Was sind Zahlungsvermittler?

Leitfaden zur Zahlungsvermittlung für Plattformen und Marktplätze

  1. Einführung
  2. Was ist ein Zahlungsvermittler?
    1. Die Geschichte der Zahlungsvermittlung
  3. Umstellung auf eine interne Zahlungsabwicklung
  4. Herkömmliche Zahlungsvermittlungslösungen
  5. Erste Schritte
    1. Einrichtung von Zahlungssystemen
    2. Händler-Onboarding und Compliance-Systeme einrichten
    3. Verwaltung laufender Prozesse und Systeme
    4. Globale Expansion
    5. Anpassung an ein verändertes Umfeld
  6. Zahlungsvermittlungslösung von Stripe
  7. Ein Vergleich

Technologie hat die Zusammenarbeit von Unternehmen, Acquirern (Händlerbanken) und Kartennetzwerken grundlegend verändert. Weiter beschleunigt wurde dieser Wandel durch die Zunahme von Softwareplattformen und Online-Marktplätzen. Immer mehr dieser Unternehmen vernetzen Käufer/innen und Verkäufer/innen auf neue Arten, bieten neue Funktionalität für Zahlungen und Finanzdienstleistungen und schaffen neue Kauferlebnisse.

In diesem Leitfaden erläutern wir, was Zahlungsvermittler (im Englischen als „Payfac“ bezeichnet) sind, welche Überlegungen und Kosten mit den verschiedenen Arten von Zahlungsvermittlungslösungen verbunden sind und wie Zahlungen sich am besten in eine Plattform oder einen Marktplatz integrieren lassen.

Wenn Sie Fragen haben oder Ihr konkretes Geschäftsmodell mit Stripe besprechen möchten, kontaktieren Sie uns einfach – wir helfen Ihnen gerne weiter.

Was ist ein Zahlungsvermittler?

Viele Plattformen und Marktplätze unterstützen Händler/innen mit Online-Diensten für Unternehmen jeder Größe dabei, Zahlungen zu akzeptieren. Zahlungsfunktionen haben sich zu einem wesentlichen Bestandteil dieser Plattformen entwickelt und dienen dazu, das eigene Produkt zu differenzieren und die Kundenbindung zu steigern. Außerdem müssen Händler/innen, die eine solche Plattform verwenden, keine direkten Beziehungen zu Acquirern oder Zahlungs-Gateways mehr aufbauen.

Dies sind einige der häufigsten Arten von Plattformen und Marktplätzen:

  • E-Commerce: Plattformen wie Shopify und Squarespace, die Unternehmen und Einzelpersonen beim Online-Vertrieb physischer Waren unterstützen.
  • Invoicing: Plattformen wie Xero und FreshBooks, die Unternehmen beim Erstellen der Rechnungen für ihre Kund/innen unterstützen.
  • Fundraising: Plattformen wie Kindrid, die gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen dabei unterstützen, Kapital zu beschaffen oder Spenden zu sammeln.
  • Buchung: Plattformen wie Mindbody und FareHarbor, die die Terminplanung vereinfachen.
  • Reisen und Ticketverkauf: Marktplätze wie Airbnb, über die Einzelpersonen Unterkünfte mieten und Eintrittskarten zu Veranstaltungen kaufen können.
  • Einzelhandel: Marktplätze wie Tradesy, die Einzelpersonen das Abwickeln von Verkäufen untereinander ermöglichen.
  • On-Demand-Dienstleistungen: Diese Kategorie umfasst eine Reihe verschiedener Dienstleistungen, darunter Fahrdienste (z. B. Lyft, Uber), Lieferservices für Restaurants (z. B. Deliveroo, DoorDash) und Fachdienstleistungen (z. B. Handy).
  • Sonstige: Es kommen immer wieder neue Plattformarten hinzu – teils Hybridformen, teils völlig neue Anbieter – die Dienstleistungen in den Bereichen Online-Gesundheit, Apotheken-Lieferservices und sogar Haustiervermietung unterstützen.

