Abrechnungsdienste erstellen automatisch Rechnungen, verfolgen Zahlungen und verwalten überfällige Konten für Unternehmen. Die Nutzung dieser Dienste kann große Wirkung haben: Unternehmen, die Stripe Billing nutzen, berichten beispielsweise von einem Rückgang der manuellen Arbeit um bis zu 40 %. Ganz gleich, ob Sie ein Start-up oder Teil eines größeren Unternehmens sind, ein Abrechnungsservice kann Ihnen helfen, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, den Cashflow zu verbessern und pünktliche Zahlungen sicherzustellen.
Im Folgenden erläutern wir, wie Abrechnungsdienste funktionieren, welche Vor- und Nachteile es zu berücksichtigen gilt und wie viel Abrechnungsdienste kosten.
Worum geht es in diesem Artikel?
- Was sind Abrechnungsdienste und wie funktionieren sie?
- Welche Arten von Unternehmen profitieren von Abrechnungsdiensten?
- Was sind die Vor- und Nachteile von Abrechnungsdiensten?
- Wie viel kosten Abrechnungsdienste?
- Wie gehen Abrechnungsdienste mit überfälligen Zahlungen um?
- Welche Faktoren sollten Sie bei der Auswahl eines Abrechnungsdienstes berücksichtigen?
Was sind Abrechnungsdienste und wie funktionieren sie?
Abrechnungsdienste verwalten und verarbeiten Finanztransaktionen zwischen einem Unternehmen und seiner Kundschaft. Sie helfen Unternehmen, Zahlungen einzuziehen und Aufzeichnungen im Zusammenhang mit diesen Transaktionen zu verwalten.
Der Abrechnungsprozess beginnt in der Regel, wenn ein jemand einen Kauf tätigt. Das Unternehmen erstellt eine Rechnung mit dem fälligen Betrag, den gelieferten Artikeln oder Dienstleistungen und allen anfallenden Steuern oder Gebühren. Der Abrechnungsdienst sendet diese Rechnung elektronisch oder per Post an die Kundinnen und Kunden.
Wenn die Kundinnen und Kunden die Rechnung erhalten, müssen sie bis zu einem bestimmten Datum zahlen. Der Abrechnungsdienst verfolgt diese Zahlungen, um sicherzustellen, dass das Unternehmen sie erhält. Der Dienst kann auch Nachfassvorgänge verwalten oder Erinnerungen senden, um Zahlungen zu fördern.
In vielen Fällen sind Abrechnungsdienste automatisiert, durch Software-Systeme, die Rechnungen erstellen, Zahlungen abwickeln und in Buchhaltungssysteme integriert werden. Diese können das Potenzial für menschliche Fehler verringern und den Abrechnungszyklus beschleunigen. Einige Abrechnungsdienste wickeln auch wiederkehrende Zahlungen ab, wie z. B. Abonnements, indem sie die Kosten automatisch in regelmäßigen voreingestellten Intervallen in Rechnung stellen.
Welche Arten von Unternehmen profitieren von Abrechnungsdiensten?
Viele Unternehmen können von Abrechnungsdiensten profitieren, insbesondere solche, die regelmäßige oder komplexe Abrechnungsprozesse verwalten müssen. Zu den Unternehmenstypen, die in der Regel auf Abrechnungsdienste angewiesen sind, gehören die Folgenden:
Unternehmen mit Abonnementmodell: Unternehmen, die Abonnementdienste anbieten, wie Streamingplattformen, Zeitschriften, Anbieter von Software as a Service (SaaS), Fitnessstudios und Abo-Boxen, profitieren von automatisierten Abrechnungsdiensten. Abonnementunternehmen nutzen diese Dienste zur effizienten Abwicklung von wiederkehrenden Zahlungen und Verlängerungen und zur Verwaltung von Kundenkonten. So wird das Risiko von Fehlern bei der Abrechnung und Zahlungsabwicklung verringert.
E-Commerce und Einzelhandel: Online-Shops und physische Einzelhändler, die Produkte in großen Mengen verkaufen, profitieren von Abrechnungsdiensten für die Abwicklung von Einmalzahlungen, Rechnungen und Retouren oder Rückerstattungen. Diese Dienste erfordern häufig die Integration in Zahlungsgateways und Buchhaltungs-Software.
