Digital Wallets gelten im Allgemeinen als sehr sicher, da sie die Zahlungsdaten der Nutzerinnen und Nutzer mit Tokenisierung schützen, einer zusätzlichen Sicherheitsebene, die dazu beiträgt, das Betrugsrisiko zu verringern. Aber selbst mit diesem zusätzlichen Schutz ist Betrug bei Digital Wallets immer noch möglich. Ein böswilliger Akteur könnte gestohlene Karteninformationen zu seiner eigenen Mobile Wallet hinzufügen, tokenisierte Kartenanmeldedaten ausnutzen oder ein Digital-Wallet-Konto übernehmen, um auf die gespeicherten Zahlungsmethoden eines Opfers zuzugreifen. Zudem können betrügerische Transaktionen für Unternehmen schwer zu erkennen sein, da sie identisch mit legitimen Käufen aussehen.
Im Folgenden untersuchen wir Betrug bei Digital Wallets, einschließlich der häufigsten Arten. Wir sehen uns an, wie Tokenisierung dazu beiträgt, Digital-Wallet-Zahlungen zu sichern, warum Unternehmen trotz der zusätzlichen Sicherheit immer noch anfällig sein können und welche präventiven Lösungen helfen können.
Das Wichtigste auf einen Blick
Betrug bei Digital Wallets ist eine Art des Zahlungsbetrugs, bei dem böswillige Akteure Taktiken wie Social Engineering und Phishing anwenden, um Zugriff auf Konten zu erhalten, die in einer Digital Wallet gespeichert sind.
Tokenisierung verschlüsselt Debit- und Kreditkartenangaben, bestätigt aber nicht, dass die Person, die die Digital Wallet verwendet, die tatsächliche Kontoinhaberin oder der tatsächliche Kontoinhaber ist.
Unternehmen müssen die Kosten für Betrug bei Digital Wallets durch verlorene Waren und Streitfälle möglicherweise dennoch tragen, selbst wenn der betrügerische Akteur anderweitig Zugriff erlangt hat.
Maßnahmen zur Prävention von Betrug bei Digital Wallets, einschließlich der Einführung von Lösungen zur Betrugsvorbeugung und dem Verständnis darüber, wie gängige Arten von Digital-Wallet-Betrug funktionieren, können die Wahrscheinlichkeit einer Gefährdung verringern.
Was ist Betrug bei Digital Wallets?
Betrug bei Digital Wallets ist eine Art des Zahlungsbetrugs. Er tritt auf, wenn jemand eine Mobile Wallet verwendet, um Zahlungen mit Anmeldedaten zu tätigen, für deren Nutzung er keine Berechtigung hat. Ein betrügerischer Akteur könnte Kartenangaben – einschließlich der Kartennummer, des Kartenprüfwerts (CVV-Code) und des Ablaufdatums – stehlen und sie zu einer neuen Digital Wallet hinzufügen, ähnlich wie beim Card-not-present-Betrug (CNP). Oder er übernimmt ein bestehendes Digital-Wallet-Konto und die gespeicherten Zahlungsmethoden der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers (z. B. Apple Pay, Google Pay), um betrügerische Käufe zu tätigen.
Da Transaktionen von betrügerischen Akteuren einen legitimen Sicherheitsprozess durchlaufen, kann es für Ihr Unternehmen schwierig sein, eine nicht autorisierte Digital-Wallet-Zahlung zu bemerken. Wenn die Zahlung bei Ihnen eingeht, enthält sie in der Regel ein gültiges Token (d. h. eine statische, sichere Ersatzkartennummer), ein Transaktionskryptogramm (d. h. einen dynamischen Einmalcode zur Verifizierung der Zahlung) und einen Passcode oder eine biometrische Authentifizierung.
Trotz eines gewissen Betrugsrisikos gelten Zahlungen mit Digital Wallets jedoch im Allgemeinen als sicherer als Kreditkartentransaktionen.
Was sind die häufigsten Arten von Betrug bei Digital Wallets?
Hier sind die häufigsten Arten von Betrug bei Digital Wallets.
Phishing-Angriffe
Phishing-Angriffe finden statt, wenn betrügerische Akteure täuschende E-Mails oder Nachrichten verwenden, die legitime Institutionen nachahmen, um Kontoinhaberinnen und Kontoinhaber dazu zu bringen, sensible persönliche Daten preiszugeben. Diese Angriffe zielen auf Kreditkartenangaben, Kontonummern, persönliche Daten und Passwörter ab.
Social Engineering
Social Engineering liegt vor, wenn böswillige Akteure manipulative Taktiken anwenden, die auf menschliche Emotionen abzielen, um Opfer dazu zu bringen, sensible Anmeldedaten preiszugeben. Beispielsweise könnte ein böswilliger Akteur eine Person anrufen, sich als Vertreter ihrer Finanzinstitution ausgeben und behaupten, dass die Digital Wallet der Person gehackt worden sei. Dabei könnte er ein falsches Gefühl der Dringlichkeit erzeugen, um Passwörter, Verifizierungscodes usw. zu erhalten.
SIM-Swapping (Subscriber Identity Module)
Beim SIM-Swapping verschafft sich ein betrügerischer Akteur eine SIM-Karte und bringt einen Mobilfunkanbieter dazu, die Telefonnummer der Zielperson darauf zu übertragen. Durch das Abfangen von Anrufen und Textnachrichten mit sensiblen Informationen (z. B. Einmalpasswörtern) kann der betrügerische Akteur die Kontrolle über die Digital Wallet des Opfers erlangen.
