Die Ausfallsicherung bei Zahlungen, Payment Failover genannt, ist die Methode, mit der Unternehmen den Bezahlvorgang aufrechterhalten, wenn ein Zahlungsgateway, ein Zahlungsabwickler oder ein Netzwerkpfad ausfällt. Ausfälle sind häufig und kostspielig: Eine Umfrage aus dem Jahr 2025 ergab, dass 92 % der E-Commerce-Unternehmen in den letzten zwei Jahren Zahlungsausfälle oder -störungen erlebt haben. Die Hälfte von ihnen gab an, aufgrund dieser Vorfälle potenzielle Umsatzerlöse in Millionenhöhe verloren zu haben.
Im Folgenden erfahren Sie, wie Payment Failover funktioniert, warum Zahlungsausfälle auftreten und wie Sie eine Failover-Strategie entwickeln können, die den Zahlungsverkehr über Regionen hinweg aufrechterhält.
Worum geht es in diesem Artikel?
- Was ist Payment Failover?
- Wie funktioniert Payment Failover?
- Warum kommt es zu Zahlungsausfällen?
- Welche Auswirkungen haben fehlgeschlagene Zahlungen auf Unternehmen?
- Wann sollte ein Unternehmen Payment Failover einsetzen?
- Was sind die größten Herausforderungen bei der Implementierung von Payment Failover?
- Wie überwachen und testen Unternehmen Payment-Failover-Systeme?
- So kann Stripe Payments Sie unterstützen
Was ist Payment Failover?
Payment Failover ist ein automatisiertes System, das den Zahlungsverkehr aufrechterhält, wenn ein Teil der Kommunikationskette ausfällt. Wenn ein primärer Zahlungsabwickler oder ein Gateway ausfällt oder Fehler zurückgibt, leitet Failover die Transaktionen automatisch auf einen Backup-Pfad um, sodass Kundinnen und Kunden weiterhin Einkäufe tätigen können.
Wie funktioniert Payment Failover?
Payment Failover umfasst die ständige Überwachung des Zustands Ihres Zahlungsstacks und die Umleitung von Routen, sobald etwas nicht in Ordnung zu sein scheint, sodass Kundinnen und Kunden niemals eine Fehlermeldung sehen.
So funktioniert die Ausfallsicherung bei Zahlungen.
Kontinuierliche Überwachung des Zustands
Zahlungssysteme verfolgen Erfolgsraten, Fehlercodes, Antwortzeiten und Konnektivität in Echtzeit. Plötzliche Spitzen bei Zeitüberschreitungen oder Gateway-Fehlern werden als Signale dafür gewertet, dass die primäre Weiterleitung nicht mehr zuverlässig ist. Die Ausfallsicherung wird aktiviert, wenn die Metriken vordefinierte Schwellenwerte überschreiten (z. B. ein anhaltender Rückgang der Autorisierungserfolge, wiederholte Netzwerkfehler). Diese Schwellenwerte sind so festgelegt, dass echte Ausfälle erkannt und unnötige Umschaltungen bei kurzzeitigen Problemen vermieden werden.
Automatische Umleitung des Datenverkehrs
Sobald ein Ausfall bestätigt ist, werden neue Transaktionen an einen Backup-Prozessor, ein Gateway oder einen Acquiring-Pfad weitergeleitet. Dies geschieht programmgesteuert, sodass der Bezahlvorgang ohne Unterbrechung fortgesetzt werden kann. Die Backup-Weiterleitung ist bereits integriert, authentifiziert und in der Lage, den Live-Datenverkehr zu verarbeiten. Sie unterstützt dieselben Zahlungsmethoden, Währungen und Compliance-Anforderungen, um Funktionslücken während einer Umschaltung zu vermeiden.
Aktiv-Aktiv- oder Aktiv-Passiv-Konfigurationen
Einige Unternehmen betreiben mehrere Zahlungsweiterleitungen gleichzeitig und verlagern die Last dynamisch, während andere eine Backup-Lösung inaktiv halten, bis sie benötigt wird. Aktiv-Aktiv-Konfigurationen reduzieren die Umschaltzeit, während Aktiv-Passiv-Konfigurationen einfacher zu bedienen sind.
