Kryptowährung kann verwendet werden, um Geld grenzüberschreitend zu bewegen, Zahlungen schneller abzuwickeln, neue Kundinnen und Kunden zu erreichen und Teile des Internets zu erschließen, die auf Blockchains ausgeführt werden. Stablecoins und Altcoins unterstützen diese Ziele auf unterschiedliche Weise. Sie unterscheiden sich grundlegend, werden aber häufig verwechselt. Teams, die sich für Kryptowährungen interessieren, müssen sich über ihre Nutzung, ihre Unterschiede und ihre Beziehung zueinander im Klaren sein.
Im Folgenden erklären wir die Unterschiede zwischen Stablecoins und Altcoins. Außerdem erfahren Sie, wie Sie entscheiden können, welche Option am besten zu Ihrem geschäftlichen Bedarf passt.
Worum geht es in diesem Artikel?
- Was gilt als Stablecoin und was als Altcoin?
- Wie werden die Preise für Stablecoins und Altcoins festgelegt?
- Was sind die Anwendungsszenarien für Stablecoins und Altcoins?
- Welche Risiken bergen Stablecoins und Altcoins?
- Wie können Unternehmen entscheiden, wann sie einen Stablecoin und wann einen Altcoin verwenden sollten?
- So kann Stripe Sie unterstützen
Was gilt als Stablecoin und was als Altcoin?
Stablecoins und Altcoins sind zwei Arten von Krypto-Assets.
Altcoins (kurz für „alternative Coins“) decken fast alles ab, was nicht Bitcoin ist. Große, etablierte Assets wie Ether zählen dazu, aber auch Tausende kleinerer Token, die an bestimmte Plattformen, Anwendungen oder Communities gebunden sind. 2025 machten sie etwa 44 % des globalen Kryptomarkts aus. Die Preise bestimmter Altcoins steigen und fallen je nach Angebot, Nachfrage und Stimmung. Mit einigen Altcoins werden ganze Blockchains betrieben. Andere dienen dazu, einen bestimmten Dienst oder ein bestimmtes Governance-System zu unterstützen.
Stablecoins hingegen existieren zum Zweck der Preisstabilität. Viele sind 1:1 an eine wichtige Währung wie den US-Dollar oder Euro gebunden. Wie diese Preisbindung aufrechterhalten wird, kann variieren. Sie verfolgt aber immer das Ziel, das Token durchgehend zu seinem Zielwert zu handeln. 2025 ermöglichten Stablecoins weltweit Transaktionsströme mit einem Bruttowert von 46 Billionen USD. Technisch gesehen sind Stablecoins eine Art Altcoin. Der Unterschied ist, dass ein gut verwalteter Stablecoin nur den Bruchteil eines Cents von seiner Preisbindung abweichen sollte, während der Wert anderer Arten von Altcoins steigen oder abstürzen kann.
Wie werden die Preise für Stablecoins und Altcoins festgelegt?
Stablecoins und andere Altcoins arbeiten unter völlig unterschiedlichen Marktdynamiken. So halten verschiedene Stablecoins ihre Preise aufrecht:
Fiatbesicherte Stablecoins: Der Aussteller hält Barmittel oder Barmitteläquivalente für jedes im Umlauf befindliche Token. Dadurch erhält der Coin einen einlösbaren Wert und es entsteht eine Arbitrage-Schleife, die den Preis bei jeder Verschiebung in Richtung der Preisbindung zurückzieht.
Kryptobesicherte Stablecoins: Diese Stablecoins halten ihre Preisbindung aufrecht, indem sie andere Kryptowährungen im Rahmen intelligenter Verträge als Sicherheiten nutzen. Da diese Assets im Wert schwanken können, setzen solche Systeme auf Überbesicherung und automatische Anreize, die das Gleichgewicht im Fall von Preisschwankungen wiederherstellen.
Algorithmische Stablecoins: Diese Stablecoins versuchen, die Stabilität durch Angebotsanpassungen anstelle realer Sicherheiten aufrechtzuerhalten. Solche Konstrukte versagen in der Regel unter Druck, da sie vom Marktvertrauen und nicht von einlösbaren Vermögenswerten abhängig sind.
Andere Altcoins haben keinerlei eingebaute Stabilisatoren und werden ausschließlich nach Marktstimmung, Liquidität und Projektdynamik gehandelt. Selbst die Preise für große, bekannte Assets können schnell steigen oder fallen. Sie verhalten sich viel mehr wie Wachstumswerte und zeichnen sich durch höheres Aufwärtspotenzial und höhere Variabilität aus, die Unternehmen aktiv handhaben müssen. Stablecoins sind dagegen so konzipiert, dass sie die Preisvolatilität minimieren, damit sie als praktisches Tauschmittel fungieren können.
Was sind die Anwendungsszenarien für Stablecoins und Altcoins?
Stablecoins sind für alltägliche Transaktionen konzipiert, wogegen andere Altcoins neue Plattformen unterstützen. Hier erfahren Sie, wie sich ihre Anwendungsszenarien in der Praxis unterscheiden.