Diese verschiedenen Arten von Plattformen oder Marktplätzen unterscheiden sich zwar jeweils voneinander, haben aber eines gemeinsam: Die Zahlungsabwicklung ist ein zentraler Bestandteil des Kundenerlebnisses. Dabei werden Zahlungsfunktionen zunehmend eingesetzt, um das Produktangebot und die Marke zu differenzieren, die Beziehungen zu Kund/innen zu stärken und die Transaktionen auf den Plattformen zu monetarisieren.

Im weiteren Verlauf gehen wir auf zwei verschiedene Modelle zur internen Zahlungsabwicklung ein:

  1. Herkömmliche Zahlungsvermittlungslösungen, mit denen Plattformen Kartenzahlungen in ihre Software integrieren können.
  2. Die Zahlungsvermittlungslösung von Stripe, die Plattformen eine schnellere Integration und Monetarisierung von Zahlungen sowie das Whitelabeling anderer Finanzdienstleistungen ermöglicht, darunter das Ausstellen von Karten und die Kreditvergabe.

Die Geschichte der Zahlungsvermittlung

Herkömmliche Zahlungsvermittlungslösungen gewannen Ende der 1990er Jahre zunehmend an Popularität, da sie kleinen und mittelständischen Unternehmen das Akzeptieren von Online-Zahlungen erleichterten. Ursprünglich waren die Onboarding-Anforderungen von Banken eher auf größere Unternehmen ausgerichtet, die in der Lage waren, die herkömmlichen Einrichtungsprozesse zu bewältigen, die komplex, kostspielig und zeitaufwendig waren. Diese Unternehmen mussten im Grunde Fachwissen im Bereich Zahlungen aufbauen und dabei gleichzeitig ihr Kerngeschäft und -produkt weiterentwickeln.

Das Zahlungsvermittlungsmodell entstand, um den auf Zahlungen spezialisierten Unternehmen die Möglichkeit zu geben, den Einstieg in Online-Zahlungen zu erleichtern und ihre Dienstleistungen einer größeren Vielfalt von Unternehmen anzubieten, damit diese sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren konnten.

Der Zahlungsvermittler kümmert sich um die Einrichtung und Verwaltung verschiedener Beziehungen und Systeme, die Händler/innen ansonsten separat mit den einzelnen Beteiligten aufbauen und pflegen müssten.

Umstellung auf eine interne Zahlungsabwicklung

Es gibt zwei Arten von Zahlungsvermittlungslösungen. Zum einen die herkömmlichen Zahlungsvermittlungslösungen, bei der Sie eine Partnerschaft mit einem Acquirer (bzw. einem Acquirer und einem Zahlungsvermittler) eingehen und Systeme für Abwicklung, Onboarding, Risikobewertung usw. entwickeln. Dies muss in der Regel für jedes Land einzeln gehandhabt werden, damit Sie Ihren Sekundärhändler/innen über Ihre Plattform Online-Kartenzahlungen anbieten können.

Zum anderen eine modernere Technology-First-Zahlungsvermittlungslösung, die von einem Commerce-Anbieter wie Stripe bereitgestellt wird. Mit Stripe können Sie Whitelabeling nutzen und Zahlungsfunktionen und Finanzdienstleistungen in Ihre Software integrieren. Sie haben die Kontrolle über das Zahlungserlebnis und sind dafür verantwortlich, auch das Erlebnis für Ihre Sekundärhändler/innen weiterzuentwickeln.

Stellen Sie sich die folgenden Fragen, bevor Sie sich für eine der beiden Arten von Zahlungsvermittlungslösung entscheiden:

