Fälligkeitsdaten auf Rechnungen: Die Vorschriften, die Unternehmen in Deutschland kennen müssen

Invoicing
Invoicing

Stripe Invoicing ist eine Softwareplattform für die globale Rechnungsstellung, mit der Sie Zeit sparen und Ihre Zahlungen schneller akzeptieren können. Erstellen Sie eine Rechnung und senden Sie sie innerhalb weniger Minuten an Ihre Kundinnen und Kunden – ohne Code.

Mehr erfahren 
  1. Einführung
  2. Das Wichtigste auf einen Blick
  3. Was ist ein Zahlungsziel?
  4. Wie werden Zahlungsziele festgelegt?
  5. Was ist der Unterschied zwischen einem Fälligkeitsdatum und einem Zahlungsziel auf einer Rechnung?
    1. Beispiele für die Angabe von Fälligkeitsdaten und Zahlungszielen auf Rechnungen
    2. Welche Formulierung ist wann angemessen?
  6. Müssen Rechnungen ein Zahlungsziel enthalten?
    1. Warum die Angabe eines Fälligkeitsdatums auf einer Rechnung sinnvoll ist
  7. Wann ist es sinnvoll, Zahlungsbedingungen auf einer Rechnung festzulegen?
    1. Kürzere Zahlungsziele
    2. Verlängerte Zahlungsziele
    3. Beginn und Ende der Zahlungsfrist
  8. Wie Stripe Invoicing Sie bei der Verwaltung Ihrer Zahlungsziele unterstützen kann
  9. FAQ zu Fälligkeitsdaten

Die Zahlungsbedingungen, die Unternehmen in Deutschland für ihre Kundinnen und Kunden festlegen oder mit diesen aushandeln, haben maßgeblichen Einfluss auf die Liquidität ihrer Betriebe. Sie bestimmen unter anderem, wie viel Zeit Kundinnen und Kunden haben, um ihre Rechnungen zu begleichen, und wann Geld vom Konto des Unternehmens abgebucht wird. Ein wesentlicher Bestandteil von Zahlungsbedingungen ist das Zahlungsziel.

In diesem Artikel erfahren Sie, was ein Zahlungsziel ist, wie es sich von einer Zahlungsfrist unterscheidet und ob es in Deutschland als zwingende Rechnungsangabe gilt. Außerdem besprechen wir, welche Zahlungsziele (z. B. kürzere oder längere) in der Praxis üblich sind und wie Stripe Sie bei der Verwaltung von Fälligkeitsdaten unterstützen kann.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Zahlungsziel ist ein bestimmtes Datum, bis zu dem Empfänger/innen eine Rechnung begleichen müssen.
  • Zahlungsziele und Zahlungsfristen dienen demselben Zweck, definieren den Zeitpunkt der Zahlung jedoch auf unterschiedliche Weise.
  • Deutsche Unternehmen können Zahlungsbedingungen individuell mit ihren Kundinnen und Kunden vereinbaren oder feste Bedingungen in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Regelungen festlegen.
  • In der Praxis unterscheiden sich Zahlungsziele und Zahlungsfristen im B2B- und B2C-Bereich häufig.
  • Eindeutige Zahlungsbedingungen vereinfachen die Liquiditätsplanung, das Mahnwesen und das Debitorenmanagement.

Was ist ein Zahlungsziel?

Ein Zahlungsziel ist ein konkretes Datum, bis zu dem eine Rechnung bezahlt werden muss. Es legt fest, wann eine offene Rechnung fällig ist oder wann die Zahlung bei einem Gläubiger eingegangen sein muss.

Ein Zahlungsziel ist ein wesentlicher Bestandteil der Zahlungsbedingungen eines Unternehmens und wird in der Regel auf einer Rechnung angegeben. Es schafft somit Transparenz für beide Vertragsparteien. Rechnungsempfänger/innen können eine offene Rechnung jederzeit vor oder am Fälligkeitsdatum begleichen. Der Aussteller der Rechnung gewährt seiner Kundin oder seinem Kunden im Wesentlichen einen befristeten Zahlungsaufschub.

