreifende Überprüfungen von Zahlungsdaten durchzuführen, damit sie auf die ermittelten Fakten reagieren können. Schulen Sie Teams, die Daten in Berichten zu hinterfragen und auf Ergebnisse Maßnahmen folgen zu lassen.
Was sind gängige Use Cases für Zahlungsanalysen?
Zahlungsanalysen sind für alle Branchen relevant, und die besten Ergebnisse erzielen Sie bei der Lösung bestimmter, täglicher Herausforderungen.
Im Folgenden finden Sie spezifische Use Cases für Zahlungsanalysen:
E-Commerce: Mithilfe von Zahlungsanalysen können Sie genau ermitteln, an welcher Stelle des Bezahlvorgangs Kundinnen und Kunden den Einkauf abbrechen und bei welchen Zahlungsmethoden die Kundschaft am häufigsten den Kauf abschließt.
Einzelhandel: Analysen können Zahlungen im Geschäft und Online-Zahlungen vergleichen. Die Konsolidierung dieser Zahlungsströme deckt oft geografische oder zeitgebundene Trends auf, wie z. B. einen Anstieg abendlicher Kartenzahlungen in städtischen Gebieten oder eine höhere Nutzung der kontaktlosen Zahlung in Geschäften in der Vorstadt. Diese Trends können als Grundlage für Investitionen in Personal und Zahlungsgeräte dienen.
Abonnementgeschäfte: Die Überwachung von Verlängerungsquoten, erfolgreichen erneuten Versuchen des Zahlungseinzugs und ungewollter Abwanderung hilft oft zu erkennen, ab wann sich abgelaufene Karten oder Authentifizierungsregeln negativ auf die Kundenbindung auswirken.
B2B-Zahlungen: Sie können ermitteln, welche Kundinnen und Kunden ständig verspätet oder vorzeitig bezahlen, und dann die Cashflow-Prognosen straffen und die Konditionen für Kredite anpassen. Selbst das Erkennen einer geringfügigen Tendenz zur Zahlungsverzögerung kann zur Folge haben, dass das Betriebskapital Wochen früher zurückgewonnen werden.
Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen bei Zahlungsanalysen?
Zahlungsanalysen können Ihr Verständnis des Umsatzes Ihres Unternehmens verändern, doch bei der Umsetzung können Sie auf Herausforderungen stoßen.
Achten Sie auf diese potenziellen Probleme:
Geringe Datenqualität oder Genauigkeit: Uneinheitliche oder unvollständige Daten können zu irreführenden Schlussfolgerungen führen. Kleine Fehler, wie nicht übereinstimmende Zeitstempel oder doppelte Transaktionen, können die Erfolgsquoten verzerren.
Fragmentierte Systeme: Unternehmen verlassen sich oft auf mehrere Zahlungssysteme. Ohne einheitliche Daten ist es schwierig, sich ein Gesamtbild des Kundenverhaltens zu machen. Die Integration über APIs oder Data Warehouses löst dies, erfordert aber technische Investitionen und disziplinierte Wartung.
Komplexe Compliance- und Sicherheitsanforderungen: Zahlungsdaten sind sensible Daten, d. h. Sie müssen vertraulich behandelt werden. Ihre Verschlüsselung, Tokenisierung und Konformität mit dem Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) (einem Regelwerk im Zahlungsverkehr, das sich auf die Abwicklung von Kreditkartentransaktionen bezieht und von allen wichtigen Kreditkartenorganisationen unterstützt wird) erhöht die Komplexität. Unternehmen sollten die Zugänglichkeit für Analysen mit strengen Datenschutzstandards in Einklang bringen.
Mangel an datengestützter Entscheidungsfindung: Selbst die besten Analysetools können fehlschlagen, wenn Teams aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse keine Maßnahmen ergreifen. Entwickeln Sie Gewohnheiten rund um die Verwendung von Zahlungsdaten zur Entscheidungsfindung.
So kann Stripe Payments Sie unterstützen
Stripe Payments bietet eine einheitliche, globale Zahlungslösung, mit der jedes Unternehmen – von Start-ups bis hin zu globalen Konzernen – Zahlungen online, vor Ort und weltweit akzeptieren kann.
Mit Stripe Payments können Sie Folgendes umsetzen:
Bezahlvorgang optimieren:Schaffen Sie ein reibungsloses Kundenerlebnis und sparen Sie Tausende von Entwicklungsstunden mit vorgefertigten Zahlungs-Nutzeroberflächen, Zugang zu über 125 Zahlungsmethoden und Link, einer von Stripe entwickelten Wallet.
Neue Märkte schneller erschließen: Erreichen Sie Kundinnen und Kunden weltweit und reduzieren Sie die Komplexität und Kosten der Verwaltung mehrerer Währungen mit grenzüberschreitenden Zahlungsoptionen, die in 195 Ländern und über 135 Währungen verfügbar sind.
Online- und Vor-Ort-Zahlungen vereinheitlichen: Schaffen Sie Unified Commerce über Online- und Vor-Ort-Kanäle hinweg, um Interaktionen zu personalisieren, Treue zu belohnen und Ihren Umsatz zu steigern.
Zahlungs-Performance verbessern: Steigern Sie Ihren Umsatz mit einer Reihe anpassbarer, einfach zu konfigurierender Zahlungstools, darunter No-Code-Betrugsvorbeugung und erweiterte Funktionen zur Verbesserung der Autorisierungsquoten.
Schnelleres Wachstum dank einer flexiblen, zuverlässigen Plattform: Bauen Sie auf einer Plattform auf, die mit Ihnen mitwächst, mit einer historischen Erreichbarkeit von 99,999 % und branchenführender Zuverlässigkeit.
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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.