Bei Schaden- und Unfallversicherung kommt es auf Präzision an. Sie erfordern eine genaue Risikobepreisung, effizientes Schadenmanagement und langfristige Kapitalabsicherung. Doch die Betriebsmodelle, die viele Versicherungen verwenden, wurden schon vor Jahrzehnten entwickelt. Heute durchlaufen Schaden- und Unfallversicherungen eine digitale Transformation. Dabei wird neu definiert, wie Versicherer Policen abschließen, Zahlungen und Ansprüche verarbeiten, Daten verwalten und ihre Kundinnen und Kunden betreuen.
Im Folgenden erfahren Sie, was diese digitale Transformation der Schaden- und Unfallversicherung bedeutet, was ihre größten Auswirkungen sind und wie Sie sie effektiv umsetzen können.
Worum geht es in diesem Artikel?
- Was ist die digitale Transformation der Schaden- und Unfallversicherung?
- Welche Technologien kommen bei der digitalen Transformation der Schaden- und Unfallversicherung zum Einsatz?
- Was sind die größten Vorteile der digitalen Transformation für Anbieter von Schaden- und Unfallversicherungen?
- Inwiefern verbessert die digitale Transformation der Schaden- und Unfallversicherung das Kundenerlebnis?
- Welche Herausforderungen hemmen die digitale Transformation der Schaden- und Unfallversicherung?
- Wie können Schaden- und Unfallversicherer Initiativen zur digitalen Transformation effektiv umsetzen und bewerten?
- So kann Stripe Payments Sie unterstützen
Was ist die digitale Transformation der Schaden- und Unfallversicherung?
Für Anbieter von Schaden- und Unfallversicherungen bedeutet digitale Transformation die Modernisierung des Versicherungsbetriebs. Damit sind oft große Veränderungen, insbesondere im Hinblick auf die Geschäftstätigkeiten des Unternehmens, verbunden. Dies kann sich darauf auswirken, wie Risiken bewertet und Entscheidungen getroffen werden und wie der Versicherungszyklus für Kundinnen und Kunden aussieht. Meist müssen fragmentierte, langsame Systeme durch verbundene Plattformen ersetzt werden, die einen einfachen Datenfluss über Risikoevaluation, Schadensfälle, Abrechnung, Zahlungen und Dienstleistungen hinweg ermöglichen.
Welche Technologien kommen bei der digitalen Transformation der Schaden- und Unfallversicherung zum Einsatz?
Die digitale Transformation der Schaden- und Unfallversicherung wird durch eine ganze Reihe von Technologien ermöglicht. Gemeinsam sorgen sie für schnellere Entscheidungen, nutzbare Daten und mehr Flexibilität.
Dies sind die wesentlichen Elemente:
Cloud-Computing und APIs: Eine Cloud-Infrastruktur bietet flexible Rechenleistung und reduziert die Abhängigkeit von veralteter Hardware. APIs (Application Programming Interface) sind Programmierschnittstellen, über die Systeme in Echtzeit kommunizieren können. Das ermöglicht Verknüpfungen zwischen Risikobewertung, Ansprüchen, Abrechnung, Partnerplattformen und Vertriebskanälen.
Datenanalyse: Moderne Datenarchitekturen ermöglichen die Erfassung strukturierter und unstrukturierter Daten (z. B. Schadenverlauf, externe Risikosignale) in einheitlichen Umgebungen. Eingehende Analysen liefern Daten für Echtzeit-Dashboards, eine genauere Risikosegmentierung und schnellere Produktverbesserungen.
Maschinelles Lernen und generative KI: Machine-Learning-Modelle geben Empfehlungen für die Risikoevaluation ab, bewerten Schäden anhand von Bildern, erkennen Betrug und bieten Kundinnen und Kunden eine Schnittstelle zum Chatten. Einige Versicherer nutzen auch Tools mit generativer KI für die Erstellung von Dokumenten, Kundenserviceantworten und interne Suchanfragen.