Freiberufler/innen und Auftragnehmer/innen: Unabhängige Auftragnehmer/innen wie Berater/innen, Designer/innen, Autorinnen/Autoren oder Entwickler/innen senden häufig Rechnungen für ihre Dienstleistungen. Abrechnungsdienste können diesen Prozess vereinfachen, indem sie die Rechnungserstellung automatisieren, Zahlungen nachverfolgen und verschiedene Zahlungsoptionen anbieten.
Bildungseinrichtungen: Abrechnungsdienste bieten Schulen, Hochschulen und Schulungszentren die Möglichkeit, Studiengebühren, Einschreibegebühren und Spenden zu verwalten. Abrechnungssysteme können einmalige oder Ratenzahlungen ermöglichen, überfällige Zahlungen verfolgen und in Studentenverwaltungssysteme integriert werden.
Professionelle Dienstleistungen: Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Buchhalter/innen und andere Dienstleister/innen benötigen Abrechnungsdienste häufig, um abrechenbare Stunden zu verfolgen, Rechnungen für erbrachte Dienstleistungen zu erstellen und Zahlungen zu verwalten. Abrechnungssysteme stellen sicher, dass alle abrechenbaren Arbeiten korrekt abgerechnet und verarbeitet werden.
Hersteller und Vertreiber: Unternehmen, die Produkte an Großhändler, Einzelhändler oder direkt an Kundschaft verkaufen, nutzen häufig Abrechnungsdienste, um große Transaktionsvolumina abzuwickeln und Zahlungen für Waren zu verfolgen, die auf Kredit oder gemäß Vertragsbedingungen geliefert werden.
Was sind die Vor- und Nachteile von Abrechnungsdiensten?
Abrechnungsdienste können Unternehmen erhebliche Vorteile bieten, sie bringen aber auch potenzielle Nachteile mit sich. Hier ist eine Aufschlüsselung der Vor- und Nachteile.
Vorteile von Abrechnungsdiensten
Effizienz und Automatisierung: Abrechnungsdienste automatisieren zeitaufwendige Aufgaben wie das Erstellen von Rechnungen, das Abwickeln von Zahlungen und das Versenden von Mahnungen für überfällige Rechnungen. Dies beschleunigt den Abrechnungszyklus und kann den administrativen Aufwand reduzieren, sodass Unternehmen sich auf den Kernbetrieb konzentrieren können.
Genauigkeit und reduziertes Fehlerrisiko: Automatisierte Abrechnungssysteme minimieren das Risiko menschlicher Fehler. Dies ist besonders für Unternehmen von Vorteil, die große Transaktionsvolumina abwickeln oder komplexe Abrechnungsstrukturen haben. Automatisierte Berechnungen, z. B. für Steuern und Rabatte, sorgen für genaue und konsistente Rechnungen.
Verbesserter Cashflow: Rechtzeitige, genaue Rechnungsstellung und automatische Erinnerungen an überfällige Zahlungen können Unternehmen dabei helfen, Zahlungen schneller zu erhalten. Automatisierte Nachfassvorgänge verringern das Risiko von vergessenen Zahlungen, verbessern den Cashflow und reduzieren den Bedarf an manuellen Eingriffen.
Skalierbarkeit: Mit zunehmendem Unternehmenswachstum wird auch die Rechnungsstellung immer komplexer. Abrechnungsdienste können mit dem Unternehmen mitwachsen und mehr Transaktionen und Kundinnen und Kunden ohne zusätzliches Personal oder Ressourcen abwickeln.
Anpassung: Viele Abrechnungsdienste ermöglichen es Unternehmen, Rechnungen, Zahlungsbedingungen und Berichte anzupassen. So können Unternehmen beispielsweise die Häufigkeit von Rechnungen (z. B. monatlich, vierteljährlich) und Zahlungsoptionen festlegen.
Compliance und Sicherheit: Diese Dienste erfüllen gesetzliche und behördliche Standards, einschließlich Steuervorschriften und Datenschutzgesetze. Sie enthalten häufig Funktionen wie Verschlüsselung und sichere Verarbeitung, um sensible Finanzdaten zu schützen.
Integration mit anderen Systemen: Abrechnungsservices lassen sich häufig problemlos in Buchhaltungs-Software, CRM-Systeme (Customer Relationship Management) und Zahlungsgateways integrieren und bieten Unternehmen einen einheitlichen Überblick über ihre Finanzen und Kundeninteraktionen.
