Ein Zahlungsabwickler verbindet ein Unternehmen mit seinen Kundinnen und Kunden, und die Zusammenarbeit mit dem richtigen Anbieter ist entscheidend. Die durchschnittliche Kaufabbruchquote liegt bei über 70 %, und alle Probleme bei der Zahlungsabwicklung wirken sich wahrscheinlich auf Ihre Konversionsraten aus. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Abwickler Ihr Wachstum hemmt, ist es vielleicht an der Zeit, nach anderen Optionen zu suchen. Ein sorgfältig durchgeführter Wechsel kann Kosten senken, die Autorisierungsraten verbessern und eine stabilere Grundlage für Ihre Zahlungen schaffen.
Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie den Zahlungsanbieter wechseln, warum Unternehmen sich für einen Anbieterwechsel entscheiden und wie Sie Ausfallzeiten oder fehlgeschlagene Zahlungen während des Wechsels vermeiden können.
Worum geht es in diesem Artikel?
- Wie kann ein Unternehmen ohne Unterbrechung den Zahlungsabwickler wechseln?
- Warum entscheiden sich Unternehmen für einen Wechsel des Zahlungabwicklers?
- Welche Daten, Verträge und Abhängigkeiten sollten Teams bewerten, bevor sie den Zahlungsabwickler wechseln?
- Welche technischen Änderungen sind erforderlich, um einen neuen Zahlungsabwickler zu integrieren und zu testen?
- Welche Aspekte müssen bei einem Wechsel des Zahlungsabwicklers berücksichtigt werden?
- Wie können Unternehmen den Erfolg nach dem Wechsel des Zahlungsabwicklers überprüfen?
- So kann Stripe Payments Sie unterstützen
Wie kann ein Unternehmen ohne Unterbrechung den Zahlungsabwickler wechseln?
Ein Wechsel des Zahlungsabwicklers funktioniert am besten, wenn er in Phasen unterteilt sind. Wenn Sie alle Schritte auf einmal abschließen, ist das Risiko eines Scheiterns zu hoch.
Hier sind einige der Phasen, die Sie beachten sollten:
Zielsetzung: Legen Sie zunächst Umfang, Zeitplan und Erfolgskriterien für den Wechsel fest.
Zeitliche Planung der Migration: Planen Sie die Umstellung für eine Phase mit geringem Transaktionsvolumen. Vermeiden Sie nach Möglichkeit Zeiten mit Verkaufsspitzen, großen Produktlaunches und Abrechnungszyklen.
Koordinieren der Abteilungen: Bestimmen Sie Verantwortliche für Prozesse in den Bereichen Engineering, Finanzen, Betrieb und Support. Jeder sollte wissen, was sich wann ändert und wie Probleme während der Übergangsphase eskaliert werden.
In einer Sandbox starten: Integrieren Sie zuerst den neuen Abwickler in eine Testumgebung. Validieren Sie wichtige Abläufe (z. B. Autorisierungen, Rückerstattungen, Webhooks und Grenzfälle), bevor Sie den Live-Traffic zulassen.
Parallele Ausführung der Systeme: Halten Sie den bestehenden Abwickler solange online, bis sich der neue Abwickler bewährt hat. Durch die parallele Verarbeitung wird ein Sicherheitsnetz geschaffen, das Ausfälle und Umsatzverluste verhindern kann.
Vorbereitung kundenorientierter Teams: Kommunizieren Sie mit Support-, Vertriebs- und Betriebsteams darüber, was sich ändert und was Kundinnen und Kunden eventuell bemerken könnten. Eine klare interne Richtlinie kann helfen, Verwirrung zu vermeiden und die Problemlösung zu beschleunigen.
Langsames Hochfahren: Beginnen Sie zunächst mit dem Routing eines kleinen Prozentsatzes der Transaktionen an den neuen Abwickler. Erhöhen Sie das Volumen erst, wenn Genehmigungsraten, Fehlerquoten und Zahlungsabwicklung den Erwartungen entsprechen.
Abschließen des Wechsels: Verschieben Sie alle neuen Transaktionen, sobald der neue Abwickler die erwartete Leistung erzielt hat.
Rückfalloption beibehalten: Entfernen Sie den Zugriff auf das alte System, um versehentliche Doppelverarbeitungen zu vermeiden, halten Sie es jedoch für Rückerstattungen, Rückbuchungen und den Abgleich historischer Transaktionen bereit. Schließen Sie es erst vollständig, wenn alle offenen Fragen geklärt sind.