Telematik: Verbundene IoT-Geräte (Internet of Things) sammeln Echtzeitdaten von Fahrzeugen, Wohnumgebungen und gewerblichen Anlagen. So lassen sich mit Telematik nutzungsbasierte Versicherungsmodelle umsetzen, während Zustandssensoren eine frühzeitige Risikoerkennung und schnellere Prüfung von Ansprüchen ermöglichen.
Automatisierung: Software-Bots übernehmen wiederkehrende, regelbasierte Aufgaben wie Datenübertragung, Dokumentenprüfung und Workflow Routing. Dadurch wird der manuelle Arbeitsaufwand minimiert und die Verarbeitungsgenauigkeit verbessert, ohne dass ein vollständiger Systemaustausch erforderlich ist.
Technologien für Cybersicherheit: Bei der Digitalisierung von Versicherungen sorgt eine starke Cybersicherheitsinfrastruktur für den Schutz sensibler Daten von Versicherungsnehmer/innen und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Diese Systeme beruhen auf sicherer Authentifizierung, Verschlüsselung und kontinuierlicher Überwachung.
Was sind die größten Vorteile der digitalen Transformation für Anbieter von Schaden- und Unfallversicherungen?
Die digitale Transformation hat unmittelbare Auswirkungen auf das Wachstum, die Rentabilität und Resilienz von Versicherungsunternehmen. So ermöglicht sie Verkaufs- und Umsatzsteigerungen um 10–15 %.
Dies sind die größten Vorteile:
Kundenakquise und Vertrieb: Viele Versicherungskunden bevorzugen den Kauf über digitale Kanäle. Versicherer, die digital gut aufgestellt sind, vergrößern also ihre Reichweite und senken gleichzeitig die Akquisitionskosten.
Kostendisziplin und -effizienz: Mit einem durchgängig automatisierten Prozess ist es möglich, bis zu 70 % der einfachen Schadensfälle in Echtzeit zu lösen und die Kosten um 30–50 % zu senken. Durch die Digitalisierung der Risikoevaluation und des Service sinkt der manuelle Arbeitsaufwand, Bearbeitungszeiten werden verkürzt und die Genauigkeit nimmt zu. All diese Faktoren tragen zu besseren Kostenquoten bei, ohne Abstriche bei der Leistungsfähigkeit, und unterstützen die Kundinnen und Kunden in belastenden Situationen.
Betrugserkennung: Prognosemodelle erkennen Auffälligkeiten früher und genauer als manuelle Prüfungen allein. Durch diese frühzeitige Erkennung können Verluste eingedämmt werden, ohne unnötige Komplikationen für legitime Kundinnen und Kunden zu verursachen.
Risikobewertung: Eingehende Finanzanalysen ermöglichen eine detailliertere Preisgestaltung und genauere Verlustprognosen. Zudem sorgen bessere Dateneingaben für eine optimierte Risikoevaluation und stabilere Margen.
Anpassungsfähigkeit: Klimarisiken, Cyberbedrohungen und regulatorische Änderungen erfordern eine bessere Reaktionsfähigkeit. 2026 werden die IT-Ausgaben von Versicherungen voraussichtlich auf 374,88 Mrd. USD ansteigen, was zeigt, wie wichtig flexible Systeme sind.
Systemintegration: API-gestützte Verbindungen zu Außendienstmitarbeiter/innen, Makler/innen, Vertragswerkstätten und integrierten Partnern vereinfachen Übergaben und verbessern die Transparenz über die gesamte Laufzeit einer Versicherung hinweg.
Wettbewerb mit neueren Marktteilnehmern: 2024 beliefen sich die weltweiten Investitionen in InsurTech-Unternehmen auf rund 4,25 Mrd. USD. Der Schwerpunkt lag dabei auf neuen Modellen, die auf Schnelligkeit und Benutzerfreundlichkeit ausgelegt sind. Traditionelle Versicherungen müssen sich dem anpassen.
Inwiefern verbessert die digitale Transformation der Schaden- und Unfallversicherung das Kundenerlebnis?
Die digitale Transformation bringt Kundinnen und Kunden die Abläufe der Schaden- und Unfallversicherung näher. Digitale Verfügbarkeit und Vernetzung ermöglichen eine schnellere Bearbeitung, klarere Kommunikation und weniger Unsicherheiten.