Wie werden Zahlungsziele festgelegt?

Zahlungsfristen sind entweder in der vertraglichen Vereinbarung zwischen den beiden Parteien festgelegt oder werden vom Rechnungssteller vorgegeben.

Unternehmen in Deutschland nutzen vereinbarte Zahlungsziele zur Planung ihrer Zahlungseingänge und berücksichtigen dabei die Interessen beider Parteien. Sie können auch zusätzliche Zahlungsvereinbarungen für Dinge wie Vorschüsse, Teilzahlungen und Raten oder Skonti treffen.

Ein einseitig festgelegtes Zahlungsziel wird von einem Lieferanten ohne vorherige individuelle Vereinbarung mit den Kundinnen und Kunden vorgegeben. Die Zahlungsbedingungen, einschließlich des Zahlungsziels, sind in der Regel im Angebot, im Vertrag oder in allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) festgelegt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Fälligkeitsdatum und einem Zahlungsziel auf einer Rechnung?

In der Geschäftswelt werden die Begriffe „Fälligkeitsdatum“ und „Zahlungsziel“ oft synonym verwendet. Streng genommen stellen sie jedoch zwei verschiedene Arten dar, um zu beschreiben, wann Kundinnen und Kunden ihre Rechnung bezahlen müssen.

Ein Fälligkeitsdatum legt ein bestimmtes Datum fest, bis zu dem die Rechnung bezahlt werden muss. Ein Zahlungsziel hingegen ist ein Zeitraum, innerhalb dessen ein/e Käufer/in eine Rechnung begleichen muss.

Beispiele für die Angabe von Fälligkeitsdaten und Zahlungszielen auf Rechnungen

Unternehmen in Deutschland müssen sicherstellen, dass ihre Zahlungsbedingungen auf ihren Rechnungen klar formuliert sind, damit bei den Kundinnen und Kunden keine Unklarheit darüber besteht, wann eine Rechnung fällig ist. Die genaue Formulierung unterscheidet sich je nachdem, ob ein Unternehmen ein bestimmtes Fälligkeitsdatum oder ein Zahlungsziel festlegen möchte.

Bei der Festlegung eines Fälligkeitsdatums enthält die Formulierung in der Regel eine feste Frist für die Zahlung:

  • „Bitte überweisen Sie den Rechnungsbetrag bis zum 31. August 2026 auf das angegebene Konto.“
  • „Rechnungsbetrag fällig bis spätestens 31. August 2026.“
  • „Vollständig zahlbar bis 31. August 2026.“

Bei der Festlegung eines Zahlungsziels bezieht sich die Formulierung hingegen auf einen bestimmten Zeitraum:

  • „Zahlbar innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungsdatum.“
  • „Zahlbar innerhalb von 30 Tagen nach Rechnungserhalt.“
  • „Zahlbar innerhalb von vier Wochen nach Rechnungsstellung.“

Welche Formulierung ist wann angemessen?

In der Praxis sind die Unterschiede zwischen einem Fälligkeitsdatum und einem Zahlungsziel minimal, da beide letztendlich definieren, wann die Zahlung fällig ist. Wird beispielsweise ein 30-Tage-Zahlungsziel vereinbart, legt dies automatisch ein bestimmtes Fälligkeitsdatum fest. Der Hauptunterschied liegt in der Art und Weise, wie die Frist kommuniziert wird.

Ein Fälligkeitsdatum eignet sich in der Regel am besten, wenn ein Unternehmen die genaue Zahlungsfrist klar kommunizieren möchte. Ein Zahlungsziel bietet sich hingegen an, wenn das Unternehmen möchte, dass sich die Frist auf Basis des Rechnungsdatums oder des Rechnungserhalts anpasst. Welche Version ein Unternehmen verwendet, hängt oft von seinen internen Prozessen, den vereinbarten Zahlungsbedingungen und den Anforderungen der spezifischen Geschäftsbeziehung ab.

Müssen Rechnungen ein Zahlungsziel enthalten?