  1. Was genau möchte ich durch die Umstellung auf eine interne Zahlungsabwicklung erreichen? Möchte ich das Kundenerlebnis verbessern oder die Beziehungen zu Kund/innen vertiefen (Mehrwert für meine Software schaffen), neue Einnahmequellen erschließen und meine Bewertung erhöhen oder eine schnellere Expansion in neue Segmente oder Regionen ermöglichen?
  2. Wie sieht meine ideale Zahlungslösung aus? Umfasst sie Online-Kartenzahlungen, persönliche Zahlungen am Point of Sale, internationale Zahlungen (z. B. iDEAL, Alipay, BECS-Lastschriftverfahren usw.) oder Zahlungen ohne Karte wie ACH oder Apple Pay? Möchte ich meinen Kund/innen darüber hinaus Finanzdienstleistungen anbieten, z. B. Kredite, Betrugsprävention und Kartenprogramme?
  3. Wie sieht mein Zeitplan aus und bin ich bereit, Investitionen in eine Zahlungslösung zu tätigen statt in mein Kerngeschäft? In welchem Umfang bin ich bereit, die Ressourcen meiner Entwicklungs-, Rechts- und Operations-Teams für mein Vorhaben abzustellen? Bin ich bereit, neue Teams aufzubauen, die sich um die Verwaltung von Zahlungen und Zahlungssystemen, das Händler-Onboarding und die Systeme zur Sicherstellung der Konformität kümmern?
  4. Wo ist mein Unternehmen tätig? Wo möchte ich aktuell Zahlungen und andere Finanzdienstleistungen anbieten? Wohin möchte ich in Zukunft expandieren?

Herkömmliche Zahlungsvermittlungslösungen

Bei Verwendung einer herkömmlichen Zahlungsvermittlungslösung eröffnen Plattformen ein Händler-Bankkonto und erhalten eine Händler-ID (MID). Damit können sie Zahlungen für eine Gruppe kleinerer Händler/innen, sogenannter Sekundärhändler/innen, anbieten und konsolidieren. Herkömmliche Zahlungsvermittler verfügen über integrierte Zahlungssysteme und registrieren ihre Master-MID bei einem Acquirer. Sekundärhändler/innen müssen dagegen ihre MIDs nicht registrieren. Ihre Transaktionen werden unter der Master-MID des Zahlungsvermittlers konsolidiert. Diese Vorgehensweise soll Sekundärhändler/innen das Leben erleichtern, weil sie die Online-Zahlungen nicht eigenständig einrichten müssen. Sie müssen also keine Beziehungen zu Acquirern, Zahlungs-Gateways und anderen Dienstleistern aufbauen und pflegen.

Aufgaben der Plattform:

  • Kontrolle des Zugangs zur Plattform: Korrekte Onboarding-Prozesse einrichten und Vertrauen in diese Prozesse aufbauen.
  • Erfüllung der KYC-, AML- und OFAC-Konformitätsanforderungen: Sicherstellen, dass Sekundärhändler/innen überprüft und verifiziert werden, sodass die Erfüllung der KYC(Know your customer)- und OFAC(US-Office of Foreign Asset Control)-Anforderungen gewährleistet ist. Die Aktivitäten von Sekundärhändler/innen im Hinblick auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im Blick halten. Bei Geschäftsaktivitäten außerhalb der USA gilt es, zahlreiche weitere Vorschriften und Konformitätsanforderungen zu beachten.
  • Prüfung der Kontoaktivität auf der Plattform: Kontrollen einführen, um risikoreiche Finanzaktivitäten kontinuierlich zu verfolgen und zu minimieren.
  • Aufrechterhaltung der PCI-Konformität: Sicherstellen, dass die Plattform Payment Card Industry(PCI)-konform ist und dass alle Sekundärhändler/innen Kundenzahlungen auf konforme Weise akzeptieren. Weitere Informationen finden Sie in unserem Leitfaden für PCI-Konformität.

Diese vier Kategorien sind überschaubar. Schwieriger jedoch ist es, eine einheitliche Beschreibung der genauen Zuständigkeitsbereiche eines Zahlungsvermittlers zu finden. Bei jedem Acquirer gibt es unterschiedliche Regeln für registrierte Zahlungsvermittler, sodass ein komplexes Geflecht aus Anforderungen zwischen Kartennetzwerken und Banken entsteht. Stellen Sie sich einen Zahlungsvermittler als eine Einheit vor, die die Beziehungen zu Kartennetzwerken, das Onboarding von Sekundärhändler/innen und die Zahlungsdienstleistungen für Händler/innen verwaltet. Der Zahlungsvermittler zahlt Gelder direkt an Sekundärhändler/innen aus.