Kosteneinsparungen: Durch Abrechnungsdienste können Unternehmen Geld sparen, da sie die Notwendigkeit manueller Eingriffe reduzieren und die Effizienz steigern. Sie können auch die Wahrscheinlichkeit kostspieliger Fehler wie Unterabrechnung und vergessene Zahlungen verringern.
Nachteile von Abrechnungsdiensten
Kosten für die Ersteinrichtung: Während die laufenden Kosten für Abrechnungsdienste oft niedrig sind, kann die Ersteinrichtung teuer sein, insbesondere, wenn sie benutzerdefinierte Integrationen oder Lösungen umfasst. Für einige Unternehmen könnte dies ein unüberwindbares Hindernis für die Einführung darstellen.
Komplexität für kleine Unternehmen: Für kleine Unternehmen oder Freiberufler/innen mit relativ einfachen Abrechnungsprozessen könnten die Funktionen der Abrechnungsdienste übermäßig komplex sein oder ihre Anforderungen übertreffen. Die Lernkurve für ein neues System erfordert auch Zeit und Mühe, die an anderer Stelle besser investiert werden könnten.
Abhängigkeit von der Technologie: Unternehmen sind darauf angewiesen, dass automatisierte Abrechnungssysteme korrekt funktionieren. Systemausfälle, Software-Fehler oder technische Ausfälle können die Rechnungsstellung stören und damit zu ausgefallenen oder verspäteten Zahlungen führen.
Sicherheitsbedenken: Obwohl Abrechnungsdienste auf Sicherheit ausgelegt sind, birgt das Speichern sensibler Kundendaten auf Drittanbieterplattformen immer ein gewisses Risiko. Datenschutzverletzungen, Hackerangriffe oder die falsche Verwaltung sensibler Informationen können den Ruf eines Unternehmens schädigen und zu rechtlichen Problemen führen.
Einschränkungen bei der Anpassung: Abrechnungsdienste können zwar anpassbar sein, allerdings gibt es Einschränkungen hinsichtlich der Anpassung an die individuellen Anforderungen eines Unternehmens. Beispielsweise können bestimmte Branchen ganz spezifische Rechnungsformate erfordern, die ein Abrechnungssystem für den allgemeinen Gebrauch nicht unterstützen kann.
Widerstand von Kundinnen und Kunden: Einige Kundinnen und Kunden müssen möglicherweise über den automatisierten Abrechnungsprozess aufgeklärt werden, insbesondere, wenn es sich um digitale Zahlungen oder unbekannte Zahlungsgateways handelt. Dies kann zu Problemen mit älteren oder weniger technisch versierten Kundinnen und Kunden führen und Zeit für deren Aufklärung erfordern.
Laufende Wartung und Updates: Abrechnungsdienste erfordern regelmäßige Aktualisierungen und Unternehmen müssen diese Änderungen überwachen, um potenzielle Störungen oder Ausfallzeiten zu vermeiden.
Wie viel kosten Abrechnungsdienste?
Die Kosten für Abrechnungsdienste können stark variieren und hängen von mehreren Faktoren ab, einschließlich der Art der Dienstleistung und der Unternehmensgröße. Im Folgenden finden Sie eine Aufschlüsselung der typischen Preismodelle und -spannen für Abrechnungsdienste.
Abonnementbasierte Preisgestaltung (SaaS-Abrechnungs-Software)
Viele Unternehmen entscheiden sich für abonnementbasierte Abrechnungsdienste, die nach dem SaaS-Modell arbeiten. Diese Dienste bieten in der Regel gestaffelte Preise, bei denen die Kosten mit der Anzahl der Funktionen, Nutzer/innen oder Transaktionen steigen.
Basispläne: Einstiegspläne für kleine Unternehmen oder Start-ups können zwischen 10 und 50 USD pro Monat liegen. Diese Pläne umfassen häufig Kernfunktionen wie Rechnungsstellung, wiederkehrende Abrechnung und einfache Berichtsfunktionen.
Mid-Tier-Pläne: Diese Pläne sind für wachsende Unternehmen gedacht, die erweiterte Funktionen benötigen, wie z. B. komplexere Integrationen und Kundensupport. Die Kosten für diese Abrechnungsdienste betragen in der Regel 50 bis 200 USD pro Monat.