Deutsche Unternehmen sind nicht verpflichtet, auf ihren Rechnungen immer ein Zahlungsziel oder eine Zahlungsfrist anzugeben. Grundsätzlich sind Rechnungen mit Erhalt fällig, sofern keine abweichenden Zahlungsbedingungen vereinbart wurden. Rechtsgrundlage hierfür ist das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), insbesondere § 271 BGB.

Sofern keine individuellen Vereinbarungen getroffen wurden, gilt zudem die gesetzliche Zahlungsfrist nach § 286 Abs. 3 BGB. Nach dieser Regelung gelten gewerbliche Rechnungen als überfällig, wenn sie nicht innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt und Fälligkeit beglichen werden. Für Privatpersonen gilt diese Regelung nur, wenn die Rechnung ein genaues Fälligkeitsdatum oder eine Zahlungsfrist enthält.

Ein Zahlungsverzug kann auch eintreten, wenn ein Unternehmen seine ausstehenden Forderungen anmahnt. Dies ist möglich, sobald ein Kunde/eine Kundin das auf der Rechnung angegebene Zahlungsziel überschreitet.

Warum die Angabe eines Fälligkeitsdatums auf einer Rechnung sinnvoll ist

Auch wenn es nicht in allen Fällen gesetzlich vorgeschrieben ist, müssen Unternehmen auf ihren Rechnungen eindeutig gekennzeichnete Fälligkeitsdaten oder Zahlungsziele angeben. Eindeutige Angaben schaffen Transparenz darüber, wann eine Zahlung fällig ist, und verringern das Risiko von Missverständnissen zwischen den Vertragsparteien.

Dies erleichtert auch die interne Organisation. Unternehmen können ihre Zahlungseingänge besser planen und offene Rechnungen systematisch nachverfolgen. Sie können überfällige Zahlungen schnell erkennen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, wie z. B. den Versand von Zahlungserinnerungen oder Mahnungen. Dies verringert das Ausfallrisiko und kann sogar die Liquidität des Unternehmens verbessern.

Ein weiterer Vorteil der Festlegung eines klaren Zahlungsziels besteht darin, dass die Durchsetzbarkeit offener Rechnungen verbessert wird. Fehlt eine eindeutig bestimmbare Frist, so gibt es im Streitfall keine klare Grundlage für ein Mahnverfahren. Dies kann zu Unsicherheiten führen, beispielsweise bei der Berechnung von Verzugszinsen.

Wann ist es sinnvoll, Zahlungsbedingungen auf einer Rechnung festzulegen?

Grundsätzlich steht es Unternehmen in Deutschland frei, ihre eigenen Zahlungsbedingungen festzulegen (z. B. netto 30, netto 60), solange diese nicht gegen gesetzliche oder vertragliche Vorschriften verstoßen. In der Praxis orientieren sie sich häufig an einer Zahlungsfrist von 30 Tagen. Es ist jedoch auch möglich, individuelle Bedingungen zu vereinbaren, die besser zu ihrer Liquiditätsplanung und Geschäftsstrategie passen. Unternehmen im B2B-Bereich legen häufig längere oder flexible Zahlungsfristen fest, während im B2C-Bereich kürzere und klar strukturierte Zahlungsfristen üblicher sind.

Kürzere Zahlungsziele

Unternehmen können sich dafür entscheiden, kürzere Zahlungsfristen auf ihren Rechnungen festzulegen, um schneller bezahlt zu werden. Allerdings müssen Fristen von beispielsweise 14 Tagen im Voraus mitgeteilt werden – sei es in einem Angebot, einem Vertrag oder den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens. Es ist besonders wichtig, Kundinnen und Kunden vor der Rechnungsstellung über besonders kurze Zahlungsfristen, wie beispielsweise sieben Tage, zu informieren.

Unternehmen müssen zunächst Vereinbarungen mit ihren Kundinnen und Kunden treffen, anstatt diese mit kurzen Zahlungszielen auf ihren Rechnungen zu überraschen. Ohne einen Vertrag sind kürzere Fristen möglicherweise nicht rechtlich bindend. Die Formulierung „sofort fällig“ bedeutet, dass die Rechnung mit Erhalt fällig ist. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Zahlung der Kundin oder des Kunden automatisch verspätet ist, wenn sie nicht sofort erfolgt.

