BigCommerce-CEO Brent Bellm zur Zukunft des Onlinehandels

BigCommerce ist eine führende offene SaaS-Plattform für den Onlinehandel. Das Unternehmen unterstützt junge wie auch etablierte B2C- und B2B-Anbieter jeder Größenordnung rund um den Globus dabei, ansprechende Online-Stores zu entwickeln, zu verwalten und zu mehr Wachstum zu verhelfen. Die Firmenzentrale von BigCommerce befindet sich in Austin im US-Bundesstaat Texas. Das Unternehmen betreut zehntausende Händler in über 150 Ländern, darunter bekannte Namen wie Ben & Jerry's, Procter & Gamble und Ted Baker. Seit fast zehn Jahren arbeitet BigCommerce mit Stripe zusammen, um seinen Händlern mehr Flexibilität bei der Zahlungsannahme und der Gestaltung von Abrechnungsprozessen zu bieten.

Wir haben mit dem Unternehmensvorsitzenden und CEO Brent Bellm über die Großkundenorientierung von BigCommerce, die Zusammenarbeit mit Stripe und die zweistelligen Wachstumspläne des Unternehmens im Jahr 2022 gesprochen.

Lösungen im Einsatz

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Wie würden Sie Ihren Ansatz beschreiben?

Wir konzentrieren uns unnachgiebig darauf, was für unsere Händler das Beste ist, und wollen ihnen in Sachen Omnichannel zum Erfolg verhelfen. Diesen strategischen Ansatz verfolge ich bereits seit den Anfängen. Wir konzentrieren uns auf ein Produkt und entwickeln es zur perfekten Händlerlösung für den komplexen Onlinehandel.

Worauf achten Ihre Kund/innen besonders?

Vor allem wünschen sich die Händler, dass ihr Markenauftritt und ihre Internetseite ansprechend gestaltet und konversionsstark sind. BigCommerce verfolgt dabei einen zweigleisigen Ansatz: Die Händler können sich mit unseren Vorlagen entweder selbst eine Website ganz nach ihren Vorstellungen gestalten; oder aber sie nutzen externe Angebote wie WordPress oder Bloomreach. Bei uns sind die Händler da absolut frei.

Besonders stolz bin ich auf unsere native Multi-Storefront-Funktion. Damit können Händler bei BigCommerce weitere Internetauftritte für andere Marken, Kundensegmente, Länder oder Sprachen erstellen – und zwar unter dem Dach eines einzigen BigCommerce-Stores.

Wie gehen Sie das Thema Innovation im Rahmen der übergeordneten Strategie von BigCommerce an?

Als ich 2015 bei BigCommerce anfing, waren wir die zweitgrößte SaaS-Plattform für den Onlinehandel. Und es war absehbar, dass wir das auch geblieben wären, wenn wir einfach so weitergemacht hätten.

Deshalb entschied ich, in das obere Marktsegment zu expandieren und mittlere bis große Unternehmen ins Visier zu nehmen. Doch die sind reichlich komplex. Sie verwenden oft lokal installierte Software. Wir wollten mit SaaS also in Sphären vordringen, in die sich vor uns noch niemand gewagt hatte. Und wir wollten SaaS so offen und flexibel wie Open Source machen. Doch zunächst mussten wir unsere gesamte Plattform in einzelne Komponenten zerlegen. Die Händler konnten so einzelne Elemente nutzen oder über APIs auf externe Technologien wie etwa Stripe zugreifen. Dank unserer Fortschritte, mit denen wir BigCommerce quasi zu offensten Plattform auf dem Markt gemacht haben, können unsere Händler gemeinsam mit uns Innovationen vorantreiben.

Wir wollten mit SaaS in Sphären vordringen, in die sich vor uns noch niemand gewagt hatte. Und wir wollten SaaS so offen und flexibel wie Open Source machen.

Brent Bellm, CEO und Vorsitzender

Wie stellen Sie sich auf größere Einzelhändler als neue Zielgruppe ein?