Enterprise-Pläne: Bei großen Unternehmen oder solchen mit komplexen Abrechnungsstrukturen (z. B. individuelle Rechnungen, erweiterte Steuerhandhabung und automatisierte Nachverfolgung) liegen die Preise in der Regel zwischen 200 und 1.000 USD pro Monat. Individuelle Preise sind oft je nach Bedarf des Unternehmens verfügbar.
Transaktionsbasierte Preisgestaltung
Einige Abrechnungsdienste berechnen Gebühren basierend auf der Anzahl der verarbeiteten Transaktionen oder Rechnungen. Dieses Preismodell ist üblich für Dienste, die mit Zahlungsgateways arbeiten und spezielle Rechnungsstellung abwickeln.
Transaktionsgebühren: Diese hängen von der Zahlungsmethode ab, liegen aber in der Regel zwischen 1 % und 3 % pro Transaktion. Einige Dienste berechnen zusätzlich zur prozentualen Gebühr auch eine Pauschalgebühr pro Transaktion (z. B. 0,30 USD pro Transaktion).
Pro Rechnung: Einige Plattformen berechnen eine pauschale Gebühr oder einen prozentualen Anteil jeder erstellten Rechnung, der sich häufig auf 0,4 % bis 0,6 % pro Rechnung beläuft.
Kundenspezifische Lösungen
Benötigt ein Unternehmen eine maßgeschneiderte Abrechnungslösung (z. B. erweiterte Funktionen, spezielle Steuerhandhabung, Integration in andere Unternehmenssysteme), können die Kosten wesentlich höher ausfallen. Kundenspezifische Lösungen sind oft mit Einrichtungsgebühren, monatlichen Wartungsgebühren und laufenden Supportkosten verbunden.
Gebühren für die Ersteinrichtung: Je nach Dienst können diese von 1.000 bis über 10.000 USD reichen.
Laufende Kosten: Wartung, Support und Updates für kundenspezifische Systeme können je nach Anbieter und erforderlicher Supportstufe zwischen 500 und über 5.000 USD pro Monat kosten.
Kostenlose Pläne
Einige Abrechnungsdienste bieten kostenlose Pläne an, die in der Regel nur eingeschränkte Funktionen umfassen oder die Anzahl der Rechnungen, Transaktionen oder Nutzer/innen begrenzen. Diese Pläne können für Freiberufler/innen oder sehr kleine Unternehmen geeignet sein.
Zusätzliche zu berücksichtigende Kosten
Kosten für die Integration: Muss das Abrechnungssystem in andere Software (z. B. Buchhaltungs-Software, CRM-Systeme und E-Commerce-Plattformen) integriert werden, fallen möglicherweise zusätzliche Integrationsgebühren an, die je nach Komplexität der Integration variieren.
Add-ons oder Upgrades: Einige Abrechnungsdienste berechnen zusätzliche Gebühren für Premium-Funktionen wie erweiterte Berichtsfunktionen, Steuerkonformität, individuelles Branding und vorrangigen Kundensupport.
Wie gehen Abrechnungsdienste mit überfälligen Zahlungen um?
Abrechnungsdienste reagieren auf überfällige Zahlungen durch automatisierte Erinnerungen, die Berechnung von Verzugsgebühren und manchmal auch durch Inkassomaßnahmen. Der genaue Ansatz variiert, aber hier finden Sie einige gängige Methoden, die diese Dienste verwenden, um überfällige Zahlungen zu verwalten.
Automatische Zahlungserinnerungen
Die meisten Abrechnungsdienste verwenden automatisierte Erinnerungen per E-Mail oder SMS, um Kundinnen und Kunden zu benachrichtigen, wenn Zahlungen überfällig sind. Diese Erinnerungen werden oft in Phasen versendet, wobei die Dringlichkeit je nach Verspätung der Zahlung zunimmt. Sie können aber an das jeweilige Unternehmen angepasst werden. Hier ist eine typische Abfolge:
Erste Erinnerung: Der Dienst sendet einige Tage vor dem oder am Fälligkeitsdatum eine freundliche Erinnerung, um die Kundin der den Kunden über die Fälligkeit der Zahlung zu informieren.