Die meisten Anforderungen, die von Zahlungsvermittlern erfüllt werden müssen, werden von Kartennetzwerken und Acquirern verlangt. Wie streng Kartennetzwerke und Banken diese Anforderungen in Nord- und Südamerika, Europa und Asien durchsetzen, richtet sich nach der jeweiligen Region. So sind beispielsweise Visa und Visa Europe zwei unterschiedliche Organisationen mit unterschiedlichen Regeln.

Den Kartennetzwerkregeln zufolge muss ein registrierter Zahlungsvermittler folgende Aufgaben übernehmen:

– Erfüllung der Sorgfaltspflicht für alle Sekundärhändler/innen. Unterzeichnung einer Händlerakzeptanzvereinbarung im Namen des Acquirers. – Überwachung der Aktivitäten aller Sekundärhändler/innen, um die Konformität mit Netzwerkstandards zu gewährleisten. – Aufrechterhaltung der PCI-Konformität. – Ausschließliche Nutzung von Zahlungsabwicklungsgeldern zum Bezahlen von Sekundärhändler/innen.

Wenn Sekundärhändler/innen einen bestimmen Grenzwert in Bezug auf das Transaktionsvolumen überschreiten, sind sie verpflichtet, eine direkte Händlervereinbarung mit dem Acquirer einzugehen.

Erste Schritte

Bei herkömmlichen Zahlungsvermittlungslösungen sind Investitionen in die Entwicklung verschiedener Systeme für Zahlungsverarbeitung, Onboarding von Sekundärhändler/innen, Risikomanagement, Auszahlungen und Ähnliches erforderlich. Zudem müssen Plattformen fortlaufend auf einen einwandfreien Ruf achten und die Kreditanforderungen von Acquirern sowie Kartennetzwerken erfüllen.

Die Electronic Transactions Association (auch ETA genannt; ein Beratungsorgan mit Mitgliedern aus Banken, Kartennetzwerken und Zahlungsabwicklern) empfiehlt dringend die Einbeziehung von Branchenexpert/innen und Rechtsberater/innen, um die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften bezüglich Kartennetzwerken, Acquirern, Landes- und Bundesregierungen und internationalen Regulierungsbehörden (z. B. OFAC) zu gewährleisten.

Einrichtung von Zahlungssystemen

  • Einen Acquirer finden: Plattformen müssen Acquirern einen Geschäftsplan vorlegen, um eine Partnerschaft einzugehen und sich Unterstützung für die Zahlungsvermittlung für Sekundärhändler/innen zu sichern.
  • Zahlungs-Gateways integrieren: Zahlungs-Gateways bieten Sekundärhändler/innen Funktionen zur Abwicklung von Online-Zahlungen.
  • Zertifizierung nach PCI DSS Level 1 erwerben: Um die Sicherheit vertraulicher Daten zu gewährleisten, muss die Plattform gemäß PCI DSS (Payment Card Industry Data Security Standard) zertifiziert sein. Falls die Plattform auch persönliche Transaktionen unterstützt, ist zudem eine Europay-, Mastercard- und Visa-Zertifizierung (EMV oder Chip) erforderlich.
  • Händlerverwaltungssystem aufbauen: Dazu gehören Dashboards für Händler/innen, Auszahlungssysteme und Anfechtungsverwaltungssysteme zur Abwicklung von Rückbuchungen.

Händler-Onboarding und Compliance-Systeme einrichten

Erstellen Sie Risikoevaluierungsrichtlinien und -systeme, um sicherzustellen, dass nur rechtsgültige Unternehmen zum Onboarding eingeladen werden, die mit den Richtlinien von Kartennetzwerken und Acquirern konform sind. Die Systeme und Mitarbeiter/innen der Plattform müssen folgende Anforderungen erfüllen:

  • Verifizierung der Identitäten von Sekundärhändler/innen, einschließlich KYC, Inhaberstruktur und Unternehmensdetails.
  • Überprüfung der OFAC- und MATCH-Listen auf Sekundärhändler/innen, bevor diese zum Onboarding eingeladen werden; die MATCH-Liste (Member Alert to Control High-Risk Merchants) wird von Mastercard verwaltet.
  • Bewertung des finanziellen Status und Risikos der Sekundärhändler/innen, darunter Betrugs-, Kredit-, Finanz-, Konformitäts-, regulatorisches und Reputationsrisiko.