Idempotenz und Transaktionssicherheit
Failover-Systeme basieren auf Idempotenzschlüsseln und einer sorgfältigen Bearbeitung von Anfragen, um doppelte Belastungen zu vermeiden. Wenn das Ergebnis einer Transaktion bei einem Ausfall unklar ist, stellt das System sicher, dass sie entweder sicher wiederholt oder endgültig abgebrochen wird.
Nach dem Failover
Wenn die primäre Weiterleitung wiederhergestellt ist, wird der Datenverkehr entweder schrittweise zurückverlagert oder auf dem Backup belassen, bis die Stabilität bestätigt ist. Dadurch wird ein schnelles Hin- und Herwechseln verhindert, das zu weiteren Ausfällen führen kann. Jedes Failover-Ereignis wird mit Zeit-, Volumen- und Leistungsdaten protokolliert. Diese Aufzeichnungen sind für den Abgleich, die Prüfung und Verbesserung des zukünftigen Failover-Verhaltens erforderlich.
Warum kommt es zu Zahlungsausfällen?
Zahlungsausfälle sind in der Regel auf eine Schwachstelle in einer langen Kette von Systemen zurückzuführen. Zu den Hauptursachen für Zahlungsausfälle gehören:
Ausfälle von Zahlungsabwickler oder Gateways: Selbst große, etablierte Zahlungsanbieter können aufgrund von Softwarefehlern, Infrastrukturausfällen oder überlasteten Systemen Ausfallzeiten haben. Wenn ein Gateway nicht reagieren kann, schlagen Transaktionen unabhängig von der Absicht des Kunden oder der Kundin fehl.
Netzwerkprobleme: Zahlungen hängen von der Echtzeitkommunikation zwischen Unternehmen, Abwicklern, Banken und Kartennetzwerken ab. Paketverluste, Probleme mit dem Domain Name System (DNS) oder regionale Netzwerkstörungen können während einer Transaktion auftreten.
Probleme im vorgelagerten Netzwerk: Manchmal liegt der Fehler gar nicht beim Gateway, sondern bei den Kartennetzwerken oder den ausstellenden Banken. Diese werden dennoch als fehlgeschlagene Zahlungen oder Zahlungsfehler angezeigt.
Latenz und Zeitüberschreitungen: Wenn Autorisierungsanfragen die Zeitüberschreitungsgrenzen überschreiten, schlagen Zahlungen fehl, auch wenn nachgelagerte Systeme sie möglicherweise später verarbeiten.
Fehlerhafte Konfigurationen der Infrastruktur: Abgelaufene Zertifikate, falsche Anmeldedaten, fehlgeschlagene Bereitstellungen oder Versionskonflikte bei der Application Programming Interface (API) können Transaktionen blockieren, bis jemand eingreift.
Kapazitätsgrenzen: Ein plötzlicher Anstieg des Transaktionsvolumens kann Systeme überlasten, die nicht in der Lage sind, Spitzenlasten zu bewältigen.
Einzelne Fehlerquellen: Wenn man sich auf ein einziges Gateway, eine einzige akquirierende Bank oder eine einzige Region verlässt, führt jedes Problem in diesem Bereich zu einem vollständigen Zahlungsstillstand.
Welche Auswirkungen haben fehlgeschlagene Zahlungen auf Unternehmen?
Fehlgeschlagene Zahlungen erscheinen als technische Fehler, wirken sich jedoch auf den Umsatz, das Vertrauen der Kundinnen und Kunden und das Wachstum aus. Hier sind einige Beispiele, wie sich fehlgeschlagene Zahlungen auf ein Unternehmen auswirken können:
Unmittelbarer Umsatzverlust: Wenn eine Zahlung beim Bezahlvorgang fehlschlägt, versuchen 33 % der Kundinnen und Kunden es nicht erneut. Kundinnen und Kunden, bei denen einmal ein Fehler aufgetreten ist, brechen die Transaktion wahrscheinlich ab, selbst wenn die Systeme wiederhergestellt sind.