Dies sind einige der Vorteile:
Schnellerer Abschluss: Online-Angebote, automatische Risikoevaluation und digitale Identitätsprüfung beschleunigen das Antragsverfahren. So können Kundinnen und Kunden innerhalb von Minuten statt Tagen eine Versicherung abschließen.
Einfachere Policenverwaltung: Dank Selfservice-Portalen und -Apps können Kundinnen und Kunden Angaben ändern, Dokumente abrufen und die Abrechnung verwalten, ohne auf Vertreter/innen angewiesen zu sein. Zudem sorgt die Echtzeit-Systemintegration dafür, dass Änderungen an Policen sofort in allen Risikoevaluations- und Schadensfallsystemen übernommen werden.
Schnellere Fallbearbeitung: Dank digitaler Schadensmeldung, bildgestützter Schadensbewertung, KI-gestützter Ersteinschätzung und automatisierten Workflow-Routings verkürzt sich die Bearbeitungszeit von Schadensfällen. Bei einfachen Fällen mit geringem Wert vergehen von der Meldung bis zur Auszahlung nur noch wenige Stunden.
Transparentere Kommunikation: Mithilfe automatischer Status-Updates, digitaler Dashboards und Omnichannel-Nachrichten können Kundinnen und Kunden, den Fortschritt ihres Schadensfalls selbst verfolgen.
Genauere Preisgestaltung: Anhand fortschrittlicher Analysen und Telematik lassen sich Preise festlegen, die dem tatsächlichen Verhalten und Risiko entsprechen. Nutzungsbasierte Modelle belohnen sichere Fahrer/innen und verknüpfte Zustandsdaten ermöglichen proaktive Risikowarnungen.
Proaktive Risikominderung: Mithilfe von IoT-Geräten und Datenüberwachung können Versicherer Risiken wie Wasserlecks oder unsicheres Fahrverhalten erkennen. So lassen sich Ansprüche vermeiden, bevor sie auftreten. Der Versicherer wird dadurch zum Partner für Risikomanagement.
Einfachere, schnellere Zahlungen: Eine digitale Zahlungsinfrastruktur beschleunigt sowohl den Einzug von Prämien als auch die Auszahlung von Ansprüchen. Das Geld kann direkt auf Bankkonten oder Karten ausgezahlt werden. Dadurch wird zudem der Verwaltungsaufwand reduziert.
Bessere Tools für Vertreter/innen und Mitarbeiter/innen: Integrierte Plattformen bieten sowohl Innen- als auch Außendienstteams Echtzeitzugriff auf Kunden- und Risikodaten. Durch Automatisierung sinkt der manuelle Bearbeitungsaufwand und die Mitarbeiter/innen können sich komplexeren Aufgaben widmen.
Welche Herausforderungen hemmen die digitale Transformation der Schaden- und Unfallversicherung?
Die digitale Transformation der Schaden- und Unfallversicherung bringt ihre Tücken mit sich. Schwierigkeiten treten vor allem auf, wenn Versicherer versuchen, die Digitalisierung zu skalieren.
Diese Probleme können zum Hemmnis werden:
Altsysteme und Datensilos: Viele Versicherer arbeiten immer noch mit jahrzehntealten Plattformen. Dadurch liegen Daten zu Risikoevaluation, Schadensfällen und Abrechnung oft nur separat vor. Das verlangsamt die Auswertung und erschwert die Automatisierung.
Interner Widerstand: Skepsis kann den Fortschritt zum Erliegen bringen. Automatisierung wird manchmal von Mitarbeiter/innen nicht gut angenommen. Gerade Änderungen, die gewohnte Abläufe stören, werden oft abgelehnt.
Regulatorische Besonderheiten: Versicherungen sind in den meisten Ländern stark reguliert. Insbesondere Vorschriften zur Datenresidenz, Verbraucherschutzgesetze und Meldepflichten können die digitale Transformation ausbremsen.
Cybersicherheitsrisiken: Versicherer verfügen über sensible persönliche und finanzielle Daten. Durch die Digitalisierung vergrößert sich die Angriffsfläche. Daher bedarf es Investitionen in Verschlüsselung, Überwachung und sichere Authentifizierung.