Entwickeln Sie Systeme und interne Richtlinien zur Einhaltung der Sorgfaltspflicht, um Risiken zu bewältigen und zu minimieren. Die Systeme und Mitarbeiter/innen der Plattform müssen folgende Anforderungen erfüllen:

  • Konformität mit Anti-Geldwäschevorgaben durch verbindliche Festlegung der Regeln und Anforderungen von Kartennetzwerken und Regulierungsbehörden.
  • Identifizierung verdächtiger Aktivitäten (einschließlich Anzeichen für Terrorismusfinanzierung).
  • Einreichung von Reports zu verdächtigen Aktivitäten (auch als SARs – Suspicious Activity Reports – bezeichnet) beim Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) oder beim Acquirer, im Bedarfsfall.

Nehmen Sie Registrierungen vor und beantragen Sie ggf. weitere erforderliche Lizenzen:

– Registrierung als Zahlungsvermittler bei jedem Kartennetzwerk in jedem Land. – Beantragung von Finanztransferlizenzen in allen Ländern, in denen der Zahlungsvermittler tätig ist, sofern dies für bestimmte Geldbewegungen nötig ist. – Bei Bedarf Beantragung regionaler Lizenzen. (Unter anderem werden für Brasilien, Malaysia und die EU separate Lizenzen benötigt.)

Verwaltung laufender Prozesse und Systeme

  • Onboarding und Risikobewertung aller Sekundärhändler/innen: Überprüfen Sie die Identität, das Geschäftsmodell und die Inhaberinformationen für jede/n Sekundärhändler/in. Richten Sie Zahlungsprozesse für die Sekundärhändler/innen ein.
  • Risikoüberwachung und Aktualisierung von Risikosystemen: Kommen Sie Ihrer Sorgfaltspflicht nach, überwachen Sie fortlaufend die Aktivitäten von Sekundärhändler/innen und minimieren Sie wo nötig das Risiko (z. B. durch Festlegung von Höchstgrenzen für die Verarbeitung, verzögerte Mittelfreigabe oder Rückstellungen).
  • Prävention und Unterbindung von Betrug: Beugen Sie auf der Plattform proaktiv Betrug vor und blockieren oder prüfen Sie verdächtige Transaktionen. Zu den bewährten Verfahren für die Betrugserkennung gehört u. a. der Einsatz von adaptivem maschinellem Lernen. Legen Sie bei Bedarf Kartennetzwerken die nötigen Nachweise für Rückbuchungen im Auftrag von Sekundärhändler/innen vor.
  • Auszahlung von Geldern an Sekundärhändler/innen: Sorgen Sie für die pünktliche Auszahlung der Einnahmen an Sekundärhändler/innen.
  • Reporting und Abgleich: Erstellen und verteilen Sie wo nötig jedes Jahr 1099-und anderen Steuerformulare.
  • Aufrechterhaltung der PCI DSS-Konformität: Halten Sie die Konformität der Plattform auch im Zuge der Weiterentwicklung von Datenflüssen und Kundenerlebnissen aufrecht. Bei einigen Kartennetzwerken müssen Zahlungsvermittler möglicherweise vierteljährliche oder jährliche Reports einreichen oder eine jährliche Vor-Ort-Bewertung durchlaufen, um zu bestätigen, dass weiterhin Konformität gegeben ist.
  • Erneute Registrierung als Zahlungsvermittler sowie Verlängerung von Lizenzen: Registrieren Sie sich jedes Jahr erneut als Zahlungsvermittler bei Kartennetzwerken und aktualisieren oder verlängern Sie Finanztransferlizenzen im vorgegebenen Intervall.