Verlängerte Zahlungsziele

Neben kürzeren Zahlungszielen können Unternehmen auch verlängerte Fälligkeitsdaten oder Zahlungsbedingungen vereinbaren. Fristen von 60 oder mehr Tagen sind im B2B-Bereich keine Seltenheit. Sie sind in der Regel Bestandteil individueller Verträge und Zahlungsvereinbarungen. Verlängerte Zahlungsziele bieten den Rechnungsempfänger/innen erhebliche Flexibilität und können sich somit positiv auf die Geschäftsbeziehung auswirken. Im B2C-Bereich sind verlängerte Fristen weniger üblich, da Lieferanten in diesem Sektor in der Regel eine schnellere Begleichung ihrer Rechnungen erwarten.

Beginn und Ende der Zahlungsfrist

Der Schlüssel zur Festlegung einer Zahlungsfrist liegt in der Entscheidung, an welches Ereignis die Frist geknüpft werden soll (z. B. Rechnungsdatum, Rechnungserhalt oder Lieferung). Grundsätzlich beginnt die Zahlungsfrist entweder mit dem Rechnungserhalt oder mit der Lieferung der Ware, sofern diese nach der Rechnungsstellung erfolgt. Beim Versand von Rechnungen per Post müssen Unternehmen die Postlaufzeit einkalkulieren. Rechnungen, die auf elektronischem Weg versandt werden, gehen in der Regel sofort ein, weshalb der Rechnungseingang oft mit dem Rechnungsdatum zusammenfällt. Dies ist jedoch möglicherweise nicht immer der Fall, z. B. wenn eine E-Mail im Spam-Ordner landet.

Die Zahlungsfrist endet mit Ablauf des letzten Tages der Frist. Fällt dieser Tag auf einen Samstag, Sonntag oder gesetzlichen Feiertag, endet die Frist mit Ablauf des nächsten Werktages.

Wie Stripe Invoicing Sie bei der Verwaltung Ihrer Zahlungsziele unterstützen kann

Mit Stripe Invoicing können Sie Rechnungen mithilfe der konfigurierbaren Zahlungseinstellungen des Tools erstellen und versenden. Fälligkeitsdaten und Zahlungsbedingungen können schnell und einfach gemäß Ihren Anforderungen auf Rechnungen abgebildet werden.

Stripe Invoicing hilft Ihnen auch dabei, den Überblick über Ihre Zahlungseingänge zu behalten, sodass Sie Fälligkeitsdaten verfolgen, offene Rechnungen zentral verwalten sowie Zahlungserinnerungen und Mahnungen automatisieren können. Dies vereinfacht Ihr Debitorenmanagement, insbesondere bei einem hohen Rechnungsvolumen.

Gleichzeitig können Sie Ihren Kundinnen und Kunden mehr als 100 verschiedene Zahlungsmethoden sowie die Abwicklung in über 25 Sprachen und 135 Währungen anbieten. Dies erhöht die Flexibilität Ihres Zahlungsprozesses und erleichtert es internationalen Kundinnen und Kunden, ihre Rechnungen schnell und unkompliziert zu begleichen.

FAQ zu Fälligkeitsdaten

Nachfolgend finden Sie die am häufigsten gestellten Fragen rund um Fälligkeitsdaten auf Rechnungen in Deutschland.

Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.

Weitere Artikel

  • Etwas ist schiefgegangen. Bitte versuchen Sie es noch einmal oder kontaktieren Sie den Support.

Startklar?

Erstellen Sie direkt ein Konto und beginnen Sie mit dem Akzeptieren von Zahlungen. Unser Sales-Team berät Sie gerne und gestaltet für Sie ein individuelles Angebot, das ganz auf Ihr Unternehmen abgestimmt ist.
Invoicing

Invoicing

Erstellen Sie Rechnungen und senden Sie sie in wenigen Minuten an Ihre Kundschaft – kein Code erforderlich.

Dokumentation zu Invoicing

Erstellen und verwalten Sie Rechnungen für einmalige Zahlungen mit Stripe Invoicing.