Zweite Erinnerung: Wenn das Fälligkeitsdatum ohne Zahlung verstreicht, sendet der Dienst in der Regel innerhalb weniger Tage oder eine Woche nach dem Fälligkeitsdatum eine zweite Erinnerung. Diese Erinnerung kann einen Hinweis auf die überfällige Zahlung enthalten und die Kundinnen und Kunden auffordern, so schnell wie möglich zu zahlen.
Letzte Erinnerung: Wenn die Rechnung nach einem längeren Zeitraum (z. B. nach 30 Tagen) nicht bezahlt wurde, sendet der Dienst möglicherweise eine letzte Benachrichtigung. Diese Erinnerungen sind oft direkter und können darauf hinweisen, dass das Unternehmen weitere Maßnahmen ergreift, z. B. die Rechnung an ein Inkassobüro zu senden, wenn es die Zahlung nicht erhält.
Verzugsgebühren und Verzugszinsen
Um einen Anreiz für pünktliche Zahlungen zu schaffen, berechnen viele Unternehmen Verzugsgebühren oder -zinsen. Nach vordefinierten Bedingungen können Abrechnungsdienste diese Gebühren automatisch anwenden, wenn eine Rechnung überfällig ist. Dazu gehören unter anderem:
Pauschale Verzugsgebühr: Sobald die Zahlung um eine bestimmte Anzahl von Tagen überfällig ist, wird ein fester Betrag, z. B. 25 USD oder 50 USD, zum ausstehenden Betrag hinzugerechnet.
Zinsen: Einige Dienste erlauben es Unternehmen, wiederkehrende Zinsen (z. B. 1,5 % pro Monat) für überfällige Rechnungen festzulegen. Diese Gebühren sind oft ein Prozentsatz des ausstehenden Betrags und summieren sich, bis die Schulden beglichen sind.
Kontosperrung oder Dienstunterbrechung
Überfällige Zahlungen können dazu führen, dass das Unternehmen das Kundenkonto sperrt oder Dienstleistungen unterbricht, insbesondere wenn es abonnementbasierte oder laufende Dienste anbietet (z. B. SaaS-Anbieter, Versorgungsunternehmen, Fitnessstudios). Abrechnungsdienste können Konten automatisch sperren oder Dienste unterbrechen, bis die Zahlung erfolgt ist.
So kann beispielsweise bei einem abonnementbasierten Dienst das Nutzerkonto nach mehreren fehlgeschlagenen Zahlungsversuchen automatisch gesperrt werden, sodass die Kundinnen und Kunden das Produkt nicht nutzen können, bis der ausstehende Betrag ausgeglichen ist.
Inkassoverfahren
Wenn automatische Mahnungen und Verzugsgebühren nicht zur Zahlung führen, helfen einige Abrechnungsdienste dabei, den Inkassoprozess einzuleiten. Dabei können sie Folgendes erledigen:
Kontaktieren von Inkassounternehmen: In schwerwiegenderen Fällen können Abrechnungsdienste die Integration mit Inkassobüros anbieten, sodass Unternehmen überfällige Konten einfach an einen Drittanbieter weiterleiten können. Dies ist in der Regel für deutlich überfällige Forderungen (z. B. über 90 Tage) reserviert.
Rechtliche Schritte oder Zahlungspläne: Einige Abrechnungsplattformen bieten Tools zur Umsetzung von Zahlungsplänen, damit Kundinnen und Kunden Schulden in Raten begleichen können. Alternativ können Unternehmen automatisierte Prozesse verwenden, um rechtliche Mitteilungen zu senden oder formellere Schritte zur Eintreibung von Forderungen im Falle großer überfälliger Zahlungen einzuleiten.
Flexible Zahlungsmöglichkeiten
Viele Abrechnungsdienste bieten Funktionen, mit denen Kundinnen und Kunden überfällige Zahlungen begleichen können. Dazu könnten die Folgenden gehören:
Teilzahlungen: Diese ermöglichen es Kundinnen und Kunden, einen Teil des ausstehenden Betrags zu begleichen und einer späteren Zahlung zuzustimmen. Je nach Plattform können Zahlungen manuell oder automatisch erfolgen.
Zahlungspläne: Unternehmen können flexible Zahlungspläne aufstellen, die den überfälligen Saldo in kleinere, überschaubare Zahlungen aufteilen, die im Laufe der Zeit zu zahlen sind. Der Abrechnungsdienst kann diese Zahlungen nachverfolgen und Erinnerungen senden.