Investitionsbeschränkungen: Umfassende Modernisierungs- und Analyseprogramme gehen mit einem hohen Kapital- und Personalaufwand einher. Budgetdruck kann dazu führen, dass die Führung zögerlich handelt.
Wie können Schaden- und Unfallversicherer Initiativen zur digitalen Transformation effektiv umsetzen und bewerten?
Digitale Transformation ist am effektivsten, wenn sie als Geschäftsstrategie angesehen wird. Initiativen sollten sorgfältig ausgewählt, durchgeführt und bewertet werden.
So gelingt die Umsetzung:
Besonders wirkungsvolle Maßnahmen priorisieren: Konzentrieren Sie sich zuerst auf Bereiche, in denen logistische Schwierigkeiten und finanzielle Chancen zusammenkommen, wie z. B. die Automatisierung von Schadensfällen und der digitale Vertrieb. Schnelle Erfolge sorgen für Dynamik und setzen Ressourcen für größere Anstrengungen frei.
Schrittweise umsetzen: Setzen Sie die digitale Transformation schrittweise um, statt in Form riesiger mehrjähriger Projekte. Bei kleineren Maßnahmen ist das Risiko geringer und Sie erhalten schneller Feedback.
In Daten investieren: Eine Voraussetzung für Automatisierung und Analysen ist die Verfügbarkeit einheitlicher, aussagekräftiger Daten. Ehe es an fortgeschrittene KI-Initiativen geht, sollten eine moderne Datenarchitektur und -Governance geschaffen werden.
Wichtige Kennzahlen überwachen: Zur Messung des Erfolgs sollten Sie Kennzahlen wie die Fallbearbeitungszeit, Dunkelverarbeitungsquote, Kostenquotenverbesserung, Nutzung digitaler Kanäle sowie die Kundenbindung und -zufriedenheit im Blick behalten.
Neben Technologien interne Kompetenzen aufbauen: Schulen Sie Ihre Teams, schaffen Sie Anreize für die Erreichung digitaler Ziele und integrieren Sie Zusammenarbeit in Ihre Betriebsmodelle für nachhaltigen Erfolg.
So kann Stripe Payments Sie unterstützen
Stripe Payments bietet eine einheitliche, globale Zahlungslösung, mit der jedes Unternehmen – von Start-ups bis hin zu globalen Konzernen – Zahlungen online, vor Ort und weltweit akzeptieren kann.
Mit Stripe Payments können Sie Folgendes umsetzen:
Bezahlvorgang optimieren: Schaffen Sie ein reibungsloses Kundenerlebnis und sparen Sie Tausende von Entwicklungsstunden mit vorgefertigten Zahlungs-Nutzeroberflächen, Zugang zu über 125 Zahlungsmethoden und Link, einer von Stripe entwickelten Wallet.
Neue Märkte schneller erschließen: Erreichen Sie Kundinnen und Kunden weltweit und reduzieren Sie die Komplexität und Kosten der Verwaltung mehrerer Währungen mit grenzüberschreitenden Zahlungsoptionen, die in 195 Ländern und über 135 Währungen verfügbar sind.
Online- und Vor-Ort-Zahlungen vereinheitlichen: Schaffen Sie Unified Commerce über Online- und Vor-Ort-Kanäle hinweg, um Interaktionen zu personalisieren, Treue zu belohnen und Ihren Umsatz zu steigern.
Zahlungs-Performance verbessern: Steigern Sie Ihren Umsatz mit einer Reihe anpassbarer, einfach zu konfigurierender Zahlungstools, darunter eine No-Code-Betrugsvorbeugung und erweiterte Funktionen zur Verbesserung der Autorisierungsquoten.
Schnelleres Wachstum dank einer flexiblen, zuverlässigen Plattform: Bauen Sie auf einer Plattform auf, die mit Ihnen mitwächst, mit einer historischen Erreichbarkeit von 99,999 % und branchenführender Zuverlässigkeit.
Erfahren Sie mehr darüber, wie Stripe Payments Sie bei Online- und Vor-Ort-Zahlungen unterstützen kann oder starten Sie noch heute.
Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.