Warum entscheiden sich Unternehmen für einen Wechsel des Zahlungabwicklers?
Einige Unternehmen wechseln den Zahlungsabwickler, wenn die Kosten steigen – sei es durch Gebührenerhöhungen oder Änderungen des Preismodells, die sich letztlich als ungünstig erweisen.
Manchmal wechseln Unternehmen, weil der Abwickler unzuverlässig wird, was sich anhand fehlgeschlagener Transaktionen oder unbeantworteter Support-Tickets zeigen kann.
Wenn ein Zahlungsabwickler die Skalierung in neue Märkte oder Vertriebskanäle nicht bewältigen kann, kann dies einen Wechsel erforderlich machen.
Welche Daten, Verträge und Abhängigkeiten sollten Teams bewerten, bevor sie den Zahlungsabwickler wechseln?
Zahlungsabwickler bilden das Zentrum eines Netzes aus Verträgen, Datenflüssen und nachgelagerten Systemen. Für einen effektiven Wechsel ist eine disziplinierte, gründliche Vorabbewertung aller Beteiligten erforderlich.
Verträge und Ausstiegsbedingungen
Viele Ausstiegsvereinbarungen von Zahlungsabwicklern beinhalten Gebühren für die vorzeitige Kündigungen, automatische Verlängerungen oder zusätzliche Services wie Hardware-Leasingverträge und Gateway-Verträge, die ebenfalls gekündigt werden müssen. Wenn Sie genau wissen, wann und wie Sie aussteigen können (und welche Kosten hierfür anfallen), können Sie den Wechsel ohne Überraschungen planen.
Übertragbarkeit von Kundendaten
Wenn Sie Ihren Zahlungsabwickler verwenden, um Zahlungsmethoden von Kundinnen und Kunden zu speichern oder Abos zu verwalten, sollten Sie wissen, welche Daten Sie in welcher Form exportieren können. Einige Zahlungsabwickler ermöglichen die sichere Übertragung tokenisierter Kartendaten an einen neuen Anbieter, andere nicht. Wenn Token nicht migriert werden können, müssen Sie die Zahlungsdaten erneut erfassen, ohne die Rechnungsstellung oder den Service zu unterbrechen.
Technische Abhängigkeiten
Viele Systeme sind an Transaktionen beteiligt (z. B. Checkout-Abläufe, mobile Apps, Point of Sale-Systeme). Erstellen Sie eine Übersicht über diese Systeme und stellen Sie sicher, dass sie berücksichtigt werden. Selbst kleine Abhängigkeiten, wie Webhook-Listener oder interne Dashboards, können ausfallen, wenn Sie sie übersehen.
Welche technischen Änderungen sind erforderlich, um einen neuen Zahlungsabwickler zu integrieren und zu testen?
Der Wechsel zu einem neuen Zahlungsabwickler bedeutet, die Systeme, die Geld bewegen, neu zu verdrahten, ohne dabei die vielen anderen abhängigen Systeme zu unterbrechen. Dazu sind mehrere technische Schritte erforderlich, die im Folgenden beschrieben werden.
Anwendungsprogrammierschnittstelle (API) und Aktualisierungen von Anmeldedaten: Ersetzen Sie vorhandene API-Schlüssel, Endpoints, Authentifizierungsmethoden und Anfrageformate durch die des neuen Abwicklers. Das System muss an allen Stellen, an denen es Zahlungen erstellt, Zahlungen erfasst, Rückerstattungen ausstellt oder Zahlungsanfechtungen bearbeitet, aktualisiert und validiert werden.
Webhook- und Ereignisbehandlung: Konfigurieren Sie Webhook-Endpoints so, dass sie Zahlungen vom neuen Abwickler empfangen. Stellen Sie sicher, dass Signaturprüfung, Ereignisanalyse und nachgelagerte Logik korrekt funktionieren, damit Zahlungen, Wiederholungsversuche und Benachrichtigungen synchron bleiben.
Frontend-Zahlungskomponenten: Aktualisieren oder ersetzen Sie bei Bedarf Checkout-Komponenten, Zahlungsformulare oder Mobile Software Development Kits (SDKs). Testen Sie diese auf verschiedenen Geräten, Browsern und Regionen, um ein einheitliches Kundenerlebnis zu gewährleisten.