Je größer ein Unternehmen wird, desto komplexer wird es auch. Wir wollen weltweit führend darin sein, Händler und komplexe Unternehmen mit Open SaaS auf ihrem Wachstumskurs zu unterstützen. Wir kümmern uns dabei um Hosting, Fehlerbehebung, Sicherheit und alles, was es in der Verwaltung und im Betrieb von Technologien sonst noch an komplizierten Aufgabestellungen gibt. Dabei legen wir besonderes Augenmerk auf Offenheit und Flexibilität und bieten die passenden APIs und Anschlüsse für das jeweilige Unternehmen an.

Unsere Händler können ihre Lösungen für Zahlungen, Buchführung und Marketing völlig frei wählen. Bislang mussten komplexe Unternehmen stets ihre eigene Software anschaffen und verwalten, um genau die richtigen Funktionen und ausreichend Flexibilität zu erhalten. Bei BigCommerce bekommen sie das alles – und zusätzlich noch die Vorteile, durch die sich Open SaaS auszeichnet.

BigCommerce hat sehr stark in sein Partnerökosystem investiert. Wie hat sich das auf Ihre Kund/innen ausgewirkt?

Es ist seit jeher unser Anspruch, nur die besten Integrationen von führenden Anbietern aus den jeweiligen Kategorien anzubieten.

Bei Stripe nutzen wir zum Beispiel die besonders leistungsstarken und modernen Funktionen. Für Händler, die Stripe gerne im vollen Umfang nutzen wollen, ist BigCommerce die perfekte Plattform, da alles bereits integriert ist. Mit führenden Integration erhalten unsere Kund/innen die beste E-Commerce-Plattform für ihre jeweiligen Bedürfnisse. Und genau für dieses Modell stehen wir am Markt: Wir wollen offen sein, führende Angebote machen und uns exakt auf die Bedürfnisse des jeweiligen Kund/innen einstellen.

Inwiefern entspricht Stripe Ihrem Anspruch, den Kund/innen stets die besten Alternativen anzubieten?

Stripe ist die offenste und flexibelste Zahlungslösung – und das sagt jemand, der sich acht Jahre lang bei PayPal mit dem Thema Zahlungen befasst hat. Was ich an Stripe besonders bewundere, sind die eleganten und äußerst benutzerfreundlichen APIs, über die sich Unternehmen völlig unkompliziert Zugang zum gesamten Funktionsumfang von Stripe verschaffen können. Das gilt auch für mobile Apps, Onlinehändler und viele andere. Offenheit und Flexibilität sind zwei Dinge, die BigCommerce und Stripe gemeinsam haben.

Als Plattform wünsche ich mir Partner, die die Welt verändern und besser machen und tolle Integrationsmöglichkeiten im Angebot haben, die den Unternehmen wirklich nutzen. Ein Großteil unserer Zusammenarbeit mit Stripe besteht darin, sicherzustellen, dass wir alle führenden Funktionen von Stripe integrieren und an unsere Händler rund um den Globus weitergeben. So setzen wir in letzter Zeit vor allem auf die Integration der Rechnungs-, Abonnement- und POS-Funktionen von Stripe.

Hinzu kommt noch, dass wir den Händlern Stripe nicht in Rechnung stellen. So bekommen sie all die tollen Funktionen von Stripe ganz ohne Zusatzkosten.

Plattformen brauchen Partner, die die Welt verändern und die passenden Integrationsmöglichkeiten für jedes Unternehmen im Angebot haben.

Brent Bellm, CEO und Vorsitzender

Wie nutzt BigCommerce Stripe, um seine Wachstumsziele zu erreichen?

Wir verfolgen diverse Ziele, bei deren Erfüllung uns Stripe sehr behilflich ist – allen voran natürlich unsere geografische Expansion. Stripe bringt laufend wettbewerbsfähige lokale Angebote für neue Länder an den Start. Diese nehmen wir bei BigCommerce auf, sobald sie verfügbar sind. Außerdem führt Stripe ständig neue Zahlungsmethoden ein. Und auch die machen wir unseren Händlern schnellstmöglich zugänglich, damit sie ihre Bezahlvorgänge optimal an ihre Bedürfnisse anpassen können.