Verlorener Lifetime Value: Eine einzige fehlgeschlagene Zahlung bei der Anmeldung für ein Abonnement oder einen Wiederholungskauf kann Monate oder Jahre zukünftiger Umsatzerlöse zunichte machen.
Geschwächtes Kundenvertrauen: Kundinnen und Kunden unterscheiden nicht zwischen den Systemen eines Unternehmens und einem Ausfall eines Drittanbieters. Wenn die Zahlung nicht funktioniert, kann die Marke als unzuverlässig empfunden werden.
Supportkosten: Zahlungsausfälle erhöhen das Volumen des Kundensupports, den manuellen Abgleichsaufwand und interne Eskalationen.
Risiko in Spitzenzeiten: Ausfälle in Zeiten mit hohem Volumen (z. B. Verkaufsveranstaltungen, Produkteinführungen, regionale Feiertage) haben erhebliche Konsequenzen.
Aufsichtsrechtliche und vertragliche Risiken: In einigen Branchen können anhaltende Zahlungsausfälle zu Verstößen gegen Serviceverpflichtungen oder zu einer aufsichtsrechtlichen Überprüfung führen, insbesondere wenn Notfallpläne erwartet werden.
Interne Entscheidungshemmnisse: Ohne Failover könnten Teams Produkteinführungen oder Expansionen aus Angst vor nicht abgeschlossenen Zahlungen verzögern. Zuverlässigkeitsprobleme schränken das Wachstum ein.
Wann sollte ein Unternehmen Payment Failover einsetzen?
Payment Failover wird in dem Moment notwendig, in dem die Zuverlässigkeit der Zahlungen genauso wichtig ist wie die Konversion, die Kundenbindung oder die Skalierbarkeit. Ziehen Sie Payment Failover in den folgenden Szenarien in Betracht:
Wenn Zahlungen für den Umsatz von zentraler Bedeutung sin: Wenn ein Zahlungsausfall den Verkauf vollständig zum Erliegen bringt, wird Failover von einem „Nice-to-have” zu einer Notwendigkeit. Je mehr der Umsatz von einem unterbrechungsfreien Bezahlvorgang abhängt, desto höher ist der Einsatz.
Wenn das Transaktionen hoch sind: Selbst ein kurzer Ausfall kann bei hoher Nachfrage Tausende von Kundinnen und Kunden betreffen. Die Anzahl der fehlgeschlagenen Transaktionen steigt schnell an, ebenso wie die negativen Auswirkungen auf den Umsatz.
Wenn Sie global tätig sind: Grenzüberschreitende Zahlungen Grenzüberschreitende Zahlungen sind auf regionale Netzwerke, Banken und Infrastrukturen angewiesen, die nicht alle auf die gleiche Weise ausfallen. Failover hilft dabei, regionale Probleme zu umgehen, ohne Kundinnen und Kunden in nicht betroffenen Märkten zu beeinträchtigen.
Bei häufigen Traffic-Spitzen: Produkteinführungen, Werbeaktionen, saisonale Spitzen und Flash-Sales erhöhen das Risiko. Failover kann genau dann Schutz bieten, wenn die Systeme am stärksten belastet sind.
Bei Verfügbarkeitsverpflichtungen : Unternehmen mit Service Level Agreements oder aufsichtsrechtlichen Anforderungen hinsichtlich der Erreichbarkeit benötigen dokumentierte Kontinuitätspläne.
Wenn Sie sich auf einen einzigen Zahlungsdienstleister verlassen: Eine einzige Integration schafft einen einzigen Ausfallpunkt. Selbst hochzuverlässige Plattformen können von unerwünschten Vorfällen betroffen sein, und Failover reduziert das Risiko kostspieliger Zahlungsausfälle.
Wenn die Expansion durch das Risiken eingeschränkt ist: Teams verzögern manchmal Wachstumsinitiativen, weil sie nicht darauf vertrauen, dass ihre Zahlungsstacks dem Druck standhalten. Failover kann diese Einschränkung mindern, indem es die Zuverlässigkeit vorhersehbarer macht.