Point of Sale (POS)- und Präsenzsysteme: Konfigurieren Sie die POS-Software neu oder stellen Sie bei Bedarf neue Hardware bereit. Validieren Sie Chip-, Kontaktlos- und Swipe-Zahlungen, die Belegverarbeitung und das Offline-Verhalten, bevor Sie live gehen.
Migration von Token und Abos: Migrieren Sie gespeicherte Zahlungstoken und aktive Abodaten dort sicher, wo sie unterstützt werden. Unterbrechungen bei wiederkehrenden Zahlungen können zu Kundenabwanderung führen. Validieren Sie migrierte Datensätze durch kontrollierte Abrechnungstests, bevor Sie das wiederkehrende Volumen Ihres Unternehmens übertragen.
Buchhaltungs- und Berichterstattungsintegration: Stimmen Sie die Berichtsergebnisse des neuen Abwicklers mit den bestehenden Abgleichs-, Finanz- und Enterprise Resource Planning (ERP)-Workflows ab. Überprüfen Sie, ob die Exporte den Erwartungen entsprechen.
End-to-End-Tests: Führen Sie vollständige Transaktionen in Test- und Staging-Umgebungen durch. Testen Sie unbedingt Fehler, Rückerstattungen, Teilerfassungen und Zahlungsanfechtungen.
Welche Aspekte müssen bei einem Wechsel des Zahlungsabwicklers berücksichtigt werden?
Beim Wechsel des Zahlungsabwicklers müssen zahlreiche Details beachtet werden. Kleine Fehler während der Übergangszeit können sich schnell summieren.
Beachten Sie Folgendes:
Kontinuität von Sicherheit und Compliance: Stellen Sie während des Wechsels die PCI-Compliance und den sicheren Umgang mit Zahlungsdaten sicher. Klären Sie die Verantwortlichkeiten beider Zahlungsabwickler, damit bei Überschneidungen keine Versorgungslücke besteht.
Systemübergreifender Abgleich: Rechnen Sie während der Phase, in der beide Abwickler aktiv sind, mit einer vorübergehenden Aufteilung der Berichte. Weisen Sie die Verantwortlichkeiten für den täglichen Abgleich zu, sodass Einzahlungen, Gebühren, Rückerstattungen und Rückbuchungen korrekt erfasst werden.
Rückerstattungs- und Zahlungsanfechtungsverfahren: Stellen Sie sicher, dass Rückerstattungen und Rückbuchungen über den Abwickler der ursprünglichen Transaktion abgewickelt werden. Das Vermischen von Systemen könnte zu Verwirrung bei den Kundinnen und Kunden sowie den Buchhaltungsteams führen.
Interne Dokumentation: Aktualisieren Sie interne Playbooks und Verfahren auf den neuen Abwickler. Teams sollten sofort wissen, wo die Daten gespeichert sind und wie Probleme gelöst werden können.
Zugriff auf historische Daten: Exportieren Sie Berichte, Abrechnungen und Transaktionen vom alten Abwickler und bewahren Sie sie auf, bevor der Zugriff darauf nicht mehr möglich ist. Diese Aufzeichnungen sind oftmals noch lange nach Abschluss des Wechsels wichtig.
Wie können Unternehmen den Erfolg nach dem Wechsel des Zahlungsabwicklers überprüfen?
Der Wechsel des Zahlungsabwicklers ist abgeschlossen, wenn sich das neue System bewährt hat. Es muss zeigen, dass es das Geschäft zuverlässig, fehlerfrei und skalierbar betreiben kann.
Bewerten Sie Ihren neuen Abwickler auf Basis der folgenden Punkte:
Transaktionsleistung: Vergleichen Sie Autorisierungsraten, Fehlermuster und Latenz mit den Ausgangswerten vor dem Wechsel.
Genauigkeit und Zeitpunkt der Auszahlung: Vergewissern Sie sich, dass die Gelder korrekt und planmäßig abgewickelt werden.
Stabilität wiederkehrender Abrechnungen: Verfolgen Sie Abos mindestens einen Abrechnungszyklus lang, um sicherzustellen, dass sie korrekt verlängert werden.
Workflows für Zahlungsanfechtungen und Rückerstattungen: Bestätigen Sie, dass das neue System Zahlungsanfechtungen, Rückerstattungen und Anpassungen verarbeiten kann.
Internes und externes Feedback: Ein erfolgreicher Wechsel sollte nahtlos erfolgen. Wenn Kundinnen und Kunden kein negatives Feedback haben und interne Teams dem neuen System vertrauen, hat die Migration funktioniert.
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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.