Mehrere Zahlungsmethoden: Die Unterstützung verschiedener Zahlungsmethoden, wie Kreditkarten, Überweisungen über das Automated Clearing House (ACH) und Digital Wallets, erleichtert die Zahlung überfälliger Rechnungen.
Detaillierte Berichte und Dashboards
Abrechnungsdienste bieten oft Echtzeit-Dashboards und Berichtsfunktionen, die überfällige Zahlungen und Kundenkonten verfolgen. Diese ermöglichen Unternehmen folgende Funktionen:
Zahlungsstatus überwachen: Sehen Sie auf einen Blick ein, welche Rechnungen überfällig sind, wie viele Tage sie überfällig sind und wie hoch der gesamte ausstehende Saldo aller Kundinnen und Kunden ist.
Kundensegmentierung: Identifizieren Sie Kundinnen und Kunden, die häufig zu spät zahlen, und beurteilen Sie die Auswirkungen überfälliger Zahlungen auf den Cashflow.
Angefochtene Zahlungen oder Zahlungsprobleme verfolgen: In einigen Fällen können Kundinnen und Kunden eine Rechnung oder Zahlung anfechten. Abrechnungsdienste können diese Probleme unabhängig von überfälligen Standardzahlungen nachverfolgen.
Kundenkommunikation und Kundensupport
Abrechnungsdienste bieten oft integrierte Kommunikationstools, die es Unternehmen ermöglichen, direkt mit Kundinnen und Kunden bezüglich überfälliger Zahlungen zu interagieren. Zu diesen Tools gehören unter anderem:
Kundensupport bei angefochtenen Zahlungen: Wenn Kundinnen und Kunden eine Rechnung anfechten oder ein Problem mit dem gelieferten Produkt oder der gelieferten Dienstleistung anführen, kann der Abrechnungsdienst Mechanismen zur Beilegung dieser Anfechtungen bereitstellen, ohne auf Inkassomaßnahmen zurückgreifen zu müssen.
Verhandlungstools: In einigen Fällen können Unternehmen durch automatisierte Kommunikation direkt mit Kundinnen und Kunden zusammenarbeiten, indem sie Zahlungsbedingungen aushandeln oder sogar Rabatte anbieten, um sie zur Zahlung zu ermutigen.
Welche Faktoren sollten Sie bei der Auswahl eines Abrechnungsdienstes berücksichtigen?
Wenn Sie einen Abrechnungsdienst für Ihr Unternehmen auswählen, sollten Sie zunächst die Komplexität Ihrer Abrechnungsanforderungen berücksichtigen. Ein einfaches Abrechnungssystem kann ausreichen, wenn Ihr Unternehmen einfache, einmalige Transaktionen abwickelt. Wenn Sie jedoch wiederkehrende Zahlungen, mehrere Preisstufen oder komplexe Rechnungen verarbeiten, benötigen Sie eine umfassendere Lösung.
Sie sollten auch prüfen, wie einfach sich ein Abrechnungsdienst in Ihre vorhandene Buchhaltungs-Software, Ihr CRM-System oder Ihre E-Commerce-Plattform integrieren lässt. Entscheiden Sie sich für einen Dienst mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche, der es Ihrem Team ermöglicht, ohne umfangreiche Schulungen Zahlungen zu verwalten, Rechnungen zu erstellen und Salden zu verfolgen.
Sicherheit und Compliance sind ebenfalls wesentliche Faktoren. Um sensible Kundendaten zu schützen, sollte der Abrechnungsdienst über starke Sicherheitsprotokolle wie Verschlüsselung und sichere Zahlungsabwicklung verfügen. Stellen Sie außerdem sicher, dass der Dienst den einschlägigen Datenschutzstandards und -vorschriften wie der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und dem Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) entspricht.
Überlegen Sie schließlich, wie einfach Ihr Abrechnungsdienst mit Ihrem Unternehmen skaliert werden kann. Da Ihre Abrechnungsanforderungen immer komplexer werden, benötigen Sie wahrscheinlich Zugriff auf zusätzliche Funktionen und erweiterte Verarbeitungskapazitäten, ohne den Anbieter wechseln zu müssen.
Erfahren Sie mehr über Stripe Billing.
Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.