Was sind die größten Herausforderungen bei der Implementierung von Payment Failover?
Der schwierigste Teil bei der Implementierung von Payment Failover ist in der Regel, alles konsistent, sicher und verwaltbar zu halten, sobald Sie es implementiert haben. Dies sind die häufigsten Herausforderungen:
Komplexität der Integration: Die Unterstützung mehrerer Zahlungsweiterleitungen bedeutet, dass mehr als ein System integriert, gewartet und aktualisiert werden muss. Jeder Anbieter hat seine eigenen APIs, Sonderfälle und internen Anforderungen.
Tokenisierung und Datenportabilität: Gespeicherte Zahlungsdaten sind oft an einen bestimmten Anbieter gebunden. Ohne portable Token oder einen gemeinsamen Tresor kann Failover Abonnements, gespeicherte Karten oder One-Click-Bezahlvorgänge unterbrechen.
Verwaltungskosten: Mehrere Anbieter bedeuten mehr Verträge, mehr Abstimmungen und mehr Support-Pfade. Finanz- und Betriebsteams benötigen Transparenz darüber, welche Transaktionen wo ausgeführt wurden.
Kostenüberlegungen: Backup-Weiterleitungen können mit festen Gebühren oder Mindestbeträgen verbunden sein, selbst wenn sie nicht genutzt werden. Der Kompromiss besteht darin, für Redundanz zu bezahlen oder die Kosten für entgangene Umsatzerlöse während Ausfällen zu tragen.
Konsistenz bei Ausfällen: Der Backup-Pfad muss dieselben Zahlungsmethoden, Währungen, Compliance-Regeln und Betrugskontrollen unterstützen wie der primäre Pfad.
Doppelte oder fehlende Transaktionen: Wenn während einer Anfrage ein Ausfall auftritt, benötigen Systeme eine starke Idempotenz und Abgleichslogik, um doppelte Abbuchungen oder verlorene Datensätze zu vermeiden.
Falsch positive Ergebnisse und übermäßige Auslösung: Schlecht abgestimmte Schwellenwerte können unnötigerweise ein Failover auslösen, was zu Instabilität führen kann, anstatt diese zu verhindern. Die Erkennung muss präzise sein.
Wie überwachen und testen Unternehmen Payment-Failover-Systeme?
Failover funktioniert nur, wenn es bereit ist, sobald etwas ausfällt. Hier erfahren Sie, wie Sie die Überwachung und das Testen als kontinuierliche Aufgabe betrachten können:
Leistungsüberwachung in Echtzeit: Unternehmen verfolgen Autorisierungsraten, Fehlertypen, Latenzzeiten und Timeouts über alle Zahlungswege hinweg. Warnmeldungen sind so konfiguriert, dass sie schnell ausgelöst werden, wenn die Metriken außerhalb der normalen Bereiche liegen.
Eindeutige Fehlersignale: Die Überwachung konzentriert sich auf Fehler (z. B. Verbindungsausfälle, Gateway-Zeitüberschreitungen, Systemfehler) und nicht auf normale Ablehnungen.
Regelmäßige Failover-Tests: Teams simulieren Ausfälle oder leiten den Datenverkehr nach einem Zeitplan absichtlich um, um zu überprüfen, ob die Umschaltung wie vorgesehen funktioniert.
Analyse nach einem Vorfall: Failover-Ereignisse werden überprüft, um den Zeitpunkt, die Auswirkungen auf die Transaktionen und das Wiederherstellungsverhalten zu verstehen. Die Daten liefern Informationen für bessere Schwellenwerte und eine schnellere Erkennung im Laufe der Zeit.
Abgleichsprüfungen: Nach einem Failover werden die Transaktionen überprüft, um sicherzustellen, dass keine doppelt erfasst oder verloren gegangen sind. Saubere Datensätze in allen Systemen sind wichtig für Vertrauen und Compliance.
Runbooks und Schulungen: Die Teams dokumentieren das Failover-Verhalten und die Eskalationswege, damit die Reaktionen schnell und vorhersehbar sind.
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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.