Ich habe bereits erwähnt, dass Stripe auch im Bereich Abonnements äußerst innovationsstark ist. Abonnements sind für viele unserer Händler sehr wichtig. Und auch den POS-Funktionen kommt eine große Bedeutung zu. Die Innovationen, die Stripe in diesem Bereich bietet, verschaffen den Händlern bei BigCommerce noch mehr Flexibilität.

Und schließlich ist Stripe auch bei den Preisen extrem wettbewerbsfähig. Unsere Händler wollen keine zusätzlichen Kosten für Kreditkartenzahlungen. Etliche Standardtarife bei BigCommerce sind günstiger als im Branchendurchschnitt. Und das wissen unsere Händler sehr zu schätzen.

Wie skalieren Sie BigCommerce angesichts der wachsenden Bedeutung des Onlinehandels?

Die wichtigste Facette der Skalierung ist für uns die weltweite Expansion. Unsere Zentrale befindet sich in den USA, wir kommen aber ursprünglich aus Sydney und sind deshalb auch in Australien sehr präsent. In Europa haben wir zuletzt sehr stark expandiert. Und in Lateinamerika haben wir bereits eine erste Niederlassung eröffnet und planen weiteres Wachstum in der Region. Auch Asien, der Mittlere Osten und Afrika sind für uns interessant. Um unsere weltweite Expansion voranzutreiben, bauen wir derzeit vor allem unsere Entwicklerkapazitäten aus. Wir betreiben fünf Entwicklungsstandorte und wollen unsere Kapazitäten in diesem Bereich weltweit weiter ausbauen.

Wie wird der E-Commerce-Markt in fünf Jahren aussehen?

Es gibt eine Reihe von Veränderungen, die für diese Branche sehr interessant sind. Eine davon ist der sogenannte Headless E-Commerce, bei dem die Händler vollkommen frei entscheiden können, welche Technologie sie für ihr Frontend-Kundenerlebnis und ihr Design verwenden wollen. In diesem Bereich wollen wir besser sein als jede andere Plattform weltweit. Eine weitere Entwicklung betrifft die zunehmend verschwimmenden Grenzen zwischen den verschiedenen Absatzkanälen. Die Händler sollen in die Lage versetzt werden, überall eine Nachfrage zu generieren und ihre Produkte zu verkaufen – online oder aber in der Filiale. Das spiegelt sich in unserer Übernahme von Feedonomics, der führenden Plattform für Produktlistungen in Google, Facebook, allen sozialen Netzwerken, allen Werbekanälen und allen führenden Marktplätzen. Eine andere Chance besteht darin, dass die Händler gleichzeitig im Privat- und Firmenkundengeschäft tätig sind. Wir wollen mit BigCommerce führend darin sein, unseren Händlern beide Märkte zu erschließen.

Im Jahr 2020 und Anfang 2021 boomte die gesamte Branche. Sowohl Unternehmen als auch Verbraucher setzten gut anderthalb Jahre lang verstärkt auf den Onlinehandel. Was die Breite der Übernahme, die wahrgenommenen Einkaufsmöglichkeiten und die Zukunftsprognosen der Unternehmen angeht, ist diese Entwicklung noch viel deutlicher. Die Menschen kaufen heute bei so vielen verschiedenen Anbietern ein wie nie zuvor. Und noch mehr Menschen gehen im Internet auf Shoppingtour.

Meine Erwartung ist, dass die Nachfrage noch zunehmen wird. Derzeit stellt der Onlinehandel sowohl im Privat- als auch im Firmenkundengeschäft etwa 20 % des Gesamtabsatzes. 20 % aller Einkäufe erfolgen also im Internet, 80 % analog. Wächst der Markt weiter wie bisher, dürfte das Wachstum bei etwa zwei Prozentpunkten liegen. In diesem Tempo wird es gerade einmal fünf Jahre dauern, um einen Anteil von 30 % zu erreichen. Und dann möglicherweise noch einmal fünf Jahre, bis die Marke von 40 % geknackt wird. Ich gehe davon aus, dass der Umsatzanteil langfristig auf 50 % steigen wird – und zwar sowohl im Privat- als auch im Firmenkundengeschäft. Das ist dann eine ganz andere Gemengelage, auf die sich die Unternehmen natürlich gut vorbereiten sollten.

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