Anwendungsszenarien für Stablecoins
Grenzüberschreitende Zahlungen: Stablecoins geben Unternehmen die Möglichkeit, Gelder zu jeder Tageszeit innerhalb von Minuten international zu bewegen. Der Wert bleibt während der Übertragung stabil, wodurch das Wechselkursrisiko beseitigt wird, das internationale Zahlungen verlangsamen kann.
Treasury-Bewegungen: Unternehmen nutzen Stablecoins, um Gelder schneller zwischen Einheiten oder Plattformen zu übertragen, als das mit herkömmlichen Banküberweisungen möglich ist. Das verbessert den Zugang zu Betriebskapital.
Kundenzahlungen: Einige Unternehmen akzeptieren Stablecoins beim Bezahlvorgang. Anbieter wie Stripe können die Transaktion automatisch in der vom Unternehmen bevorzugten Währung auf dessen Bankkonto verbuchen.
Absicherung gegen Inflation: In Märkten mit instabilen Währungen stützen sich Kundinnen und Kunden sowie kleine Unternehmen auf Stablecoins. Ein an den Dollar gekoppeltes Token bietet Stabilität, wenn die Kaufkraft einer lokalen Währung unvorhersehbar ist.
Anwendungsszenarien für Altcoins
Zugriff auf Blockchain-Plattformen: Viele Altcoins sind in ihren eigenen Netzwerken nativ und Unternehmen benötigen sie, um die zugrunde liegende Technologie zu nutzen (und z. B. intelligente Verträge auszuführen, Transaktionsgebühren zu zahlen oder mit dezentralen Apps zu interagieren).
Umgebungsspezifische Währungen: Einige Altcoins unterstützen Gaming-Economys, Creator-Plattformen, dezentrale Speichernetzwerke oder Mitgliedschafts-Communitys und Unternehmen benötigen das zugehörige Token für sinnvolle Interaktion.
Investition in neue Technologien: Altcoins werden häufig als Investitionen genutzt, insbesondere von Unternehmen, die Kryptomärkten nahestehen.
Einfluss auf dezentrale Systeme: Bestimmte Altcoins sind mit Stimmrechten in dezentralen Protokollen verbunden. Unternehmen, die Governance-Token besitzen, können an Governance-Entscheidungen teilhaben.
Welche Risiken bergen Stablecoins und Altcoins?
Stablecoins und andere Altcoins haben unterschiedliche Risikoprofile. Sehen wir uns das genauer an.
Stablecoins
Aufweichen der Preisbindung: Ein Stablecoin ist nur so stark wie das, was ihn stützt. Wenn Rückstellungen an Wert verlieren, kann der Coin unter seine Preisbindung abrutschen. Selbst die Preisbindung gut geführter Stablecoins kann während einer Marktpanik vorübergehend aufweichen. Im Mai 2022 beispielsweise sank der große Stablecoin USDT unter seine 1 USD-Bindung, was Unsicherheit an den Kryptomärkten zur Folge hatte.
Regulatorischer Druck: Viele Länder beginnen, Stablecoins zu regulieren, und die noch in Entwicklung befindliche Regulierung schreibt vor, welche Vermögenswerte Stablecoins unterstützen müssen und wer sie ausgeben kann.
Zentralisierungsrisiko: Viele Stablecoins werden von zentralen Emittenten betrieben, die Gelder einfrieren können. Dezentrale Stablecoins können dagegen Fehler in intelligenten Verträgen oder Oracle-Fehler aufweisen.
Sicherheitsprobleme: Kryptoschlüssel können verloren gehen, Wallets können kompromittiert werden und Transaktionen sind unumkehrbar. Unternehmen, die Stablecoins einführen, benötigen strenge interne Kontrollen.
Altcoins
Hohe Volatilität: Altcoin-Preise können erheblich schwanken. Selbst etablierte Plattformen erleben Preisbewegungen eines Umfangs, den viele Unternehmen in ihren Bilanzen oder Betriebsmitteln nicht tolerieren können.
Ungewissheit des Projekts: Wenn das Altcoin-Netzwerk Nutzer/innen verliert, gehackt wird, technische Rückschläge erlebt oder irrelevant wird, verliert das Token an Wert. Viele Altcoins erreichen nie bedeutende Akzeptanz.
Regulatorische Unklarheit: Es kann sein, dass einige Altcoins in Ihrem rechtlichen Zuständigkeitsbereich als Wertpapiere behandelt werden. Ein Token kann seine Konformität von heute auf morgen verlieren. Das kann sich auf Liquidität und Marktzugang auswirken.
Liquidität und Markttiefe: Viele Altcoins werden nur geringfügig gehandelt. Große Transaktionen können den Markt bewegen oder nur schwer zu einem fairen Preis durchführbar sein, insbesondere bei angespannten Märkten.