Globale Expansion

Wenn Sie eine internationale Plattform betreiben und Sekundärhändler/innen in anderen Regionen unterstützen, sind unter Umständen Partnerschaften mit lokalen Acquirern, Gateways und anderen Dienstleistern nötig. In der Regel ist es so, dass Plattformen lokale Systeme von Grund auf neu entwickeln, um die jeweiligen Anforderungen vor Ort zu berücksichtigen oder um Unterstützung für mehrere Regionen anzubieten.

Auch die Anforderungen von Regierungen und Aufsichtsbehörden können sich je nach Region unterscheiden. In Europa brachte das europäische Zahlungsverkehrsrecht, die sogenannte zweite Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2), wesentliche Änderungen für mehrseitige Plattformen bzw. Marktplatzunternehmen mit sich. Entsprechend können viele dieser Unternehmen sich nicht mehr darauf verlassen, dass sie wie zuvor von der Lizenzpflicht ausgenommen sind. Plattformen, die Geldbewegungen steuern, müssen eine E-Geld-Lizenz erwerben – ein Vorgang, der mehrere Monate dauern und Millionen von Euro kosten kann.

Anpassung an ein verändertes Umfeld

Die Definition des Begriffs und der Rolle des Zahlungsvermittlers sind noch nicht abschließend geklärt. So veröffentlichte beispielsweise die ETA im September 2018 einen 73-seitigen Report mit neuen RichtlinienSo veröffentlichte beispielsweise die ETA im September 2018 einen 73-seitigen Report mit neuen Richtlinien. Wer jetzt investiert, muss damit rechnen, dass im Laufe der Zeit Aktualisierungen erforderlich sind, um veränderten Vorschriften und Anforderungen Rechnung zu tragen.

Auch die Technologielandschaft entwickelt sich weiter: Berücksichtigen Sie, dass verschiedene Dienstleister und Anbieter möglicherweise Lösungen für lokale Zahlungsmethoden (wie SEPA, Alipay oder iDEAL), mehrere Währungen, mobile Zahlungen, persönliche Transaktionen, Abrechnungssysteme zur Rechnungsstellung oder Abonnementzahlungen und vieles mehr anbieten müssen.

Zeiträume und Kosten

Einrichtung von Zahlungssystemen

Beschreibung
Benötigte Mindestzeit in Monaten
Ungefähre Mindestkosten
Acquirer-Sponsoring

Erstellen Sie einen starken Business-Plan und ziehen Sie die Beauftragung eines Beraters/einer Beraterin in Betracht

Beauftragung eines Zahlungsanwalts/einer Zahlungsanwältin

3-6 Variiert je nach Acquirer (Händlerbank)
Zahlungs-Gateways Zahlungs-Gateways aushandeln, Verträge abschließen und integrieren 1-4 Je nach Gateway, üblicherweise aber eine Kombination aus festen und transaktionsbasierten Gebühren
PCI-Konformität (und EMV-Zertifizierung bei Bedarf) Validierung der Level 1 PCI DSS-Konformität (einschließlich Vor-Ort-Termin mit Auditor/in) 3-5 50.000 $–500.000 $
Händlerverwaltungssystem

Aufbau von Händler-Dashboards

Aufbau von Händlerauszahlungssystemen

Aufbau von Anfechtungsverwaltungssystemen für verschiedene Kartennetzwerke

6-12+ 600.000 $+ (mindestens 4 FTEs zu 150.000 $ pro Jahr)

Händler-Onboarding und Einrichtung von Compliance-Systemen

Beschreibung
Benötigte Mindestzeit in Monaten
Ungefähre Mindestkosten
Konformitätsprogramm

Programmierung von Kartennetzwerkanforderungen

Aufbau von Datenspeicherungs- und Datenschutzsystemen

2-8 300.000 $+ (mindestens 2 FTEs zu 150.000 $ pro Jahr)
Risikoevaluierungsrichtlinien

Integration in Systeme von ID-Verifizierungsanbietern

Aufbau von Risikobewertungssystemen

3-12 500.000 $+
Drittanbieter (optional) Drittanbietersysteme auswählen, Verträge abschließen und integrieren 3-6 50.000 $–500.000 $