Ausnutzung einer DPAN (Device Primary Account Number)
Wenn das Zahlungssystem Ihres Unternehmens gehackt wird, könnte ein betrügerischer Akteur möglicherweise die DPAN Ihrer Kundin oder Ihres Kunden (d. h. ihr gerätespezifisches Token) offenlegen, kann aber nicht auf die tatsächliche Kartennummer dahinter zugreifen. Wenn der betrügerische Akteur jedoch auch das zugehörige Gerät gestohlen hat, könnte er die DPAN ausnutzen, um betrügerische Zahlungen über die Digital Wallet der Kundin oder des Kunden zu tätigen.
Wie verhindert Tokenisierung Betrug bei Digital Wallets?
Bei der Zahlungstokenisierung ersetzen Digital Wallets sensible Kartennummern durch zufällig generierte Codes, sogenannte Token. Obwohl Token wie echte Nummern funktionieren, sind sie wertlos, wenn sie gestohlen werden. Nachdem eine Kundin oder ein Kunde eine Zahlung getätigt hat, speichert Ihr Unternehmen nur das Token, während die tatsächlichen Kartenangaben an einen Token Service Provider (TSP) – in der Regel Ihren Zahlungsdienstleister – gesendet und in einer zentralen Datenbank, einem sogenannten „Vault“, gespeichert werden.
Für zusätzliche Sicherheit verwendet jede Digital-Wallet-Transaktion auch einen dynamischen, eindeutigen Code, ein sogenanntes Kryptogramm. Wenn ein betrügerischer Akteur die Transaktionsdaten abfängt, sind diese unbrauchbar, da es sich bei dem Kryptogramm um einen Einmalcode handelt, der dann bereits abgelaufen ist.
Viele Digital Wallets verwenden auch biometrische Authentifizierung wie Gesichts- oder Fingerabdruckerkennung. Dies bietet eine zusätzliche Schutzebene für die Nutzerinnen und Nutzer, die über eine persönliche Identifikationsnummer (PIN) hinausgeht, und macht es für jeden außer der Kontoinhaberin oder dem Kontoinhaber schwierig, eine Zahlung zu autorisieren.
Gibt es Sicherheitslücken bei Digital Wallets?
Digital Wallets gelten im Allgemeinen als weniger anfällig für Betrug als Kartenzahlungen, aber Sicherheitslücken sind dennoch möglich. Beispielsweise könnten betrügerische Akteure während des Bereitstellungsprozesses Social Engineering einsetzen, um an Anmeldedaten zu gelangen und Konten in neuen Digital Wallets einzurichten. Zudem können Geräte von Kundinnen und Kunden kompromittiert werden, wenn ein betrügerischer Akteur einen Gerätepasscode kennt oder es schafft, seine eigenen biometrischen Daten hinzuzufügen.
Wie sind Unternehmen durch Betrug bei Digital Wallets gefährdet?
Ihr Unternehmen kann bereits vor dem Bezahlvorgang von Betrug bei Digital Wallets betroffen sein, sobald es einem betrügerischen Akteur gelingt, Standardsicherheitsmaßnahmen in der Bereitstellungsschicht zu umgehen. Und wenn jemand die gestohlene Digital Wallet verwendet, um einen Kauf zu bezahlen, ist die Transaktion oft nicht von legitimen Digital-Wallet-Transaktionen zu unterscheiden. Das kann es für Ihr Unternehmen schwierig machen, verdächtige Zahlungen zu bemerken. Möglicherweise müssen Sie auch Forderungen aus Streitfällen und Rückbuchungen (Chargebacks) verwalten, was zu Umsatzeinbußen führen kann.
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Stripe Radar hilft bei der Erkennung von Betrug und der Erschließung von Wachstum durch den Einsatz von KI, die mit Daten aus dem globalen Netzwerk von Stripe trainiert wurde. Radar schützt Ihr Unternehmen während des gesamten Customer Lifecycle vor Betrug, bevor sich dieser auf Ihren Gewinn auswirkt, und hilft Ihnen gleichzeitig, mehr legitime Kundinnen und Kunden sowie Zahlungen zu akzeptieren.
Mit Radar kann Ihr Unternehmen unter anderem Folgendes umsetzen:
Verhindern Sie Betrugsverluste: Die KI von Radar lernt aus jährlichen Transaktionen in Höhe von über 1,9 Billionen USD im gesamten globalen Netzwerk von Stripe. Dies hilft dabei, Betrugsmuster zu erkennen und zu blockieren, die einzelne Unternehmen allein möglicherweise nicht bemerken würden.
Vereinheitlichen Sie den Schutz bei sich wandelnden Betrugsangriffen: Radar vereint den Schutz vor Transaktionsbetrug, Kontobetrug und Kundenmissbrauch in einer einzigen Lösung, sodass Sie einen einheitlichen Schutz vor den wichtigsten Betrugsarten erhalten.
Passen Sie sich an sich wandelnde Betrugsmaschen an: Radar passt sich kontinuierlich an veränderte Betrugsmuster an, von First-Party-Missbrauch bis hin zu agentengesteuerten Transaktionen, und hilft so, Ihr Unternehmen vor aufkommenden Bedrohungen zu schützen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Betrug bei Digital Wallets
Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.