Technische Schwachstellen: Kleinere Netzwerke können mit Sicherheitsproblemen zu kämpfen haben, von 51-Prozent-Angriffen (oder Mehrheitsangriffen) bis hin zu Mängeln im Code intelligenter Verträge. 2025 wurde Monero Opfer eines 51-Prozent-Angriffs. Das zeigt, wie anfällig Kryptonetzwerke sein können. Ein größerer technischer Ausfall kann den Wert eines Altcoins dauerhaft schädigen.
Wie können Unternehmen entscheiden, wann sie einen Stablecoin und wann einen Altcoin verwenden sollten?
Ob Sie einen Stablecoin oder einen Altcoin verwenden sollten, hängt vom verfolgten Zweck, Ihrer Risikotoleranz und davon ab, wie tiefgreifend Ihr Unternehmen mit Blockchain-Umgebungen interagieren muss. Im Folgenden finden Sie ein Schritt-für-Schritt-Framework, das Ihnen bei der Wahl der am besten geeigneten Lösung hilft.
Beginnen Sie mit der zu erledigenden Aufgabe
Wenn Sie ein zuverlässiges digitales Äquivalent für Bargeld benötigen, sind Stablecoins eine gute Wahl. Wenn Sie auf einer bestimmten Blockchain aufbauen, Zugriff auf die Funktionalität intelligenter Verträge benötigen oder Exposition gegenüber einem aufstrebenden Netzwerk anstreben, könnte ein anderer Altcoin geeignet sein.
Berücksichtigen Sie Ihre Toleranz gegenüber Preisschwankungen
Stablecoins minimieren die Volatilität, damit Finanztransaktionen keine unerwarteten Gewinne oder Verluste mit sich bringen. Andere Altcoins bewegen sich mit dem Markt. Letzteres funktioniert für Unternehmen, die Aufwärtspotenzial oder Exposition nutzen möchten, passt aber nicht zu routinemäßigen Zahlungen oder Treasury-Abläufen.
Prüfen Sie die Kompatibilität
Schauen Sie sich an, was Ihre Partner, Ihre Kundschaft oder Ihr Tech-Stack bereits unterstützen. Vielleicht nutzt ein/e Auftragnehmer/in im Ausland eine Infrastruktur, die für einen an den Dollar gebundenen Stablecoin vorgesehen ist. Eine dezentrale Anwendung erfordert möglicherweise ihr natives Token. Wählen Sie das, was zur jeweiligen Umgebung passt.
Berücksichtigen Sie die regulatorischen und buchhaltungstechnischen Realitäten
Stablecoins und Altcoins unterliegen Regulierung unterschiedlicher Art. Wie die einzelnen Assets im Hinblick auf Buchhaltung, Verwahrung und Berichterstattung behandelt werden, kann ausschlaggebend dafür sein, was machbar ist.
Unterstützen Sie Ihre langfristige Strategie
Stablecoins können den Finanzbetrieb modernisieren und neue Regionen erschließen. Andere Altcoins können Ihr Unternehmen in neue Netzwerke oder Nutzer-Communities einbinden. Das richtige Asset unterstützt Ihre Ziele.
So kann Stripe Sie unterstützen
Stripe Payments bietet eine einheitliche, globale Zahlungslösung, mit der jedes Unternehmen – von Start-ups bis hin zu globalen Konzernen – Zahlungen online, vor Ort und weltweit akzeptieren kann. Unternehmen können von fast jedem Ort der Welt aus Stablecoin-Zahlungen akzeptieren, die in ihrem Stripe-Saldo als Fiat verbucht werden.
Mit Stripe Payments können Sie Folgendes umsetzen:
Bezahlvorgang optimieren: Schaffen Sie ein reibungsloses Kundenerlebnis und sparen Sie Tausende von Entwicklungsstunden mit vorgefertigten Zahlungsoberflächen und Zugang zu über 125 Zahlungsmethoden, einschließlich Stablecoins und Kryptowährungen.
Neue Märkte schneller erschließen: Erreichen Sie Kundinnen und Kunden weltweit und reduzieren Sie die Komplexität und Kosten der Verwaltung mehrerer Währungen mit grenzüberschreitenden Zahlungsoptionen, die in 195 Ländern und über 135 Währungen verfügbar sind.
Online- und Vor-Ort-Zahlungen vereinheitlichen: Schaffen Sie Unified Commerce über Online- und Vor-Ort-Kanäle hinweg, um Interaktionen zu personalisieren, Treue zu belohnen und Ihren Umsatz zu steigern.
Zahlungs-Performance verbessern: Steigern Sie Ihren Umsatz mit einer Reihe anpassbarer, einfach zu konfigurierender Zahlungstools, darunter No-Code-Betrugsvorbeugung und erweiterte Funktionen zur Verbesserung der Autorisierungsquoten.
Schnelleres Wachstum dank einer flexiblen, zuverlässigen Plattform: Bauen Sie auf einer Plattform auf, die mit Ihnen mitwächst, mit einer historischen Erreichbarkeit von 99,999 % und branchenführender Zuverlässigkeit.
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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.