Registrierungen und Lizenzerhalt

Beschreibung
Benötigte Mindestzeit in Monaten
Ungefähre Mindestkosten
Lizenzgebühren und Registrierungen bei Aufsichtsbehörden

Anfangsgebühr an Visa (5.000 $) und Mastercard (5.000 $)

Finanztransferlizenzen erforderlich, wenn Zahlungsvermittler Geldbewegungen steuern (150.000 $/Jahr für ca. 3 Jahre; Einrichtung in bis zu 50 Bundesstaaten = mindestens 450.000 $)

Internationale Lizenzen (z. B. E-Geld-Lizenz der EU) bei Bedarf

6-18

Netzwerkgebühren: 10.000 $

Lizenzen für die USA und international: 1.000.000 $+

Laufende Ausgaben

Beschreibung
Ungefähre Mindestkosten
Onboarding und Überwachung der Händler/innen

Einmalige Gebühren umfassen 1 $–2 $ für das Onboarding und die anfängliche Risikoprüfung sowie 2 $–3 $ für die Identitätsüberprüfung

Permanentes Überwachungssystem

5 $ pro Monat pro Konto
Risikoüberwachung und -minimierung

Sorgfaltspflicht und Risikomanagement für die Konformität aller Sekundärhändler/innen

Regelmäßige Aktualisierung des Risikosystems

Zur Absicherung gegen Kreditausfallrisiken Salden auf Plattformebene durchführen oder Rückstellungen für Sekundärhändler/innen einbehalten

250.000 $+ pro Jahr (1 FTE zu 150.000 $ pro Jahr und 1 Risikoanalyst zu 100.000 $ pro Jahr)
Betrugsprävention Nutzung oder Integration von Drittanbietersystemen, um Betrug zu verhindern und zu unterbinden 0,04 $–0,10 $ pro Transaktion
Rückbuchungsverwaltung Rückbuchung und Belegeinreichung abwickeln 15 $ pro Anfechtung
Auszahlungen und Verwaltung von Zahlungsströmen Sicherstellen, dass Händler/innen nach dem korrekten Zeitplan ausbezahlt werden 0,25 $ pro Transaktion
Reporting und Abgleich

1099-Formulare oder andere Steuerformulare nach Bedarf erstellen und verteilen (1099-Formulare kosten nur etwa 5 $ pro erzeugtem Formular, aber bei falscher Einreichung können bis zu 250 $ Strafgebühr anfallen)

Nach Bedarf finanzielle Abschlüsse und Finanzaudits auf Plattformebene durchführen

5 $–255 $ pro Formular

100.000 $ pro Jahr (1 Finanz-FTE)

Jährliche PCI-Validierung Jedes Jahr Level 1 PCI DSS-Konformität validieren lassen und bei jeglichen Änderungen im Zahlungsfluss im Jahresverlauf erneute Validierung 200.000 $+ pro Jahr
Erneut als Zahlungsvermittler registrieren (sowie Verlängerung anderer Lizenzen, falls erforderlich)

Erneut bei Visa und Mastercard als Zahlungsvermittler registrieren (jeweils 5.000 $ pro Jahr)

Finanztransferlizenzen alle 2 Jahre erneuern

10.000 $+ pro Jahr

Zahlungsvermittlungslösung von Stripe

Herkömmliche Zahlungsvermittlungslösungen erfordern enormen Zeitaufwand und hohe finanzielle Investitionen. Zudem ist das Umsatzpotenzial bei ihnen auf Online-Kartenzahlungen beschränkt.

Die Zahlungsvermittlungslösung von Stripe basiert auf Technologie und ist darauf ausgerichtet, Zahlungsfunktionen und andere finanzielle Dienstleistungen in die Software von Plattformen zu integrieren. Dadurch sind Plattformen in der Lage, schnell in einen neuen Markt einzutreten, die Kosten für die Einrichtung zu minimieren und das Monetarisierungspotenzial zu maximieren.

Plattformen wie Lightspeed und Shopify nutzen Stripe als Whitelabel-Lösung und zur Integration von Zahlungen. Zudem bieten sie Kund/innen Mehrwert durch Point-of-Sale-Zahlungen, Kartenausstellungsprogramme, Betrugspräventionslösungen, Abonnements und Finanzierung. Mit Stripe können Plattformen ihren Kund/innen personalisierte Zahlungserlebnisse bereitstellen und Umsatz aus zahlreichen zugehörigen Produkten und Finanzdienstleistungen generieren.

Plattformen können mit Stripe als Kern-API das beste Erlebnis für ihre Kund/innen schaffen. Dabei profitieren sie von folgenden Vorteilen:

– Vollständige Personalisierung des Benutzererlebnisses oder Nutzung vordefinierter Komponenten der Nutzeroberfläche – Festlegung von Auszahlungsintervallen – Festlegung von Preisen und Gebühren – Verwaltung komplexer Geldbewegungen – Integration und Vereinheitlichung der Finanzberichterstattung – Globale Skalierung des Unternehmens, ohne dass in jedem Markt lokale Bankkonten und Unternehmenseinheiten eingerichtet werden müssen – Bereitstellung neuer Dienstleistungen für Kund/innen, darunter Point of Sale-Zahlungen, Rechnungsstellung, Ausstellung von Zahlungskarten, Abonnements und Kredite

Ein Vergleich

Denken Sie nun zurück an die Fragen, die Sie sich vor der Entscheidung für die Umstellung auf eine interne Zahlungsabwicklung stellen sollten.

  1. Was möchten Sie durch die Umstellung auf eine interne Zahlungsabwicklung erreichen – Mehrwert für die Software, neue Umsatzströme oder eine schnellere Expansion?
  2. Wie sieht Ihre ideale Lösung aus – umfasst sie nur Online-Zahlungen oder auch zusätzliche Finanzdienstleistungen und Zahlungsmethoden?
  3. Wie sieht Ihr Zeitplan aus und sind Sie bereit, Investitionen in eine Zahlungslösung zu tätigen statt in Ihr Kerngeschäft?
  4. Wo sind Sie derzeit tätig und wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Wägen Sie nun unter Berücksichtigung Ihrer Antworten ab, wie die Zahlungsvermittlungslösung von Stripe im Vergleich zu einer herkömmlichen Zahlungsvermittlungslösung abschneidet:

– Mit Stripe können Plattformen Zahlungen schneller monetarisieren, und zwar nicht nur auf dem US-amerikanischen Markt, sondern weltweit. Bei herkömmlichen Zahlungsvermittlungslösungen kann der Einstieg mehrere Monate dauern. Noch dazu sind sie in der Regel ausschließlich auf den US-amerikanischen Markt ausgerichtet, sodass Sie beim Expandieren in neue Märkte in verschiedene andere Lösungen investieren müssten. – Verglichen mit herkömmlichen Zahlungsvermittlungslösungen sind die Einrichtungskosten und laufenden Ausgaben bei der Lösung von Stripe niedriger. – Mit Stripe können Plattformen ihr eigenes Produkt aufwerten und Umsatz aus zusätzlichen Finanzdienstleistungen generieren, z. B. Kreditvergabe, Kartenausstellungsprogramme, Point-of-Sale-Zahlungen und schnellere Auszahlungen. Durch die Integration von Finanzdienstleistungen kann der Umsatz pro Kunde/Kundin zwei- bis fünfmal höher sein als beim herkömmlichen Modell. Zudem bieten herkömmliche Zahlungsvermittlungslösungen nur Online-Kartenzahlungen.

Die Integration von Zahlungsfunktionen und Finanzdienstleistungen in eine Plattform oder einen Marktplatz ist mit vielen Vorteilen verbunden. Die Zahlungsvermittlungslösung von Stripe kann Ihnen beispielsweise helfen, Ihre Plattform auf wettbewerbsintensiven Märkten von der Konkurrenz abzugrenzen und das Erlebnis für Sekundärhändler/innen zu optimieren. Noch dazu kann sie sich als wichtiger Umsatzträger erweisen.

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